Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 9 (1916)
- Issue
- 1. u. 2. Juli-Heft
- Date
- 1916-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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HANDWERK UND GEWERBE 1. u. 2. Juli-Heft guii gc V« hilfc gel cc Zur .,IVii vom Filde heimkehrenden, wie auch allen übrigen, durch den Krieg geschädigten Handwerkern isl die Wiederaufnähme und Fortführung ihrer Betriebe durch Zuweisung von Arbeit zu ermöglichen. Hierzu müssen Reich, Staat und Gemeinden durch Ausführung zurückgestellter und durch Inangriffnahmeneuer Arbeiten Sorge tragen, und dem Handwerk die in seinen Rahmen passettdeu Ausführungen und Lieferungen übertragen. Di« Eigenbetriebe der öffentlichen Verwaltungen sind tunlichst einzuschränken oder möglichst ganz einzustellen Bei der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen sind die hierzu gebildeten geeigneten Organisation«! zwecks einer möglichst gerechten und gleichmäßigen Berücksichtigung der einzelnen Betriebe weitgehenpst zu berücksichtigen. Zur Befriedigung des in umfangreichem Malle eimret .ndcn Kreditbedüriuisses sind von den einzelnen Bitudostaaten unter Gewährung von Staats- und Reich« Zuschüssen und unter Verzicht auf Rückzahlung eures nestimmten" Prozentsatzes und ebenso von den Berufe gewossenschaften und Sparkassen den Kreisen'und (lernenden zu möglichst billigem Zinsfuß Gelder zur i ieu.il runvwi Darlcben an würdige .und bedürftige (ihcdcr des Mittel tänd< s ohne Inaiispruchnaiime eines Gtfwüiites, also zu den ihnen selbst gestellten ßeditti. zur| Verfügung zu stellen. ■ allem aWr muH auf das tatkräftigste, auf Selbst- 1 eruhemlc [ in-reifen der Kreditgenossenschaften ifict werden. - ' Qesundtmg des Realkreditwesens sind baldmiglkhsl vorbereitende Maßnahmen zu treffen zwecks j »<{gan siermtg des Städtischen kealkredits auf der Gtiindjage öffentlich rechtlicher Kreditanstalten, die auch Ute Gewährung von Darlehen auf zweite Hypotheken in ihren Aufgakenkreis einbeziehen. -Die Einführung der Unkündbaren Tilgungshypothek ist ins Auge.2ti fassen. Die bestehenden Notgesetzc müssen mindestens ein ir nach Friedensschhill noch in Kraft bleiben. Die Konknrsordnung ist nach der Richtung abzuändern, dali zum Schutze in Not geratener, würdiger Schuldner ein Zuangs\ ergfeich außerhalb des Konkurs- "N^rfahrens ermöglicht wird, Besonders bedürftigen und würdigen Personen ist nach vorgängiger Prüfung des Einzelfalles neben der Kreditgewährung auch durch Unterstützungen, die aber hur eine sekundäre Erscheinung bilden dürfen, beizustehen durch Gewährung von Mietzinszuschüssen, welche nber nicht immer davon abhängig gemacht sein sollten, dalj der Vermieter auf einen Teil der Miete verziehtet; durch Gewährung von Züisenzuschüssen; durch Beihilfen zur Ausbildung von Kindern, durch Schuigeldermälligungeit; durch f Erlassung von Staats¬ und Gemeindesteuern usw." nnd von Ubel-Biberach eingehend begründet. Der Antrag wurde nach kurzer Debatte angenommen. Die Trage der Unyyirtschaftlicbkeit der Zivilrechtspflege war der letzte Punkt der Tagesordnung. Hierzu hatten die Handwerkskammern Wiesbaden und Mannheim längere ßegmmdungen ieingebracht. Nach Annahmedieser Anträge schloU der Kforsitzende Obermeister Plate-Hannover mit Worten des Dankes an die Teilnehmer den Kammertag. Kobin eiwiCH'o&joihiv^ l m Aus den Vereinen, m 5 fi •0&C»Cii''jK>»~iiCOO Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens zu Berlin. peschäftsstelkl Max ^Uberberg, II. Vorsitzender, Berlin C, ■An tfcr SpatKlaiicr Brücke 6. Amt Xnvdeii <M>1. Postschcck- K'fiuto- Kiilim Nr, D'-'"!'. Jahr Montag, den 10. Juli, abends V.9 Uhr Mitgliederversammlung bei Simon, „Hotel goldene Gans" Heiligegeiststr. 51 Tagesordnu ng: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Geschäftliches. 4. Bericht über unsere Sommer-Veranstaltung am Sonntag, den 23. Juli. 5. Fortsetzung der Diskussion über das Lehrlingswcsem und dts Handwerk in und nach dem Kriege. (). Allgemeines. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand, i. V.: Max Silberberg, II. Vors. . An der Spandauer Brücke 6. Zu unserer grollen Sommer=Veran^taltung unter freundlicher Mitwirkung des Gesangvereins Tonkunst am Sonntag, den 23. Juli d. J. im großen Garten des Gesellschaftshauses von H. Thiele in Niederschö'nhausen, Eingang Bismarckstr. 44 und Kaiserin Augustast r. 1 laden wir lunsere Mitglieder mit ihren Familien, Freunden und Bekannten herzlichst ein und erwarten recht zahlreiche Beteiligung. Eintrittspreis für Erwachsene 20 Pfg., für Kinder 10 Pfg. gegen Verabfolgung einer Stocklaterne.' Von 3 bis 5 Uhr allgemeines Kaffeekochen (es empfiehlt sich, Milch und Zucker mitzubringen). Von 5 Uhr ab Konzert, gesangliche, musikalische, deklamatorische und humoristische Vorträge. Um 9- Uhr grölte Fackelpolonaise. Wie aus den kürzen Andeutungen ersichtlich, bieten wir ein schönes, abwechslungreiches Programm und können den Besuch dieser Veranstaltung nicht warm genug empfehlen. Der Garten ist riesengroß und bietet durch die vielen schattigen Bäume einen recht angenehmen Aufenthalt. Bei kaltem Regenwetter findet das Fest acht Tage später (am Sonntag, den 30. Juli) statt Fahrtverbindung: Elektr. Straßenbahn-Linien 23, 47, 49 u. 57. Der Vorstand, i. V.: Max Silberberg, IL Vors. Bericht der Versammlung vom 19. Juni 1916. Herr Silberberg eröffnete um 1 i 10 Uhr die gut besuchte Versammlung. 1: Verlesung des Protokolls. Der Schriftführer verlas das Protokoll der letzten Sitzung. Einwendungen gegen die Fassung fanden nicht statt, das Protokoll wurde genehmigt. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. Herr Silberberg begrüßte die beiden neu aufgenommenen Mitglieder die Herren Fpnstein und Abramowitsch mit herzlichen Worten. 3. Besprechung über das Lehrlingswesen und das Handwerk in und nach dem Kriege. Der Referent Herr Ansbach führte folgendes aus. Wie stellen wir uns zur Lehrlingsfrage? Eines der schwierigsten Probleme, welche in der gegenwärtigen Zeit zu lösen sind, ist für uns die Lehrlingsfrage. * Einem Jeden von uns dürfte es wohl bekannt sein, wie schwer es fällt, einen brauchbaren Lehrling zu erhalten. Die Gründe hierfür sind mannigfacher Art Ausschlaggebend ist wohl die allgemeine soziale Lage derjenigen Schichten, ausweichen wir das heranzubildende Lehrlingsmaterial erhalten. Es sind dies meistenteils Familien, wo mehrere Kinder vorhanden sind. Die Eltern rechnen damit, daß wenn der Junge die Schule verläßt, derselbe seinen Wochen-Verdie 1