Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 9 (1916)
- Issue
- 1. u. 2. Februar-Heft
- Date
- 1916-02-01
- Page
- Seite 227 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1 u 2. Februar-Heft I ANDWERK UND GEWERBE 227 für die Mittelschulen obliegt.- Alle Kreise en Mich bilden einen „Obersten Rat", dem c „ wesen und Verwandtes obliegen. Wie heute schon in den Religionsgemeinschaften, wird diesen Kultur Gemeinschaften eigenes Steuerumlagerecht verliehen und die eigenen Angelegenheiten autonom zu regeln In dieser Form wird der Schutz und deknationalen Minderheiten in dem neuen die Erhaltung Staat möglich se Iii und gleichzeitig dem deutschen Gedanken eben .durch dl! jüdischen Kulturpioniere Sympathien \ Asien hinein erworben werden. der Matrikel as Hochschul- Befugnis, die is weit nach ^WÖ^^i^^^^i^^^^^C^^^>^^^^&^^^ =i Ii fl äSuiiC^i^äb^^ Verbandsnachrichten.! iCOOCi'il'iil Unsere Kriegsarbeit. Um eine Uebersicht über die V.erbandstätidkeit während defs Krieges zu gewinnen, hajtte der Vorsitzende des Zentralverbandes einen Fragebogen an die einzelnen .Ortsvereine versandt. Wenn auch von einer Anzahl Vereinen die Antworten noch ausstehen, so ist doch aus den bis jetzt eingetroffenen Schreiben zu ersehen, daß unsere Verbandskollegen und Vereinsbrüder überall tajtkräftig weitergearpeitet haben, fltnz hervorragende Leistungen sind auf dem Gebiete vollbiacht worden, welches iuns jetzt zunächst am Herzen liegt, mmlich der Humanität," dir Kriegshilfe. Im höchsten .Maße erfreulich ist es auch, dall trotz der großen Anzahl ei igezogener Vereinsmitglieder der Mitgliederbestand unserer ei izelnen Brudervereine verhältnismäßig bedeutend ist. So lu t Berlin noch aufzuweisen 360, Hamburg 102, Frankfurt an Main 94, Breslau SO, Hannover 57 und Düsseldorf 40 Mitglieder. - Den Heldentod fanden von Berlin Hamburg 2, Frankfurt a. M. I, Düsseldorf 2, Hannover 2 Mitglieder. A s Vorbilder treuer Pflichterfüllung werden sie dauernd in unserer Seele fortleben. — Verstorben sind ferner: in Berlin 3, Breslau 1, Hamburg 1, Hannoverl, Düsseldorf2 Mitglieder, deren Andenken wir in Ehren halten werden. Ausgeschieden sind in Berlin 8, Düsseldorf 6 und in Hamburg, teilweise durch Ausschluß, 25 Mitglieder. — Die emsige Werbetätigkeit brachte an neuen Mitgliedern ein: Breslau 10, Berlin 9, Hamburg 1. In allen Vereinen sind die Kassenverhältnisse durchaus zufriedenstellend und geordnet. Ueberall wurde den im F:Ide stehenden Mitgliedern der Beitrag erlassen. An Liebesgiben wurden unseren tapferen Brüdern gesandt: von Hannover für 300 M., Berlin für'150 M., Düsseldorf für 73 M., Hamburg sendet alle Vierteljahre auf K|osten der Vereinskasse Zigarren, Zigaretten, Schokolade und Fleischvtaren ins Feld. Frankfurt a. M. hat bis jetzt 2 größere Sendungen abgehen lassen; Breslau hat seit 1914 keine Liebesgaben mehr abgeschickt, weil die Sendungen von 1914 d c Adressaten nicht erreichten. Die örtlichen wirtschaftlichen Verhältnisse" weisen den denkbar größten Unterschied auf. So beantwortete Berlin d e diesbezügliche Frage mit |,sehrgut"; Breslau „im großen und g inzen nicht schlecht"; Düsseldorf „im allgemeinen nicht schlecht, ausgenommen das Bauhandwerk, welches volls ändig brach liegt. Hier herrscht Mangel an Lebensmitteln und furchtbar hohe Preise"; Hamburg „zum teil gut, zum teil schlecht";: Frankfurt a. M. „sehr schlecht"; Hannover „sehr schlecht*1'. , Das Werk der Nächstenliebe, die Kriegsbeihilfe, wird ertlich ganz verschieden ausgeführt. Ueberall abetj mit der vollen Hingabe, mit der großen Opferwilligkeit, (die uns besonders wesenseigen sind. Die spezielle Einrichtung eines „Kriegshilfeforids" zur Unterstützung der Familien eingezogener Mitglieder besteht nur in Berlin und Frankfurt a. M. Berlin zahlte daraus bis jetzt 3900 M., Frankfurt a. M. 960 M. Breslau zahlte aus c er allgemeinen Unterstützungskasse jeder Familie monatlich 5 M., 'Düsseldorf aus der Vereinskasse bisher insgesamt 122 M. Für unseren Bruderverein in Hannover hat "die Zahlung der Kriegsbeihilfe in hochherziger Weise der „Verein zur Beförderung des Handwerks unter den Juden in der Provinz Hannover" übernommen, wofür wirjihm an dieser Stelle unseren innigsten Dank aussprechen. In Hamburg haben sich sämtliche jüdischen Vereine dem [„Wohlfahrtswesen" der "dortigen Deutsch-Israelitischen Gemeinde angeschlossen, deren Abteilung „Kriegshilfe" in ausreichender Weise den Familien die Kriegsbeihilfe zahlt. Unsjr Hamburger Bruderverein hat allein durch. Spenden unc Veranstaltungen 2650 M. aufgebracht und dieser Abteilung des Wohlfahrtswesens überwiesen. Auch der Kriegshilfefonds des Berliner und Frankfurter Vereins beruht auf Ueberschüssen diesbezüglicher Veranstaltungen und freiwilliger Spenden. Möge der Ewige es allen edelmütigen Spendern lohnen. Düsseldorf und Breslau haben keine Spenden aufzuweisen, dagegen hat Breslau,' den Erlös der Krhgshilfemarken in Höhe von 50 M. der Unterstützungskasse einverleibt. Bis heute brachte der noch nicht beendete Verkauf der Kriegshilfemarken in Berlin ca. 300 M., in Frankfurt a. M; 30 M. und in Düsseldorf 29 M. 30 Pf - ein. Für die Erhöhung der „Julius Löwenstein-Spende" wurden verschiedene Vorschläge gemacht. An weitgehendsten und praktisch am leichtesten durchführt} ir dürfte der eine Vorschlag des Hamburger Brudervereiiis sein, nämlich eine Kopfsteuer pro Mitglied für die Sp:nde zu erheben. Einige Vereine sind der Meinung, daß die Vorschläge erst nach dem Kriege zur Ausführung gebracht werden sollten. Aus dem vorstehenden Ergebnis unseres Rundschreibens haben unsere Verbands- und Vereinskollegen gewiß zu ihrer großen Freude ersehen, daß der leidige Krieg unserer Vereinstätigkeit keinen Abbruch getan hat. Rastlos schaffen und wirken wir alle weiter zum Wohle der Gesamtheit, zum Besten des Einzelnen. Wie unsere Heldenbrüder, unsere siegreichen Truppen, behaupten wir das Errungene und erkämpfen uns Schritt um Schritt mit zäher Ausdauer und frischem Mut das Feld, ijnd wie sie, sex werden auch wir siegen. Denn dem Mutigen gehört die Welt! Berlin, im Februar des Kriegsjahres 1916. Der Vorstand der Zentrafverbands selbständiger jüdischer Handwerker Deutschlands. I. A.: J. Löwenstein. r hrst eile außer- Ein Knate, 16 Jahre alt, sucht per sofort Le im Schlosser- oder Mechanikerhand werk nach halb. Näheres durch den Verbandsvorsitzenderh J. Löwenst Berlin N, KrausnWkstr. 9 um fcSHgS&^^COttW«''!^^ 2 M Aus den Vereinen. #igNBig»<Eg»8yg>^^ Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens zu Berlin. Geschäftsstelle: Max Silberberg, II. Vorsitzender, Berlin C, An der Spandauer Brücke 6. Amt Norden 0601. Poptscheck- Konto: Berlin Nr. 17291. Unser Familienabehd am 9. Januar im Saale der „Goldenen Gans" erfreute sich zahlreichen Besuches. Auch unser erster Vorsitzender Herr Louis Wolff war erschienen und die Herren J. Löwenstein und Max Silberberg begrüßten den solange von der Heimat abwesend ge\i/esenen ersten Vorsitzenden mit schwungvollen Worten, uif die Herr Wolff in längerer Rede erwiderte. Wir hoffen, daß Herr Louis Wolff auch weite "hin | in der Heimat verbleibt und unserem Verein seine wertvolle Kraft, wie in früherer Zeit, soweit es geht, auch jetzt wieder rOd'1!? n & IS'iffnöis