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Handwerk und Gewerbe · 1915-01-01 · 1. u. 2. Januar-Heft · p. Seite 124

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
8 (1915)
Issue
1. u. 2. Januar-Heft
Date
1915-01-01
Page
Seite 124 (sequence 6)
Language
German
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124 HANDWERK UND GEWERBE T 1. u. 2. Januar-Heft , systematische und planmäßig fortgeführte Reklame kann Erfolg haben. Aber nicht genug! Oft sieht man Annoncen, die ebenso die mangelnde Sorgfalt bei ihrer Zusammenstellung wie Unverständnis des Verfassers verraten. Ein Inserat muß bei dem Leser Wohlgefallen finden, ci. h. es muß durch Eigenart und Originellität sich bemühen, etwas Außergewöhnliches zu sein. Das ganze Inserat muß das Bestreben zeigen aus den übrigen hervorzustechen. Aber hier mangelt es noch sehr. Der Text soll hierzu viel beitragen; denn fast immer liest man abgedroschenes Zeug. Es leuchtet wohl ohne weiteres ein, daß ein räumlich beschränktes Inserat nur dann auf Erfolg rechnen kann, wenn es einen kurzen stechenden Text bringt. Ich persönlich halte von kleinen einspaltigen Annoncen als Reklame sehr wenig. Am besten tut man, wenn man um ein Insfcrat einen weiten freien Raum läßt, oder aber sich einer Illustration einer. sogenannten Reklamezeichnung bedient. Aber gerade im letzteren Falle muß ich dem Handwerker dringend raten, falls er eine Zeichnung für sein Inserat braucht, sich an einen richtigen Reklamekünstler zu wenden. Man lasse sich nicht einreden, daß Reklamezeichner unheimlich teuer sind. Das ist ganz falsch, denn die Mehrzahl arbeitet gut und preißwerf Ich will nochmals betonen, daß Inserat-Zeichnungen mit sachlichem Text das Beste sind, was auf dem Gebiete des Zeitungswesens wirklich Erfolg» hat. IM * Neben dem Inserat gibt es für den Handwerker noch weitere, viel zu wenig benutzte Gelegenheit, Reklame zu machen. — Jede Karte, jeder Brief, jede Rechnung, kurz jede Mitteilung, die aus dem Hause geht, um in die Hände eines Kunden zu gelangen, sollte der Kundenwerbung dienen. Mit peinlichster Sorgfalt und; höchster Genauigkeit sollte jedes derartige Formular hergestellt werden. — Aber was sieht man statt dessen? Drucksachen, denen es ebenso sehr an geschmackvoller Anordnung, wie gutem Druck und oft gar gutem Papier fehlt. Hier, lieber Handwerker, muß noch unendlich viel nachgeholt werden. Durch Eigenart und geschmackvolle Ausführung aufzufallen, muß das Bestreben jeder Drucksache sein. Sie muß sich dem Gedächtnis des Lesers einprägen und ein treffendes Bild von der Art des Unternehmens geben. Eine gute Drucksache muß man beim zweiten oder dritten Male, auch ohne die Firma zu lesen, als von eben dieser Firma herrührend, erkennen. Iii: Das Plakat kann neben der Zeitung wohl als eines der wichtigsten Reklamemittel bezeichnet werden. In Deutschland sind wir in der Entwickelung des Reklamewesens etwas zurückgeblieben. Ueberall irn Ausland findet man die riesenhaften Plakate in ungeheurer Zahl verbreitet. Auf Schritt und Tritt begegnen wir ihnen in den Großstädten. Die Vorzüge eines Plakates sind unstreitbar. Es gibt Leute, die / prinzipiell nie ein Zeitungs-Inserat lesen, andere werfen jede durch die Post an sie gesandte Reklame unbeachtet in den Papierkorb; aber niemand ist imstande, sich der eindrucksvollen Macht eines Plakates, das ihm überall und immer wieder entgegentritt, zu entziehen. Lange Zeit gab es in Deutschland keine guten Plakate. Man malte Bilder, die an und für sich gut waren, aber die Bedingungen eines Plakates nicht erfüllten. Auf keinen Fall darf ein Plakat ein Bild sein. Es darf keine Einzelheiten enthalten, sondern muß sich darauf beschränken, nur \ias Wichtigste zu sagen. Um eine gute Wirkung zu erzielen, sind folgende drei Punkte unerläßlich: Gute Farbenkontraste, eine leicht faßliche Idee und Uebersichtlichkeit des Textes. Da die meisten Plakate an zu vielem Text leiden und der Straßenpassant natürlich keine Zeit hat, langatmige Texte zu studieren,. muß ihm ein kurzes Stichwortentgegenfliegen, um sich in sein Gedächtnis einzuprägen. In den -letzten Jahren konnte man eine erfreuliche Zunahme guter Plakate feststellen. Bedeutende Künstler haben sich in den Dienst der Reklame gestellt, aifdere sind es dort geworden. Ich nenne: Lucian Bernhard, Hans Rudi Erdt, Ernst Deutsch, Leonard, Gipkens und Ludwig Hoh!w:in. f Sie alle und noch viele andere haben dazu beigetragen, die Plakatkunst zu heben, n die sich ihrer bedienten. cht zum Schaden derjenigen, Heine Siedner, Berlin. SCi'^viC'Ci'C'C'C^m.'C'C.'C'ihp p m Aus den | Vereinen, m i SC'Ci'C'Ci'OffiiC'^ Verein selbständiger Handwerker judischen Glaubens zu Berlin. Montag, den Iii Januar d. J., abends 9 Uhr bei Neumann Rosenthalerstraße 36 , Vortrag des Herrn Rabbiner L. Höxter über: Der Sozialismus . nach Bibel und Talmud. Wir laden unsere Mitglieder mit; ihren Damen und Angehörigen hierzu freundlichst ein und sind uns eingeführte Gäste" ebenfalls.gern willkommen. Herr Rabbiner Höxter hat ein Thema gewählt, das für uns alle von größtenf~* daher vollzähliges Erscheinen Ende dieses oder Kunstabend, auf den wir möchten Interesse ist und erwarten wir Der Vorstand. Anfang nächsten Monats veranstalten wir zum Besten unserer Kriegshilfskasse: einen schon jetzt aufmerksam machen Näheres geben wfir noch bekannt , Der Vorstand. Wir bringen hiermit zur gefälligen Kenntnis, daß in den am 7. und 21. Dezerriber 1914 stattgehabten außerordentlichen Generalversamnlungen Ergänzungswahlen «des Vorstandes vorgenommen wurden, in denen die Herren .- R. Blumenthal, Blumenstraße 3 (Klempnerei, Telephon: Königstadt, 118 47) zum Vereinsrendanten, R. Simon, Spandauerbijücke 14 (Zigarrengeschäft) zum Darlehnskassenrendsnten, t A"s.bach'! zu Beisitzern M. Feder, I gewählt wurden. -i. V.: Max Der Vorstand. t, Silberberg, II. Vorsitzender Spandauerbrücke 6. Im ersten Septemberheft unserer Zeitung haben wir bereits mitgeteilt, daß unser Vereinsarzt Herr Dr. Aren stein zum Heeresdienst eingezogen worden ist Sein Vertreter Herr Dr. med. G. Freudenstein, ' ' J \ Artilleriestraße 36a, Ecke ElsasserslraOe hat es übernommen, unsere Mitglieder während des Krieges zu( behandeln, worauf wir nochmals hinweisen möchten. * Bei Konsultationen des Arztes muß, als Ausweis, die letzte Beitragsquittung vorgezeigt werden. /

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