Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 8 (1915)
- Issue
- 1. u. 2. Januar-Heft
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4883069-5771066-5771108--058-4883525- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1. u. 2. Januaft-Heft HANDWERK UND GEWERBE Unsere Spar- und Därlehnskasse befindet sich jetzt bei <jem neugewähltenDarlehnskassenrendanten, Herrn R. Simon, An der Spandauerbrucke 14 (Zigarrengeschäft) und bitten wir unser]; Mitglieder, recht fleißig Marken z\i enfijehmen. Der Vorstand. len Sonnabend Abend finden familiäre Zusammenkünfte unserer Mitglieder und ihrer Angehörigen bei J. Dobrijn, Spändauer Brücke Nr. 7, statt. Zailrejches Erscheinen ist erwünscht. ' Für dep ramilienunterstützungsfond sind eingegangen Transport 1041,30 Mk. In jdeil Mitgliederversammlung1 am 21. Dezember 1914 durch Sammlung gezeichnet Karterspiele und. Sammlung Unser gram ms stere Tonart ,.Linterhaltungsabend" am 26. November 1914. Dem gnj>ßcn Ernste der Zeit entsprechend, hatten1 wir in diesem Jahie den sonst so fröhlichen, heiteren Ton des Prounseres Unterhaltungsabends auf eine tiefere, ern 345, 14,: Sun ma 1400,30 Mk. herabgestimmt. Dessenungeachtet war es eine würdige, erhobene Feier, zu der wir, die Mitglieder des „Vereins selbst. Handwerker jiid. Glaubens", uns am Abend des 16. November, in „Neumanns Festsälen" (Rosenthaler- ,strasse 4a) mit unseren Familienangehörigen und zahlreichen Gästen eingefunden hatten. Um den Mitgliedern, in erster Linie den Damen, einen ganz besönderen, außergewöhnlichen Genuß zu bereiten, hatte der Vorstand eine Kjnematographen-Vorstellung 'arrangiert. Unter dankenswerter Beihilfe der Kindzeitschriff „Lichtbild-Bühne" war ein exquisiter Spielplan aufgestellt worden nach dem Rate des Goethe sehen Theaterdirektors: . 1 .Besonders aber'laßt genujf gesehenn! ' Man kommt zu schaun, man will -am liebsten sehn. Wer' vieles bringt, wird manchem etwas bringen." Recht sinnreich führte uns das Lichtspiel als Einleitung eine Serie prächtiger, viragiertejr Naturaufnahmen aus dem Lande unserer] neutralen Freunde, der Spanier, vor, speziell aus Palma, der Haupstadt und landwirtschaftlich reizendsten Gegend der Bilearen oder Schleuderer-Inseln. Die Herrlichkeit der Schöpfung machte einen tiefen Eindruck auf das GemüL Im Gegensatz dazu erblickten wir — nach einem humoristischen Intermezzo — die Stätten, wd der Krieg seine schreck! che Macht ausübt, Antwerpen und andere Kriegsschauplätze. Sie ließen uns der fernen, im Felde stehenden Vereins- und Familienmitglieder in Wehmut gedenken. Jedoch auch in hoher Zuversicht; denn alle die im bewegten Bilde vorgeführten Platze haben sie, unsere Tapferen, ja mutigmit efobsrt Un|d sie werden weiter erobern und siegen! Die Bilder flößten uns diese Hoffnung ins Herz. Die nächste Programmnummer brachte uns das mit allen Mitteln der an Hilfsmitteln überreichen Kinotechnik geschickt zusammengestellte, mit verblüffenden Kinotricks ausgestattete, effektvolle Kinodrama „Die Mitgift des Bajazzo". Es wirkte, wie die; VoJksstückej zur L'Arronge'schen Zeit und bildete gleichsam den Abschluß des seriösen Teiles und die überleitende Brücke zum patriotischen Abschnitt des Spielplans. Denn die Bilder unserer siegreichen Heerführer, .die nun nacheinander vorüberzogen, losten endlosen Beifall und patriotischen Jubel aus. Der Anblick dieser markigen, erfolggekrönten Gestalten rief die Erinnerung der bisher errungenen Siege wach, und eine freudige Feststimmung 125 bemächtigte sich auch der durch die Verhältnisse gedrücktesten Teilnehmer. Als sich darauf vor unseren Augen eine derbhumoristische Szene urid der'hübschjinszenierte Schwank „Hoheit inkognito" abspielten, durchbrauste ein befreiendes Lachen i den bis zum letzten Platz gefüllten Saal. Uq! auch den im Kriege weilenden Vereinsmitgliedern zu zeigen, daß wir ihrer in Liebe gedacht, und um ihnen gleichzeitig von dem schönen, wohlgeliingenen Feste Kennt* nis zu j geben, wurde ein von allen (Anwesenden unterzeichnetes Feldpostschreiben an sie abgesandt. ■ Ziim Schlüsse dankte der II. Vorsitzende, Buchdruckereibesitzer S Iberberg den Anwesenden, yor allen den Damen, für ihr Erscheinen und brachte ,dern Ehrenvorsitzenden, Malermeister J. Löwenstein, für seine Idee der Veranstaltung und fpr die viele Mühe des ArrangenSeTrts den besonderen Dank des Vereins'dar. ' . r Harmonisch klang damit die erhabene Feier aus... J. L Nachru Am 28. Dezember 1914 verschied schwerer Krankheit der I. Schriftführer nach langer, unseres Vereins, Herr J. Prager im Alter vön 44 Jahren. Seit vielen Jahren hat der Dah ngegangene diesen Posten bekleidet und in selbstloser, aufopfernder Weise an den Arbeiten unseres Vereins teilgenommen. Durch seinen Heimgang verlieren wir nicht nur einen treuen Anhänger unserer Bestrebungen, sondern auch einen aufrichtigen Freund, dessen Andenken /wir stets 'in Ehren halten werden. 1 . ' 1 J Der Vorstand des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens zu Berlin. I.V.: Max Silberberg, II. Vorsitzender. i: feJaiL-tfi Nachruft Mitte November starb den Heldentod fürs Väterland auf dem östlichen Kriegsschauplatz, der Neffe unseres Verbahdskollegen Albert Slchwarz, Cöln R e s e r v i s t;*>sef Offizier im Reserve - Infanterie - Regiment Nr. 150. Derselbe war lange Zeit in meinjem Geschäft Ehre seinem Andenken!- I tätig.' J. Löwenstein, Berlin.