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Der jüdische Handwerker · 1938-09-01 · 9 (9.1938) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
30 (1938)
Issue
9 (9.1938)
Date
1938-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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\ Abschiedsworte für Wilhelm Marcus Verstand dar )Udl sehen Gemeinde Sehr geehrter Herr Marcus, Die Stunde Ihrer Auswanderung rückt heran. Wir möchten Sie aber nicht scheiden lassen, ohne Ihnen nochmals unseren Dank für Ihre so rege Arbeit in zwei Jahrzehnten im Interesse der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen. Wir haben durch die Abschiedsfeier, die wir Ihnen zu Ehren veranstaltet haben, bereits bekundet, daß Sie in unseren Reihen eine Lücke lassen werden, die kaum auszufüllen ist Wir denken dabei ganz besonders an die Fürsorge für das Handwerk und an die auf Ihre Anregung eingerichteten Werkstätten, die so vielen Menschen Gelegenheit gegeben neben, einen anderen Beruf zu ergreifen. Wir verschweigen Ihnen aber nicht, sehr geehrter Herr Marcus, daß wir in Ihrem Fortgang auch eine Hoffnung für uns erblicken. Wir denken namentlich daran, daß es Ihnen auch in der neuen Heimat gelingen wird, für die Jüdische Sache zu arbeiten, und daß wir durch Sie für unsere Menschen Vorteile haben können. Was Sie hier gesehen und — erlauben Sie uns, dies zu sagen — gelernt haben, werden Sie gewiß im allgemein-jüdischen Interesse verwerten. Uns aber liegt daran besonders, dem Wunsche noch Ausdruck zu geben, daß Sie dabei die Gemeinde Berlin und ihre Einrichtungen nicht vergessen möchten. Wir begrüßen Sie In vorzüglicher Hochachtung Der Vorsitzende: Heinrich Stahl Im Freitagabendgottesdienst der Gemeinde gedachte Rabbiner Dr. Kantorowsky am 9. September in der Synagoge Lindenstraße des Scheidens von Wilhelm Marcus und sprach im Namen des Rabbinats, der Kollegen im Synagogenvorstand und der Besucher Worte des Abschieds und des Segens. Reichsverband dar Sudan In Deutschland Wilhelm Marcus, eine der populärsten Persönlichkeiten im Berliner jüdischen Gemeindeleben, der Organisator des jüdischen Handwerks und Mitglied der Altreu-Fonds- Kommission bei der Reichsvertretung verläßt in diesen Tagen Deutschland, um nach den Vereinigten Staaten von Amerika auszuwandern. Wilhelm Marcus hat lange vor dem Jahre 1933 an den Umschichtungsbestrebungen der jüdischen Jugend regen Anteil genommen. Er gehört zu den Mitbegründern des Landwerks Neuendorf. Die Zentralstelle für jüdische Darlehnskassen verdankt ihm ebenfalls wertvolle Anregungen. Dar Versicherungsverein „Dia Hilfe": Sehr geehrter Herr Marcus, lieber Freund I Sie haben, seit Jahrzehnten in der jüdischen Arbeit stehend, stets mit außerordentlichem Weitblick und Ideenreichtum einen entscheidenden Einfluß auf die Geschicke der Juden In Deutschland ausgeübt Aus tiefer Liebe zu Judentum und Judenheit haben Sie schöpferisch gewirkt und Einrichtungen mitgeschaffen, die dem Wohle unserer Brüder und Schwestern, deren seelische und materielle Lage Ihnen immer am Herzen lag, dienten. Eine dieser Ihrer Schöpfungen war auch „Die Hilfe". Ihre organisatorischen Fähigkelten, Ihre Begabung Im Verhandeln mit Menschen der verschiedensten Schichten, Ihr sofortiges Erfassen einer jeden Situation, Ihr scharfer Verstand und Ihre Rednergabe erleichterten Ihnen Ihre verantwortungsvolle Stellung als Leiter eines fast alle jüdischen Gemeinden dieses Landes umfassenden Versicherungsvereins. Aeußere Umstände haben das Werk, an dem Sie mit so viel Liebe hingen und das Ihr Lebenswerk werden sollte, zunichte gemacht Wir sind fest davon überzeugt, daß Sie — wo es auch immer sei — kraft Ihrer Intelligenz und Ihrer tadellosen Charaktereigenschaften Ihren Mann stehen werden. Wo Menschen mit Ideen und Gedanken gebraucht werden, werden Sie am rechten Platz sein. Der Beirat: Adolf Schoyer Der Vorstand: Alfred Jaulus Kreditverein für Handel und Gewerbe, Bank des Jüdischen Mittelstandes: Sehr geehrter Herr Marcus! \ Der Versorgung des jüdischen Mittelstandes mit bankmäßigen Krediten haben Sie stets Ihr besonderes Interesse zugewendet So konnten Sie im Jahre 1928 in Gemeinschaft mit dem hochverdienten Herrn Direktor Dr. h. c. Wilhelm Kleemann und anderen Männern, die im Wirtschaftsleben und in der Jüdischen Gemeinde Bedeutendes geleistet haben, unsere Bank gründen. Nach schweren Jahren hat sich, der Kreditverein zu einem Bankinstitut entwickelt, auf das Sie mit Stolz blicken können. Es ist uns in dem Augenblick, in dem Sie sich anschicken, dieses Land zu verlassen, ein tiefes Bedürfnis, Ihnen für Ihre jahrelange selbstlose Mitarbeit nicht nur den Dank von Aufsichtsrat und Vorstand, sondern darüber hinaus auch der vielen jüdischen Menschen auszusprechen, die durch unsere Bank Ihre wirtschaftliche Existenz erhalten und weiter ausbauen konnten. Was Sie in den vielen Jahren Ihrer Mitarbeit geleistet haben, kann in wenigen Worten nicht ausgedrückt werden. Ihr kluger Rat, Ihr großes Verständnis für kaufmännische Dinge waren uns stets sehr wertvoll. Durch Ihre Anregung haben Sie wie kaum ein anderer Mitarbeiter häufig unserer Arbeit den Impuls gegeben. Sie werden uns sehr fehlen, das wissen wir leider heute schon. Wir geben Ihnen das Versprechen, daß wir in Ihrem Geiste welterarbeiten werden, und daß der Name Wilhelm Marcus in den Kreisen des Kreditvereins stets als Vorbild genannt werden wird. Für den Aufsichtsrat: " Für den Vorstand: Gustav Zamory Alfred Jaulus Gesellschaft „Ort" Abtlg. Deutschland E. V. Sehr geehrter und lieber Freund Wilhelm Marcus 1 Wir möchten Sie nicht aus unserer Mitte sehen lassen, ohne Ihnen auf das Herzlichste für Ihre so gedankenreiche und aufopfernde Mitarbeit, die Sie für den „Ort" stets gern und freudig geleistet haben, zu danken. Wenn Sie auch seit kurzer Zelt nicht mehr in unserem Vorstand tätig sein konnten, so wissen wir doch, daß wir über diese Zeit hinaus — dies gilt ganz besonders für Ihren neuen Wirkungskreis — in Ihnen einen stets treuen und guten Freund unserer Arbeit gehabt haben und haben werden. Mit vorbildlicher Unparteilichkeit haben Sie sich Immer für alle Schichten und Klassen, also für die Gesamtheit der jüdischen Menschen, nicht zuletzt bei uns und in unserer Arbeit eingesetzt, und wir haben Ihnen in dieser Beziehung ganz besonders dafür zu danken, daß Sie sich für unsere Arbelt schon in einer Zeit Interessiert und bemüht haben, als man sich in weiten Kreisen unserer Idee gegenüber noch verschlossen hielt. Ihre freudige Teilnahme an unserer Arbeit hat Sie dann auch fast selbstverständlich zu einem warmherzigen Befürworter unseres umfassenden „Ort"-Ausbildungswerks in Deutschland, das nun diese schöne Wirklichkeit gefunden hat, werden lassen. Auch hierfür gebührt Ihnen unser aufrichtigster und herzlichster Dank. Mögen Sie in der neuen Heimat und in Ihrem neuen Wirkungskreise Freude und innere Befriedigung finden. In unserer Arbeit und unter unseren Mitarbeitern wird Ihr Andenken stets lebendig bleiben. Mit besten Grüßen Louis Wolff, Dr. Treltel Verein dar Angestellten dar Jüdischen Gemeinde In' diesen Tagen scheidet Wilhelm Marcus aus der jüdischen Arbelt in Deutschland aus, um sich fern von uns einen neuen Wirkungskreis zu schaffen. Wenn zu diesem Ereignis die Angestelltenschaft das Wort ergreift, so hat das seine besondere Bewandtnis: Wilhelm Marcus gebührt unser besonderer Dank. Er gehört zu den Persönlichkeiten, die ehrenamtliche Arbeit In unserer Gemeinde leisten und seit Jahren an leitender Stelle wirken. Er kennt die Gemeinde genau; er weiß in allen ihren Einrichtungen Bescheid, er weiß auch, daß eine ihr ganzes Können einsetzende Angestelltenschaft sich unablässig bemüht, schwierige Aufgaben zu meistern. Ihm ist bekannt, daß die der Gemeinde zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausreichen können, um alle Wünsche zu erfüllen, daß jeder unerfüllte Wunsch eine zerstörte Hoffnung hervorruft. Das alles kennt Wilhelm Marcus aus eigener Anschauung. Das befähigt ihn zu einer sachlichen Stellungnahrae in allen Angestelltenfragen. Zu verschiedensten Malen war ihm Gelegenheit geboten zur äjjSBMJi DOS HOUS DER BUTEN HEPPEN UND PNQ

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