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Der jüdische Handwerker · 1938-06-01 · 6 (6.1938) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
30 (1938)
Issue
6 (6.1938)
Date
1938-06-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Todesfalle in Berlin Der unerbittliche Tod hat in den Reihen unserer Mitglieder eine reiche Ernte gehalten. Einen besonders schmerzlichen Verlust hat unser Verband durch das Hinscheiden unseres lieben Freundes und Kollegen, des Schlotsermeisters Max Rosenthal erlitten, der an den Folgen. eines schweren Leidens und dennoch unerwartet am 2. Juni im 66. Lebensjahr verstorben ist Als einer der Treuesten gehörte er unserem Verbände seit Jahrzehnten an und hat innerhalb des Vorstandes seit vielen Jahren rege und mit großer Liebe zur Sache mitgearbeitet. Als Handwerker-Vertreter gehörte er bis vor einiger Zeit dem Repräsentantenkollegium der Jüdischen Gemeinde zu Berlin an. Er war jederzeit bereit, sich der jüdischen Arbeit, zur Verfügung zu stellen. Im vorigen Jahre konnte Max Rosenthal zugleich mit seinem 65. Geburtstag das 40jährige Jubiläum seiner Selbständigkeit begehen. Er war ein alter Handwerksmeister, der höchste fachliche Leistungen nicht nur von sich selbst verlangte, sondern zugleich auch bestrebt war, dieses Können auch auf die Ihm anvertrauten Lehrlinge zu übertragen. Er hat es verstanden, seinem Betriebe die ihm zukommende Anerkennung zu verschaffen. Mit unserem Freund Max Rosenthal verlieren wir einen Kollegen mit besten menschlichen Vorzügen, einen Mann, der treu zu seinem Handwerksberuf und unserem Verband stand. Ein ehrendes Andenken ist ihm gewiß. _ ' An den Folgen eines schweren Leidens verschied am 27. Mai unser langjähriges treues Mitglied, der Klempnermeister Wilhelm Alexander. Ueber 25 Jahre gehörte er unserem Verbände an und - hat sein lebhaftes Interesse an unseren Bestrebungen stets unter Beweis gestellt. Er war ein Handwerksmeister in bestem Sinne, der es auf Qrund seiner besonderen fachlichen Leistungen verstanden hat, sich Achtung und Anerkennung in Jüdisches Wohlfahrtsu. Jugendamt Berlin Das Jüdische Wohlfahrts- und Jugendamt Berlin ersucht dringendst, keinerlei Geldbeträge an unbekannte Personen für Auswanderungs- oder andere Zwecke auf Grund von telefonischen oder persönlichen Aufforderungen zur Verfügung zu stellen. Insbesondere wird darauf aufmerksam gemacht, daß weder die Herren Rabbiner, noch andere jüdische Persönlichkeiten telefonisch oder brieflich zur Hergabe von Geldbeträgen auffordern. Für alle diese Aufgabengebiete — Auswanderungs-, Wohlfahrtsbetreuung, Studentenfursorge usw. — sind allein die Stellen des Jüdischen Wohlfahrts- und Jugendamts oder der jüdischen Organisationen zuständig. Wer sich vor Schaden bewahren will, wird dringend gebeten, sich vor Hergabe von Geldbeträgen mit der Zentralauskunftsstelle des Jüdischen Wohlfahrts- und Jugendamts Berlin, Rosenstraße 2—4 (Telefon 416711) in Verbindung zu setzen. „Familienschutz" Geschäftsbericht für 1937. Am 31. 12. 1937 hatte der Verein 8206 Mitglieder, für die Hinterblieberlenschutz oder Vorsorge für das eigene Alter in Höhe einer Versicherungssumme von RM 3 476100.— besteht. Wiederum konnte sich die Vorsorge für das Ableben in vielen Fällen als außerordentlich wertvoll und notwendig erweisen. An Hinterbliebene wurden im Berichtsjahr in 172 Fällen RM 62650.— ausgezahlt, sodaß eine Steigerung gegenüber den Todesfällen im Jahre 1936 zu verzeichnen ist. Die Gesamtleistungen an Hinterbliebene belaufen sich bis zum 31. 12. 1937 auf insgesamt RM 260 206,55. Für karitative Zwecke konnten im Berichtsjahr wiederum größere Beträge zur Verfügung gestellt werden. Dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates, dessen Mitgliedern, den jüdischen Organisationen, Persönlichkeiten sowie der jüdischen Presse dankt der Vorstand für ihre auch im vergangenen Jahre erwiesene Unterstützung der Bestrebungen des „Familienschutz". E. P. Ein Werk jüdischer Selbsthilfe Die Zionistische Vereinigung für Deutschland ruft in diesen Tagen ihre Mitglieder zu einer internen Aktion auf, deren Inhalt und Form allgemeine Beachtung verdienen. Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat jeden Juden, der in ihren Reihen steht, verpflichtet, das Einkommen von weitesten Kreisen zu erwerben. Auch als Lehrmeister konnte er beachtliche Ausbildungserfolge erzielen. Seine menschlichen Eigenschaften, verbunden mit gediegenem Können, vor allen Dingen aber die Treue, die er uns jahrzehntelang gehalten hat, sichern ihm ein bleibendes Andenken. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf uns die Nachricht vom Ableben unseres Kollegen, des Uhrmachers Max Guttmann. Es ist unvorstellbar, daß Max Guttmann, erst 38 Jahre alt, ohne jede vorherige Krankheitserscheinung im Verlaufe weniger Stunden von uns gegangen ist. In der Blüte seiner Jahre, geladen mit Zukunftsplänen, beseelt von dem Wunsche, jedem, der zu ihm kam, zu helfen, nie versagend, wenn er im Verbandsinteresse gerufen wurde, war er der Typ des Qen und aufrechten jüdischen Menschen, den gerade die ge Zeit so dringend gebraucht. Max Outtmann natte keine Feinde; jeder, der mit ihm — sei es beruflich oder privat — in Berührung kam, mußte seine liebenswürdige und doch sachliche Wesensart, die keine Laune kannte, schätzen. Alle wurden seine Freunde. Aber nicht nur seine hohen menschlichen Qualitäten trugen hierzu bei, sondern die fachlichen Leistungen in seinem Beruf, in dem er aufging, verschafften ihm weit über die Kreise unserer Mitglieder hinaus größte Achtung und Anerkennung. So konnte er sich in den verhältnismäßig wenigen Jahren, die er in Berlin ansässig war, einen guten Kundenstamm heranziehen, den er in jeder Beziehung zufriedenstellte und der auf ihn schwor. Der Verlust, den unser Verband und alle seine Freunde und Bekannten durch sein Ableben erlitten haben, ist groß. In seinem Sinne unser Werk fortzusetzen, ist das bleibende Andenken, das wir diesem treuen Freund und Kollegen jederzeit bewahren werden. Am 23. Mai verschied unser lieber Kollege, der Drogist Adolf Lehmann im 42. Lebensjahr. Er hat es ab seine Pflicht angesehen, sich für die Gesamtinteressen unseres Verbandes, dem er sich besonders verbunden fühlte, jederzeit einzusetzen. Wir danken ihm für seine stets bereite Mitarbeit. drei Arbeitstagen zu opfern, um damit die Inangriffnahme eines großen Arbeitsbeschaffungsplans in Erez J i s r a e 1 zu ermöglichen. Der Ausführung dieses Beschlusses dient die Aktion „Mifdeh Zioni". Wenn auch gerade in den letzten Wochen allenthalben eine stärkere Zuversicht spürbar ist, daß der schmerzvollen Uebergangszeit in Palästina bald ein neuer Aufstieg folgen werde, so liegen die Folgen der Unruhen doch schwer auf dem Wirtschaftsleben des Landes und müssen so rasch wie möglich überwunden werden. Die normalen Eingänge des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth Lejisrael reichen für diese Zwecke nicht aus; denn Neukolonisation und Bodenerwerb dürfen nicht einen Tag aussetzen. Nachdem die Arbeiterschaft und der Mittelstand des Jischuw in Palästina durch die Aktionen „Pidjon Awodah" und „Mifdeh Esrachi" beträchtliche Anstrengungen gemacht haben, um im Wege der Selbsthilfe das wirtschaftliche Leben zu konsolidieren — jeder Arbeiter hat den Ertrag von 18 Arbeitstagen geopfert — soll der „Mifdeh Zioni" den Beweis erbringen, daß auch die Juden außerhalb Palästinas das Werk des Jischuw solidarisch unterstützen. Motorisierung fördert das Handwerk Es gibt Handwerkszweige, deren Bedeutung überall in der Weit zurückgeht, aber auch solche, die im Aufblühen und Wachsen sind. Zu den letzteren gehört vor allem das Handwerk des Autoschlossers. Die Motorisierung gibt diesem jungen Handwerkszweige in ständig steigendem Ausmaß Beschäftigung. Obwohl steh daher namentlich der jugendliche Nachwuchs des Handwerks mit Vorliebe dem Beruf des Autoschlossers zuwendet, fehlt es' in vielen Ländern an tüchtigen und erfahrenen Autoschlossern. Mit dem Tempo der Motorisierung kann die Zunahme der in dieser Branche vorhandenen leistungsfähigen Fachhandwerker vielfach nicht Schritt halten. Allerdings befassen sich auch zahlreiche Handwerker aus verwandten Berufszweigen nebenberuflich mit der Autoreparatur. Aber immer wieder zeigt sich, daß infolge der rapiden Steigerung der Anzahl der in Benutzung befindlichen Kraftfahrzeuge der Bedarf an gut ausgebildeten, geschickten Kraftfahrzeughandwerkern in vielen Lindern nicht gedeckt ist. Der Beruf des Autoschlossers stellt dah;r für diejenigen jüdischen Jugendlichen, die sich auf die Auswanderung vorbereiten, noch immer einen der aussichtsreichsten Handwerksberufe dar, der jedem, wenn er etwas Ordentliches gelernt hat und Tüchtiges zu leisten vermag, fast überall eine befriedigende Existenz gewährleistet.

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