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Der jüdische Handwerker · 1938-04-01 · 4 (4.1938) · p. Seite 9

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
30 (1938)
Issue
4 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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züglich der ersten angefangenen oder volWn 10 000,— RM des Einheitswertes geschehen. Auch für bestimmte Gruppen von Einfamilienhäusern sind niedrigere Steuermeßzahlen vorgesehen.. Für unbebaute Grundstücke gilt einheitlich die Steuermeßzahl 10 v. T. Di« Festsetzung des Steuermeßbetrages erfolgt durch das zuständige Finanzamt auf der Basis des Einheitswertbescheides. Ausgehend von diesem Steuermeßbetrage setzt dann die Gemeinde je nach der Höhe des von ihr beschlossenen Hebesatzes in einem Grundsteuerbescheide den zu zahlenden Grundsteuerbetrag fest. Die diesjährig« Veranlagung wird in der Regel nach dem Einheitswert vorgenommen, der auf den 1. Januar 1935 festgestellt ist. Es können aber auch ausnahmsweise später festgesetzte Einheitswerte zugrundegelegt werden. Im Falle einer Nachfeststellung des Einheitswertes ist dieser nachträglich festgesetzte Einheitswert der Veranlagung zugrundezulegen. Die Steuerpflicht nach dem neuen Grundsteuergesetz beginnt grundsätzlich mit dem 1. April 1938. Die Grundsteuer ist an die zuständige Gemeindesteuerkasse zu zahlen. Die Fälligkeitstermine werden in den Grundsteuerbescheiden mitgeteilt. Bei unpünktlicher Zahlung kann «in Säumniszuschlag in Höhe von 2 Prozent des rückständigen Betrages erhoben werden. Soweit die Grundsteuerbescheide für das Rechnungsjahr 1938 noch nicht im Besitz der Steuerschuldner sind, haben diese die bisherigen monatlichen oder vierteljährlichen Vorauszahlungen in der alten Höhe an den festgesetzten Terminen weiter zu entrichten. Nach Empfang des Grundsteuerbescheids erfolgt dann eine Verrechnung der bereits geleisteten Vorauszahlung. Gegen die Festsetzimg des Steuermeßbetrages kann der Steuerpflichtige Einspruch beim Finanzamt erheben. Gegen dessen Entscheidung ist Berufung an das Finanzgericht und schließlich Rechtsbeschwerde an den Reichsfinanzhof möglich. Hierbei ist aber, wie schon mitgeteilt wurde, eine Anfeoh- Aus düH Hftitdwctikct Ifcttaud tung des Einheitswertes nicht mehr zulässig. Die Rechtsmittel gegen den Einheitswertbescheid und die Fristen hierfür sind in diesem angegeben. Gegen den Grundsteuerbescheid der Gemeinde kann Einspruch beim Gemeindevorstand erhoben werden. Doch darf sich dieser Einspruch wiederum nicht gegen den Feststellungsbescheid oder gegen den Steuermeßbescheid richten. Aus Billigkeitsgründen können die Gemeinden die Grundsteuer ganz oder teilweise erlassen und ebenso auch stunden. Stauerkalender vom 20. April bis Endo Mal 1938 20. April Lohn- und Wehrsteuer der vom 1.-15. April einbehaltenen Betröge. An Finanzamt. 20. April Zweite Vorauszahlung auf Synagogensteuer. An Steuerkasse der Jüdischen Gemeinde. 5. Mal Lohn- und Wehrsteuer der vom 16.—30. April einbehaltenen Betrage. An Finanzamt. 5. Mal Zahlung von Bürgersteuern der im April einbehaltenen Beträge. An Steuerkasse. 10. Mal Fälligkeit der BOrgersteuerteilbeträge bei Monats- und Wochenlohnempfängern. Die Einbehaltung ist bei der nächstfälligen Lohn¬ bzw. Gehaltzahlung vorzunehmen. 10. Mal Bürgersteuern für alle Veranlagten. An Steuerkasse. 10. Mal Umsatzsteuern für Monats- und 'Quartalszahler. An Finanzamt. IS. Mal Gewerbesteuern. An Steuerkasse. IS. Mal Grund-u. Gebäudesteuern. An Steuerkasse. 20. Mal Lohn- und Wehrsteuer der vom 1.-15. Mai einbehaltenen Beträge. An Finanzamt. Berlin Am 16 März 1938 konnte unser altes treues Mitglied, der Klempnermeister Isaac Marcus seinen 70. Geburtstag begeben. Koll. Marcus, der seit Jahrzehnten einen bestens renommierten Betrieb für sanitäre und Heizungsanlagen in der Karlstraße unterhält und einer alten Handwerkerfamilie entstammt, ist der Typ des gediegenen Handwerksmeisters, der auf Grund seiner Fachkenntnisse und Erfahrungen beste Arbeitsleistungen gewährleistet. Mit unserer herzlichsten Gratulation zu seinem Geburtstag verbinden wir den Dank für die treue Mitgliedschaft und das große Interesse, das er unseren Bestrebungen stets entgegengebracht hat. Breslau In der Hauptversammlung der Ortsgruppe Breslau des Zentralverbandes jüdischer Handwerker wurde ein Bericht erstattet, aus dem wir die nachstehenden Ausführungen wiedergeben: __ „Auch im Jahre 1937 hat die Ortsgruppe sich bemüht, Arbeit für die Mitglieder zu beschaffen, da das ja die erste Vorbedingung für die Existenzerhaltung unserer Handwerksbetriebe ist. Ferner wurde die Förderung des Handwerker-' Nachwuchses weiterhin nach Kräften betrieben. Dazu kam die besonders oft notwendig gewordene Einzelberatung unserer Mitglieder in wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Dem „Gemeindeblatt" haben wir im Frühjahr 1937 wieder ein Handwerkerverzeichnis beigelegt, um die Anschriften unserer Mitglieder bekanntzugeben. Der Beschäftigungsgrad unserer Handwerker' entsprach vielfach, soweit private Aufträge in Betracht kommen, nicht unseren berechtigten Erwartungen und den wirtschaftlichen Notwendigketten der Handwerksbetriebe, von denen ein Teil aus diesem Grunde notleidend ist. Die Nachfrage nach Lehrstellen im Handwerk konnte auch nicht annähernd befriedigt werden, und es muH immer wieder auf die Tatsachen hingewiesen werden, daß nur der beschäftigte Handwerker Lehrstellen schaffen kann. Erfreulicherweise ist es gelungen, durch die Oesterreicher-Stiftung den Neubau zweier Wohnhäuser in der Roonslraße zu beginnen. Unseren wiederholten Anregungen zur Arbeitsbeschaffung für die jüdischen Handwerksbetriebe haben Oemeindevorstand und Repräsentanz erfreulicherweise stattgegeben, wofür wir ihnen auch bei dieser Gelegenheit unseren Dank abstatten. Dieser Dank gebührt in erster Linie unserem Vorsitzenden, Herrn Qlasermeister Hugo Spanier, und allen denen, die in den Gemeindekörperschaften den Plan fördern halfen. Die Bauten geben die Möglichkeit, einer großen Zahl von Handwerksbetrieben für einige Zeit Arbeit zu geben. Arbeitsbeschaffung und Wohnungsbeschaffung für Minderbemittelte gehen hier Hand in Hand. In den Gemeindekörperschaften sind unsere Vertreter weiter tätig gewesen, insbesondere soweit wirtschaftliche und soziale Fragen zur Diskussion standen. So ist es uns z. B. gelungen, die Auftragserteilung des Winterhilfswerkes so zu gestalten, daß sich auch eine Anzahl mittlerer und kleinerer Gewerbebetriebe an den Ausschreibungen beteiligen konnte. Von der Beratungsstelle und dem Wohlfahrtsamt sind wir in vielen Fällen zur Beratung in Handwerks- und Gewerbefragen, insbesondere soweit es sich um Existenzsicherung handelte, hinzugezogen worden. Es ist gerade auf diesem Gebiete wertvolle Arbeit geleistet worden, wir erwarten vom Oemeindevorstand, daß unsere Mitglieder und die Geschäftsführung unserer Ortsgruppe auch bezügl. der Le h r k u r8 e, die bei der Gemeinde bestehen, und der zu errichtenden Lehrwerkstätten ebenfalls herangezogen %erden. Da unser Verband sich ja mit der Berufslenkung schon seit Jahrzehnten beschäftigt und stets für eine praktische Lösung der Handwerkerausbildung sowie für eine gesündere jüdische Berufsscnichtung eingetreten ist, so harten wir es für selbstverständlich, daß die in jeder Beziehung sachverständigen Kreise bei der Lösung dieser Frage zu Mitarbeit herangeholt werden. In unseren Mitgliederversammlungen sind auch im letzten Jahre wieder aufklärende und interessante Vorträge über Berufsfragen gehalten worden, vor allem auch Referate über wirtschaftliche, sozialpolitische und andere Bestimmungen, über die unsere Mitglieder informiert sein müssen. Die Geschäftsstelle steht zur Beratung in allen diesen Fragen wie bisher gern zur Verfügung. U. a. sind im Jahre 1937 von den Herrn Louis Wölfl, Berlin, Martin Seliger, Studien' rat i. R. Dr. Willi Cohn, Frau Dr. Lydia Aschhehn und Stadtrat a. D. Georg Frey Vorträge bei uns gehalten worden. Beim Wettbewerb der Gemeinde für die Bauten Roonstraße haben von unseren Mitgliedern Koll. Moritz Hadda den 1. Preis, Koll. Walter Goldschmidt den 2. Preis und Koll. Reg. Baumeister a. D. Ehrlich einen 3. Preis erhalten. In dem neuen Arbeitsjahr, das bereits begonnen hat, wollen wir alles daran setzen, die Ausbildung unserer Jugend und den Erwerb fachlichen Wissens zum Zwecke der Auswanderung weiter zu fördern. Unserer Berliner Zentrale danken wir auch diesmal für ihre stets bereitwillige Mitarbeit und Unterstützung sowie für ihre der Allgemeinheit dienende Gesamtarbeit." Zu Beginn der Generalversammlung gedachte der Vorsitzende, Herr Glasermeister Hugo Spanier, der verstorbenen Mitglieder. Der Kassenbericht wurde von dem Kollegen Moritz Prinz erstattet. Dem Vorstand sowie der Kassen- und Geschäftsführung wurde Entlastung erteilt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde zum 1. Vorsitzenden Koll. Glasermeister Hugo Spanier, zum 2., Vorsitzenden Koll. Josef Herold wiedergewählt. Ferner snid zu Vorstandsmitgliedern die Kollegen Moritz Prinz, Oscar Unikower, Baumeister Jawitz, Fritz Fischer, Heinrich Nothmann, Walter Qarai, Georg Frey, Martha Cohn, Dr. Siegbert Unikower, Moritz Qrünberg wieder^ sowie die Kollegen

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