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Der jüdische Handwerker · 1938-04-01 · 4 (4.1938) · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
30 (1938)
Issue
4 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
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Fritz Eichwald, Eduard Isaac und Dr. Armer neugewählt. Zu' Ersatzmitgliedern wurden die Kollegen Siegbert Brandt und Julian Pasch bestimmt. Ueber die Arbeit der Jugendgruppe und über „Werbung" referierten Josef Herold und Dr. Hirschleid. An die Referate schloß sich eine rege Aussprache an. Danzlg Am 24. Februar fand im Jüdischen Club, Hansatfasse, die Jahreshauptversammlung der Vereinigung selbständiger jüdischer Danziger Gewerbetreibender statt. Nach Eröffnung der Versammlung gab der erat« Vorsitzende Herr David Jonas die Tagesordnung bekannt. Der Schriftführer, Herr Hermann Thalmann, verlas die Niederschrift der letzten Generalversammlung, die ohne Widersprach von der Versammlung genehmigt wurde. Anschließend gab Herr Thalmann einen Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen, an Ereignissen reichen Geschäftsjahr 1937. Die Fülle der geleisteten Arbeit ließ erkennen, daß der Vorstand standig bemüht war, den gestiegenen Anforderungen an die Organisation mit besten Kräften gerecht zu werden. Der Referent zeichnete ein klares Bild der derzeitigen wirtschaftlichen Lage der jüdischen Gewerbetreibenden und Handwerker und wies im besonderen auf die verantwortungsvolle und schwere Arbeit hin, die der Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Gemeinschaft mit allen hiesigen jüdischen Organisationen gegenwärtig leistet. Die Ausführungen des Referenten wurden von den Anwesenden beifällig aufgenommen.. Der Kassierer, Herr Carl Miratier, gab sodann den Kassenbericht für das Geschäftsjahr 1937. Herr Leo Czerminski, der zusammen mit Herrn Max Simeon die Kassenführung prüfte, bestätigte die Richtigkeit der Einnahmen und Ausgaben und beantragte für die ordnungsmäßige und einwandfreie Kassenführung Entlastung des Kassierers, die von der Versammlung einstimmig erteilt wurde. Herr Jonas dankte hierauf den Mitgliedern für das dem Vorstand während dessen Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr entgegengebrachte Vertrauen, legte im Namen sämtlicher Vorstandsmitglieder die Amter nieder und beauftragte daa Mitglied Herrn S. Simon, Zoppot, die Neuwahlen durchzuführen. Nach erfolgter widerspruchsloser Entlastung des Gesamtvorstandes empfahl Herr Simon dessen Wiederwahl für das neue Geschäftsjahr. Nach durchgeführter Wahl setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: Erster Vorsitzender: D a - vid Jonas, Stellvertreter: Dr. Kurt Reach, Schriftführer: Hermann Thalmann, Kassierer: Carl Mirauer, Beisitzer: Julius Lippmann, Isidor Friedeberg, stellvertretende Beisitzer: Dr. Siegfried Ruhm, Sally Gutkind und Berthold Wartski. Zu Kassenprüfern wurden die Herren Leo Czerminski und Max Simson gewählt. Der Syndikus der Vereinigung, Herr Dr. Siegfried Ruhm, nahm das Wort, um den Mitgliedern Richtlinien für die Abgabe der Steuererklärungen aufzuzeigen. Weiter gab der Syndikus erschöpfende Auskunft über Anfragen aus dem Kreise der Anwesenden. Sodann berichtete Herr Jetzierski in seiner Eigenschaft als Delegierter des Warschauer Hilfskomitees über die Arbeit der von der hiesigen Synagogen-Gemeinde eingerichteten und von ihm geleiteten Danziger „Wirtschaftshilfe". Den interessanten Ausführungen entnahmen die Anwesenden mit großer Befriedigung, daß trotz der kurzen Zeit des Bestehens dieser neuen sozialen Einrichtung schon sehr wertvolle Arbeit geleistet wurde. Zum Schluß appellierte Herr Jonas erneut ant die Mitglieder, dafür Sorge zu tragen, daß die schwer um ihre Existenz ringenden Gewerbetreibenden und Handwerker bei Vergebung von Aufträgen berücksichtigt werden, und mitzuhelfen, die Arbeitslosigkeit jüdischer Arbeitnehmer zu lindern. Essen Die Ortsgruppe Essen hielt am 21. März 1938 ihre diesjährige Generalveraammlüng ab. Eine besondere Ehrung erfuhr unser Kollege Malermeister Leopold L e v y , der in diesen Tagen auf sein 40jähriges Geschäftsbestehen zurückblicken konnte. Kollege Levy ist Mitbegründer des Vereins und hat stets ein besonderes Interesse für die Arbeit des Vereins bewiesen und sieh daa Vertrauen aller Kollegen in vorbildlicher Art erworben. Der Vorsitzende, Kollege Martin Pelz, konnte in seinem Jahresbericht feststellen, daß die Vereinstätigkeit im letzten Jahr kräftiger aufgelebt Ist. Fast regelmäßig rief der Verein seine Mitglieder zu einer Monatsversammlung zusammen, die dann stets von Referaten über aktuelle Tagesfragen mit anschließender Diskussion ausgefüllt war. Es wurde eine verstärkte Werbetätigkeit beschlossen, die erhoffen läßt, daß ein erheblicher Zuwachs an neuen Mitgliedern demnächst zu verzeichnen (ein wird. Die Kasse wurde auch im abgelaufenen Jahr vorbildlich von dem Kassierer, Architekt Finger, Ijeführt. Dementsprechend wurde ihm von der Hauptversammung Entlastung erteilt Die Neuwahl ergab die folgende Zusammensetzung des Vorstands: 1. Vorsitzender: Kollege Nathan, 2. Vorsitzenio der: Kollege Futtermann, Kassierer und Schriftführer: die Kollegen Finger und Rapp, Beisitzer: die Kollegen Pelz und Levy. Der neue Vorstand gelobte, mit besonderer Energie den Verein weiterzuführen und appellierte an die Mitarbeit aller Mitglieder. Ea wurden sodann aus dem Mitgliederkreise und von dem Syndikus eine große Anzahl positiver Vorschläge zur Belebung und Intensivierung der Vereinsarbeit und zur Einflußnahme auf die führenden Gremien der Gemeinde vorgebracht Dem scheidenden Vorsitzenden, KolL Martin Pelz, der sich um daa Ansehen des Vereins besondere Verdienste erworben hat, wurden herzliche Worte der Anerkennung gewidmet. Es wurde beschlossen, anläßlich des 10jährigen Jubiläums des Vereins in diesem Sommer bei einem gemütlichen Fest die Kollegen zu vereinen. Hannover Jahresbericht 1938. Daa verflossene Jahr bildet in der Entwicklung unserer Ortsgruppe einen Markstein. Denn die ersten 25 Jahr« waren der Aufwärtsentwicklung gewidmet; es waren verhältnismäßig leichte Jahre. Wie die kommenden Jahre sich gestalten werden, wissen wir nicht. .Es steht aber fest daß es Jahre sein werden, die den ganzen Menschen erfordern, weil unser Lebensraum eingeengt ist Viele unserer Kollegen haben uns bereits verlassen, und viele werden ihnen noch folgen. Trotzdem dürfen wir die Zuversicht und die Obersicht nicht verlieren. In Zeiten der Not brauchen wir in noch erhöhtem Maße Vertrauen zu uns selbst, Verantwortungsbewußtsein and daa Gefühl der Zusammengehörigkeit, Es ist leicht, in Zeiten, in denen es einem gut geht, seinen Idealen und sich selbst treu zu bleiben. Erst in einer Zeit, die von dem Menschen seine ganze Person, sein ganzes Denken und Einsatzkraft verlangt, zeigt sich die wahre Hingabe an eine Idee oder Sache. Darum treten wir in das zweite Vierteljahrhundert mit dem Vorsatz ein, unserer Arbelt und uns selbst treu zu bleiben. Unser besonderes Augenmerk müssen wir der schulentlassenen Jugend widmen. Die Unterbringung von Lehrlingen stößt heute auf größte Schwierigkeiten. Wer einen Lehrling einstellen kann, hat auch die Verpflichtung, einem jungen Menschen eine Möglichkeit der Ausbildung zu geben. Der von unserer Ortsgruppe eingerichtete Buchführungskursus für die jüdischen Handwerker im Kammerbezirk Hannover hat den Kollegen wertvolle Anregungen gegeben. Die Wege, die ihnen dort aufgewiesen wurden, werden ihnen in ihrer Buchführung nützliche Dienste leisten können. Es ist eine durchaus irrige Auffassung, wenn bei vielen Menschen die Vorstellung herrscht, daß die Buchführung nur für das Finanzamt da sei. Eine ordnungsmäßige Buchführung hat in erster Reihe den Zweck, dem Gewerbetreibenden selbst einmal zu zeigen, wie er geschäftlich steht. Einen herben Verlust hat unser Verein dadurch erlitten, daß unser Willi Simon von uns gegangen ist 25 Jahre hat er dem Verein und 15 Jahre dem Vorstand angehört Simon ist kein Mann des Wortes gewesen, dafür aber ein Mann der Tat. Er ist treu und bescheiden seinen Weg geangen, ein echter Handwerksmeister, der in seiner Hände Areit die Krönung seines Lebens erblickte. Er wird in unseren Reihen nicht vergessen werden. Unser Kollege Leo Nussbaum konnte nicht allein die Silberhochzeit begehen, sondern auch die Verlobung seiner Tochter Marge.' Kollege Julius Blumenfcld feierte ebenfalls seine Silberhochzeit Kollege Bernhard Waaserhard beging seinen 50. Geburtstag, und der Kollege Robert konnte das 40jährige Bestehen seiner Firma feiern. Wir haben allen Genannten unsere herzlichsten Glückwünsche ausgedrückt Unsere Lehrlinge haben wir, wie alljährlich, zu Chanukab beschenkt. Es fanden im letzten Jahre statt: 1 Generalversammlung und 1 Mitgliederversammlung. Die Versammlungen waren durchweg gut besucht. Mit dem Verbände stehen wir in allerengster Beziehung, das haben die Kollegen auch anläßlich unseres Jubiläums erfahren. Die Verbandszeitschrift steht auf einer sehr beachtlichen Höhe, und ich kann allen Kollegen nur raten, sie mit Fleiß zu studieren. Allen Kollegen, die bemüht waren, den Verein vorwärts zu bringen und die sich an den Arbeiten des Vereins beteiligt haben, vor allem den Vorstandsmitgliedern, sei herzlichst gedankt Und nun auf zu neuer Arbeit und neuem Schaffen! Köln Am 9. April vollendete Bildhauermeister Kollege G e z a Schwarcz seinen 60. Geburtstag. Gleichzeitig konnte Kollege Schwäroz vor einigen Tagen auf ein 30jähriges Geschäftsjubiläum zurückblicken. Als tüchtiger Bildhauer ist Kollege Schwarcz nicht nur im Kölner Bezirk bekannt, sondern man schätzt seine Arbeiten in ganz Westdeutschland. Als langjähriges Mitglied unseres Vereins ist er im Kreise seiner Kollegen sehr geachtet und beliebt. Wir hoffen, daß Kollege Schwarcz seiner Familie und uns im Vollbesitz seiner Gesundheit noch sehr lange erhalten bleibt b

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