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Der jüdische Handwerker · 1938-01-01 · 1 (1.1938) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
30 (1938)
Issue
1 (1.1938)
Date
1938-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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\ Schlächtermeister Julius Blumenfeld, Klempnermeister Willy Hirschhahn, der frühere Schneidermeister Sam. Kleiner, Malermeister Louis Rosenbaum und Mechanikermeister Eduard Sommerfeld; nicht zuletzt aber Kommerzienrat Josef Berliner, der dem Verein als führendes -Mitglied mit Rat und Tat jederzeit zur Seite stand. Viele gute Freunde und Mitarbeiter haben im Laufe der Jahre den Kreis verlassen. Männer mit warmfühlenden Herzen für unsere gerechte Forderung und unsere Sache. Ihrer sei in tiefer Dankbarkeit und Verehrung gedacht. Nicht immer leicht war es, den Kollegen klarzumachen, daß den beanspruchten Rechten auch Pflichten gegenüberstehen. Bald machte sich unser Bemühen um Existenzberechtigung geltend. Gemeinde und jüdische Institutionen erkannten unsere Forderungen ab berechtigt an und waren ernstlich bemüht, diesen Rechnung zu tragen. So haben wir im Vertrauen auf unsere gute Sache gekämpft Möge sich unsere Arbeit auch in der Zukunft erfolgreich erweisen. Möge die Zukunft im Zeichen des gegenseitigen Verstehen und der Zusammenarbeit stehen. 25 Jahre im Dienste jüdischer Gemeinschaftsarbeit Gleichzeitig mit dem Jubiläum unseres Han- Zielbewußt tritt unser Freund Ooldmann für noveraner Brudervereins begeht der Mitbegründer, Bja_sjajaMHHjs| seine Standesgenossen ein. Mit lebendiger Klarunser Freund Paul Ooldmann, das 25jährige I H heit zeigt er die inneren Zusammenhänge auf, Jubiläum als Vorsitzender dieses Vereins. I die nicht durch falsche Ideologien zerstört wer- Ein seltener Tag in einer für uns bewegten I I den dürfen. Durch die Kunst seiner fesselnden Zeit — ein Tag, der uns, seine Freunde, mit I I Rede, diemit jugendlicher Kraft auch zugleich innerer Genugtuung und Freude erfüllt. Ein Mann I I zur Jugend spricht, horcht die jüdische Oeffentsteht vor uns, der eine Generation zu einer neuen I I lichkeit auf, und — er überzeugt. Kann es für und doch so uralten Anschauung zwingen wollte. I I einen von tiefen Idealen erfüllten Menschen etwas Einer alten ehrenhaften Handwerkerfamilie ent- I I Glückhafteres geben als andere zu überzeugen? stammend, war er einer der Berufensten, Achtung I Ueberzeugen heißt glauben, und glauben und Anerkennung vor der jüdischen Öffentlich- . I heißt stark sein, keit für den Handwerkerstand zu fordern. Er H Diese Stärke möge auch unserem Freund Paul hatte ein Recht zu fordern, weil sich in ihm die I I Ooldmann noch lange beschieden sein, nicht nur beste Tradition des Handwerkers und eines tief- H ^^^^fl I in den so spärlich gewordenen Tagen der Sorgreligiösen Menschen verkörperte. Er hatte ein I I losigkeit, sondern auch in den Tagen, in denen Recht zu fordern, weil er Tradition nicht nur ^fl I er und seine liebe Oattin um das .Wi '' im Familienkreise sinnvoll zu gestalten wußte, I Glück ihrer fernweilenden Kinder beten. et ' Recht zu fordern, weil er Tradition nicht nur ^fl I er und seine liebe Oattin um das .Wohl und im Familienkreise sinnvoll zu gestalten wußte, I Glück ihrer fernweilenden Kinder beten. , sondern «& auch verstand, durch ikn Reichtum H W'r' scinc Frelln<ie. aDer danken ihm an seinem seines Wissens seine untadlige Oesinnung un- M~ Ehrentage tur die treue Kameradschaft, ttie—m zählige Menschen in seinen Bann zu ziehen. Notzeiten ihre Krönung findet. L. W. Die Jahresschlußbilanz des Gewerbetreibenden Unter Bilanz versteht man eine Gegenüberstellung der Aktiven und Passiven eines gewerblichen Unternehmens. Außer den Aktiven und den Schulden hat eine Bilanz auch noch einen dritten Bestandteil, der den Unterschied zwischen den Aktiven und den Schulden angibt, also einen Ausgleich zwischen beiden herstellt. Er zeigt den Ueberschuß der Aktiven über die Schulden oder umgekehrt den der Schulden über die Aktiven an. Eine Bilanz aufstellen bedeutet also eine Rechnungslegung über den Erfolg oder Mißerfolg des gewerblichen Unternehmens. Die Bilanzabschlüsse zweier Jahre ermöglichen außerdem eine Feststellung, ob das Vermögen des Betriebs sich vermehrt oder vermindert hat, ob also ein Geschäftsgewinn oder Gescnäftsvfrlust erzielt worden ist. Die Aufstellung einer Jahresbilanz wird im § 39 des Handelsgesetzbuchs jedem zur Führung von Büchern verpflichteten Kaufmann vorgeschrieben. In diesem Paragraphen wird nämlich bestimm», daß jeder Vollkaufmann für den Schluß eines jeden Geschäftsjahres eine Inventur und eine Bilanz aufzustellen hat. Die Inventaraufnahme braucht in Ausnahmefällen, d. h. wenn nach der Beschaffenheit des Geschäfts die Aufnahme der Inventur füglich nicht in jedem Jahre geschehen kann, nur alle zwei Jahre vorgenommen zu werden. Hierdurch wird aber die Verpflichtung zur jährlichen Aufstellung einer Bilanz nicht berührt. Die Inventur schafft die wichtigste Grundlage für die Jahresbilanz. Sie enthält ein Verzeichnis der Vermögensbestandteile des Betriebes. Diese sollen in der Inventuraufstellung einzeln nach Gattung, Menge; Preis usw. aufgeführt werden. Die Jahresbilanz stellt gewissermaßen den Abschluß der Buchführung während des Geschäftsjahres dar. Sie soll alle Aktiven und Passiven in summarischer und übersichtlicher Weise kontenmäßig einander gegenüberstellen. Bilanz und Inventur müssen, wie im § 41 des Handelsgesetzbuches ausdrücklich vorgeschrieben ist, von dem Kaufmann, der sie angefertigt hat, zur Bestätigung ihrer Richtigkeit unterzeichnet werden. Sind mehrere Oeselischafter in einem gewerblichen Betriebe vorhanden, so haben sie alle zu unterzeichnen. Das - wichtigste Erfordernis einer Bilanz ist außer der Klarheit und Uebersichtlichkeit die Wahrheit innerhalb der von dem Oesetz bestimmten Grenzen. Dazu gehört, daß alles, was einen Vermögenswert hat und zu dem Betriebe gehört, auch in der. Bilanz erscheint. Eine absolute Bilanzwahrheit gibt es freilich nicht. Denn die Zahlen der Bilanz hängen stets von der Bewertung der Aktiven und Passiven ab. Diese aber ist oft schwierig und von der persönlichen Auffassung des Gewerbetreibenden abhängig. Am leichtesten von allen Posten der Bilanz läßt sich noch der Kassenbestand feststellen, der am Bilanzstichtage vorhanden ist. Denn er wird in Geldbeträgen bemessen und ist daher leicht nachprüfbar. Wertpapiere, die zum Betriebsvermögen gehören, werden gewöhnlich auf Grund des .Kurszettels bewertet. Aber die Kurse unterliegen der Veränderung, und es ist keineswegs sicher, daß bei einem Verkauf der Wertpapiere wirklich die der Bilanz zugrunde gelegten Kurse erzielt werden. Schon hier ist also eine vorsichtige Bewertung notwendig. Weit schwieriger ist es, die Außenstände zu bewerten, obwohl auch sie nach Mark und Pfennig berechenbar sind. Man weiß jedoch nicht, ob sie in voller Höhe eingehen werden. Daher ist es üblich, auf dem Posten Außenstände angemessene Abzüge und Rückstellungen vorzunehmen. Die Bemessung dieser Abzüge zum Ausgleich möglicher Verluste ist eine oft nicht leichte Aufgabe. Er- scheinen Forderungen schon am Bilanzstichtage als zweifelhaft, so wird man sie nur mit ihrem wahrscheinlichen Werte in der Bilanz ansetzen können. Sind sie als uneinbringlich zu betrachten, so wird man sie ganz abschreiben. Aber auch bei gewissenhaftester Prüfung und vorsichtigster Bilanzierung werden Enttäuschungen beim Einziehen von Außenständen nicht immer vermieden werden können, denn auch die besten und scheinbar sichersten Schuldner erweisen sich bisweilen als zahlungsunfähig. Um den wahren Wert der Waren festzustellen, wird eine Inventur aufgestellt. Man kann ihr den Anschaffungspreis oder auch den Tageswert der Waren zugrundelegen. Zur Bewertung von gebrauchten Maschinen wird man in manchen Fällen ein Urteil eines Sachverständigen einholen müssen. In jedem Falle wird aber oft nur ein Schätzungswert festgestellt werflen können. Es kommt lediglich darauf an. daß diese Schätzung mit Vorsicht und Gewissenhaftigkeit erfolgt ist. Daher ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn, namentlich in kleineren Betrieben, Warengruppen zusammenfassend bewertet, oder wenn bei Oegenständen von geringerem Wert Pauschalschätzungen vorgenommen werden. Wertvolle Aktiven müssen freilich stets einzeln aufgeführt werden. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensbestandteile ist der niedrigste der m Betracht kommenden Werte oft zu bevorzugen, denn er wird meist arm besten den Erfordernissen einer vorsichtigen Bilanzierung' M » - KUHFÜRSTENDAMM III Maaa^^"' f 4 / S%T%S j JL ^2 * Js FRIEDRICHSTRASSE IM ^resuLQ/nA\jux&l~£& T^rffclv •"■"»«>•"*»««• M M ~ —--"^^^ m — ^^^rv wilmersdorfer str. ij7 SCHÖNHAUSER ALLEE 113 3

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