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Der jüdische Handwerker · 1937-07-01 · 7 (7.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
29 (1937)
Issue
7 (7.1937)
Date
1937-07-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Weisung zu erlangen. Liegt ein Härtefall vor, so kann entweder die Zahlung aus eigenem inländischen Vermögen de* Antragstellers (Sperrguthaben, die dem Inhaber von ihrer Entstehung an gehört haben) oder durch Inländer (also Angehörige, Verwandte und Bekannte) zu Gunsten des Anragst ellers genehmigt werden. Soweit Inländer mit Genehmigung der Devisenstelle hiernach Beiträge für Ausgewanderte entrichten ohne die Absicht zu haben, dieses schenkweise zu tun, würden diese Inländer gegen den Ausgewanderten fr eine Forderung auf Erstattung der Beiträge haben. Durch eine ausdrückliche Vorschrift brauchen aber diese Erstattungsforderungen nichst der Reichsbank angeboten zu werden. Eine Verfugung über dieselben (also z.-B. ein Erlaß oder eine Ermäßigung) darf nur mit Zustimmung der Devisenstelle vorgenommen werden. Dr Heinz Cohn Devisenberater für jüdische Auswanderer (Berlin W50) Die Aufstellung der Jahresschlußbilanz Die Aufzeichnung der Betriebseröffnungsbilanz und der Betriebsvorgänge ist in Nr. 6 behandelt worden. Die Jahresschlußbilanz ist weiter nichts als eine Zusammenfassung der fortlaufenden Aufzeichnungen und die Auswertung derselben. Wie gelangt man nun zur Jahresschlußbilanz und zu einer das Oesamtjahr umfassenden Gewinn- und Verlust-Rechnung? Man nimmt zu diesem Zweck einen sogenannten Journalbogen, wie er in jedem Papiergeschäft zu haben ist, mit so vielen Doppelspanen wie man Konten hat Die Doppelspalten enthaften den Vordruck „Debet und Credit" oder „Soll und Haben". Die Kontenbezeichnungen muß man selbst ausfüllen. Es sind dies: 1. Kassakonto, 2. Inventarkonto, langlebig, 3. Inventarkonto kurzlebig, 4. Kundenkonto, 5. Warenkonto, 6. Arbeitslohnkonto, 7. Unkostenkonto, 8. Privatentnahmen, 9. Lieferantenkonto, 10. Dtrlehnskonto, 11. Betriebsvermögenskonto. In die erste Querlinie setzt man die Beträge der Eröffnungsbilanz, und zwar die Besitzbeträge in die Debet oder Soüspalte, die Schulden in die Credit- oder Habenspalte. Zu beachten ist die Position „Betriebsvermögen". Es ist nicht leicht zu begreifen, daß das Qeld, das man ht sein Geschäft als Betriebskapital hineinbringt, und das man durch sparsames Wirtschaften erwirbt, auf die Schuldseite zu buchen ist Was einem gehört, kann doch keine Schuld sein? Wenn man es sich aber richtig klar macht, wird man doch einsehen, weshalb der Posten „Betriebsvermögen" auf die Schuldnerseite gehört Es eröffnet jemand ein Geschäft. Dazu gehört ein gewisses Kapital — sagen wir RM 2000.— das er in die Kasse legt. Er ist wohl Eigentümer dieser RM 2000.— aber sie sind nicht mehr in seinem Besitz. Besitzer ist die Kasse. Die Kasse ist aber wohl Besitzer dieser 2000 RM, sie sind aber nicht ihr Eigentum, sondern Eigentum desjenigen, der sie ihr gegeben Rat. Das bedeutet: die Kasse oder der Betrieb schuldet das Geld dem Betriebsinhaber, der in seinem eigenen Geschäfte einen Mann darstellt, der eine Forderung an den Betrieb hat. Das Betriebskapital gehört deshalb auf die Schuldenselte. In die folgenden Querlinien werden monatsweise die Schlußsummen aus dem Kontobuch, dem Wareneingangs¬ und Warenausgangsbuch übertragen. In das Kassakonto: auf die Sollseite alle Eingänge ohne den Anfangsbestand, auf die Habenseite alle Ausgänge ohne den Endbestand. In das Warenkonto: auf die Sollseite alle Wareneingänge laut Wareneingangsbuch, auf die Habenseite alle Verkäufe d. h. die Barlosungen und die Warenausgänge laut Warenausgangsbuch. In das LIeferantenkonto : auf die Sollseite alle geleisteten Zahlungen, auf die Habenseite alle Lieferungen laut Wareneingangsbuch. In das Kundenkonto: auf die Sollseite alle Verkäufe laut Wareneingangsbuch, auf die Habenseite alle Zahlungen der Kunden. In die Inventarkonten: alle Anschaffungen, getrennt nach langlebigen und kurzlebigen Wirtschaftsgütern. In das Darlehnskonto: auf die Sollseite alle Rückzahlungen, auf die Habenseitc aufgenommene Darlehen. In das Betriebsvermögenskonto: auf die Sollseite etwaige Verluste, auf die Habenseite Bestände, Oewinne oder Einzahlungen. In die Konten „Arbeitslöhne, Unkosten, Privatentnahmen1' auf die Sollseite sämtliche Aufwendungen; auf die Habenseite die allerdings sehr selten vorkommenden Vergütungen. Am Jahresschlüsse ist eine Warenbestandsaufnahme zu machen. Die einzelnen Konten sind zu addieren, der Unterschiedsbetrag (Saldo) zwischen Soll und Haben ist zu ziehen und daraus die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nach untenstehendem Schema zu entwickeln. Zur Kontrolle stellt man fest, ob der tatsächliche Kassenbestand mit dem buchmäßigen übereinstimmt, macht namentliche Aufstellungen über Außenstände und Schulden, die mit den buchmäßigen übereinstimmen müssen. Bei Nichtsthnmen sind Buchungs- und Rechenfehler zu suchen. Zur Aufstellung der Gewinn -und Verlustrechnung muß aus dem Warenkonto der Ertrag ermittelt werden. Das geschieht in der Webe, wie das untenstehende Beispiel zogt Der Bruttoertrag abzüglich der Arbeitslöhne, der Unkosten und Privatentnanmen, ergibt den Reingewinn, der mit dem Unterschiedsbetrag der Vermögensaufstellung übereinstimmen muß. Den steuerpflichtigen Oewinn erhält man, indem man zu dem ermittelten Reingewinn die Privatentnahmen hinzusetzt. Entwicklung einer Jahresschluß- und Gewinn- und Verlustrechnung. Art der Konten Unterschiedsbetrag (Saldo) Bilans Gewinn- und Verlustrechnung Debet Credit Debet Credit Aufwendung Erträge Kundenkonto ...... (Annen stände) Arbeitslöhne....... Unkosten ........ Lieferanten 1129 1000 400 1703 3300 3500 - 10000 1131 - 1139 900 1 1500 3000 - 1131 Ab- (100 taT 399 gen (303 3300 3500 5000 - 13000 ' — (Schulden) Darlehnskonto...... Betriebsvermögen .... Privatentnahme..... 5000 - 800 3000 - 800 3000 599 - 599 14931 - 14931 — 5530 — 5530 12000 — 13000 —

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