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Der jüdische Handwerker · 1937-05-01 · 5 (5.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
29 (1937)
Issue
5 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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schlechterung der finanziellen Lage zahlreicher jüdischer Gemeinden vermindert bei diesen die Bereitschaft, auf die Zahlung der Beerdigungsgebühren zu verzichten. Sowohl die Gemeinden wie ihre Mitglieder haben also ein dringendes Interesse daran, daß eine Einrichtung aufrecht erhalten wird, die bei geringsten monatlichen Zahlungen die Sicherheit für die Leistung der Beerdigungsgebühren übernimmt. ' Einzelne Erfahrungen in besonders gelagerten Fällen zeigen, wie bedeutungsvoll die Mitgliedschalt bei der „Hilfe" ist. Der Geschäftsbericht für aas Jahr 1936 zeigt, daß die „Hilfe" ungeachtet der Schwierigkeiten, die unleugbar vorhanden sind, ihren Aktionsradius ausdehnt. Sie verfügt gegenwärtig über mehr als 9100 Mitglieder. Das ist gewiß eine sehr erhebliche Zahl. Ihre Steigerung bis zur Erreichung der möglichen Höchstgrenze ist notwendig, aber auch möglich. Die Ereichung dieses Zieles hängt von der Einsicht der beteiligten jüdischen Kreise ab. Es darf nicht Ubersehen werden, daß die vielfachen Möglichkeiten, die früher die jüdischen Wohlfahrtsämter gewähren konnten, eine sehr wesentliche Verkleinerung erfahnen haben. So sehr die jüdische Gemeinschaft bemüht ist, alle ihre Glieder sozial zu stützen, der beste Weg der Sicherung ist doch die Selbsthilfe. Handwerkliche Ausbildung für Palästina „Alle Berufe sind unfruchtbar, wenn sie von unerfahrenen Händen ausgeübt werden. Paolo Mantegazza. Nach den neuesten Feststellungen Dr. Arthur Ruppins sind in den letzten Jahren 36000 Juden aus Deutschland nach Palästina ausgewandert. Da insgesamt wohl rund 100-000 bisher in Deutschland ansässige Juden ausgewandert sind, ist Palästina als Ziel der jüdischen Auswanderung aus Deutschland zweifellos von außerordentlich großer Bedeutung. Nach Ruppins Bericht sind ferner von den aus Deutschland nach Palästina eingewanderten Juden 8000 m der Landwirtschaft beschäftigt. Auch wenn man hierzu noch die 1500 aus Deutschland stammenden Jugendlichen hinzurechnet, die in Palästina für die Landwirtschaft ausgebildet werden, zeigt sich deutlich, daß sich nur eine Minderheit der aus Deutschland gekommenen Juden in Palästina der Landwirtschaft widmet. Das ist in Anbetracht der bisherigen Berufstätigkeit und Berufstradition der in Deutschland lebenden Juden nicht anders zu erwarten. Auch in Zukunft wird nur ein Teil der nach Palästina auswandernden Juden, auch der heranwachsenden Jugend, der landwirtschaftlichen Berufstätigkeit zugeführt werden. Palästina ist heute nicht mehr ausschließlich Agrarland. Es sind dort auch für andere Berufe Betätigungsmöglichkeiten genug vorhanden, vorausgesetzt, daß diese Berufe erstens entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes richtig ausgewählt, und daß sie zweitens gründlich erlernt sind und sachkundig ausgeübt werden. Neben der Landwirtschaft kommen für ein Land wie Palästina vor allem die meisten Handwerks berufe in Frage. Der jüdische Jugendliche, der nach Palästina auswandern und daher einen geeigneten Beruf erlernen will, mit dem er sich künftig In Palästina ernähren kann, wird, wenn er aus irgendwelchen Gründen nicht Landwirt werden kann oder will, prüfen müssen, für welchen handwerklichen Beruf er sich eignet. Und er wird dann gut tun, diesen Handwerksberuf so sorgsam und so gründlich wie möglich in Deutschland zu erlernen, bevor er auswandert. Denn die in Deutschland genossene gründliche handwerkliche Ausbitdung wird überall in der Welt, auch in Palästina hochgeschätzt und gibt dem, der sich durch diese Ausbildung die nötige Uebung und Leistungsfähigkeit in seinem Handwerk erworben hat, eine gute, sichere Existenzgrundlage. Wir denken hierbei freilich, wie ausdrücklich betont sei, nicht an die sogenannte handwerkliche Umschichtung, deren Mangel sich auch in Palästina häufig erwiesen haben. Als tragfähige Erwerbsgrundlage kommt gerade auch für Palästina nur eine ordnungsmäßige drei- bis vierjährige Ausbildung In einem handwerklichen Berufe in Betracht. Welche handwerklichen Berufe sind nun als duhoste Vorbereitung für die Auswanderung nach Palästina anzusehen1, welche gewährleisten die besten Aussichten für ein berufliches Fortkommen, und welche sind insbesondere in Palästina noch nicht genügend vertreten? Die so oft an uns gestellte Frage soll hier in aller Kürze beantwortet werden. Die heutige wirtschaftliche Entwicklung Palästinas schafft vor allem für zwei große Gruppen von rlandwerkszwcigen ein breites Feld der Betätigung: für die Bauberufe und alle ihre Hilfsgewerbe sowie für die der Bedarfsbefriedigung der Landwirtschaft dienenden handwerklichen Berufe. Der Aufbau der palästinensischen Wirtschaft durch die einwandernden Juden erfordert, unabhängig von allen konjunkturellen Schwankungen, eine umfangreiche Bautätigkeit. Diese aber gewährleistet stets eine lebhafte Nachfrage nach gelernten leistungsfähigen Maurern, nach Betonarbeitern, Zimmerleuteu, Fliesenlegern usw. Hierzu kommen dann die mit der Bautätigkeit eng zusammenhängenden Metall- und Eisenberufe. Jüdische Schmiede, tüchtige Bauschlosser, Autogenschweißer usw. sind stets gesucht und finden daher schnell Erwerbsmöglichkeilen. Für Installateure sind die Berufsaussichten schon weniger günstig. Als überfüllt muß unter den Bauberufen deroes Dachdeckers angesehen werden. Redeutend ist ferner der Kreis handwerklicher Berufe, die für den unmittelbaren Bedarf der Landwirtschaft tätig sind. Stellmacher, Schmiede. Motorenschlosser, die Reparaturen an landwirtschaftlichen Motoren vornehmen können, Sattler usw. finden auf dem Lande leicht ihren Erwerb. Hier ist freilich eine ausreichende Vielseitigkeit der Ausbildung nötig, weil ja in einem Dorfe oder in einer landwirtschaftlichen Kolonie nicht für jeden Berufszweig ein Spezialist vorhanden sein kann. Ein drittes wichtiges Feld für den gelernten jüdischen Handwerker bildet die Tätigkeit in der palästinensischen I n - dustrie - Wenn diese auch noch jung ist, so sind ihre Ausdehnungs- und Entwicklungsmöglichkeiten recht groß. Gesucht werden hier gelernte Handwerker und Industriearbeiter. Gewarnt werden muß aber vor dem Glauben, daß in einer jungen, noch in der Entwicklung befindlichen Industrie wie der Palästinas auch für minderwertige Qualität der Arbeit Raum sei. Es wird dort auf allen Gebieten gute Qualitätsarbeit verlangt, und die Gewöhnung an deutsche Präzisionsarbeit ist daher für die künftige Handwerkliche Berufstätigkeit in Palästina als ein wertvolles Plus anzusehen. Die Qualität der Leistung ist für den jungen Handwerker, der sich für das Leben in Palästina vorbereiten will; auch dann von Bedeutung, wenn er etwa einen Beruf erwählt hat, der in Palästina zu den überfüllten gezählt wird. Als solche Handwerkszweige gelten insbesondere die des Schneiders, des Uhrmachers, des Optikers usw. Aber man sagt wohl nicht mit Unrecht, daß an erstklassigen Arbeitern und Handwerkern auch in diesen Berufen .kein Ueberfluß ist. Wer daher eine besondere Befähigung für einen dieser Handwerkszweige mit sich bringt und sich in ihm überdurchschnittliche Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen in der Lage ist, braucht sich durch die oft behauptete Ueberfüllung nicht abschrecken zu lassen. Ein wirklich erstklassiger Herrenschneider z. B. wird auch in Palästina noch ausreichenden oder sogar guten Absatz finden, da die Ansprüche auf diesem Oebiet wie auf anderen heute hier teilweise keineswegs geringer als in Europa oder Amerika sind. Die beste Vorbereitung für Palästina ist also eine möglichst gründliche Berufsausbildung, wenn nicht auf landwirtschaftlichem, so auf handwerklichem Oebiet. Di: Auswahl des Handwerksberufs hängt in erster Linie van der Eignung und Neigung des jugendlichen Berufsanwärters ab. Die Antwort auf die Frage nach dem für Palästina geeignetsten und aussichtsvollstem Handwerksberuf läßt sich am besten in einer Umkehrung des oben zitierten Wortes von Mantegazza zusammenfassen: Jeder Handwerksberuf wird in Palästina fruchtbar werden, wenn er von tüchtigen Händen nach gründlichster Ausbildung ausgeübt wird. Steuerkalender vom 20. Mai bis End« Juni 1937 20. Mal Abführung der einbehaltenen Lohnsteuer für die Zeit vom 1. —15. Mai. An Finanzamt. 20. Mal Abführung der einbehaltenen Bürgersteuer für die Zeit vom 1. — 15. Mai. An Steuerkasse. 5. Juni Abführung der einbehaltenen Lohnsteuer für die Zelt vom 16. - 31. Mai. An Finanzamt. 5. Juni Abführung der einbehaltenen Bürgersteuern für die Zelt vom 16. - 31. Mal. An Steuerkasse. 10. Juni Umsatzsteuern. An Finanzamt. 10. Juni Einkommensteuern. An Finanzamt. IS. Juni Lohnsummensteuer. An Steuerkaue. 15. Juni Grund- und Gebäudesteuern. An Steuerkasse 20. Juni Abführung der einbehaltenen Lohnsteuer für die Zeit vom 1.—15. Mal. An Finanzamt. 20. Juni Abführung der einbehaltenen Bürgersteuern für die Zelt vom 1.-15. Mai. An Steuerkasse.

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