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Der jüdische Handwerker · 1937-04-01 · 4 (4.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
29 (1937)
Issue
4 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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2 Prozent, also unbedeutend höher als in dem entsprechenden Zeitabschnitt de« Vorjahrs. Der Handelsaustausch unter den europäischen Ländern stagniert fast völlig und ist sogar teilweise noch zurückgegangen. Nur in Jen überseeischen Ländern ist eine nennenswerte Steigerung der Außenhandelsumsätze festzustellen. Während sich die wertmäßigen Umsatzziffern des gesamten europäischen Außenhandels seit dem Vorjahr nur um 2,5 Prozent erhöht haben, sind die der überseeischen Linder um 11 Prozent gestiegen. Der Stillstand in der Entwicklung des europäischen Außenhandels, der in scharfem Gegensatz zu der starken Steigerung der Güterproduktion und des Binnenhandels in den meisten Ländern steht, wird u. a. auf die Nachwirkungen der gegen Italien ergriffenen Sanktionen, auf den spanischen Bürgerkrieg sowie auf die Währungsabwertungen, durch die die Kaufkraft vieler europäischer Länder geschwächt worden ist, zurückgeführt. Auch die starke Minderung der Warenbezüge Sowjetrußlands, die durch den schlechten Ernteausfall in diesem Lande verursacht wurde, wirkte in gleicher Richtung. Dagegen weist die Einfuhr der meisten außereuropäischen Länder eine erhebliche Zunahme auf. Besonders groß waren die Einfuhrsteigerungen in den Vereinigten Staaten, ferner m Kanada, China, Manchukuo und Neuseeland. Die vorliegenden Außenhandelsberichte zeigen ganz unzweideutig, daß sich der zwischenstaatliche Handel in den überseeischen Lindem sehr viel günstiger als innerhalb Europas entwickelt hat. Neugliederung der Fachgruppen des Einzelhandels Der Reichswirtschaftsminister hat auf Vorschlag der Wirtschaftsgruppe „Einzelhandel" und nach Anhörung des Leiters der Reichsgruppe „Handel" zum Zwecke der Organisationsvereinfachung Zusammenlegungen von Fachgruppen in der Wirtschaftsgruppe „Einzelhandel" angeordnet. Mit Wirkung vom 1. Apnl tritt folgende neue Fachgruppengliederung in Kraft: 1. Fachgruppe „Nahrungs- und Genußmittel" una „Roheis"; 2. Fachgruppe „Tabak"; 3. Fachgruppe „Bekleidung, Textil und Leder" aus den bisherigen Fachgruppen yTextil-tinzelhandel", „SchuhrEinzelhandel", „Leder und Schuhbedarfsartikel", „Sport- und Jagdartikel" (soweit Sportartikel); 4. Fachgruppe „Raumgestaltung und Musik" aius den bisherigen Fachgruppen „Möbel", „Tapeten und Linoleum", „Musik"; 5. Fachgruppe „Eisenwaren, Elektro- und Hausgerät" aus den bisherigen Fachgruppen „Eisen-, Stahl- und Metallwaren, Hausrat", „Glas- und Porzellanwaren", „Be- „Oesundheits- und Körperpflege; chemische, optische und chirurgische Artikel"; 7. Fachgruppe „Kraftfahrzeuge, Treibstoff, Garagen" aus den bisherigen Fachgruppen „Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugbedarf", „Garagen und Tankstellenbetriebe"; 8. Fachgruppe „Maschinen" aus den bisherigen Fachgruppen „Landmaschinenhandel", „Nähmaschinenhandel", „Fahrräder", „Büromaschinen und Organisationsmittel"; Q. Fachgruppe „Kohlen"; 10. Fachgruppe „Kunstgewerbe, Papier- und Spielwaren" aus den bisherigen Fachgruppen „Papier, Schreibwaren, Bürobedarf", „Spielzeug, Korbwaren, Kinderwagen", „Leder-, Galanteriewaren, Kunstgewerbe", „Briefmarken". Außerdem bleiben zunächst als Fachgruppen bestehen: 11. Fachgruppe „Rundfunk" und 12. Fachgruppe „'Juwelen, Gold- und Silberwaren, Uhren". Hierzu treten noch zwei selbständige Fachabteihingen: „Zoologische Artikel, lebende Tiere" und „Bestattungswesen". Die drei Zweckvereinigungen „Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte", „Filialbetriebe", „Versandgeschäfte" sowie die Zweckgemeln- „Althandel" werden unverändert beibehalten.- Das Einzelhandelsschutzgesetz In der Praxis In Berlin sind im vierten Vierteljahr 1936 insgesamt 1519 Genehmigungsverfahren auf Grund des Einzelhandelsschutzgesetzes bearbeitet worden. Das sind 83 weniger als im vorangegangenen Vierteljahr und 347 weniger als im letzten •Vierteljahr 1935. Das Einzelhandelsschutzgesetz hat algu auch. weiterhin., zu. einer beträchtlichen Verminderung der Anträge auf Errichtung einer ' Einzelhandels-Verkaufsstelle geführt, da diejenigen, deren Antrag nach den gesetzlichen Bestimmungen aussichtslos erschien, teilweise überhaupt keinen Antrag gestellt haben. Von den 1519 bearbeiteten Anträgen wurden 503 oder etwa ein Drittel abgelehnt und 1016 genehmigt. In 26 Fällen hat der Polizeipräsident noch nachträglich abgelehnte Anträge genehmigt. In 13 Fällen hat der Polizeipräsident dem "Ersuchen um Schließung einer Verkaufsstelle stattgegeben. Der palästinensische Außenhandel ' Aus der kürzlich veröffentlichten palästinensischen Außenhandels-Statistik ist zu ersehen, daß der auswärtige Handel Palästinas im letzten Jahre auf der Einfuhrwie auf der Ausfuhr-Seite zurückgegangen ist. Die Wareneinfuhr verminderte sich von 17,85 auf 13,98 Millionen Pfund, die Warenausfuhr von 4,22 auf 3,63 Millionen Pfund.- Die Ursachen dieses Rückganges sind bekannt. Doch ist die Verminderung der Einfuhr wohl auch teilweise auf die zunehmende Selbstversorgung und die Industrialisierung Palästinas zurückzuführen. Waren, die man im Lande selbst zu erzeugen vermag, braucht man nicht mehr aus dem Auslande einzuführen. In der Hauptsache aber ist wohl der Rückgang der Warenimporte um 21,7 Prozent und der Warenausfuhr um 14 Prozent eine Auswirkung der Unruhen. Bemerkenswert ist, daß im Monat Dezember 1936 die Einfuhr die des entsprechenden Vorjahrsmonats nicht nur bereits wieder erreichte, sondern sogar noch um eine Kleinigkeit überstieg. Es bedarf also nur der Ruhe im Lande, um das wirtschaftliche Leben wieder in Gang zu bringen. Am stärksten zurückgegangen ist im Jahre 1936 die Einfuhr von industriellen Fertigwaren. Sie sank von 10,79 auf 6,55 Millionen Pfund, d. h. um nahezu 40 Prozent. Hier wirkte sich neben der Verminderung der Bautätigkeit wohl auch die Errichtung neuer Industriebetriebe aus, die bisher aus dem Auslande bezogene Fertigwaren im Lande selbst herstellen. Im Monat Dezember blieb die Einfuhr industrieller Fertigwaren nur noch um 7,9 Prozent hinter der im gleichen Vorjahrsmonat zurück. Der Rohstoff-Import verminderte sich in 1936 ebenfalls um 26,5 Prozent. Dagegen stieg' die Einfuhr von Lebens- und Genußmitteln von 3,65 -auf 3,94 Millionen Pfund. Man darf diese Einfuhrsteigerung wohl als die Folge der starken Einwanderung ansehen, da natürlich die Zugewanderten Lebensmittel verbrauchen. Die Verminderung der Waren ausfuhr ist teilweise durch den schlechten Ausfall der Zitrusenernte im Jahre 1935/36 verursacht worden. Im Monat Dezember überstieg jedoch der Export von Zitrusfrüchten den im Dezember 1935 um mehr als 70 Prozent. Infolge der starken Senkung der Einfuhr und des weniger großen Rückganges der Ausfuhr hat sich der Passivsaldo der palästinensischen Handelsbilanz von 13,34 auf 9,71 Millionen Pfund vermindert. Unter den Einfuhrländern stand England an erster, Deutschland an zweiter Stelle. Es folgten dann Syrien, Rumänien, die Vereinigten Staaten, Polen, Aegypten und Japan. Neue Angestelltenversicherungsmarken Die Angestelltenversicherung gibt neue Beitragsmarken aus. Vom 1. Mai ab werden von den Postanstalten nur noch die neuen Beitragsmarken verkauft. Die alten dürfen nur noch bis zum 30. Juni 1937 verwendet werden. Sie werden aber noch bis zum 30- September 1937 von den Postanstalten gegen neue Versicherungsmarken umgetauscht Steuerkalender vom 20. April bis Endo Mal 1937 Evtl. Anfragen sind an die Geschäftsstelle des Verbandes, Berlin W 50, Nachodsrr. 8, zu richten. In besonderen Steuer- \ fällen steht zur Information und Roterteilung ein Sadv V bearbeiter iur Verfügung. 20. April Lohnsteuer der vom 1.-15. April einbehaltenen Beträge. An Finanzamt. 24. April BOrgersteuern; für Wochenlohnempfänger. An Steuerkasse. 5. Mal Zahlung der Abzüge vom Arbeitslohn für die Zeit vom 16.-30. April 1937. An Finanzamt. 5. Mal Zahlung von BOrgersteuern der Im April einbehaltenen Beträge, soweit sie nicht bereits im April abzuführen waren. An Steuerkasse. 10. Mal Fälligkeit der Bürgersteuerteilbeträge bei Monats- und Wochenlohnempfängern. Die Einbehaltung Ist bei der nächstfälligen Lohn- bzw. Gehaltzahlung vorzunehmen. 10. Mal Bürgersteuern für alle Veranlagten. , _ „ , . An Steuerkasse. lO. Mai Umsatzsteuern für Monats- und Quartals- ._ „ . ioh,er-. An Finanzamt. 1». Mal Gewerbesteuern. An Steuerkasse. 15. Mal Grundu. Gebäudesteuern. An Steuerkasse. 20. Mal Lohnsteuer der vom 1. - 15. Mal einbehaltenen Beträge. An Finanzamt. Samrilche Steuern sind pünktlich zu zahlen, da es keine Schonfristen gibt.

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