Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 27 (1935)
- Issue
- 9 (9.1935)
- Date
- 1935-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Mode klidstkaitwettuka w WW ^^^FWU ^™ »V¥VWWWW¥1rW ^^^^^W^^^^^r Die Wurfsendung Wenn man im Briefkasten oder an der Wohnungstur eine Reklamedrucksache findet, die den Aufdruck trägt: „An alle Haushaltungen" oder „An alle Hausbesitzer und Hausverwalter", so hat man eine Postwurfsendung vor sich. Die Postwurfsendung ist eine Reklameart, die den Vorteil des billigen Versendens (der billigen Streukosten) hat und dabei noch den Vorteil bietet, dafi man sehr schnell — ohne sich Adressenmaterial beschaffen zu müssen — gnnze Gruppen von Interessenten erreichen kann. __Die. Postwurfsendung kostet im ganzen Reich pro Stück 1 Pfennig, wobei aber die Vorschrift besteht, dafl die Gruppen, an die die Reklamedrucksachen geschickt werden sollen, auf die Drucksache aufgedruckt werden müssen. Es können einfache Karten, Doppelkarten und unverschlossene Umschläge als Postwurfsendung verwendet werden. Dabei ist darauf zu achten, dafi das Gewicht der Drucksache nicht über 20 Gramm beträgt. Zusammengefaltete Werbekarten dürfen nicht ineinanderrutschen können, sonst kann die Post die Annähme solcher Karten verweigern. Die Möglichkeit, Postwurfsendung anzuwenden, ist ziemlich groß. Wer z. B. wünscht, an alle Hausbesitzer, alle Druckereien, alle Gewerbetreibende eines Postamtes sein Angebot recht billig und schnell heranzubringen, der kann die Postwurfsendung mit Erfolg benutzen. Nur muH man dabei fragen, ob die normal frankierte Drucksache oder besser noch der Werbebrief (im geschlossenen Umschlag) nicht mehr Wirkung hat. Aus diesem Grunde muß man darauf achten, dafi die Seite, die den Vermerk der Gruppe trägt, so interessant i i DI« Presse-Abteilung der Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Die Reldiivertretung all dl« verantwortliche Führung de* Judentums In Deutschland hat auf der Grundlage der neuen Refchsgesetze Mah» nehmen In die Wege geleitet, die für eine plenvolle Gestaltung jüdischen Lebens von ein« schneidender Bedeutung sein werden. Die Reichsvertretung wird Ihre Plane nach Fühlung« nehme mit den berufenen Stellen bekannt geben. gestaltet ist. dafi der Empfänger die Drucksache aufmacht und liest. Denn eine Postwurfsendung ist unbedingt sofort flls Massenreklame zu erkennen. Die Bestimmung der Post besagt, dafi der Gruppenvermerk die beiden rechten Drittel der Anschriftseite einnehmen muß, doch sind hier Ausnahmen gestattet. Der Sinn der Vorschrift ist der, dafi der ßriefträger-den Gruppenvermerk sofort erkennen kann, damit die Verteilung an die Empfänger nicht Schwierigkeiten bietet. Glaubt ein Geschäftsmann, eine wirksamere Lösung für die Gestaltung der Anschriftseite gefunden zu haben, so ist es unbedingt geboten, vor dem Druck bei der Postauskunftsstelle (in Berlin beim Postamt C2 in der Königstr. gegenüber Israel) den Entwurf vorzulegen und die Genehmigung einzuholen. Sonst kann es vorkommen, dafi Arbeit und Kosten insgesamt umsonst waren*). Die Hausreklame ist noch billiger als die Postwurfsendung. Sie kostet in Berlin pro 1000 2.90 RM, also nahezu die Hälfte der Postwurfsendung. Unter Hausreklame versteht man die Verteilung von Werbedrucksachen durch Boten. Hierfür bestehen institute, die auf diesem Gebiete mehr Erfahrung haben als die Gewerbetreibenden, welche oft glauben, die Verbreitung selbst durchfuhren zu können, *) Die Mindcstauflage der Postwurfsendung beträgt 101) Stück. Bei größeren Mengen müssen die Drucksachen zu 50 gebündelt aufgeliefert werden, (in Berlin nimmt jedes Postamt für die anderen Postämter die Postwurfsendungen an. Bei größeren Mengen ist es zweckmäßig, die Gesamtmenge bei dem Postamt C 2 aufzugeben. Die Postauskunftsstelle gibt auch telefonische Auskunft unter E 1 Berolinu 0010.) Ebenso gibt die Pastauskunftsstelle ein gedrucktes Werbeblatt an jeden Interessenten unentgeltlich ab, auB dem die Bestimmungen Uber Postwurfsendungen genau zu ersehen sind. Am I. Oktober sind vom Reichspoetministerium neue Bestimmungen zu erwarten. Fordern Sie daher bei Ihrem Postamt diese Bestimmungen an, wenn Sie eine Postwurfsendung aufgeben wollen. Werbeberater FRITZ DIESEL indem sie sich Arbeitslose oder junge Leute zum Austragen anstellen. Hiervor kann nicht dringend genug gewarnt werden. Abgesehen davon, dafi sich jeder strafbar macht, der Menschen beschäftigt, ohne die sozialen Abgaben hierfür zu entrichten, gibt es nur eine Garantie, dafi die Reklamedrucksachen auch wirklich dort verteilt werden, wo sie verteilt werden sollen. Sie irren sich ganz bestimmt, wenn Sie glauben, die Hausreklame selbst organisieren zu können. Denn erstens lehrt die Erfahrung täglich, daB Reklamedrucksachen, die von Laien verteilt werden, oft auf dem Boden oder im Keller eines Hauses liegen, dafi manche Aufgänge völlig übergangen werden und dafi Haushaltungen mehrere Exemplare bekommen. Dagegen gibt es nur einen Schutz, das ist die ganz strenge Kontrolle. Das Fachinstitut kennt die Schliche und Ausreden der unzuverlässigen Verteiler,' so dafi es bei jeder Verteilung alle Austräger ganz scharf kontrolliert. Wird Mißbrauch mit den Reklamedrucksachen getrieben, so sind nicht nur die Verteilungsgebühren nutzlos vertan worden, sondern der Auftraggeber hat auch umsonst drucken lotsen, und das geht noch mehr ins Geld. Wird die Hausreklame korrekt durchgeführt, so stellt sie ein ganz hervorragendes Streumittel dar, dessen sich sowohl das große Kaufhaus wie der kleinste Gewerbetreibende mit Erfolg bedienen kann. Obwohl die Hausreklame in der Regel alle Haushaltungen eines bestimmten Bezirkes umfaßt, bietet sie doch einige Variationsmöglichkeiten in bezug auf die Empfänger der Reklame. Zuerst verfügt das Verteilungsinstitut Uber eine sehr zuverlässige Aufstellung der Anzahl der Haushaltungen jeder Straße, ja sogar jedes Hauses, so daß sich der Auftraggeber genau vergewissern kann, wohin seine Reklame kommt. Hat der Reklametreibende einen Artikel anzubieten, der nur für Vorderhäuser in Frage kommt, so kann er z. B. nur die Vorderhäuser beliefern lassen. Er hat es auch in der Hand, zuerst diese und dann jene Gegend zu bestreuen, denn das Verteilungsinttitut läßt je nach Wunsch auch nur wenige tausend Exemplare verteilen. - Man kann ziemlich sicher sein, daß die Haushaltungen der bestreuten Gegend wirklich die Reklamedrucke bekommen. Eine Ausnahme bieten hier nur die Straßen und Plätze, an denen viele Häuser, liegen, in die der Hauswart die Verteiler nicht hineinläßt. In diesem Falle hat das gewissenhafte Verteilungsinstitut bei der Abrechnung jedes Haus, in dem nicht verteilt werden konnte, genau anzugeben und die nicht verteilten Drucksachen Stück für Stück abzugeben. Der Auftraggeber hat es auch in der Hand, gewisse Wohnungen od-r Betriebe von der Belieferung auszusehlieflen. So kann er z. B. darüber bestimmen, ob Geschäfte oder welche Geschäfte die Drucksachen nicht erhalten sollen oder dürfen. Er kann auch bestimmen, daß Pensionate mehr als 1 Exemplar bekommen sollen. Die günstigste Verteilungszeit richtet sich nach der Art des Angebotes. Manche Arbeitnehmer erhalten Wochenlohn, dann ist für diese das Wochenende zweckmäßig, manche Monatsgehalt, dann ist der Monatsanfang die wirksamste Verteilungszeit. Ueber die Wirkung der Hausreklame kann man mit allen Einschränkungen sagen, daß sich in gewissen Branchen die*Erfolgsziffer auf etwa 4—6 pro tausend Drucksachen beläuft, d. h.. daß etwa 4—6 Personen von 1000 Empfängern auf die Reklame reagieren. Der Erfolg kann sehr viel größer sein, wenn die Aufnahmebereitschaft der Empfänger besonders groß ist und das Angebot günstig erscheint. Hier wie Uberall kommt es aber nicht darauf an, was man macht, sondern wie man es macht. Eine lieblos gedruckte Karte mit den gewöhnlichen Floskeln: niedrigste Preise, größte Auswahl, kulante Bedienung kann wohl dem Drucker Arbeit geben, nicht aber* dem Werbenden. Wer mit Postwurfsendung oder nfit Hausreklame Erfolge erzielen will, der soll dreierlei beachten: t. Man muß ein wirklich günstiges Angebot machen können, ■ 2. man muß es verständlich. Uberzeugend und eindrucksvoll ausdrücken können, V man muß auf die Einstellung, den Geschmack und den Bedarf der Angebotsempfänger achten, damit man die richtige Ausdrucks- Fo r m für die Aufmachung der Werbedrucksache fiuden kann. 4 KB&t&B^BKm^Ku