Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Volume
- 8 (1936)
- Issue
- 3 (18.3.1936)
- Date
- 1936-03-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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t3 Oemeindeblatt Bremen ,SeHj»J Haltung mit einer jungen Bäuerin, Mutter zweier Kinder, habe Ich entnommen, wie innig diese doch vertraut ist mit der Eigenart und den Eigenschaften ihrer Kinder. Noch ist das letzte Wort über dieses Erziehungssystem nicht gesprochen; man weist darauf hin, daß in den Kindern der Individualismus unterdrückt werde, sie In einer gewissen Weltfremdheit aufwüch- Ein Vierteljahrhundert ist zu kurz, um zu einer abschlieeri Erkenntnis zu führen. Es gehen weite Differenzieruudurch die Geschlechterfolge, durch die drei Generationen, r die ersten beiden sind nur da der dritten halber; und Deicht ist auch diese dritte Generation noch ein Geschlecht s l'ebergangs, des Uebergangs vom Beginnen, Suchen, Prüzur Ruhe, Selbstsicherheit, Wurzelfestigkeit des jüdischen im jüdischen Lande:' Tel Aviv. Dr. MosesP- Die Auswandererbetreuung im Ausland durch HICEM Der Verband für Auswandererhilfe. HICEM (HIAS-ICA Emigration Association), Paris, veröffentlicht über seine Tätigkeit zugunsten der Auswanderer aus Deutschland einen Berlch't. dem wir folgendes entnehmen: \ Seit April 1933 ist HiCEM bemüht, den Auswanderern aus Deutschland weitgehendste Hilfe zu gewähren. Der Verband HICEM hat in den Nachbarländern Deutschlands gemeinsam mit den örtlichen Komitees die Niederlassung aller hierfür in Präge kommenden Elemente an Ort und Stelle erleichtert; er hat Maßnahmen getroffen, um die Reisen zu" kontrollieren und Wanderungen aus einem Land in das andere Immer mehr zu verhüten. Familien der ersten Auswanderungswelle, dje aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen nicht sofort seßhaft gemacht werden konnten, wurden nach methodischer Auswahl durch HICEM in die überseeischen Länder weitergeleitet; diese Transporte aus den Grenzländern wurden organisiert, als von den verschiedcnefi Regierungen immer schärfere Maßnahmen zur Kontrolle der Ausländer im allgemeinen und immer einschneidendere Beschränkungen für die Aufnahme weiterer Einwanderer getroffen worden sind. „ Trotz unzähliger Schwierigkeiten konnte HICEM i. J. 1935 die Weiterleitung von 3 043 Auswanderern aus Deutschland, von. denen 2172 nach Uebersee gingen, durchführen; diese verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Länder: Vereinigte Staaten und Kanada 59; Mittelamerika 7; Argentinien 150; Brasilien 75; Paraguay 323; andere südamerikanische Länder 42; Südafrika 39; Palästina 1442; China und Manchukko 28; andere Länder 7. Gleichzeitig wurden in Europa seihst 350 Ausgewanderte zwecks beruflicher Umschichtung oder endgültiger Niederlassung in aridere Länder überführt, und zwar nach Prankreich 106, nach Spanien 60, nach USSR 52 und nach anderen europäischen Ländern 132. Außerdem wurden 521 Repatriierungen in die Heimatländer durchgeführt. Fügt man diesen Zahlen die der vorangegangenen Jahre hinzu, so ergibt sldi folgendes Gesamtbild der vom 15. Mai 1933 bis zum 31. Dezember 1935 von HICEM zugunsten der Auswanderer aus Deutschland geleisteten Arbeit: 1. Weiterleitungen nach Uebersee: 5 393 (Palästina 3371, Brasilien 962, Paraguay 358. Argentinien 237, USA und Kanada 233. Südafrika 65 usw.). 2. Niederlassung in Europa zwecks beruflicher Umschichtung oder endgültiger Seßhaftmachung: 2222 (Frankreich 990, Spanien 247 usw.). 3. Weiterwanderung aus den Nachbarländern: 2416 (davon aus Frankreich 861, aus Belgien 577). In diesem Zusammenhang muß betont werden, daß die Bemühungen von HICEM, nutzlose Wanderung von einem Land In das andere zu vermeiden, erfolgreich waren; denn von der Gesamtzahl von 2416 Reisen entfielen 2 270 auf das Jahr 1933 und 146 auf das Jahr 1934; 1935 ist diese Rubrik aus den Statistiken vollkommen verschwunden. 4. Repatriierungen in die Heimatländer: 3397. Es wurden somit Insgesamt 13428 Personen mit einem Kostenaufwand von 9620950 französischen Francs weitergeleitet; diese Kosten wurden durch Subventionen der ICA, des Joint Distribution Committee, des Central British Fonds und verschiedener Organisationen gedeckt. Im Rahmen ihrer im Jahre 1936 fortgeführten Aktion hat HICEM für die ersten drei Monate einen Plan zur Weiterleitung von 409 Auswanderern aus Deutschland aufgestellt 366 von diesen gehen nach Uebersee, 30 werden in Europa etabliert und 13 in die Heimatländer zurückgeführt. Das Auswanderungsproblem ist durch noch strengere verwaltungstechnische Maßnahmen bei gleichzeitiger Verschärfung der Wirtschaftskrise und infolgedessen erhöhter Kontrolle der ausländischen Arbeiter und Handwerker in allen Nachbarländern Deutschlands noch schwieriger geworden. Solange man noch auf endgültige Niederlassung in den Transitländern hoffen konnte, hat HICEM in keinem Fall die Wiederauswanderung ins Auge gefaßt. Von der belgischen Regierung wurde HICEM aufgefordert, an einer Bestandsaufnahme der noch in Belgien befindlichen Flüchtlinge teilzunehmen. Die Fälle aller dieser Flüchtlinge wurden einvernehmlich geprüft, und mit Rücksicht darauf, daß HICEM sich verpflichtete, eine gewisse Zahl von Weiterleitungen durchzuführen, hat die belgische Regierung ihrerseits die Lage einer gewissen ZahTanderer Atrewanderer dadurch erleichtert, daß sie ihnen nicht nur Aufenthalts-, sondern auch dauernde Wohn- und 'Arbeltserlaubnis erteilte. Gleichartige Schritte werden zurzeit in anderen Nachbarländern Deutschlands unternommen. Auf Grund dieser Interventionen hat HICEM auch für die Staatenlosen besondere Erleichterungen erwirkt: dies ist vor allem in Frankreich der Fall. Alle diese Ergebnisse konnten dank enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen HICEM und den verschiedenen Auswandererhilfskomitees erzielt werden. Diese Fürsorgetätigkeit wurde ergänzt durch die Arbeit der 25 Auswanderersqhutz-Komitees, die HICEM seit seiner Gründung in allen Teilen der Welt unterhält. Seit August 1935 wurden bei den Komitees in den Nachbarländern Deutschlands ühcr_1000 Personen registriert, die .infolge der Auswirkung der neuen gesetzgeberischen Maßnahmen ausgewandert sind. An eine Unterbringung" dieser Menschen in den Nachbarländern selbst ist schwer zu-dajiken. Die Rechtslage dieser Neuankömmlinge ist längere Zeit ungeklärt; neu eintreffende Auswanderer werden Von den Regierungen unter Aufsicht gestellt. Darum hat sich HICEM mit den zuständigen Stellen in Deutschland in-Verbindung gesetzt, um gemeinsam mit ihnen für das Jahr 1936 einen Plan der Wanderung aus Deutschland in die Uebersccländer zu studieren und zu organisieren, damit unkontrollierte Massenauswanderung vermieden werde. Den vorliegenden Berichten zufolge beträgt die Zahl der bei den Komitees registrierten Auswanderer etwa 3 000. Die Gesamtsumme der Auswanderer ist höchstwahrscheinlich noch um einige Tausend höher. Sie ist starken Schwankungen unterworfen, da Ausgewanderte, die heute noch unabhängig leben und arbeiten, morgen eventuell infolge Erschöpfung ihrer Mittel oder schlechterer Erwerbsverhältnisse in die Kategorie der Hilfsbedürftigen eingereiht werden müssen. Andererseits setzt HICEM die Bemühungen fort, neue Möglichkelten für jüdische^,Auswanderung zu finden, läßt Jedoch bei ihren Recherchen und Studien, die zur Vermeidung von Enttäuschungen und Irrtüjnern erforderliche Vorsicht walten. Ein Sachverständiger wurde nach Südamerika entsandt, um die ftwa in Paraguay, Peru, Kolumbien und Chile vorhandenen Möglichsten zu prüfen. Um der Ungewißheit, die bezüglich der /angeblichen Möglichkeiten In Ecuador herrscht, endgültig ein Ende zu bereiten, wird sjch dieser Saeh-> verständige demnächst dorthin begeben und einen genauen Bericht über diese Frage erstatten. Neue Komitees wurden In Peru, in Paraguay und In Kolumbien geschaffen. Benutzt das Ablösung* Telegramm des JOd Wohlfahrtsamts