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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen · 1935-12-18 · 12 (18.12.1935) · p. Seite 5

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
Volume
7 (1935)
Issue
12 (18.12.1935)
Date
1935-12-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nummer 12 Qemeindeblatt Bremen Seite S zuerst yor sich liegen sahen, bis zu dem Augenblick, In dem die Baffbur-ffeklaration den historischen Anspruch des jüdischen Volkes auf das Land Israel völkerrechtlich verankerte. Neben der sonstigen Reiseausrüstung muß der Palästina-Reisende auch diese geistige Reiseausrflstung mit in seinem Koffer führen, denn sie läßt Ihn dal was er sieht, erst richtig verstellen. Mit dem Redner'betraten seine Hörer In Trlest dts |fl: dlsche Schiff „Tel Awiw'* mit seiner fast ausschlieBlich ,fldi> sehen Besatzung - und damit schon palästinensischen Huden. Die interessante Schiffsgesellscliaft, unter Jcr.sich viele flh- . rende Zion sten befanden, Palästinenser, die vom Luzerner Kongreß zurückkehrten, europäische und amerikanische Gelehrte und Künstler, die erwartungsvolle Stimmung aller die gemeinsam nach Erez Israefreisten, schuf eine Atmosphäre besonderer Art. die aufs schärfste packte. Am fünften Tage tauchte die Küste des heiligen Landes auf. und mit efWfurehtsyofler Ergriffenheit betrachtete man die wunderbar sich darbietende Bucht von Haifa mit dem Carmel das Sehnsüchtsziel vieler lausender Jüdischer Herzen der ganzen Welt Nach einer Schilderung der laut lärmenden Hafenstadt Hau';., seines aufblühenden Industriezentrums und der neuen Siedlung auf "™3ö3i$d!^!wäiz£ifJiMiI^ dem Carmel wandte sich der Redner nach Tel Awiw, dieser modernsten aller Städte am Strande des Mittelmeers, dieser Stadt voller Lehen und Geschäftigkeit, die auf den europäischen. Juden einen einzigartigen Eindruck macht durch ihren rein jüdischen Charakter. Besonders eindrucksvoll wußte Dr. Rosenak das Erlebnis '„Jeruscbalajitri" seinen Hörern , zu vermitteln. Die Buntheit des Straßenbildes, die Erhabenheit der die Stadt umgebenden Höhen und die tiefe Erschütterung des Besuches an der Klagemauer wurden lebendig. Auf cinei Fahrt durchs Land führte der Redner seine Hörer dann durch die jüdischen Siedlungen und Dörfer und zeigte ihnen durch anschauliche Bilder und an Hand von mancherlei interessantem Zahlenmaterial, was-an Großem schon geschaffen worden ist, und wieviel berechtigte Hoffnung auf eine gesunde und glückliche Weiterentwicklung man hegen darf. Die größte und schönste Hoffnung aber des jüdischen Landes ist de' neue jüdische Mensch, der in diesen Siedlungen zu Hause ist, diese trotz schwerer Arbeit und oft sehr großen Mühen aufrechten und glücklichen Männer und Erauen, die von inniger Liebe zu ihrer neuen Heimat erfüllt sind und ein ausgefülltes Leben der Arbeit und des Eriedens führen. Besonders wohltuend berührt den Reisenden die herzliche Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, mit der er überall im Lande empfangen wird. Fesselnd und interessant waren die Berichte von den Möglichkeiten jüdischreligiösen Erlebens in Erez Israel, von dem Schahbath und dein Rosch-Haschanah-Fest in Tel Awiw und dem Gottesdienst der Tausenden in der Großen Synagoge. Besonders packend waren die Erzählungen aus dem Leben der palästinensischeil Kinder, ihrer Fröhlichkeit und ihrer Verknüpfthelt mit jüdischer Geschichte und hebräischer Sprache. <"* Zum Schluß führte Dr. Rosenak seine Zuhörer noch einmal in das Amphitheater der hebräischen Universität auf dem Skopusherge. von dem der Blick Uber die Wüste Judäa bis zum Toten Meere und jenseits zu den Bergen Moabs schweift. Er rief ihnen den Augenblick ms Gedächtnis zurück, in dem ein jüdischer Hlgh-Kommissionar auf dein Berge, von dem aus Jerusalem durch die Römer erobert wurde, den Qrundsteln zur hebräischen Universität legte und G'tt mit dem alten indischen Segensspruch dankte, daß er ihn diesen Augenblick der Heimkehr erleben ließ. Der etwa l'/tstündige Vortrag hinterließ bei der ungewöhnlich gut besucht«! Versammlung, die dem Redner von Anfang bis Ende mit dem größten Interesse folgte, eine« star- .-""ttrtmi nachhaltigen Eindruck. Di« Sammlung Hilfe und Aufbau, die Sammlung der blauen Beitragskarte, läuft unabhängig von der Jüdischen Winterhilfe weiter; es können monatliche Beitragsmarken im Werte von 25 Pfg. bis 6 RM nach wie vor erwoiben werden. Die Jüdische Winterhilfe bedeutet keine Ablösung der allgemeinen Wohlfahrtspflege, sondern stellt nur eine Erleichteruu>"Mr gewisse Zweige der sozialen Fürsorge dar. Die Gemeinde ist!n gleicher Weise wie die Männer- und Frauen- Chewra auf Spenden für wohltätige Zwecke angewiesen und begrüßt es in hohem Maße, wenn ihr Zuweisungen für den Wohlfahrtsfonds gemacht werden. Dkl Steuerkommission der Gemeinde hai im abgelaufenen Monat die alljährlich vorzunehmende Revision der Mitgliedsßeiträge erledigt und diese für den Gcmeindchaushalt grindlegende Arbeit in einer Reihe von Sitzungen zu Ende geführt. Die Beitragfeinforderungen für das Rechnungsjahr 19.% sind inzwischenXi die Hände der Mitgliedschaft gelangt. In eindringlichen ßegleitworten hat die Kommission an jeden die Bitte gerichtet, mehr noch als sonst seine Opfcrwiliigkcit zu bekunden' und zu seinem Teile dazu beizutragen, den Bestand der Gemeinde zu sichern und willig' und treu für pünktliche, regelmäßige und ungekürzte Ueberweisung einzustehen. Lehrbibflothek:i Die aus der Lehrbiblmthek entliehenen Bücher werden zwecks Revision umgehend zurückerbeten. Einen bunten Abend mit Josef Plaut veranstaltet die Kultur-Komtmssion der Israel, (ierneii.de am Chanukka-Sonntag. den 22. Dezember, pünktlich 20.30 Uhr im kleinen Saal der Union, Eingang Tiefer. Saalöfmung um 20 Uhr, Garderobe eine Treppe hoch. Es wird daran erinnert dal! die grauen Auswelskarten mit den Beitragsmarken für Oktoher-Noveinber- Dezember versehen sein müssen, um Zutritt zu der Veranstaltungzu erhalten. .-.i? Mitgliedsmarken sind zu haben bei: Skaia-Büro. Faule.istraße 55: Bäckerei Rothschild. Osterstraße .56; Wäschchaus Fink. Sögestraße 22-Üfft Schustermann, Sleintor 45: Bäkkerei Gröger. OstertorsXjfweg 77: Silbermann. Nordstraße 19.* -195 und beim Hauswirt Schmidt, Oartenstraße 6. , Wer stiftet? 1. Küchenmöbel, Kleiderschrank, Bett. 2. Bett. Schrank, Kommode, Stuhl, Tisch, Waschtisch. .1. Ein Herren-Fahrrad. 4. Bett-Bezüge, -Tücher und Kopfkissen. Gesucht wird: ein Zimmer für einen kränklichen jungen Mann.' Zu Chanukka erscheint bei um: Der Weg in die jüd. Neuzeit Von S. MOII.r (H.id.lb.rg) Jüdische Geschichte von Moses Mendelssohn bis zur Gegenwart 320 Seiten. Broschiert 2.60 RM, in Leinen gebunden 3.40 RM, Luxuseinband|4 — RM. „Die Ober den.Parteien stehende religiöse Grund» hataag verleiht 4a lebendigen GeachJchrsdarstellunK de« Buchet eine charakteristische Note und regt zum Nachdenken und zur tätigen Beschäftigung mit den ' neuen |üdrwhen Aufgaben an." (Am; Krittken 1 Verlag des Isr. Gemeindeblattes I.udwlf.h.f.n •» Rhein Schnl.tr««. 14

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