Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
- Volume
- 7 (1935)
- Issue
- 5 (15.5.1935)
- Date
- 1935-05-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 5 Gemeindeblatt Bremen Säte S Klasse 4: Sophie Finkelstein. Rudi Fleudenberg, Esther Rosenak. Klasse 5: Helka Rhrmann, Alfred Swinitzki, Fredi und Inge Wohlmuth. Klasse 6: Ooldine und Manfred Grünberg, Anja Podolsky, Marion Orbach. Mit Lob: Klasse 1: Eva Grünberg. Marion Wohlmuth. Klasse 4: Ruth Cohen. Inge Katz. Klasse 5: Liesel Aber. . Die ReHgionsschule ist sich der Bedeutsamkeit ihrer Arbeit-in dieser Zeit wohl bewuBt und unablässig bemüht, in den wenigen ihr zur Verfügung stehenden Stunden die Grundlagen zu jüdischen Kenntnissen zu legen. Es bleiben ihr leider noch genug Auseinandersetzungen mit einigen wenigen Eltern, die noch nicht begriffen haben, daß die Gemeinde durch die Religionsschule die jüdische Jugend gewissermaßen in eine allgemeine Jüdische LernpflicM nimmt. Aus diesem Grunde wird auch von Beginn des kommenden Schuljahres die Unterrichtsverkürzung in Klasse 5 wieder aufgehoben werden, da der Unterricht an einein Wochentage die Möglichkeit, eine ausreichende Grundlage zu legen — wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigt nicht gewährleistet. Bericht der Steuerkommission Vor kurzem brachte die Steuerkommission einen Vorbericht ihrer Tätigkeit im Gemeindeblatt, den ich im Auftrage der - Steuerkommission heute ergänzen mochte. Die flucht in die (Öffentlichkeit ist wohl für alle ein Be- ,weis, wie ernst die Steuerkonimission ihre Tätigkeit nimmt und für wie nötig sie es erachtet, angestrengt ihre schwere^Pflicht auszuüben, die die Erhaltung der Gemeinde bedeutet. f Die Mitglieder der Steuerkommission. die aus der Mitte 'der Generalversammlung gewählt sind, müssen sich oft wundern, bei. Reklamatinnen nicht nur unsachliche Begründungen zu bekommen, sondern auch Briefe zu erhalten, die für Männer, die einer jüdischen Gemeinschaft augehören, geradezu als unwürdig zu bezeichnen sind. Meine Herren, kann es in der heutigen Zeit noch Juden geben, die sich so wenig ihrer Pflicht bewullt sind? Sind denn die in Präge kommenden Gemeindemitglieder sich nicht hewiiiit, daU heute, mehr denn ie der Bestand einer Gemeinde, die die Gemeinschaft bedeutet, mehr als das eigene Ich ist? Sollen diese Herren nichts hinzugelernt haben? Dürfte es in Bremen einen Juden gehen, der es 4ich nicht zur Ehre anrechnete, nach seinem Können, nicht nach seinem Wollen der Gemeinde das zu gehen, was der Gemeinde gehört? Wenn alle so dächten, wäre es der Gemeindevertretung vielleicht möglich gewesen, den Etat so auszugleichen, daß. ein Nachschoß hätte vermieden werden können. Im übrigea^tehen wir nicht einzig und allein mit der Erhebung des Nachschosses da. sondern derselbe wurde auch in 1 den Städten Berlin. Frankfurt a. M.. Haniburg sowie Hannover erhoben, und zwar in Höhe eines, Monatsheitrages, in manchen Städten sogar für ein Vierteljahr. Wäre der gute Wille hei einem Teil der Mitglieder so, wie bei dem. (i. s. 1)., größten Teil der hiesigen Juden, dann könnten sich die Pinschätzungen leichter abspielen. Infolge der allgemeinen Umschichtungen sind die Schwierigkeiten für die Gemeinde, den Gemeindchuushalt im Gleichgewicht zu halten, größer als bisher. 9M4ftet erfdjetttttttflätag: 5. 3ttni 1935 9Ubafti<m3f<»toft: 30« SRoi 1935 Bei der Bemessung der Veranlagung waren nicht aar die Einkommenslage und Lebenshaltung, — sondern auch die VermögensVerhältnisse ,— entsprechend der Kirchensteuer-Veranlagung, bei den beiden anderen Konfessionen — ausschlaggebend. Ferner Ist zu berücksichtigen, daß die Aufrechterhaltung der Gemeinde-Institutionen, eine gebieterische Pflicht ist, und daß Sie nicht durch weitere Schruumpfung der Beitragseingänge, der schließlichen Auflösung anheimfallen. Vor allen Dingen meine Herren, seien Sie sich dessen bewußt: Die Steuerkommission ist vollkommen unparteiisch, sie sitzt dort nur einzig und allein im Interesse der Gemeinde, und wenn dort Beschlüsse gefaßt werden, dann müssen solche auch die nötige Achtung bei allen Mitgliedern finden. -Es geht nicht an, wenn die Steuerkommission gemeinsam mit Vorstand und Gemeinderat, nach sachlicher Prüfung einen Nachschoß beschließt, einige Wenige solchen einfach ablehnen. Es geht auch nicht an, daß diese Oemeindemitglieder die Lasten einfach den gutwilligen Steuernzahlern aufbürden. ' Beschlüsse müssen unter allen Umständen als solche gewertet werden. An alle aufbauwilligen Kräfte wird appelliert, die Zahlung eines angemessenen Beitrages, wenn er. in dem einen oder anderen Falle auch ein Opfer bedeutet, nicht zu scheuen. Die Gemeinde als Trägerin des gesamten jüdischen Lebens, muß -weiterleben. Oberste Pflicht jedes Juden ist es. die Not der schweren Zeit, die sich gerade in der Gemeinde besonders ausprägt, bannen zu helfen und ihren Weiterbestand zu sichern. Zum Schluß möchte ich energisch darauf hinweisen, daß .Vorstand. Gemeinderat und Steuerkommission, nicht gewi'lt sind. Beschlüsse, sei es die Entrichtung von Schulgeldern. Beiträgen. Nachschoß .etc., vom guten Willen Einzelner abhängig zu machen. Sondern Vorstand und (ietnelndcrat müssen in solchen Fällen mit aller Schärfe vorgehen, um die Gemeindeinstitutionen zu sichern. In der letzten Sitzung ist vom Vorstand, Gemeinderat und Steuerkommission der einstimmige Beschluß gefaßt worden. Mitglieder, die den Nachschoß verweigern, für die Folge Im Gemeindeblatt zu veröffentlichen. Assekuranz-Vermittlung Bremm g.i.i. Bremen. Obernau. 41/4« Telefon OemeheMe «7476 tm Inhaber OTTO «USSBAU» »■flimt Siek tttrJiraklMnjits-Atalfctt j«* Art. Mitteilung! Diejenigen Leaer, die noch nicht Abonnenten unseres Blatte« alnd, können durch Einschicken des untenstehenden Bestellscheines die weitere Zusendung des Qemelndeblattes veranlaaaen. Verlag des Israelitischen Qemelndeblattes. AuiKUItfl und Ihrem Briefträger mitgeben oder unfrankiert In den Btjaflasten werfen Postbestellschein Hn<ui postatnt (Zeitungsstelle) Hier* - Ich — Wir — bestell*— hiermit lur regelmäßigen Zustellung das monatlich Irral erscheinende Gemeindeblatt der Isr. Gemeinde Bremen tum Prsite) von RM. — 30 pro Vierteljahr, luiüglich 6 Rpf. Postzustellgebühren. Genaue Adresse des Absenders: Seettltocuela darf nt aea Wonnort Je. Bettelten In dea r^tkrleOartea feworten 4er eeea Brieltrlfer akfnfebaa werden Nfeat es den Vertat teaden I \