Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen · 1934-04-27 · 4 (27.4.1934) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Bremen
Volume
6 (1934)
Issue
4 (27.4.1934)
Date
1934-04-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492301-5441715-5441759--015-4882981
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nttmmer-4 Seite 3 _Gemeindet; LattBremen ÄU ttufere Mttl 9h* ««nm» hm Sw«»«««» MS +em» WmbtmHm Io ftthfeNrnfftSammt« mm ls* 9m$mtbm ivss, in IHN« s mtb 4, bh*tm 4* l* 9hm 1034 UUmm mm mm mamm memu. s« mam ms mmumimu M MN«* Mn wfUNM SWüiMMMtM mMwhNS, Nn TNtwMiwii ms anmm mm nm. c.cs m nmmmt* mmm m mmm WM» Mt NUN*«»« NS *«M«iNMM4N«S mn MH 4M ««*- f*lt«tli* NW hm» Ml M* *mm**m, die Mc 9NttiftN«6ÜN vo« NmmHS «üwm OnwNI »ewbtt Nlw. (30 pfrmri» ffl« 6 JtmiMwmt.) IN« «NNS M, BttmliHW« «N» SO Df«* «Wti dmM Ms Mt «atWB ihm fliMitStttiftm'ft «bw« nmw«N«W« Sstttsss. B* Mit« «Ne«« Lrfe«. Mi tfw*i«mta Mi OuiHttn« diese eitntHMe«, MmH Mm UNtsNulMtt« in M» INNSss« MS Nlattrs «NNM. . ^Derßag de- GemeirrdeblatteS der Israel. Gemeinde Bremen tesdienstlichen Reformen eine» Israel Jacubsohn denken, ob vir die Verhandlungen auf den Rabbinerversammlungen in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts verfolgen. Pie treibenden Kräfte der Reform waren ein seltsames Gemisch von religiösen, wissenschaftlichen und nicht zuletzt opportunistischen Motiven. Aber so sehr auch Wiener von der Reform sich distanziert, er ist doch objektiv genug, die großen Schwierigkeiten anzuerkennen, vor welche die Reform sich gestellt saJjJtichts. mehr und nichts weniger gglt-es, als die Mächte, die im rabbinischen Judentum fest verankert waren, nämlich das Religionsgesetz und die in der Ueberlieferung herrschende Autorität, aufzulockern, wenn man daran dachte, zu dem Ritual- und Zeremonlalgesetz eine freiheitliche Stellung einzunehmen, die in die alte Frömmigkeit eihgeschmolzenen nationalen Bestandteile innerhalb des Judentums zurückzudrängen und ein Wesen des Judentums herauszudestillieren, das man vornehmlich in einer ethischen Weltanschaung erblickte. Das war ein Unterfangen, das so sihr im Oegensatz zu dem dem Judentum aufgeprägten Charakter stand, daß es nicht glücken konnte. Was hatte es da zu bedeuten, wenn man durch historisch-kritische Untersuchungen bald hier bald da den Ausweg zu einer Reform gefunden zu haben glaubte? Das Ausschlaggebende war doch.das ganze auf das Religionsgesetz basierende Lebenssystem des Judentums, Und dieses konnte durch solch kleine Mittel nicht erschüttert werden. Ja, konnte überhaupt das Streben der Reformer Erfolg haben? Was sie wollten, war doch nichts anderes ajs die Freilegung der elementaren prophetisch ethischen Kräfte gegenüber dem Formalismus und Ritualismus des Religionsgesetzes. Sie wollten ein Judentum begründen, das sich in nichts von der für alle Menschen geltenden Vernunftreligion unterschied, der Jede spezifisch Jüdische Eigenart fehlte. Sehen wir uns doch einmal die Systeme eines Samuel Hirsch, eines Steinheim und Formstecher an. Gewiß, es ist nicht zu leugnen, daß sie auch in ihre theoretischen Lehrgebäude Bausteine Jüdischer Herkunft verarbeitet haben, aber dieses Jüdische ist doch nur äußere Fassade, von innen her waren sie mehr Kantianer und Hegelianer, vertraten sie mehr das zeitgenössische Kulturbewußtsein als das Genuin-Jüdische. Dieses trat eigentlich erst dann hervor, wenn man sich mit den Problemen der christlichen Theoloflto wie Trinität und Erbsünde auseinandersetzte, sonst sah man In der Jüdischen Religion einen Glauben, der die wahre Lehre von den Beziehungen zwischen Gott und Menschen enthalte und mit der größten Denkfreiheit zu vereinen sei. Es Ist dieselbe Ueberzeugung, die schon Mendelssohn hatte, als er in seinem Jerusalem es aussprach: „Unter den Vorschriften des .mosaischen Gesetzes lautet keine einzige: Du sollst glauben oder nicht glauben, sonderp sie alle heißen: Du sollst tun oder nicht tun. Dem Glauben wird nicht befohlen, denn der nimmt keine anderen Befehle an. als die im Weg der Ueberzeugung zu ihm kommen.“ Und doch hat Moses Mendelssohn nicht Recht, wenn er glaubt, daß das Judentum hinlänglich als geoffenbartes Gesetz charakterisiert sei. Der (tesetzescharakter der jüdischen Religion ist ohne eine -eigentümliche Glaubenslehre nicht möglich, ob diese nun dogmatisch festgele^t ist oder nicht. Das haben die Reformer übersehen. Und dazu kam noch ein anderes. Bei dem Bestreben, die universalistischen Tendenzen im Judentum gegenüber den partikularist Ischen herauszuheben, haben, die meisten Neuerer den Weg eingeschlagen, daß sie sich gegen die Autorität des Jalmuds. wandten, weil sie in ihm die Verkörperung des partikularistischen Geistes im Judentum erblickten, während sie die Thora als das Buch der Offenbarung anerkannten, dem sie durchaus Gehorsam schulden. Nun aber geht das Religionsgesetz mit seinen Bestimmungen über priesterliche Reinheits- und Speisegesetze, über Sabbat- und Ehegesetze nicht nur auf den Talmud zurück, sondern findet geradezu seine Begründung in der Thora. Offenbar liegt da eine große Inkonsequenz seitens der Reformer vor. Wie steht es aber mit dem Verhältnis .der Ideologie zur Neoorthodox^, die in Sämson Raphael Hirsch nicht nur ihren. Begründer, sondern auch ihren Organisator gefunden hat? Ist wirklich ein so tief klaffender Unterschied zwischen, diesen beiden sich aufs heftigste bekämpfenden Richtungen im Judentum vorhanden, wie es äußerlich den Anschein hat? Es ist höchst reizvoll, wie vom Verfasser der Nachweis geführt wird, - daß beide in ihren höchsten Zielen gar nicht soweit voneinander entfernt sind. Wohl hat 8. R. Hirsch immer ein starkes Bewußtsein dafür gehabt, daß das gesetzestreue Judentum die einzig mögliche Form der überlieferten Gemeinschaft sei, ja, er hat die Kluft, die ihn von seinen Gegnern tremff als viel einschneidender bezeichnet als die zwischen Protestantismus und Katholizismus. Aber wenn wir Uns fragen, welchen übergreifenden Wert das Gesetz, die. eigent- Wlllla ROS«brOCk BrMamMtMMa II MNItrintport—Wohnuitfsnachwcis Auilanditramporf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.