Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 48 (29.11.1935)
- Date
- 1935-11-29
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Seite 3 nach Palästina fahren f Dann kommen Sie möglichst bald zu uns, es ist notwendig! Schiffskarten Eisenbahnfahrkarten Visabesorgung--Hotelgutscheine auch nach allen anderen Ländern nur durch ■»alestiiie&Orieiitljlo.ytl Vertretung: Leipzig, fiainstr. 16, I, ZI 304, Tel. 10722 jessod für Deutschland und die ZVfl). geladen hatten. Aus der Fülle bemerkenswerter Gedanken, die bei dieser Gelegenheit ausgesprochen wurden, seien einige an dieser Stelle wiedergegeben: Namens des Präsidiums des KU in Deutschland begrüßte der Präsident der Reichsvertretung, Rabb. Dr. Leo Baeck, die Erschienenen und führte u.a. aus: Die Menschen können Situation nicht schaffen, Situationen werden gefügt; sie kommen über uns. Aber wir können eines: Wir können auf der Hohe der Situation stehen und bleiben. Wir können den Nöten und Leiden, den Kümmernissen und Schwierigkeiten des Tages ein Weltgeschichtliches entgegenstellen. Das ist die grolie moralische Bedeutung, die der Aufhau Palästinns für uns hat. Wer mitarbeitet durch Opfer, Gedanken und Tat, der hat sieh über so vieles erhoben, was beugen und niederdrücken will. Vieles fordern diese Tage von uns, und vieles versagen sie uns. Aber wir dürfen nie resignieren. Wollten wir resignieren, wir wären verloren. Wenn die große Aufgabe Palästinas uns nur eines gäbe: daß wir nicht resignieren, dah wir davor behütet werden, nicht mehr zu können, dann hätte sie schon ihr Oebot und ihr Recht an sich. Schon um dessentwillen wäre es ein Gebot der Selbsterhaltung, wenn wir mitarbeiten an diesem weltgeschichtlichen Werke. In Abwesenheit von Dr. Siegfried Moses, dem Vorsit/endcn der ZVfD, begrüßte ihr geschäftsführender Vorsitzender Dr. I ranz Meyer die Versammlung. Die ZVfl) sei entschlossen, dem Oedanken des K. H. in ihren Reihen ZU neuem Aufblühen /u verhelfen. Je mehr sie eine Bewegung breiter Schichten sein wolle, um so mehr empfinde sie es als ihre Aufgabe, nicht neue Mitglieder ZU zählen, sondern neuen Menschen ZU sagen, dali der Ehrenname des Zionisten bewiesen werden müsse durch die Leistung für den Palästinaaufbau. Wenn in Luzern beschlossen worden sei, dem So e z i a 1Z w e C k d er A n S i e d 1 u n g d e u t s c h e r Juden in Palästina das vom K. FL in Deutschland Aufgebrachte zur Verfügung zu stellen, so wissen wir, dali dieser Gedanke zu seiner vollen- Auswirkung kommen kann, nenn wir in unserer Leistung für den K. H. zugleich die Voraus- ■ «•i/ung für diese Aufgabe begreifen. Namens des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde überbrachte sein Vorsitzender Direktor Heinrich Stahl Olück- und Erlolgwünsche. Er könne dies um so herzlicher tun, so sagte er, als es ihm nach vielniouatigen Bemühungen gelungen sei, in der innerjüdischeu Qemeindepolitik einen Ausgleich herzustellen, der die Ausschaltung aller Parteiinteressen erwarten lälit. Er sei stolz darauf, dali dies Ziel unter seinem Voisitz erreicht worden sei. Liberale, h onservalive und Zionisten aller Schattierungen können und werden in Eintracht und vollem Verständnis füreinander zum Wohle der Gemeinde schaffen können. Auch der K. H. sei von dem Begriffe der Neutralität ausgegangen, er wollte alle Juden, auch die Nichtzionisten, für den Aufbau Palästinas gewinnen. r ist nicht müde geworden, eine grolie Brücke herzustellen zwischen denen, die vor 15 Jahren und später nicht verstehen konnten Oder wollten und den anderen, denen die Entwicklung in diesem I uule hier Recht gegeben hat. Auf beiden Seiten reicht sich heute Sonntag, den 1, Dez. W Uhr HJ1X&BAÜSPIEiL Boxclub Maccabi Berlin gegen Bar Kochba 1. Mannschaft Versicherungs-Büro Wolf «indsberg - Leipzig € 1 Oottschedstr. 30, Tel. 27210 <* <• n < r ii i - A » v ii t ii r der Lebensversicherungsgesellschaft 99 WT M O K K die moderne Versichcrungsform ein guter Wille die Hand und wir sind Gott sei Dank so weit, daft ilie Gegensätzlichkeit, wenn es die Judenheit und Ere/. Israel angeht, zum Antiquierten und Überholten gehört. Der Leiter des Deutschen Hechaluz, Ben Aharon, nahm Bezug auf das 25jährige Bestehen von Dagania, das einstmals vor Schaltung der finanziellen Instrumente des Aufbaus in der Hoffnung und Erwartung begründet wurde, dali das Volk erwachen werde. In Palästina haben wir ein Werk geschaffen, das, gemessen an Leistungen grolier und mächtiger Völker, auf kolonisatorischem Gebiete einzig und unerreicht dasteht. Zwei Drittel des Landes seien aber noch nicht erobert: was wir geleistet haben, sei nur ein Kleines gegenüber dem, was wir verpflichtet wären zu leisten. Frau Dr. Moses als Vertreterin der WIZO nahm Bezug auf die Arbeit der WIZO, die seelische Bereitschaft für das Land zu erschlieBen, Dr. Friedrich Brodnitz, der Vorsitzende des Reichsausschusses jüdischer Jugendverbände, sagte, es sei nur eine Dankesschuld, wenn die jüdischen Jugendverbände sich zum K. H. bekennen. Viele ständen noch abseits. Das, was bisher die jüdische Jugend unter Einsatz ihres Lebens für Palästina geleistet habe, gebe ihr das Recht, zu fordern, das, was man für Palästina tue, nicht nur mit materiellen Opfern zu tun, sondern in wirklicher Verbundenheit mit der Sache, mit dem, was drüben geschieht. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Veränderungen des Lehrplanes. Lehrgang 3 (Rabbiner Cohn) findet zunächst nicht statt . Den Hörern geht noch endgültige Nachricht zu. Lehrgang 15 (Dr. Leopold) findet nicht Donnerstags, sondern Dienstags von 20 21 Uhr in der Schule statt. Er beginnt am Dienstag, 10. Dezember 1935. Stundenplan für die Woche vom 1. bis 7. Dezember 1935. Sonntag: Lehrgang 1 (Heim). Montag: Lehrgang 2 (Sozialamt); 19 Anfänger A (Schule); 18 (Schule); 19 Anfänger A (Schule); „ 19 Fortgeschrittene A (Schule); 20a (Schule); „ 22a (Schule). Oneg Schabbat des Bar Kochba am Fr«»H*»«y, den S. ucffinhpK ■■ im Jugendheim, Elstersfr. 7 Ifyandarbeitsausstellung I ' ■HIHHH jüd. rauen BHBHHB in den Räumen der Gesellschaft der Freunde Jfumboldtstrasse 1 vom Dienstag, den 3. bis Sonnabend, den 7. Dezember Geöffnet: Täglich von 10-1 und 4^7 Uhr Freitag.......nur vormittags Sonnabend......nur nachmittags ab 5 Uhr Jeden Nachmittag Gelegenheit zur gemütlichen Kaffeestunde ^i-|f „1M,-,J.„M «I Oastspiel des Hamburger Kulturbundtheaters Jüdischer Kulturbund Die Hgllser des Herrn Sartorius Donnerstag, den 5. Dezember 1935 in den Schioßkeller-Sälen, Dresdner Str. 56 Pünktlich 20 15 Uhr, Garderobenschluß 20 Uhr Rauchen streng verboten! Voranzeige: 15. Dezember 1935. Veranstaltung des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde: Collegium musicum, Psalterion-Chor, Leitung Barnet Licht. Für Mitglieder des Kulturbundes Leipzig freier Eintritt. In Vorbereitung: Gastspiel des Berliner Kulturbund-Orchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Rosenstock.