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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-10-25 · 43 (25.10.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
43 (25.10.1935)
Date
1935-10-25
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 (JEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 2V OHoh^r lern Zweite Vorauszahlung auf die Gemeindeanlage 1935. Da wir von den Finanzämtern die Unterlagen zur Errechnung der Gemeindeanlage noch nicht erhalten haben, wird eine zweite Vorauszahlung auf die Gemeindeanlage 1935 erhoben. Dieselbe beträgt wieder ein Drittel des Cipsamihptrqrrps rl*»r r^prr»omrjonn|ofv<. 1 O3 . Als Fälligkeitstag für die Vorauszahlung ist der 18. November 1935 festgesetzt. Die Steuerzahler werden gebeten, die Vorauszahlungen zu dem obengenannten Fälligkeitstag zu entrichten und hei der Zahlung die Hebebuchnummer des Steuerbescheides für die Gemeindeaniage 1934 anzugeben. Die Gemeindekasse, Walter-Blümel-Str. 10,1, ist werktäglich geöffnet von 9 — 1 Uhr. Die Gemeinde hat Postscheckkonto Leipzig Nr. 50533, Bankkonten: Stadt- und Girobank Leipzig; Commerzu. Privatbank Aktiengesellschaft Filiale Leipzig, DepositenkasS A; Handelsbank Iwria e. G. m. b. H., Leipzig C 1, Ritterstr. 23 -29 (Ölßncrshof I); Bankhaus Kroch jr., K. G. a. A., Leipzig C 1, Goethestraße 2. Der als Gemeindeanlage 1935 zu erhebende Zuschlag zur Reichseinkommensteuer (bezw. Lohnsteuer) 1934 ist — wie bereits bekannt gegeben — auf 30 v. H. festgesetzt. Über die Fälligkeit der Restzahlung erfolgt später noch besondere Bekanntmachung. Der Vorstand der israelitischen Rel gionsgemeinde zu Leipzig Unsere Gemeinde. Nachrichten des Palästina-Amtes: Das Königlich Britische Konsulat in Leipzig hat sich bereit erklärt, bei Visumanträgen den Inhabern von AI und D (Kapitalisten- und Anforderungs-) Zertifikaten, für die bisher be/.irksärzFiche Zeugnisse vorgeschrieben waren, in Zukunft die Zeugnisse unseres Vertrauensarztes anzuerkennen. Vertrauensarzt unserer Zweigstelle ist Herr Dr. med. Fritz Loebenstein, Leipzig N 22, Wilhetmstr. 72, der in Behinderungsfällen von Herrn Dr. med. Eduard Blumberg, Eisenbahnstraße 76, vertreten wird. An die jüdischen Hausfrauen Leipzigs. Die in der hiesigen Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes zusammengeschlossenen Organisationen bemühen sich, die Schwierigkeiten in der Wirtschaftsführung, die sich durch die einstweilen noch zu kleine Zahl von jüdischen Hausangestellten ergeben, nach Möglichkeit zu erleichtern: 1. Es werden Schritte zur Gewinnung von Kräften für die Hauswirtschaft planvoll unternommen. 2. Es ist ein neuer Kursus zur Sehn hing von Hauspflegerinnen (d. h. Frauen, die aushilfsweise Vertretung oder Unterstützung der Hausfrau übernehmen), eingerichtet. 3. Einrichtungen zur Fortbildung von I (ausb auen und Ausbildung schulentlassener Mädchen im Kochen, Waschen, Bügeln, Nähen sind vom Sozialamt unter Mitarbeit des Frauenbundes in Vorbereitung. Über alle diese Maßnahmen und weitere geplante Schritte können die Frauen in den Hausfrauensprechstunden Auskunft erhalten. Es wird gebeten, auch Anregungen und Wünsche dort zur Kenntnis zu geben. Sprechstunden: Montag und Donnerstag von 5—6 Uhr im Sozialamt, Humboldrstr. 13. Das neu erschienene Kochbuch des Jud. Frauenbundes ist dort zum Pteise von RM. 2,!0 erhältlich. C. V.-Frauengruppc. Die Damen unserer C.V.-Mitglieder, die ehrenamtlich bei der Jüdischen Winterhilfe mitarbeiten wollen, werden gebeten, umgehend ihre Adresse au die Geschäftsstelle König-Johann- Straße 17p (Telephon 12038) anzugeben. Korrespondeu/blatt über Auswandcrungs- und Siedlungswesen. In Nr. 40 unseres Genieindeblattes haben wir auf das vom Hilfsverein herausgegebene, 100 Seiten starke Heft hingewiesen, in dem über die allgemeinen Verhältnisse und die Berufsaussichten in 70 Ländern alles für Auswanderer Wissenswerte Mitgeteilt wird. Wir erfahren, dali bei dem Schatzmeister der Ortsgruppe, Herrn Dr. Schreiber, BeethoveustraHe l(), eine Reihe von Stücken dieses Korrespondenz blattes vorrätig ist. Gegen Überweisung von 1 RM. auf sein Postscheckkonto Leipzig Nr. 00607 erfolgt portofreie Zusendung. Lehrerfortbildungstagung 14. bis 17. Oktober. Die durch die Vorankündigungen recht populär gewordene Tagung nahm ihren programmäßigen und recht harmonischen Verlauf. Die Beschickung aus Mitteldeutschland war schwach, dagegen aus Sachsen, besonders aus Leipzig, sehr stark. Die Hörerschaft setzte sich ebenso stark aus Laienwie aus l.ehrerkreisen zusammen; die Zahl der jugendlichen Hörer war überaus groß und das Interesse derselben besonders erfreulich. — Das Kolleg Rrof. Dr. Bondys (Frankfurt) über „Schule, Elternhaus und J u g e n d b ü n d e" war sehr lebendig und anregend, auch das Korreferat des Jugendlichen Kurt G o I d in a n n - Leipzig hatte besonderen Beifall. Das Interesse an dem Thema war so stark, daß am ersten Abend noch spontan eine Arbeitsgemeinschaft zum Kolleg eingelegt wurde. Ebenso fand Direktor A d 1 e r - Stuttgart für seine Arbeitsgemeinschaft „Methodik des Musikunterrichts" eine von Lesuryj zu Lesung steigende Zahl von Hörern, besonders aus Laienkreisen. Seine überaus lebendige, von erstaunlicher Intuition beschwingte methodische Behandlung des Singens, besonders des Singens m't Jugendlichen, war von überraschender Wirkung und vermittelte eine Fülle von Anregungen für die Lehrerschaft. — Den gleichen Vorzup der Vermummt; eines gewarnten Ketchtuma an methodischen ^".r:g::.:g~:: modernster Art hatten die Kollegs des Herrn Dr. Epstein- Frankfurt über den „Deutschunterricht an dei Jüdischen Schule". Der Dozent konnte aus dem Vollen seiner reichen Erfahrungen, seines tiefen stofflichen Wissens und seiner angeborenen großen methodischen Geschicklichkeit bieten und hat seine Hörer trotz des nur einen Nachmittags außerordentlich gefördert. — Eine aus gründlichster Kenntnis des Landes geschöpfte, flüssig und interessant dargebotene Stoffsammlung über Pa 1 ä s t i n a k u n d e, welche Dr. Franz M e y e r - Berlin seinen Hörern darbot, wird in der kommenden Schulzeit ohne Zweifel reiche Früchte tragen. - Recht interessant, weil vielfach ganz neu, war auch eine Arbeitsgemeinschaft der beiden Berliner Herren Rektor Reschke und Lehrer Aß: „Der Film an der jüdischen Schule". Die zahlreichen praktischen Filmbeispiele, mit Hilfe einer neuartigen, billigen Schmalfilmapparatur vorgeführt, machten die Darbietung sehr nützlich. Die beiden Herren brachten auch eine für die Schulverwaltuit gen bestimmte Denkschrift zur Verteilung, die für die Beschaffung der ge/eigten Apparate und Filme werben sollte. — Unser Leipziger Meister des Hebräischen, Herr Dr. W o s k i n hatte sich wie der in dankenswerter Weise für eine Anzahl von hebräischen Sprachkursen zur Verfügung gestellt, die den Erfolg erzielten, daß sich eine Arbeitsgemeinschaft zur Fortsetzung der wichtigen hebräischen Spracharbeit in den Weihnachtsferien zusammenfand. Der Vorstand der Leipziger Gemeinde ehrte die Hörerschaft durch einen Empfangsabend, bei dem neben gasifreundüchster Bewirtung Herr Vorsteher (i o I d s c h in i d t liebenswürdige Begrüßungsworte sprach. Herr Prediger Qfinaberg« Zwickau dankte für die Erschienenen herzlich. Die Lehrerschaft verließ die Tagung mit hoher Befriedigung und Sprach sich auch außerordentlich dankbar über die großzügige Gastfreundschaft der Leipziger jüdischen Bevölkerung aus, die zahlreiche Quartiere für die gesamte Tagungszeit zur Verfügung gestellt hatte. Bevorstehende Veranstaltungen 19. November: lud. Kulturbund: Der 14jährige GeigenkünstlerOssy Renardy. 25. November: Jüd. Kulturbund: Gastspiel des Berliner Kulturbundtheater: 2 Einakter von Offen bach. 15. Dezember: Collegium musicum und Psalterion-Chor: Synagogen- Konzert. Amtliche Bekanntmachungen Pfundsammlung der Jüdischen Winterhilfe. Da am 13. Oktober 1MJ5 die erste Pfundsammlung der Jüdischen Winterhilfe noch nicht durchgeführt werden konnte, wird sie am Sonntag, dem 27. Oktober 1935, in der Zeit von 9—13 Uhr, nachgeholt. Sollte die eine oder andere Familie versehentlich nicht besucht werden, so bitten wir sie, sich am Montag beim Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Walter- Blüniel-Straße 10, Erdg., als der Geschäftsstelle der Jüdischen Winterhilfe (Ruf 21382) zu melden, damit die Spende nachträglich abgeholt werden kann. Unsere Sammler sind mit Ausweis versehen. Sie sind verpflichtet, über jede Spende Quittung zu erteilen. Wir konnten die Sammlung nicht früher anzeigen, weil IHM die Genehmigung erst heute erteilt worden ist. Leipzig, den 24. Oktober 1935. Jüdische Winterhilfe. Änderung von Ferngprechanschlüsseii> Vom I. November ds. Js. an sind die Dienststellen in unsprer Gemeinde unter folgenden Rufnummern zu erreichen: Allgemeine Verwaltung..... 23602 (wie bisher) Wohlfahrtsamt........ 21382 (wie bisher) Sozialamt..........12938 (wie bisher) Gemeindesynagoge (Inspektor Braude) 23602 ab 19 Uhr 17034 Oberkatitor Lampe] benutzt .... 12938 Bestattungsgehilfe Pietrkowski benutzt nach Dienstschluß .... 17034 Gemeindeverwaltung nach Dienst sch lull: Anmeldung von Sterbefälleu . . .17034 53880 für sonstige dringliche Fälle 21382 22521 Leipzig, den 22. Oktober 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig«

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