Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 43 (25.10.1935)
- Date
- 1935-10-25
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 HÄMhPI CD AMI/ i*»*B!Ä — — — — — ^—^ — — — VW ■ m m-M E. 6. m. b. H. Ritterstraße 23/29 Telefon 15831 Ausführung aller Bankgeschäfte Beratung in Paiaestina-Transfer Fragen HUQO BLUM HILDE BLUM geb. Brat Vermählte Leipzig N 22, Erfurter Straße 8 im Oktober 1935 Statt «Karten! Wir geben hiermit bekannt, daß die Barmizwah unseres jüngsten Sohnes Gerbard Siegfried am Schabbos, d. 2. Nov. 35 in der Synagoge Ez-Chaim, Otto-Schill-Straßc, stattfindet. Wir laden hiermit alle Freunde und Bekannte herzlichst ein. Kidusch n. d. Oottesdienst. Funkenburgstr. u, II. Salo Erlbaum u. Frau. Dora Schaja Max Schnitmann Simchath Thora 5696 Verlobte Leipzig, Oktober 1935 \a Blumen? — Nur von Lange Tauchaer Str. 16 — Telefon 287 89 — Lieferung ins Haus Jahrelang hat Bialik nichts mehr gedichtet; er suchte nach Reuen Stoffen seines Wirkens. Denn nicht als Dichter hat sich ja Chajiffl Nachmau Bialik im tiefsten Qrunde seines Wesens empfunden als einen „Holzfäller" vielmehr, der harte Arbeit mit seinen zehn Findern tut, auf daß das Volk gesunde. So kommt er in dieser Zeit, als auch die russische Revolution ihm eine tiefe Enttäuschung geworden war, schwer und zögernd endlich dazu, sich zur Heimkehr ins Land der Väter zu rüsicii. Schon einmal ist er monatelang dort gewesen; aber die jüdische Wirklichkeit sah ganz anders aus. als der Dichter sie einst erträumt hatte. Noch lange sollte es dauern, bis ei sieh in der letzten Epoche seines Lebens die Volksnähe in dem heiteren Hause in Tel Awiw errang. Dort ist Ihm die volkstümlichste Schöpfung seines Lebens gelungen: die Neuformung des Oneg Schabbath, die von Tel Awiw «auszog und die Juden in aller Welt beglückte und bereicherte. Es blieb bis jetzt die einrige religiöse Form, in welcher ein Mensch unserer Tage sich selbsttätig neben die großen Lehrer der Vergangenheit stellte. Bialik hat viele unvergeßliche Qedichte geschaffen aber der Oneg Schabbath ist sein schönstes Gedicht. Und wer selbst nach dem Tode des Schöpfers diese lebendige und beglückende Vereinigung der Juden von Tel Awiw einmal miterleben durfte, der weiß: ii -es Werk hat seinen Schöpfer überlebt und wird ihn, will's Qott, noch lange überleben. Nicht minder bedeutsam als seine dichterischen Werke ist die Forscher- und Sammlertätigkeit seiner /weiten Lebenshälfte. Als einer der wenigen, die in unserer Zeit noch über die Kenntnisse vergangener Geschlechter gebieten, hat er im Verein mit seinem freunde Hawnitzki im Buch der Aggada die Fülle unseres alten Volksgutes zusammengefaßt. Nur sein all/u früher Tod verschuldete, daß diesem Buche nicht mehr wie geplant das Buch der Halacha folgte, deren grundlegende Bedeutung sein berühmter Aufsatz ,,l latcha und Aggada" schon formuliert hatte. Und dann kommt in den letzten Jahren, da der kraftvolle Mann 'War im Äußeren noch bärenstark wie einst aussah, aber im Innern "Ohl schon den Keim der Todeskrankheit spürte, eine letzte Rück* kehr zu den Eindrücken seiner frühen Kindheit. Das Bild der 1Kutter ersteht aafs neue in einem seiner ergreifendsten Qedichte, 'hm gesellt sich das Bild des frfih vermißten Vaters, der mit den Kindern sang und lernte und dessen reine Seele in der Woche der «Schiwah" ZW verlassenen Wohnung wiederkehrt, vom Mitleid mit Zionistische Vereinigung Leipzig - Snlf Ilechaluz Leipzig - Öffentliche Veranstaltung! Nonnabend, «6. Okt. abds. 8»° Uhr, spricht in der Turnhalle der Höheren Israelitischen Schule, Gustav- Adolf-Str. 7, der Leiter des deutschen Hechalu z, « K \ AHAJROX aus Chederah über das Thema: Palästina im Mittelmeerraum" 99 In Anbetracht des aktuellen Themas sind alle Gemeindemitglieder herzlichst eingeladen. Gesangs- und Sprech-Chöre umrahmen die Veranstaltung. Zur Deckung der Unkosten wird von Erwachsenen ein Beitrag von 0.30 KM., von Erwerbslosen und Jugendlichen (auch in den Bünden) 0.10 RM., erhoben. dem einsamen Knaben getrieben. Dem Los der Witwe und der Waislein sind seine letzten Lieder gewidmet. Es ist ein großes Verdienst Ernst Simons, daß er unserem seit Biaüks T ode selbst verwaisten Geschlechte dies auch geschenkt hat. Aber wir sagten schon: wer den eigentlichen Gewinn dieses Buches einten will, der muß es beiseite legen und darüber hinaus ZU Bialiks Gedichten selbst greifen. Erst dann wird er den Zweck des Buches und den Willen seines Verfassers verwirklichen. * Im rechten Augenblick werden wir drum ein Buch zur Hand nehmen, das uns der verdienstvolle Leiter hebräischer Sprachkurse und Verfasser eine: hebräischen Grammatik Dr. Seh. Kaleko (im Keilern-Verlage) soeben bietet: In der Schriftenreihe „Sofrejnu" ist das 1. Baudchen das erste war J. L. Perez gewidmet — soeben erschienen, das sieh mit Bialik beschäftigt. Ls bietet nicht nur eine leicht lesbare kleine Lebensskizze des Dichters, sondern auch eine Auswahl aus seinen Dichtungen in Vers und Prosa und wird von Erläuterungen begleitet. Da die Texte zum größten Teil mit Nekudoth versehen sind, wird auch der weniger weit fortgeschrittene Schüler durch dies Büchlein sieh einen ersten Begriff von der Gewalt und EUglekh der Süßigkeit Bialikscher Verse verschaffen können. B. B. St. Jüdische Schulen. Das Schulgeld und der Heizungsbeitrag für den Monat November und die sonstigen Schulgeld-Rückstände sind bis zum 5. November 1935 zu entrichten. Der Heizungsbeitrag von 1 RM ist auch von den Freischülern zu zahlen. Diejenigen Kinder, für die Schulgeld und Heizungsbetrag nicht pünktlich gezahlt werden, werden nicht mehr zum Unterricht zugelassen. Leipzig, den 21. Okiober 1935 Der Vorstand des Israel. Schulvereins Leipzig e. V.