Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 42 (18.10.1935)
- Date
- 1935-10-18
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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18. Okiober 1935 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSGEMEINDF. 71J LEIPZIG seile 3 Seite 3 HANDELSBANK IWRIA e.G.m.b.H. 1 Ritterstraf3e 23/29 Telefon 15831 I Ausführung aller Bankgeschäfte 1 Scheckkonten Sparkonten Effekten Devisen B Wir dankeu herzlich für die uns zur Bannizwali 1 unseres Sohnes HANS erwiesenen Aufmerksamkeiten. 1 Heinrich und Martha Grenitzer geb. Robinowitz. i NACH PALÄSTINA; 6 11.35 ab Neapel über Palermo, Beirut % nach Haifa einmalige Sonderfahrt mit D. ■ %™ P .TM/m. Fahrpreis: Neapel - Haifa von Rmkl65.— an. tjooo brt Sofortige Anmeldung; erforderlich! Auskünfte und Buchungen nur durch Reisebureau Astoria 15; Vertretung der PALESTINE EXPRESS CO. Leipzig C 1 Blücherplatz / Tel. 28740 Ueberseereisen — Frho!ung»reisen — Gesellschaftsreisen — Flugpassaeen Max Rubel und Frau, Leipzig, Josef Greisinger und Frau, Oera, beehren sich die Trauung ihrer Kinder am 27. Oktober 1935 nachm. 3.30 Uhr in der Talmud Thora Synagoge, Keilstraße 4, anzuzeigen. Zu der s. G. w. am 26. Okt., 8.30 Uhr in der Kolomea-Synagoge, stattfindenden Barmizwah unseres Sohnes Bruno gestatten wir uns einzuladen. Hillel Weitz n. Frau sreb. Tbau. hainstraße 6. Leipzig Regina Linker Hermann Borge nie Ii t Verlobte Sukkotii 5696 Wir müssen unsere Kräfte konzentrieren, Erfahrungen gerade in be/ug auf Familienwanderung berücksichtigen. Der Vordere Orient und auch die südliehen Republiken Südamerikas müßten ins Auge gefallt werden. In dieser Beziehung erinnerte Dr. Wiselmit/cr an die lodenreserve der ICA in Argentinien, die weitere Kolonisationsplanc in Brasilien habe und Untersuchungen über Möglichkeiten in Paraguay mache. Die erste Gruppe von Familien, die sich für Landwirtchaft eignen, wird im Dezember aus Deutschland nach Argentinien gehen) Der Hilfsverein arbeitet mit der Reichsvertretung an der Intensivierung dieser Aktion. Oberhaupt werde der Hilfsverein, so schloß Dr. Wischnit/er seine eindrucksvollen Ausführungen, in Verhandlungen mit den zuständigen jüdischen Körperschaften darauf bestehen, dali ein Maximum von Energie und Opfersinn entfaltet wird, um grollen Keilen der Juden in Deutschland zu eigener Existenz in Ubersee /u verheilen. Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee erinnerte zu Beginn seiner Ausführungen an einen bezeichnenden Zufall. In der Synagoge Müucheer Straße in Berlin sprach zu den Feiertagen der Rabbiner von der Sehnsucht der Eltern nach den Kindern. Und in Tel Aviv sprach um die gleiche Zeit der bisher in einer Berliner Synagoge amtierende Rabbiner Über die Sehnsucht der Kinder nach ihren Eltern. Damit werde ein Schicksal gezeichnet, ein Schicksal, das nicht neu sei. Ich bin nicht pessimistisch, so sagte Dr. Klee, wenn wirklich >rganiliert und mit Ernst das Problem dei Auswanderung in die Hand genommen wird. Da/u gehört aber eine umfassende Vorbereitung. In diesem Zusammenhange forderte Dr. Klee insbesondere eine Erhöhung der Zahl der Zertifikate für deutsche Auswanderer. Wir wollen jüdische Menschen in der Welt nicht /erstreuen, fuhr [Dr. Klee fort, denn die Kraft des jüdischen Menschen beruht aut Nun Zusammenhang mit seiner Gemeinschaft Aber Palästina, das Igerade in dieser Beziehung erwlhnt weiden muß, kann die Losung allein nicht bringen. Es gibt eine grolle Anzahl von Ländern in der Welt, die Juden aufnehmen. Dr. Klee dankte der JCA, der Auswandererorganisation HICEM und dem JOINT für die tatkräftige Hilfe und Mitwirkung bei der Bewältigung des judischen Auswandererin oblems aus Deutschland. Er ging auf die Notwendigkeit einer Intensivierung der Hachtcharah ein und schloß: Wir gehen aus einein Land, in dem wir uns verwurzelt gefühlt haben. Wir gehen hinaus mit dem Stoiz des Juden, der Pionier jüdischen (ieistes und Tuns an einer neuen Stelle ist. Jüdische Menschen sollen empfinden: gam su letowa, auch dies /um Outen. Alles wäre Stückwerk, wenn wir nicht die heilige heiße Liebe zu unserem Volk«? haben würden. Unsere Gemeinde. 50. Geburtstag des Herrn Lehrer und Kantor Jaffe. Mit herzlicher Freude nehmen wir Gelegenheit, dem durch eine mehr als 20jährige Wirksamkeit in unserer Gemeinde tief verwurzelten Herrn Lehrer und Kantor Max Jaffe zu seinein 30. Geburtstag (Simehas Thora) innige (iluckw mische /um Ausdruck ZU bringen. Laden auch wohl die gegenwärtigen Umstände im jüdischen Leben nicht /u besonderer Feier ein, so soll doch an diesem Tage /um Ausdruck gebracht werden, dall die hingebungsvolle und treue Pflichterfüllung, mit der er in seinein heiligen Amt als Lehrer und Vorbeter, wie weit darüber hinaus in seiner persönlichen Betätigung für die Glieder unserer Oemeinde und für das Judentum Überhaupt wirkt, einen tiefen Widerhall in den Herzen der Oemeinde geweckt hat. Beweise dessen sind >.! Herrn jaffe aus besonderem Anlaß in jüngster Zeit erbracht worden; hier soll dem nur vor der Allgemeinheit nochmals Ausdruck gegeben werden. Max Jaffe, im Hessischen geboren, hat seine Kindheit in Ostpreußen verlebt. Aus einem tielglaubigen Litern hause hat er innere Begeisterung für den Dienst in den Heiligtümern Schule und Gotteshaus in sieh aufgenommen. Stark wirkendes Vorbild war ihm dabei der Vater, der im wahren Sinne alter Überlieferung ein Schliach zibbur war und in der gleichen tiefen Liebe für sein Amt bis in sein Alter hinein gewirkt hat. So entsprach es innerem Rufe, wenn Max Jaffe sieh nach beendeter Schulzeit dem Berufe eines I ehrers und Kantor« zuwandte und /ii seiner Ausbildung die Bildungsanstalt für jüdische Lehrer zu Hannover bezog, die er dann im Frühjahl 1906 nach Abschluß der Vorbereitung verließ. In verschiedenen Gemeinden hat er dann das Lehramt als Elementar- und Religionslehrer ebenso wie das Amt des Südischer Kulturbund Lichtbildkarten nicht vergessen KflHINIBfHIUSikäbCLld tlCS Montag, 21. 0M. 1935 Im Weifen Mitwirkende Hella Chitrik, Leo Schwarz, Paul Saale des ZOO. pUllktl. 20.15 Uhr HCIIOClSSOllll-TNO Blumenfeld Konzertsängerin« Erika Storni Garderoben-Schluß 20 Uhr__ __________ Voranzeige: 5. od. 7. Nov. „Spiel im SthloR" von Nolnar, 19. Nov. „Der Hjähr Geigenspieler Ossi Renardi"