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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-10-18 · 42 (18.10.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
42 (18.10.1935)
Date
1935-10-18
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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seile 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 18. Oktober 1935 Vorbeters verwaltet und sich, wo immer er wirkte, als gerade, offene Persönlichkeit, wie als zielsicherer Führer der Jugend und andachterweckende) Vorbetei Verehrung und Liebe seiner Gemeinden erworben. Seit dem 1. Juli IQ 14 wirkt Max Jaffe nun in unserer Gemeinde, wo seinem unermüdlichen Betätigungswillen im Dienste unserer (iemeinschaft ein reiches Feld geboten ist, seitdem er nach Beendigung des Krieges seine ganze Kraft der Gemeinde zu widmen vermag. Line ungemein fruchtbare Tätigkeit als Lehrer au der Religionsschule I hat ihm verehrungsvolle und dankbare Liebe einer nach I hinderten zählenden Schülerschar eingetragen, die sich, auch wenn sie schon längst der Schule entwachsen ist, immer noch zu ihm hingezogen fühlt. Die Klarheit und Bestimmtheit seiner Unterrichtsweisc paart sich mit der Erfülltheit von der Größe seiner Aufgabe; dadurch hat er vermocht, sowohl unterrichtlich wie religiös-erzieherisch starke und nachhaltige Witkung zu erzielen. Seit einer stattlichen Reihe von Jahren übt er den Lehrerberuf auch an der jüdischen Schule aus und hat es auch hier verstanden, seine Lehrerpersönlichkeit durchzusetzen; in Anerkennimg dessen ist er auch an verantwortliche Stelle in der Leitung der seit einigen Jahren bestehenden jüdischen Volksschule berufen worden. Im Uottcsdienste wirkt Herr Jaffe neben Herrn Oberkantor Lampel in der (iemeindesynagoge. Die verinnerlichtc Art, mit der er nier die Gebete vorträgt, teilt sich den Betern mit und erweckt in ihnen erhebende Stimmung. Kommt dies in der Gemeindesynagoge im Gebet und besonders bei dem Vortrag der Thoravorlcsuug zur Geltung, so zeigt sich die volle Entfaltung seines kantoralen Könnens in den an den hohen Feiertagen veranstalteten Zweiggottesdiensten, in denen er durch die Gestaltung der Hauptgebete die tiefe Heiligkeit und den weihenden Ernst dieser Andachtsstunden zu schaffen wcil5. Wenn die Teilnehmet an diesen Gottesdiensten geradezu zu einer Gemeinde wurden, so gebührt das Hauptverdienst daran Herrn Jaffe, der noch dazu die Vorbereitung und Führung des in ihnen mitwirkenden Chors ausführt. Über seine mit so viel Ernst und Hingabe geübte dienstliche Tätigkeit hinaus zeigen sich die Ausstrahlungen seiner Persönlichkeit wirksam auf den verschiedensten Gebieten selbstgewählter ehrenamtlicher jüdischer Arbeit. Unvergessen bleibt dabei besonders die jahrelange Tätigkeit für die jüdische Jugend, sein Eintreten für die Verbreitung der Kenntnis jüdischer Kulturschöpfungen. In der Leipzig-Loge, im Reichsbund judischer Frontsoldaten und in vielen anderen Institutionen bewährt sich Max Jaffe immer wieder als geistigangeregter und anregender Mensch und gewinnt sich dadurch immer von neuem Herz und Sinn eines grolien Kreises der Gemeinde. Herr Max Jaffe begeht seinen (ieburtstag am Simchas Thora. So wenden sich ihm freudig die Herzen seiner Gemeindemitglieder in dem Wunsche zu: die Freudigkeit, die diesen Festtag umgibt, möge ihm für die Dauer seines Lebens beschieden sein. Dem hei/liehen und innigen Familienleben möchte jeder Schatten von Schmer/ und Beschwernis genommen werden und für alle Dauer fern bleiben. Mitteilungen des C. V.-Syndikats. Die Kleidung des jüdischen Mannes und der jüdischen Frau sei einfach und schlicht! — Übermäßige Kosmetik bei den Frauen ist unbedingt zu vermeiden! Entschädigungsansprüche. I Mejenigen Entschädigungsansprüche, die mit der Staatserneuerung zusammenhängen und auf Grund des Gesetzes über den Ausgleich bürgerlich-rechtlicher Ansprüche erhoben werden, können noch bis zum 31. Oktober geltend gemacht werden. Amtliche Bekanntmachunaen w Aufrechterhaltung der Ordnung zu Simchas Thora. Im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung werden unsere Gemeindemitglieder mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitverhälnisse gebeten, zu Simchas Thora Kinder unter sechs Jahren in die Gemeindesynagoge nicht mitzubringen. Leipzig, den 10. Oktober 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Jüdische Volksschule. Der Unterricht in allen Klassen der Volksschule beginnt am Dienstag, den 22. Oktober 1935. Stundenplan für Dienstag, den 22. Oktober 1935. 32. Volksschule, Yorkstraße. Klasse la von 9.00 13.15 Uhr | Klasse 2a von 8.00-13.45 Uhr. Städtische Schule, Lessingstraße. Klasse lb von S.(K) 14.10 Uhr I Klasse 4a von 8.00- 12.40 Uhr Kiasse 2b von 8.00—13.30 Uhr | Klasse 4b von 8.00—12.40 Uhr. Höhere Israel. Schule, G u s t a v-Ado 1 f-S t r a ß e. Klasse 3V.S. von 8.00- 12.40 Uhr Klasse 8a von 10.00 14.10 Uhr Klasse 5a von 8.55- 13.30 Uhr Klasse ob von 8.00—14.10 Uhr Klasse 5b von 8.00—12.40 Uhr Klasse 7a von 8.00—11.40 Uhr Klasse 6a von 11.55 -14.10 Uhr Hebräische Sprachschule, Pfaffen dorfer Str4. Klasse 7b von 8.00 10.50 Uhr | Klasse 8b von 10.55-14.10 Uhr. Leipzig, den 15. Oktober 1935. Die Schulleitung. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Hoschana rabba. Freitag, 18. Oktober, Morgengottesdienst 7 Uhr. Schlußfest: Freitag, IS. Oktober, Abendgottesdienst 17' \ Uhr. Sonnabend, 19. Oktober, Mcrgengcttesdienst 9 Uhr, Thoravorlesung 93/i Uhr, Predigt lü1 4 Uhr, anschließend Seclenfcier. VJC5CI/.I.SII CUUC; OUIUIUUCIIU, IV. UMUDCI, AUCIIU^UUeSUieUM *i7i/4 Uhr. Sonntag, M. Oktober, Morgengottesdierat y Uhr; 1 hora- Vorlesung 9* i Uhr; Nachmittagsgebet 17,20 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 17,51 Uhr. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Predigt pünktlich beginnt und daß während der Predigt die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind. Die Herren, die bei den Vormittagsgottesdiensten aufgerufen werden wollen, müssen bis 91, Uhr anwesend sein. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst. Freitag, 25. Oktober, Abendgebet 17 Uhr. Sonnabend, 2b. Oktober, Morgengehet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15,15 Uhr mit Predigt, Nachmittagsgebet 17,05 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 17,39 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ez - Chaim, Otto - Schill - Str. Freitag, IS. Oktober, Abendgebet 17,15 Uhr. Sonnabend,!9. Oktober, Morgengebet 8,30 Uhr; Seelenfeier 10 Uhr; Predigt 10,30 Uhr; Minchoh 10,30 Uhr; Abendgebet 17,51 Uhr. Sonntag, 20. Oktober, Morgengebet 8 Uhr; Minchoh 17 Uhr; Ausgang 17,51 Uhr. Wochentag: Morgens 7 Ulli, abends 17,30 Uhr. Synagoge Ez-Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag, 25. Oktober. Abendgebet 17 Uhr. Sonnabend, 26. Oktober, Morgengebet 8,30 Uhr; Minchoh 16,30 Uhr; Ausgang 17,39 Uhr. Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 17,15 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 18. Oktober, abends 17,15 Uhi. Sonnabend früh Schmini azeres 8,30 Uhr. Mincha 17,30 Uhr, Mariw 17,51 Uhr, Simchas Thora früh 8 Uhr, Mincha 17,30 Uhr, Ausgang 17,51 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 17,15 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, den 25. Oktobei, abends 17 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 17,39 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 1/ Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 18. Oktober, Hoschana rabba früh 7 Uhr; abends 17,15 Uhr. Sonnabend, den 19. Oktober, Schmini-azereth früh 8,30 Uhr; Mincha 16 Uhr; Simchath- Thora Maariw 17,50 Uhr. Sonntag, 20. Oktober, früh S Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 17,46 Uhr. Wochentag: Früh 7 Uhr, Mincha 17,15 Uhr. Personenstandsnachrichten Barmizwas: Sonnabend, 26. Oktober 1935, Heinz Kurzrock, Sohn des Herrn Rudolf Kur/rock und Frau Adele geh. Strauß, Gohliser Straße 39, in der Gemeindesynagoge. Sonnabend, 26. Oktober 1935, Max Szladkowsky, Sohn des Herrn Flias Szladkowsky und Frau Fanni geb. Wittelsohn, Alexanderstraße 46, in der Gemeindesynagoge. Sonnabend, 26. Oktobei 1935, Harry Suhl, Sohn des Herrn Bernhard Suhl und Frau Klara geb. Bergwerk, Gustav-Adolf-Straße F'a, in der Ez-Chaim-Synagoge. Sonnabend, 26. Oktober, Felix Flaschniann, Sohn des Herrn Max Flaschmann und Frau Toni geb. Fischelsohn, Yorkstr. 9, in da Synagoge Ohel Jakob, Pfaffendorfer Str. 4. Todesfälle: 7. Oktober 1935 Ryfka Wanderer, Nordstraße 47. 10. Oktober 1935 Samuel Quzik, Ranstädter Steinweg 33. Gedenkgottesdienst Am 29. Oktober findet abends um 8 Ulü in der Gemeindesynagoge aus Anlaß der Jahrzeit nach dem seligen Herrn Rabbiner Dr. Goldmann ein Gedenkr*ottesdienst statt. Einzelheiten werden in der nächsten Nummer de« Oemeindeblattes bekanntgegeben. Konzerte. Kammermusikabend im Kulturbund. Dieser Abend versprich! ■ehr interessant ZU werden. Durch Heranziehung einer Sängerin, die /wischen den zwei Trios mehrere Lieder singt, wird der /« strenge Stil gemildert. Überhaupt gibt es zwei herrliche Trios /u hören, das „H-dur" von Johannes Brahms, und das unübertreffliche „Dumky"-Trio von Anton Dvorak. Die Sängerin bringt in der erstes Abteilung Lieder von Felix Mendelssohn und Robert Schumann — in der /weiten, I ieder von Arnold Schönberg und Igor StravinsKv. Der große Symphoniker und Liederkomponist Brahms nimmt auch unter den hervorragenden Meistern der Kammermusik eine der ersten Stellen ein. Das uns diesmal dargebotene Trio op. 8 in H-dur ist sein erster Versuch auf diesem Gebiete gewesen, dem nur einige Sonaten für Klavier und einige Gesänge vorangingen. Das I lauptthema des ersten Satzes wird vom Klavier angestimmt, später vodl| Violoncello und der Violine aufgenommen. .Neben diesem schwärnicj rischen Thema steht ein strafferes, bewegteres* beide schmiegen sief ergänzend aneinander. Der zweite Satz ist -ein Scherzo, lustig '{

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