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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-10-22 · 43 (22.10.1937) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
43 (22.10.1937)
Date
1937-10-22
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JODISCHES QEME1NDEBLATT LEIPZIG 22. Oktober 1937/ Nr. 43 Unsere Gemeinde Beratungsstelle Leipzig des Hilfsvereins der Juden in Deutschland e. V. Der „Hilfsverein" teilt uns mit: „Die im Anschluß an den Vortrag des Herrn Dr. Rosenberg erfolgte Werbung des Hilfsvereins der Juden in Deutschland e. V. hat schon einige recht erfreu- 1*f*hP FrrrnK>Micc#» nro-y*»inr+ K*»»«»nt«-«»* A n Q flo** fl nt- Citxifln ' O O ' " "O " > — - ---— ---- — — *— — — f"p imgeh#tiw Wirhtirrkeit des Hilfsvereins von allen Seiten erkannt wird. Damit die Werbung auch weiterhin zu einem guten Erfolg geführt werden kann, ist es die Pflicht jedes einzelnen, nach besten Kräften mit beizusteuern. Wer für den Hilfsverein gibt, gibt für sich selbst! Der Hilfsvercin bittet daher, seine Werber, die in den nächsten Tagen vorsprechen werden, zu empfangen und in ihrer Werbung zu unterstützen." Agudas Jisroel, Ortsgruppe Leipzig. Es ist über zwei Vorträge zu berichten, in denen den thoratreuen Kreisen der Gemeinde Gelegenheit gegeben wurde, wichtige Gegenwartsfragen vom agudistischen Gesichtspunkt aus kennenzulernen. Am 2. Oktober führte Herr Dr. Lipschütz nach grundsatzlicher Weisung agudistischer Auffassung die Tagungsinhalte der Kenessioh Gedauloh 1937 vor. Er gab großgesehene Durchblicke durch, den Zug der Reden und Beschlüsse, die, getragen vom Feuer heiligen Eifers um Ott, um Gttes Volk und Land, von dort hinausgingen in die Welt, um die Bekenner zu unterweisen, die Säumigen wachzurufen und die Fernstehenden zu erfassen. Die vielfältigen Gebiete jüdischen Lebens, die Agudas Jisroel betreut, zogen im Widerhall ihrer hohen geistigen Führer an dem Hörer vorüber, sich steigernd zu den klassischen Kundgebungen eines Kischinewer und Gerer Rehbe, die bei aller Lebensnähe zeitloses, bekenntnismäßiges Gepräge hatten. Agudaä Jisroel faßt die Probleme der Zeit mit menschlichen Kräften, aber nach gttgegebenen Maßstäben und Erwartungen. — Über: Der Blick der Gola nach Erez Israel sprach Herr Gemeinderabb. Dr. Ochs am 16. Oktober. Eine Art Polarität besteht von Anbeginn zwischen dem hl. Land und dem jüdischen Volk in der Zerstreuung, gegründet in der ersten Zusicherung, die dem Stammvater Abraham „zwischen den Stücken" gegeben ward. Und von da geht der Zug des jüdischen Herzens, der Blick des Auges unverwandt nach Erez Israel durch die Zeiten und Geschlechter. Das Gebet Salomos nach dem Bau des Heiligtums kündet es bereits, daß nie und nimmer C itt sich von seinem Land zurückziehen werde, wenn auch für Zeiten die Herrlichkeit seines Thrones sich verberge. Aber gerade dann steigert sich die Sehnsucht des jüdischen Menschen zum vollen Erlebnis „seines" Landes im Gebet, im Lied und in der eigenen Hinwendung, die gar oft zur Wanderung dorthin geführt hat, und wenn es auch nur war, um dort im Grabe zu ruhen. Und nun stiegen sie auf, die Gestalten eines Daniel, Serubabel, Esroh, Jecheskcl, Rabbi Jochanan, Ben Weir. Ramban, Jehuda Halcvi, die der Gola die Blickrichtung auf Erez Israel mit gttlichein Eifer aufzeigten, das Land, dem durch Gebet und Satzung, durch Opferdienst und Synedrion, durch Geschichte und prophetische Zukunft eine unverbrüchliche Bindung mit der Gola verliehen war. Die Liebe und Sehnsucht um Erez Israel, die geistige Blickrichtung dorthin, sie veranlaßten die Juden in Spanien und am Rhein, in Oberitalien und an der Donau, in verantwortungsvoller Verbundenheit jährliche Hilfe zu leisten. Und die großen Werke von Siedlung und Fürsorge des 19. Jahrhunderts, verkörpert durch Moutefiore, Rothschild, Alliance Israehte leiten nur über zur planmäßigen nationalen und kulturellen Erfassung Palästinas in unserer Zeit, der es vorbehalten scheint, alle Kräfte der Gola zu vereinigen, ur.; Erez Israel wieder zu dem zu machen, was es einst gewesen, dem Land Israels und seiner gttlichen Lehre. —hn. Gäste in der Haushaltungsschule des Sozialamtes. Es ist innerhalb unserer Gemeinde noch viel zu wenig bekannt, daß sich im Gemeindegruudstück, Humboldtstraße 13, eine Haushaltungsschule befindet, in dci schulentlassene Mädchen eine hauswirtschufthehe Ausbildung erhalten. Ein langgehegter Wunsch sozial interessierter Kreise geht mit dieser Neugründung in Erfüllung, ein Beweis, daß sich selbst in dieser für uns Juden so schweren Zeit trotz allem Negativen etwas Positives schaffen laßt. Der Rührigkeit des Sozialamtes, besonders seines Leiters, des Herrn Landgerichtsdirektor i. R. Alterthum, ist es zu danken, daß die 1 laushaltungsschule, die seit dem vergangenen Jahre besteht und notdürftig in den früheren Räumen der jüdischen Volksschule, Lessiugstraße, untergebracht war, nunmehr eigene, schlichte, aber schmucke, zweckvoll ausgestattete Räume besitzt. Die Leiterin der Haushaltungsschule, Frl. Seminarleiterin LR. Burg he im, hatte zu Mittwoch, den 20. Oktober, einen Kreis von Frauen, die in Leipziger jüdischen Frauenorganisationen führend sind, sowie die Leiterinnen der sozialen Einrichtungen zur Besichtigung geladen. Von ihr und der Hauslialtungslehrerin Frau Rüben söhn wurde den Gästen ein festlicher Nachmittag bereitet. In warmen Begrüßungsworteii schilderte Fräulein Burgheim die Schwierigkeiten, die beim Aufbau der Schule zu überwinden waren, die pädagogischen Absichten, die mit ihr verknüpft sind und die Ausbaumöglichkeiten. Eine Führung duieli die Räume, die mit gut und solide gearbeiteten Möbeln, in der Tischlervorlehre unseres Sozialamtes hergestellt, ausgestattet sind, fand starkes Interesse aller Gäste. An einer schön geschmückten Kaffeetafel fanden sich alle Geladenen zu einem gemütlichen Plauderstündchen zusammen. Die Kochlernenden zeigten ihre Back- und Servierkünste und trugen durch gesangliche und deklamatorische Darbietungen zur Unterhaltung bei. Frau Recha Carlebach sprach den Dank aller erschienenen Gäste und die Anerkennimg für die gezeigte Leistung aus. Amtliche Bekanntmachungen Gärtnerei des neuen Friedhofs. Es wird darauf hingewiesen, daß Blumen und Grabschmuck zu handelsüblichen Preisen stets zu haben sind. Bei größerem Grabschmuck empfiehlt es sich, rechtzeitig durch Fernsprecher 53889 ucaiciiuiiKKii tu erteilen. Die (irslvr werden iet?t fe^er? Frocf einfprlpckt. F?»!!s hierfür noch nicht die Gebühren entrichtet sind, bitten"wir, diese umgehend an die Kasse des neuen israelitischen Friedhofs — Postscheckkonto Leipzig Nr. 1932 — zu zahlen. Soweit Aufträge zum Eindecken gegen Frost noch nicht erteilt sind, bitten wir, diese schnellstens bei gleichzeitiger Zahlung der Gebühren, deren Höhe sich nach der verlangten Ausführung richtet und über die die Friedhofsverwaltung Auskunft gibt, aufzugeben. Leipzig, den 15. Oktober 1937. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeindc zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 29. 10. 1937, Abendgebet 17 Uhr Sonnabend, 30. 10., Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15.15Uhr mit Predigt, Nachmittagsgebet 17 Uhr, anschließend Lebrvortrag, Abendgebet 17.33 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagogc. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag, 29. 10., Abendgebet 16.50 Uhr, anschließend Bibelerklärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs. Sonnabend, 30. 10., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 16.30 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Erklärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs, Ausgang 17,33 Uhr. — Wochentags: Morgens 7 Uhr, abends 17 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 29. 10., abend 16.50 Uhr. Sonnabend früh 8.30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 17.53 Uhr. Wochentags früh 7 Uhr, abends 17 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 29. 10., Abendg. 16.45 Uhr, anseht. Lehrvortrag von Herrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, 30. 10., Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. 16 Uhr. Abendg. 17.33 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 16.45 Ulu. Personenstandsnachrichten ßarmizwa: Sonnabend, 30. Oktober 1937, Jakob Felbcr, Sohn des Herrn Israel Feiner und Frau Clara geb. Schlang, Hallesche Straße 19, in der Bernstein-Schul, Eberhardstr. 11. Sonnabend, 30. Oktober 1937, Henoch Klaus Sprei (Jüdisches Kinderheim, Gottschedstr. 40), Sohn des Herrn Aron Adolf Sprei, in der Ez Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße. Todesfälle: 14. Oktober 1937 Kiwe Karl lawor, Friedr.-List-Straße 26. 14. Oktober 1937 Bertha Krell, Thomasiusstraße 22. 15. Oktober.1937 Berta Chaje Uhrmacher, Eutritzscher Straße 45. 15. Oktober 1937 Aron Lieser, Jakobstraße 15. 15. Oktober 1937 Katharina Alexander, Marienstr. 29. 16. Oktober 1937 Alma Cerf, Gohliser Straße 8. Aus dem Gemeindeamt Nachricht des Sozialamtes. Einen Servierkursus mit beschränkter Teilnehmerzahl veranstaltet die Haushaltungsschule des Sozialamtes von Anfang November an. Der Kursus findet jeweils an einem Donnerstagabend statt und umfaßt 8 Doppelstunden. U. a. werden gelehrt: das Decken eines einfachen Tisches, einer Festtafel, eines Kaffee- und eines Teetisches, das Besprechen von Speisefolgeii usw. Anmeldungen nimmt das Sozialamt, Humboldtstr. 13, entgegen. Dort wird auch jede weitere Auskunft erteilt. Nachricht des Sozialamtes. Das Beth-Chaluz, Elsterstr. 7, benötigt dringend einen gebrauchten Küchenherd in guterhaltcncm Zustand. Angebote sind an das Sozialamt zu richten. Prüfung für das höhere Lehramt an jüdischen Schulen. Die Schulabteilung der Reichsvertretung gibt über die Prüfung für das höhere Lehramt an jüdischen Schulen folgendes bekannt: Wie bereits mitgeteilt, werden jüdische Antragsteller und Autragstellerinnen zur Ablegung der wissenschaftlichen Prüfung für das höhere Lehramt an jüdischen Schulen sowie zur Prüfung für das Handelslehramt und zur Prüfung für das künstlerische von Fall zu Fall vor besonderen staatlichen Prüfungsausschüssen zugelassen. Ferner können jüdische Kandidaten und Kandidatinnen, die vor einem besonderen Prüfungsausschuß oder früher nach den allgemeinen Vorschriften die wissenschaftliche oder künstlerische Prüfung für das höhere Lehramt abgelegt haben, von Fall zu Fall zur Ablegung der pädagogische» Prüfling vor einem besonderen Prüfungsausschuß zugelassen werden, um die Fähigkeit zur Anstellung an höheren Schulen zu erhallen. Meldungen zu den Prüfungen können der Schulabteiluug der Reichs- Vertretung zwecks Weiterleitung an die staatlichen Prüfungsämtef eingereicht werden. Die Schulabteilung der Reichsvertretung empfiehlt insbesondere den Kandidaten und Kandidatinnen, die nach Anlegung ihrer pädagogischen Prüfung an jüdischen Schulen in Deutschland beschäftigt zu werden wünschen, sich' unverzüglich mit ihl in Verbindung zu setzen. Die Schulabteilung nimmt in Aussicht, fur diejenigen Antragsteller und Antragstellerinnen, welche sich zur \v's' senschaftlichen Prüfung zu melden beabsichtigen, jedoch info!ge!

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