Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 36 (3.9.1937)
- Date
- 1937-09-03
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 10 3. September 1937 Nr. 36 prnhlfm und Teilungsplan". Hans Weii-Recco trägt zur Behandlung des immer von neuem dringlichen Themas, wie ein Ausgleich zwischen der jüdischen und der durch unsichere Berufsaussichten erschwerten allgemeinen Erziehung ZU erreichen sei, wichtige pädagogische Gesichtspunkte bei. Dem ernsten Charakter dieser Wochen innerhall) des jüdischen Jahres entsprechen eine schöne Elegie auf die Zerstörung Jerusalems von Uli Rosenheim und eine Betrachtung von Fritz Aronstein üher ftie Kinn" rt»« ■*Jtj**d!schc Kbgcücd, r»fi"r '••■;!:••-' V.. •'•••«vi »h w ekliei Form die Juden vergangener Jahrhunderte ihr Schicksal auffaßten und dichterisch deuteten. Das Feuilleton greift weit in die Zeiten hinaus: Hans Trainer erzählt von dem „wahren", nämlich dem historischen Shvlock, der ganz anders aussah als der, den Shakespeare auf die Bühne gestellt hat. Felix Falk zeichnet die halbvergessene (iestalt des Maestro Calo in eine buntfarbige mittelalterliche Umwelt hinein, zwischen dem üppigen Avignon der Päpste und dem Rom Dantes. Die (ilossen berichten von der Tagung der World Union for Progressive Judaism, von dem Begründer der Individualpsychologie, von neuen Büchern und von dem Unterschied zwischen „Weih, Frau und Gemahlin'4 — in den Augen eines amerikanischen Heiratsbüros. Neuerscheinungen im Schocken-Verlag. Noch rechtzeitig vor den Feiertagen kann der Schockcu-Verlag auf eine große Reihe wertvoller Neuerscheinungen hinweisen: Bericht über Palästina, erstattet durch die Britische Königliche Palästina-Kommission unter dem Vorsitz von Earl Peel. 4SI) Seiten (irol'ioktav mit u Karten im Zweifarbendruck, kart. M. 6,—. - Ruppin, Artur: Dreißig Jahre Aufbau in Palästina. Reden u. Aufsätze. Mit einer zweifarbigen Übersichtskarte von Palästina.!0() Seiten Großoktav. Leinen M. 7,50. - Buber, Martin: Der Große Maggid und seine Nachfolge. 328 Seiten Oktav, Leinen M. 2,85. - Zucker, Hans: Studien zur jüdischen Selbstverwaltung im Altertum. 200 S. Oktav, kart. M. 6,—, Leinen M. i.2V>. Bücherei des Schocken-Verlags. Fischel Schneersohn: Die Geschichte von Chajim Grawitzcr dem Gefallenen. Aus dem Jiddischen übertragen von Berthold Feiwel (Nr.68). — Abraham Berliner: Aus dem Leben der Juden Deutschlands im Mittelalter. In neuer Fassung mit einem Nachwort herausgegeben von Ismar Elbogen. (Nr. 79). — Heinrich Heine: Der Rabbi von Bacherach. Ein Fragment. Mit den zugehörigen Briefen Heines und mit einein Nachwort herausgegeben von Erich Loewenthal. Mit zehn Federzeichnungen Ludwig Schwerins. (Nr. 80). - Nahum Norbert Glatzer: Geschichte der talmudischen Zeit. (Nr.81 82). — Ludwig Strauß: Kleine Nachtwachen. Sprüche in Versen. (Nr. S3). — Max Liebermann: Siebzig Briefe. Mit sieben Abbildungen nach Zeichnungen Liebermanns, davon zwei auf Kunstdrucktafeln. Hrsg. von Franz Landsberger (Nr. 84). Konzert und Theater Arien- und Liederabend Paula Salomnn-Lindberg und Julius Pcissachowitsctl. Die Vortragsfolge dieser Kulturbundveranstaltung zeigte wieder die für unser Musikleben typisch werdende Zweiteilung in westeuropäische Musik und solche, die jüdisch ist oder sein will. Bei der für erstere naturgemäßen Bevorzugung jüdischer Komponisten hätte etwas mehr Findigkeit entwickelt werden können: man kann nicht immer wieder Mendelssohn singen, und die sterbenslangweilige Arie des Jeremias aus Hillers „Zerstörtem Jerusalem" ist — auch für ^rhltloirilo»Kond>tore>waren jn großer Auswahl (Bannes) «JllllHCIlllCI Leipzig, Nordstr. 25, Frankfurter Str. 11, Telef. 25568. uns kein musikalisches Paradigma. Das überreiche Liedermaterial jüdischer Meister wie Mahler, Schreker, Blech, Robert Kahn, Arnold Mendelssohn bis auf Bruno Walter. KnrnnrnM W'Hhclm Orol'. u. ii.......r einige Namen zu neuneii — i»i uueh langst nicht'" erschlossen. — Die Auswahl jüdischer Nummern verriet eine glücklichere Hand. Von den emsigen Bemühungen, ostjüdisches und palästinensisches Melodiengut für unser polyphones (iehör zu bearbeiten, /engten einige wohlgelungene Proben. Kowalskis „Lied an Gott", das Frau Lindberg sang, ist eine solche: es ist eine neue Vertonung des chassidischen „Dudele" auf deutschen Text; wenn es auch;n dieser Fassung in einen ganz anderen Kunstbezirk gerückt ist, so macht es doch seine vornehme Haltung und seine schön angelegte Steigerung zu einem originalen Kunstwerk. (Es ist übrigens ein ausgesprochenes Männerlied!) Ebenso wohlgeraten ist Herbert Fromms „Sabbatausgang" mit seinen dem östlichen Chasonus entnommenen Quinten, und Boris Grossmanns „Schoschanah" gehört schon längst zu den „klassischen" jüdischen Liedern. Von den DuettbearbeHungen Schiudlers erscheinen „Torat einet" und die bekannte Hora „Kuma acha" gut gelungen, während das Wiegenlied „Numi, numi" als Duett, auch in der Begleitung, reichlich gekünstelt ist und uns in Joel Engels einstimmiger Notierung besser gefällt. Die (iahen der Künstler, von Erna Klein wie immer delikat begleitet, hielten stimmlich Niveau. Dem Sänger ist anzuraten, die natürlichen (irenzen seines Organs nicht zu überschreiten, und ein wenig mehr an Temperament und Aktivität des Vortrages würde beiden gewiß nicht zum Schaden gereichen. Dr. R. Der Kulturbund wirbt. Der Werbeabend des Kulturbundes bot eine reichhaltige, abwechslungsreiche und geschmackvoll angerichtete Auswahl künstlerischer Genüsse, die ihren Zweck, appetitanregend zu wirken, vollauf erfüllte. Paula Lindberg-Salomon sang, von Erna Klein wunderschön begleitet, üluck, Mussorgsky und eine Anzahl jüdischer Lieder, und wir freuen uns, sagen zu können, daß ihre schöne, gepflegte Stimme und die Kunst ihres Vortrages weitaus stärker zur Geltung kamen als im letzten Konzert. Max Koninski, ein meisterlicher Sprecher, rezitierte Ernstes und Heiteres in deutsch und jiddisch; das undefinierbare und unwiderstehliche Fluidum des ost jüdischen Humors verdichtet er virtuos zu herzerheiternder Gegenständlichkeit. Zum Schluß spann unser Mendelssohn-Trio mitTschaikowskys Klaviertrio a-moll die Hörer in das Netz dieser blühenden und glühenden Musik. An Stelle des verhinderten Dr. Eloesser erläuterte Dr. Abelsohn knapp und wirksam Sinn und Inhalt des Wortgefüges „Jüdischer Kulturbund". Dr. R. Erstauftreten eines jüdischen Illusionisten. Im Rahmen der von der Konzertdirektion Arthur Ehrlich veranstalteten, sehr gut bc suchten bunten Messeabende gab der Leipziger Künstler Walter Lach mann („The Yoker") sein Frc+oijf+retpn ak Illneinn'St und Manipulator. Er verstand es, sein Publikum mit erstaunlicher Geschicklichkeit über die einfachsten Zusammenhänge der Fingerfertigkeit zu täuschen. Dabei blufft er keineswegs mit großem Aufwand an Ton, Bild und Maschinerie, sondern versucht aus einer wohldurchdachten, wechselvollen Anordnung schlichter Mittel eine Vielzahl hübscher Effekte herauszuholen. Der Beifall, den die verblüfften Zuschauer dein Künstler zollten, wenn etwa aus einem scheinbar leeren Behälter allerlei buntes Zeug emporstieg, oder Kleine Anzeigen und uach Annahmeschlutt eingegangene Anzeigen EBB 3 Meinen lieben Qästen und Freunden danke ich für die treue S Anhänglichkeit und wünsche ihnen ein gutes neues Jahr. 1 Fanny Weisser ■ ■Bridge und Skat im Palast Cafe; Barfußgäßchen 15 Telefon 19482 Wei «Vertreter gesucht;! von alter renommierter rheinischer Firma. Sehr günstige Bedingungen. Näheres durch K. Oppenheimer, Leibnizstr. 30, Td. 247 42. Stellengesuthe |ttdl»diw arbeltn«nmer Stenotypistin mit Opr.-Reife, engl, und französisch Sprachkenntnisse, sucht Stellung. Offerten unter E. S.602, Anz.-Verwaltung, Hainstraße 16. Verkäuferin 22 Jahre, sucht Beschäftig, gleich welcher Art. Zuschriften u. 612, Anz.-Verw., Hainstr. 16, erbeten. BeftchKfticunc j. Art sucht kaufmänn. u. kürschn. vorgebild. gewandt. Herr, Ende 20. Schreibmasch, vorband. 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