Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 36 (3.9.1937)
- Date
- 1937-09-03
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIG 3. September 1937 / Nr. 36 Vermeidet Ansammlungen vor den Gotteshäusern! Es wird von allen m a B g et) enden S e i t e n besonderer Wert darauf gelegt, daß an den hohen Feiertagen alle Ansammlungen vor den Gotteshäusern unterbleiben. Wir fordern die jüdische Bevölkerung Leipzigs auf, den Weisungen der bei den Gottesdiensten tätigen Ordner des Rcichsbundes jüdischer Frontsoldaten strengstens Folge zu leisten vor allem keine Verpt*rPd -ach dem uottesuiensi sui den Straöen und Plätzen, die vor den Gotteshäusern liegen, zu treffen, damit Ansammlungen vermieden werden. Aufsicht beim Gottesdienst. Wir weisen darauf hin, daß den Anordnungen der Aufseher vor und in den Gotteshäusern' unbedingt Folge zu leisten ist. Kleiderablage in der Gemeindesynagoge an den hohen Feiertagen. Die in der Kleiderablage abgegebenen Kleidungsstücke weiden sorgfältig bewahrt und an den Berechtigten gegen Rückgabe der ihm ausgehändigten Marke verabfolgt. Es wird daher strengstens untersagt, Kleidungsstücke eigenmächtig wegzunehmen. Die den Dienst versehenden Personen sind angewiesen, gemäß dieser Bestimmung zu verfahren. Irgendwelche Haftung für abhandengekommene Kleidungsstücke übernehmen wir nicht. Leipzig, den 24. August 1937. Der Vorstand der israelitischen Reügionsgemcinde zu Leipzig. Anmeldung für die Aufnahme in die Sexta. Die Schüler und Schülerinnen, die zu Beginn des kommenden Schuljahres (193S 39) in die Sexta aufgenommen werden sollen, sind am Mittwoch, den 8. IX., und Donnerstag, den 9. IX. 37 im Geschäftszimmer der Höheren israelitischen Schule, Gustav-Adolf- Straße 7, anzumelden. Bei der Anmeldung sind das letzte Schulzeugnis, der üeburts- und Impfschein vorzulegen. Leipzig, den 31. August 1937. Höhere Israel, Schule zu Leipzig. Der Direktor: Dr. Weikersheimer. Gottesdienste Gemeindesynagoge, Gottschedstraße 3. Neujahrsgottesdienst: Sonntag, 5. September, Abendgottesdienst 18,45 Uhr mit Predigt. Montag, ö. September, Morgengottesdienst 8,15 Uhr, Predigt 10 Uhr, Abendgottesdienst 18,45 Uhr. Dienstag, 7. September, Morgengottesdienst 8,15 Uhr, Predigt 10 Uhr, Nachmittagsgebet 18,55 Uhr, Festausgang 19,26 Uhr. Morgengottesdienst an Werktagen: 7 Uhr. Gemeindesynagoge. Freitag, 10. September, Abendgebet 18,15 Uhr. Sonnabend, 11. September, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15,15 Uhr mit Predigt, Nachmittagsgebet 18,45 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 19,18 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Versehr.ungstag Dienstag, 14. September, Nachmittagsgottesdienst 14 Uhr; Abendgottesdienst 18,45 Uhr mit Predigt. Mittwoch, 15. September, Morgengottesdienst 9 Uhr, Thoravorlesung 11 Uhr, Predigt 12 Uhr, anschließend Seelenfeier; Neilahpredigt 17 Uhr, Neilahgebet 17,15 Uhr, Schluß 19,07 Uhr. Es wird darauf hingewiesen, daß die Predigten pünktlich beginnen und daß während der Predigten die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ez Chaim. Otto-Schill-Straße. Sonntag, Erew Rauschhaschonoh, 5. September, Slichaus 6 Uhr, Abendgebet 18,45 Uhr. — Montag. 1. Tac Raiisch-hasrhnnnh, 6. September, Morgengebet 7 Uhr, Predigt 9,45 Öhr. Minchoh 17 Uhr, Abendgebet 19,30 Uhr. Dienstag, 2. Tag Rauschhaschonohi 7. September, Morgengebet 7 Uhr, Minchoh 17 Uhr, Ausgang 19,26 Uhr. — Von Mittwoch, 8. September, bis Freitag, den 10. September, Morgengebel 6,30 Uhr, Abendgebet 18,45 Uhr Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag, 10. September, Abendgebet 18,30 Uhr. Sonnabend, 11. September, Morgengebet 8,30 Uhr, Mincho 17 Uhr, Ausgang 19,18 Uhr. Wochentags: Slichaus 6,30 Uhr, abends 18,30 Uhr. — Dienstag, Erew Jaum Kipur, H.September, Slichaus 7 Uhr, Mincho 15 Uhr, Kol Nidrei-Predigt 18,15 Uhr. — Mittwoch, Jaum Kipur, 15. September, Morgengebet 7,30 Uhr, Seelenfeier 10,30 Uhr, Niloh-Predigt 17,15 Uhr, Ausgang 19,07 Uhr. Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 18,30 Uhr. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Sonntag, 5. Septbr., Slichotö Uhr, Abendg. 18,30 Uhr. — Montag, 6. Septbr., I.Tag Roschhaschanah, Morgeng. 7 Uhr, Minchag., 16 Uhr, Abendg. 19,30 Uhr — Dienstag, 7. Septbr., 2. Tag Roschhaschanah, Morgeng. 7 Uhr, Minchag. 18 Uhr, Abendg. 19,30 Uhr. — Wochentags: Slichot 6,30 Uhr, Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 18,30 Uhr. — Freitag, den 10. Septbr., Abendg. 18,30 Uhr. Sabbat, den 11. Septbr., Morgeng. 8,30 Uhr, Minchag. 16 Uhr; anschließend Droscho von Herrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, den 11. September, Abendg. 19,25 Uhr. Tahnud-Thora-Synagoge, Keilstr 4. Sonntag früh 6 Uhr, abends 18,30 Uhr. Montag, 1. Tag Roschhaschonoh, früh 7 Uhr, Mincha 16 Uhr, abends 18,30 Uhr. Dienstag, 2. Tag, früh 7 Uhr, Mincha 16 Uhr. — Wochentags früh 6,30 Uhr, abends 18,30 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 9. August 1937 Josef Hönig und Frau Liebe Malke geb. Teitelbaum, Huinlioldtstraße 20 III, einen Sohn „Israel". 13. August 1937 Berel Awraeh und Frau Liese geb. Roubinzik. Köniftnhann Ctrai'i- '/II Ti -Jif.-.r p r" JWIlllltll-.>ll U|J\_ I tt, CHI*. I ULIIUI ,,4_olL. 13. August 1937 Benjamin Krischer und Frau Wera geb. Neumann, Platnerstraße 7, einen Sohn „John Jacob Pinkas". 18. August 1937 Chaim Helmann und Frau Toni geb. Wühl, Yorkstr. 9, eine Tochter „Gita". B a i m i z w a : Sonnabend, 11. September 1937, Norbert Haber, Sohn des Herrn Nathan Haber und seiner Ehefrau Paula geb. Dzentselsky, König-Johann-Straße 13, in der Beth-Jehuda-Synagoge, Färberstraße 11. Trauung: Dienstag, 24. August 1937, Fräulein Rosa Lessner, Cichoriusstr. 6, mit Herrn Alfred Juliusberger, Leibnizstraße 4. Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft. Nach geltendein sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgcseilschaft den Austritt aus dein Judentum; nach unserer Friedhofsordnung hat der Austritt aus dem Judentum den Verlust des Anrechts auf Beisetzung und auf eine etwa früher erworbene Grabstelle auf unseren Friedhöfen zur Folge. Kaufmannsehefrau Caroline Anna Gertrud Sehrneri geb. Schneider, geboren am 10. August 1883, Leipzig, Rosentalgasse 5 III. Aus dem Gemeindeamt Verschickung von Erwachsenen! In den vergangenen Jahren haben wir die Verschickung von erholungsbedürftigen Erwachsenen, besonders Frauen von kinderreichen Familien, in unsere Wohlfahrtsarbeit aufgenommen. Die Durchführung dieses Gebietes war nur möglich, weil wir für diesen Zweck erhebliche Mittel von privater Seite erhalten konnten. Für die Verschickung ist grundsätzlich die Wiederherstellung oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit maßgebend. Die häuslichen Verhältnisse wurden dabei in entsprechender Weise berücksichtigt. Anträge auf Verschickung wurden nur entgegengenommen, wenn ihnen ärztliche Gutachten beigefügt waren, die auf vorgedruckten Formularen der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland ausgefertigt wurden. Dem Antrag folgte eine Untersuchung durch unseren Vertrauensarzt, der die Anträge danach prüfte, ob sie den bestellenden Richtlinien der Reichsvertretung der Juden in Deutschland entsprachen. Die Reichsvertretung schreibt vor, daß Zuschüsse von ihrer Stelle nur in Aussicht gestellt werden können, wenn es sich um Kranke handelt, die an Herz-, Nieren- und sonstigen Organleiden erkrankt sind, wenn durch Behandlung in einem Kurort eine völlige Wiederherstellung ihrer Gesundheit oder Eriverbsfähigkeit erwartet wird. Nach Prüfung durch unserer. Vcrtidin-nsuizi wurden die Antrage mit dem Gutachten der behandelnden Ärzte an die Zentralwohlfahrtsstelle weitergeleitet und dort die Gewährung einer Beihilfe beantragt. Erst wenn die Zentralwohlfahrtsstelle einen Zuschuß in Aussicht gestellt hat, haben wir die beantragte Kur durchführen können. Wir haben in diesem Jahre für 45 erholungsbedürftige Erwachsene Zuschüsse bezahlt oder die Kurkosten zusammen mit der Zentralwohlfahrtsstelle in vollem Umfange bestritten. Die Kurerfolge waren zufriedenstellend. Den Spendern, die dazu beigetragen haben, die Kuren durchzuführen, möchten wir an dieser Stelle unseren besten Dank zum Ausdruck bringen. Wir konnten damit sehr viel Gutes tun. Leipzig, den 20. 8. 1937. Wohlfahrtsamt Her israelitischen ReHgionsgemcindc zu Leipzig. „Unsere Milchkolonie". Im Anschluß an unseren Artikel „Verschickung von erholungsbedürftigen Kindern" berichten wir heute über unsere Ferienhalbtagskolonie, die wir „Milchkolonie" nennen. Ursprünglich wurde dieser Zweig der örtlichen Erholungsfürsorge vom Jüdischen Frauenbund in Leipzig im Lunapark durchgeführt. Die Höchstzahl der teilnehmenden Kinder betrug damals 70. Seit vier Jahren hat der Jüdische Frauenbund die Durchführung dieser Kolonie dem Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig übertragen. Die Kolonie wurde ihrem Zweck entsprechend und des guten Zuspruches wegen von Jahr zu Jahr vergrößert. In diesem Jahre wurde die MilchkoTonie wieder, wie in den beiden Vorjahren, auf dem Sportplatz „Schild" durchgeführt. Der Platz wurde für diesen Zweck entgegenkommenderweise vom Sportverein „Schild" unentgeltlich zur Verfügung gestellt. An der Kolonie nahmen 120 Kinder teil, die von einer Leiterin und fünf Helfern beaufsichtigt wurden. Durch die Kolonie verschaffen wir den Kindern, die nicht verschickt werden konnten, während der großen Ferien täglich einige Stunden Erholung im Freien. Die Kinder trafen sich morgen* 3/,8 Uhr an der Verkehrsinsel Richard-Wagner-Str. und fuhren mit Sonderwagen der Straßenbahn nach Thekla, wo sie mittags 1 Uhr wieder abgeholt wurden. Auf dem Sportplatz wurden die Kinder in Gruppen aufgeteilt. Als erstes wurde jeden Morgen gruppenweise Gymnastik gemacht; dann wurden die Kinder mit Gemeinschaltsspielen beschäftigt. Gegen 10 Uhr erhielten sie Frühstück, das aus Butterbrütchen, Milch und Obst bestand." Nach dem Frühstück konnten sich die Kinder je nach Wunsch frei beschäftigen. Wir