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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-09-03 · 36 (3.9.1937) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
36 (3.9.1937)
Date
1937-09-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 3. September 1937 / Nr. 36 schiner auf. Zu ihnen gehörten löser Philipp (gest. 31. 3. 1817), Abraham Marcus (Schutzjude seit 1775. gejt. 22.10.1827) u.a. Dieser Letztgenannte versah auch bis 1S27 Jas Amt eines Schächten. 1838 (31.127) starb Wolf Ulimann, der die Funktionen eines Rabbiners ausübte. Ein am 25.3.1830 verschiedener Josef Beer wird als Schainmcs verzeichnet. Aus alledem wird ileutlich. da« sich mtrU t-evr:." aoeh x',\k gvacUiichc Konstiniieninp der Of*memdc er f~!c .!.....M.i, oc\mn ein üemeindeleben entwickelte, mit allen Einrichtungen, deren ein solches bedarf Dies, obwohl die Zahl der ansässigen Juden noch recht gering war: 1836 belief sie sich auf etwa 10(1 Seelen. Seit 1837 wuchs die Zahl der Juden, Die Voraussetzungen für die Qemeindebildung wurden ständig gebessert. Auch für diese Entwicklung bietet das Sterberegister so manches Zeugnis: es begegnen neben anderen die Namen der Familien, die in der Geschichte der heutigen Qemeinde dauernde Bedeutung besitzen, die Bendix, Mo ver, Aschard, Boas, M. L. Monnias, Co II in, der Vorsteher Samson Fleischt, der Gelehrte Israel Bodek, ein Felix Mieses u. v. a. Für die Darstellung der Geschichte unserer Qemeinde bleibt alles, wovon der frühere Friedhof im Johannistal sprach, eine wichtige Quelle; nicht minder aufschlußreich sind die zahlreichen Fäden, die sich von ihm ZU einer ganzen Weihe anderer Oemefnden knüpfen. Die Fülle des Stoffes wird ausgewertet werden; hier konnten nur einige Streitlichter gezeigt werden, die die zu erwartenden Ergebnisse erkennen lassen. Die Palästina-Resolution der Kenessio Gedaulo. Die Kenessio Gedaulo der Weltorganisation Agudas Jisroel Ii it in' einer feierlichen Sitzung zur Frage der Schaffung eines Juden- Staates in einem Teile Palästinas Stellung genommen. Die Sitzung wurde durch Ansprachen des Oberrabbiners Lewin- Rzeszow und des Präsidenten der Agudas Jisroel, Jacob Kosenheim, eingeleitet. Oberrabbiner Lewiii erklärte, dafl das jüdische Volk immer in einer Schicksalsstunde die Meinung der Großen der Thors eingeholl habe. Deshalb sei auch die Entscheidung des Rabbinischen Rates thoratreuen jüdischen Volkes hinweg, widersprechen Recht und Gerechtigkeit. IV. Der Rabbinische Rat wendet sich an alle Juden der Weh" mit dem heißen, flammenden Aufruf, in dieser Stunde geschichtlich, r Entscheidungsschwere der Agudas Jisroel in jhrem Werke des Aufbau* de< iiiHic..r.or.!_ar..!r;. .... C'.».i.->;v .Iii Thors fc.....rö;;;. HUfi ... k'ouuucu, ihr ZU helfen m ihrem Kampfe um die Rettung der Heiligkeit Ere/ Israels und seiner Reinheit, in ihrem Ringen um die Stärkung des orthodoxen Jischuw, in ihren Anstrengungen, dem gesamten Leben des jüdischen Landes den Stempel der Thora und I muna aufzudrücken. Auf dali Ere/ Israel G'ttes Land bleibe, das Land, auf das Seine Augen stetig gerichtet sind, auf dem Seine Herrlichkeit erstrahlt und von dem uns (i'ttes Königsherrschaft sich offenbaren wird vor den Augen aller Völker. Präsident Rosenheim verlas darauf die Erklärung in deutschet Sprache. Er fügte hinzu, der Rabbinische Rat habe es abgelehnt, sich mit spezifisch politischen Fragen zu befassen. Er habe zehn Tage lang beraten, nachdem er die Meinung der ganzen politischen Kommission von hO Personen gehört hat, ferner die Ansicht der gesamten palästinensischen Delegation und vieler anderer. Vor dieser Entscheidung beugen .vir uns in Ehrfurcht. Präsident Rosenheim Verlaschließlich die von der Permanenz- und politischen Kommission auf Grund der Entscheidung des Rabbinischen Rates formulierte politische Resolution der Kenessio Gedaulo. 1. Die Kenessio Gedaulo kann bei aller Würdigung des Strebens der Peel-Kommission nach einer objektiven Lösung dem von ihr vorgeschlagenen jüdischen Staat nicht zustimmen. 2. Die Kenessio Gedaulo hält die tatkräftige Durchführung des Mandates, verbunden mit einer zielbewußten Politik der Versöhnung zwischen den Juden und den Arabern für möglich. i. Angesichts der ungeheuren Notlage von groben Teilen des Jüdischen Volkes erachtet die Kenessio Gedaulo die von dem Com mand Paper vorgesehene einstweilige Einschränkung der Alija und des Bodenerwerbs für untragbar. 4. Die Kenessio Gedaulo ermächtigt und beauftragt die politisch« Executive, Verhandlungen mit der englischen Regierung und dem Völkerbund aufzunehmen, um eine Lösung durchzusetzen, die den religiösen und materiellen Bedürfnissen des jüdischen Voikes sowie Jüdischer Kulturbund (Mitgl. d. Reichsverb. d. Jüd. Kulturbünde in Deutschland) — Nur f. Mitgl. Donnerstag, den 9. Sept. 11137, pktl. 20.15 im Kultur bundtheater, Tanchaer Str. :»£ (Oarderobeschluß 20 Uhr) Konzert des Berliner Kulturbund-Orchesters unter Leitung v. Intendant Dr. Kurt Siliger und unter Mitwirkung von Kita Storcll der Agudas Jisroel zum l'alästinaprohlem herbeigeführt worden. Nachdem die Anwesenden sich zum Zeichen der Ehrfurcht vor der Entscheidung des Grollen Rabbinischen Rates von den Plätzen erhoben hatten, verlas der Luzker Raw die Erklärung im hebräischen Original und in jiddischer Obersetzung. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut: Der Rabbinische Rat der Agudas Jisroel ist in seinen vom 10. bis 16. Elul (18. 23. August) anläßlich der Kenessio Gedaulo in Marienbad Stattgefundeneu Sitzungen nach Beratung des gegenwärtig für die jüdische Gesamtheit aktuellen Erez Israelproblems zu folgenden Entschließungen gelangt: I. Der Rabbinische Rat erklärt: a) Unser Heiliges Land ist uns vom Herrn der Welt in ewigem Eid- und Bun dessen WUT geschenkt worden, auf daß wir darin die Gesetze der Thora und ihre Gebote verwirklichen und dort ein Leben der Thora führen. Das jüdische Volk ist daher mit diesem seinem Lande mit allen Fasern seines Herzens und seiner Seele für alle Ewigkeit unlösbar verknüpft. b) Nachdem wir wegen unserer Sünden aus unserem Lande ins Exil wandern mußten, hat G'tt uns durch seine heiligen Propheten verheißen, daß er uns dereinst durch seinen Gesalbten erlösen wird. Der Glaube an diese Verheißung ist eine der Grundlagen der jüdischen Religion, verbindlich für jeden Juden. c) Der Anspruch des jüdischen Volkes auf das Heilige Land wurzelt daher in der Thora und den Propheten, den Boten G'ttes. d) Der Bestand eines jüdischen Staates ist nur möglich, wenn dieser Staat das Thoragesetz. als Grundgesetz und die Staatsführung die Herrschaft der Thora anerkennt. Ein jüdischer Staat, der diese Anerkennung nicht gewährt, bedeutet eine Verleugnung der jüdischen Geschichte, eine Negation des wahren Wesens der jüdischen Nation und eine Untergrabung der jüdischen Existenz. Ein derartiges Gemeinwesen verdient nicht den Namen des jüdischen Staates. II. Der Rabbinische Rat erklärt, daß die Grenzen unseres Heiligen Landes durch Ott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und seiner heiligen Thora für alle Zeiten festgesetzt worden sind. Es ist daher unmöglich, daß das jüdische Volk seinerseits in irgendeiner Weise auf diese Grenzen verzichtet. Jeder derartige Verzicht wäre null und nichtig. III. Der Rabbinische Rat erklärt, daß nach dem Daas Thora Verhandlungen und Beschlüsse über das Schicksal von Erez Israel, des Erbes des ganzen jüdischen Volkes, nicht geführt werden können, ohne daß die bevollmächtigte Vertretung des thoratreuen Judentums hinzugezogen werde. Solche Verhandlungen über den Kopf des seinen auf der Thora begründeten historischen Ansprüchen auf das Heilige Land entspricht. Die Entscheidung des Rabbinischen Rates und die politische Resolution wurden ohne jede Debatte angenommen. Dagegen Stimmte nur ein einziger Delegierter, Sch. Z. Moses, ein Poei der Agud;;s Jisroel, aus Petach Tikwa. Adolf Pollak-Jerusalem: Der Ruf des Galil. Der XX. Zionistenkongreß in Zürich stand stärker als alle Nachkriegskongresse im Zeichen der Politik. Dadurch traten Dinge, die sonst unsere Kongresse stark erfüllen, zurück und fanden vielleicht auch in der jüdischen Öffentlichkeit nicht jene Beachtung, die sie verdient hätten. Wir kommen jetzt in eine Übergangsperiode, deren Dauer nicht abzusehen ist. Der Kongreß war sich darüber einig, daß es gerade während dieser Zeit keine dringendere Aufgabe gibt, als die Stärkung und Festigung unserer kolonisatorischen Basis im LamL Welche Bedeutung das von uns Qeschaffene auch in politischer Beziehung gehabt hat, geht in unzweideutiger Klarheit aus dem Bericht der Königlichen Kommission hervor. Politische Verhandlungen mit dei Mandatarmacht, dem Völkubund usw. können immer nur einzelne, dazu Berufene führen. Ls gibt aber eine Politik, an der die jüdische Gesamtluit und jeder einzelne Jude teilnehmen kann. Das ist die Bodenpolitik, die der Kenn Kajemeth seit mehr als einem Menschenalter führt, die durch jüdische Volksspenden finanziert wird und durch die es gelungen ist, vierhuhderttausend Dunau) Boden in jüdischen, unveräußerlichen Volksbesitz, zu bringen. In den drei wichtigsten Ebenen Palästinas — Emek Jesreel, Haifa-Akkobucht und Jordantal — hat der KKL. ein großes, zusammenhängendes Zentrum geschaffen, das durch ständige Intensivierung der Landwirtschaft eine immer dichtere Besiedlung ermöglicht. Es ist unsere bisher größte Leistung und die stärkste, friedliche Festung im Lande. Von hier geht jetzt der Weg nach dem Norden. Bodenpolitik und Neukolonisation werden sich in den nächsten Jahren in immer stärkerem Maße im oberen Galil konzentrieren. Die Bodeuflächcn, die erworben werden sollen und worüber bereits Kaufverträge bestehen, werden eine Verdoppelung der judischen, landwirtschaftliche" Bevölkerung Palästinas ermöglichen. t Die Galil-Aktion des Keren Kajemeth ist der Auftakt für diese» großen Landentwicklungsplan. In allen Ländern, wo sie begönne oder bereits durchgeführt wurde, hat sie den stärksten Widerl''1 gefunden und zu ausgezeichneten Ergebnissen geführt. Wenn <W

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