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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-08-06 · 32 (6.8.1937) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
32 (6.8.1937)
Date
1937-08-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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6. AugustJ937 / Nr. 32 ^^mMmmmMm^iio Leipzig ci, Nordslr. 5R m Anni Garbatzky Alfred NOsseck Seite 3 i/. IF - i c ciuote Statt Barten! r> »-» 7--■--■ Dr. Ruöolf Heitmann eieonore Heumann 9eb. Baue Ceip,ign^Sfannebcinpio66Verniä,?!te ^j^g^ 1 ■ Ufr, in^erpen^ no(enlQlgQ[fe Vera Telsenstein geb. xm<h &nst Jlloty felsenstein London W 14 12a, Addison Court Qardens Blythe Road Vermählte LCI(j/it> Alles erscheint am 15. August Sportfest der jüdisch, «fugend veranstaltet vom Sport-Verein Leipzig Ernst gekennzeichnet, der einer wirklich entscheidenden Stunde entspricht. Die Feierlichkeit dieser Eröffnungssitzung ist eine mehr als nur traditionelle. Sie ist der Ausdruck der wahren Situation und schlägt alle, die aktiven Teilnehmer ebenso wie die Zuhörer und (läste, in ihren Bann. l ange vor dem angesetzten Beginn der Tagung beginnen Saal und Galerien sich zu füllen. Man hat erfahren, daß weizmann aus seiner bisherigen Reserve hei ausgetreten ist und in Vorbesprechungen wichtige Andeutungen über den Kurs gegeben hat, den er unter den gegebenen Umstünden für geboten hält. Wird der Kongreß nach den entschiedenen Kundgebungen, die in aiien Ländern von allen Gruppen veranstaltet worden sind, seiner Parole folgen? Wohl weiß man, daß der Präsident nicht h*sb?ichtigt. aut die politischen Hauptfragen schon heute abend in seiner Eröffnuugsnungsrede genauer einzugehen. Aber man ist darauf gespannt, ob er nicht doch in allgemeinen Umrissen die Stellungnahme andeuten wird, zu der er den Kongreß bewegen will. Die nach den itzten Vorbesprechungen berechtigte Erwartung, daß Weizmann dies tun werde, hat sich erfüllt. Im Anschluß au eine großangelegte Darstellung der gegenwärtigen jüdischen Situation in Palästina und in er Diaspora gab Weizmann eine Charakteristik des Berichtes der CgL Kommission und der auf ihm fußenden Vorschläge, die seine genen Auffassungen deutlich durchblicken ließ, obwohl sie es verlied, durch eine formulierte Stellungnahme der Entscheidung des Kongresses vorzugreifen. Das außerordentliche Interesse, das die Öffentlichkeit aller Läni dem Züricher Kongreß entgegenbringt, kommt auch darin zum Ausdruck, daß etwa 230 Vertreter verschiedener Zeitunden Beratungen folgen. Auch eine Anzahl nichtjüdischer Politiker und bekannte Freunde der zionistischen Bewegung, unter ihnen der frühere Kolonienminister Amery und die Nichte Balfours, Mrs. Blanche Edgar Dugdale, wohnten der Eröffnungssitzung als Gäste bei. Die diplomatischen Vertretungen einer Reihe von Ländern hatten Beobachter entsandt. Selbstverständlich haben auch die jüdischen Vireinigungen der Schweiz Abordnungen zu dem Kongreß geschickt, Um ihn zu begrüßen. Ebenso wurden von den Vertretern der Schweizer Behörden Begrüßungsworte an den Kongreß gerichtet. Führende Mitglieder jüdischer Verbände, die außerhalb der Zionistischen Organisation an dem Palästina-Aufbau mitarbeiten, benutzen die Gelegenheit, die Worte des Mannes zu hören, der an der Spitze der durch das Palästina-Mandat völkerrechtlich anerkannten Vertretung des jüdischen Volkes für den Palästina-Aufbau steht und dessen Meinung daher bei den maßgebenden politischen Faktoren als repräsentativ gilt. Atemlose Stille folgte den drei Hammerschlägen, mit denen der lüreß der Oberlieferung gemäß eröffnet wird. Alle Bücke sind auf Tribüne gerichtet, von der das Bild Herzls in den Saal grüßt, darüber angebrachtes Schild trägt eine dem Andenken Sokolows Bewidmete Inschrift. Nach einer kurzen Pause erscheinen, von starkem, insbesondere auf den Bänken der Arbeiterfraktion und der Delegierten der Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten sich immer Wiefel erneuerndem Beifall begrüßt, Präsident Weizmann und die Mitglieder der Exekutive auf der Tribüne. Kongreßpräsident ist nach einem Beschluß des Aktionscomitees M. M. Ussischkin. Nach der Eröffnungsansprache des Vorsitzenden und den Begrüßungsreden beginnt Weizmann unter stärkster Spannung von über 500 Delegierten u"d tausenden Gästen seine Ansprache. Ko die tin -r „et,er Sohn, Bruder, Schwager, o„ke, und Ne Herr Max Birnbaum er von :n iah»« im Alter von 33 Jahren. Leipzig, den 31. Juli 1937 Chemnitz, Kirjath Chajim In tiefem Schmerz Isaak Birnbaum im Namen aiier Hinterbliebenen Donnen, dfn 29. vfrschied «er Klempnermelster Wir werden ^ües *VeWtorWeSflV*SW<!f luUML Verein selbst, jüd. Handwerker zu Leipzig ist, aber er werde auch neue Epoche für die Ent- Hoffnungen des jüdischen gegenwärtigen Wirtschaft« Weizmann geht von einem Überblick über die Lage der Juder in ihren einzelnen Aufenthaltsländern aus. Er stellt fest, daß in den zwei Jahren seit dem letzten Kongreß die Lage der jüdischen Bevölkerung in vielen Ländern der Diaspora und in Palästina schwieriger geworden ist. Der XX. Kongreß tritt in einer Zeit zusammen, die von höchst kritischen Momenten erfüllt zeigen, daß mit diesem Augenblick eine wickhiug des Nationalheims und für die Volkes anhebt. Nach einer Analyse der liehen Lage in Palästina und einer Ehrung der bei den Unruhen des letzten Jahres Gefallenen streifte dann Weizmann kurz das Zeutralproblem des gegenwärtigen Kongresses, den Teilungsvorschlag der britischen Regierung. Er kündigte an, daß er sich in ausführlichem Referat am kommenden Tage darüber äußern werde, deutete aber schon die Gedanken, die er entwickeln wollte, an:!u dem Bericht der Kgl Kommission gebe es einige Punkte, gegen die sich von jüdischer Seite entschiedene Kritik erheben müsse. Im ganzen aber erfordere dieser Bericht als ein außerordentlich bemerkenswertes Dokument, daß man ihm von jüdischer Seite tiefsten Respekt entgegenbringe. Obwohl der Bericht der Kgl. Kommission uns in vieler Beziehung nicht gerecht wird, so müssen wir, so erklärte Weizmann zum Schluß, in ihm trotzdem einen konstruktiven Versuch zu einer Lösung des Problems erblicken. Wir müssen feststellen, daß in ihm ein Ton mitschwingt, der das Judentum zurückführt zu dem Ausgangspunkt vor 40 Jahren und eine Vollendung de» jüdischen Palästffla-Aufbaus in einem Sinne zu verheißen scheint, die in gewisser Beziehung der Herzischen Konzeption des Judenstaates entspricht. Die äußerst abgewogenen Darlegungen Weizruauns machten auf den Koni tiefen emuruck. Unsere Gemeinde Goldene Hochzeit. Am 2. August konnten Herr Louis Goldstein und I ran geb. Meinershausen in vollster Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit begehen. Das Jubelpaar, das sich seit Jahren in den NX'ahrener, von ihrem Schwiegersohne, Herrn S Schußheim, begründeten vorbildlichen Altersheimen betätigt, wurde schon in den Morgenstunden durch die Insassen der Altersheime gefeiert, die das seltene Fest benutzen wollten, um ihre Verehrung für die Familie zu bekunden. Um die Mittagsstunde versammelte sich um das Jubelpaar mit der Familie ein weiter Kreis von Freunden, die für die hohe Schätzung Zeugnis ablegen wollten, deren sich das Jubelpaar innerhalb der Gemeinde erfreut, und zugleich ihren Wünschen für die weitere Zukunft Ausdruck verliehen. Gememderabbiner Cohn zeichnete in einer Ansprache die Stimmung des Tages und schloß mit der Erneuerung der Segenswünsche, mit denen 50 Jahre zuvor der Ehebund geweiht worden war. — Auch an Jüdische Schulen. Die Schule beginnt am 12. August 1937. Sämtliche Schulgeldrückstände einschliesslich des Schulgeldes für den Monat August 1937 müssen bis zu diesem Tage abgedeckt sein. Kinder, für die das Schulgeld nicht bezahlt wurde, werden nicht zum Unterricht zugelassen. Leipzig, den 6. August 1937. Der Vorstand des Israelitischen Schulvereins e.V.

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