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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-07-30 · 31 (30.7.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
31 (30.7.1937)
Date
1937-07-30
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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30. Juli 1937 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIO Seite 3 Statt Karten! Heinrich Hepiier Susi SIe|»ll«»r geb. Wagner Leip7ig Vermählte August Trauung: 1. Aug. in Leipzig, 3 Uhr, Ohel Jakob Synag., Pf äffend. Str. 4. Das Ableben unserer geliebten Frau Rosa Felseiisteiii geb. Fürth hat uns alle in tiefste Trauer versetzt. Im Namen sämtlicher Hinterbliebenen Siegfried Felaenstein. Leipzig, den 29. Juli 1937 Montbestraße 31 Mailand, London, München, Hamburg Die Beisetzung hat bereits stattgefunden. Am 29. Juli verschied die Mitbegründerin und das Vorstandsmitglied unseres Vereins Frau Rosa Felsenstein. Mit tiefempfundenem Schmerz betrauern wir in der Dahingeschiedenen eine der tätigsten und eifrigsten Förderinnen unserer Bestrebungen, die edelste Frau, die in restlosem Bemühen bis zur letzten Stunde uns helfend mit Rat und Tat zur Seite stand. Ihr verdanken wir, daß es unseren armen Kindern auch in den letzten schweren Jahren an nichts gefehlt hat. Ihr Vorbild wird uns Ansporn sein und unvergessen bleiben. Der Vorstund des isr. Kindergartens Leipzig E. V. Die Lehranstalt des „ORT" für handwerkliche und gewerbliche Ausbildung. Bei einer Führung jüdischer Pressevertreter wurden die Einrichtungen der jüngst eröffneten „Privaten jüdischen Lehranstalt für handwerkliche und gewerbliche Ausbildung auswanderungswilliger Juden der Gesellschaft ORT in Berlin" gezeigt. Die l ehranstan will jüdischen Jugendlicher] Gelegenheit geben, zur Vorbereitung ihrer Auswanderung durch systematisches praktisches Arbeiten und durch ergänzenden theoretischen Unterricht eine gründliche fachliche Ausbildung zu erfahren, und auch der BerufsUiaschichhing Erwachsene! zur Verfügung stehen. ,I)er Vorsitzende des ORT Abt. Deutschland, Wilhelm (iraetz, betonte in einer Ansprache, da(i die Schulen der Verwirklichung des ORT-Prinzips „Selbsthilfe durch Arbeit" diene. Die Lehranstalt stehe unter dem Patrouat der eng- I i hen ORT-ücsellschaft, die die nötigen Geldmittel zur Einrichtung der Lehranstalt bereitgestellt hat, außerdem subventioniert die Zentralverwaltung des ORT die Schule. Das Ziel der Lehranstalt sei, eine Musterschule zu werden. Bei der Wahl der Lehrfächer ist man davon ausgegangen, daß die Schüler in Berufen ausgebildet werden sollen, die unter den technischen und wirtschaftlichen Verhältnissen der AU8Wanderungsl£nder die Möglichkeit bieten, einen eigenen Handwerksbetrieb zu eröffnen. Aus diesem Grunde ist man zur Wahl folgender Berufszweige gekommen: 1. Es ist eine Abteilung für Gas-, Wasser- und sanitäre Anlagen, 2. eine Abteilung zur Ausbildung von Spezialmechanikern (Büromaschinen, Nähmaschinen, I ahrräder U, a.) und 3. eine Abteilung für Elektrotechnik eingerichtet worden. Die dreijährige Ausbildungszeit in rK»*en Abteilungen baut auf eine Unterweisung in der Schlosserei auf. Nach dem ersten «'vier zweiten Semester wird dann die Teilung in die ein. einen Abteilungen vorgenommen. Ursprünglich hatte der ORT geplant, auch einen Kursus für Korsett- und Putzmacherei einzurichten. Es gingen »ber so wenig Meldungen ein, daß diese Absicht zunächst zurückgestellt werden mußte. Dagegen ist in Aussicht genommen, zum I. Oktober eine Abteilung für Herrenschneiderei einzurichten. I m «■ neu Kursus in elektrischer Installation ist eine eineinhalbjährige Ausbildung vorgesehen. Ziel der Ausbildung ist die Ermöglichung der Auswanderung. Die Schüler bzw. deren gesetzliche Vertreter verpflichten sich bei Eintritt, nach Beendigung der Ausbildung die Auswanderung zu betreiben. Zurzeit sind 101 Jugendliche und 13 Erwachsene in dm J. S. V. Har-Koclibtt Spuripiatz: Dubener Landstraße — Straßenbahn: Linie 14 Donnerstag, den 5. August 1937 Makkabi -Weltmeister HAKOAH-WIEJV gegen BAR-KOCHKALEirXIG 17.30 Uhr ... . Fußball - 19 Uhr .... Handball Schild Plalx, Thekla, Endsf. Straßenbahn 1 J.S.G.33 Berlin-Schild Leipzig Handballspiele .... Beginn IS Uhr Lehrgängen tätig. Die meisten Schüler befinden sich in dem Alter von 15 bis lö Jahren. Fast alle haben die Volksschule besucht, viele eine höhere Schule und einige haben das Abiturium. b2 Schüler stammen aus Berlin, 39 aus anderen Teilen des Reiches. Das Schulgeld beträgt RM. 25,— pro Monat. Die Schule ist als Ersatz für den Besuch einer Berufsschule anerkannt. Die Schülti erhalten neben der praktischen Ausbildung eine gründliche theoretische Fachbildung, die sich auf Rechnen, Zeichnen, Physik, Berufs- und Stoffkunde erstreckt. Im zweiten Lehrjahr sollen andere Spezialfächer hinzukommen. Den Schülern ist es zur Pflicht gemacht, an einem Sprachkursus ihrer Wahl teilzunehmen und Sport zu treiben. Die Schule, deren Leiter Dipl.-Ing. Behrendt ist, hat AushiMiingEr;;t::-1c zur Verfügung, die aücii hygienischen und technischen Anforderungen entsprechen. Der zur Verfügung stehende Raum umfaßt 1600 qm. In der Person von Postrat i. R. Dr. Feige steht der Schule ein besonders anerkannter Fachmann für Elektrotechnik zur Verfügung. Regierungsrat i. R. Dipl.-Ing. Heilborn steht der Schule als ehrenamtliche Lehrkraft zur Verfügung; es wirken außerdem drei Meister und mehrere Gesellen an ihr. (JTA.) Preisausschreiben fUr Kleinkunst-Texte. Um dem Mangel an Texten abzuhelfen, die in taktvoller Art zu jüdisch-aktuellen Themen Stellung nehmen, veranstaltet die Künstlerhilfe der Jüdischen Qemcinde zu Berlin ein Preisausschreiben. Zugelassen zum Wettbewerb sind Texte, die im Rahmen von Kleinknnstprogrammcn berücksichtigt werden können, also Chansons, die ntr Vertonung gc- '•'g'v.'t sind, SoSovoi trage ohne musikalische Begleitung in Versen oder Prosa, Duoszenen, Sketche (höchste Spieldauer 15 Minuten, Höchstzahl fünf Mitwirkende), usw. Auch können abendfüllende Programme mit verbindenden Conferencen eingereicht werden. Bedingung hierbei ist, daß sie mit höchstens sechs Darstellern auf behelfsmäßigen Saalbühnen und mit einem Mindestmaß szenische«- Erfordernisse spielbar sind. Zur Verteilung gelangen Preise von 250, 125, 75 und 50 RM. Einsendungen haben bis spätestens 31. August 1937 anonym und mit Kennwort versehen, an die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde, Berlin-Charlottenburg 2, Kantbtraße 158, zu erfolgen. In einem zweiten Umschlag ist Name und Anschrift des Kennwortinhabers niederzulegen. Das Uraufführungsrecht für preisgekrönte Arbeiten steht der Künstlerhilfe zu. Alle Teilnehmer am Wettbewerb müssen ihre Mitgliedschaft bei einer Jüdischen Gemeinde nachweisen können. Sie unterwerfen sich dem Urteil des Preisrichterkollegiums. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Dem Preisrichterkollegium gehören an: Max Ehrlich, Nicolai Eliaschoff. P.-A Ph. Kozower, Leo Kreindler, Alfred Lichtenstein, Willy Maschkc, Dr. Bruno Mendelsohn, Dr. Kurt Pinthus, Dr. Hermann Schildberger. (JTA.) M.LOEWENTHAL Bayeßdiesfr.96 luf 35922

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