Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 31 (30.7.1937)
- Date
- 1937-07-30
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSGEMEINDE ZU LEIPZIO 30. Juli 1937 Unsere Gemeinde Aufhebung des Friedhofs im Johannistal. Nach Verhandlungen mit den zuständigen Behörden stellt unsere Gemeinde vor der Notwendigkeit, den ältesten jüdischen Friedhof im Johannistal, dessen Boden für öffentliche Zwecke benötigt wird BHfwhehcti!£: -.-.::.! :;;..!• Gelegenheit sein, aut die Geschichte dieser Grabstätte einzugehen. Heute sei nur in Kürze darauf hingewiesen. f'"" der! .!^! hol löij nach längeren vorangegangenen Verhandlungen seitens der Stadt zur Verfügung gestellt wurde, jedoch bis heute im Eigentum der Stadt verblieben ist. Damals fehlten noch die gesetzlichen Grundlagen für die Bildung einer Leipziger Religionsgememde. Neben den noch nicht zahlreichen Juden, die ständig in Leipzig lebten, hielten sich aber während der Messen Juden in ansehnlicher Zahl meist für eine Reihe von Wochen in Leipzig auf, Häufig geschah es. daß Besucher der Messen erkrankten und starben und dal) ihre Leichen dann infolge des Fehlens einer jüdischen Begräbnisstätte nach außerhalb, meist nach Dessau, überführt werden mußten. Mit der Schaffung dieses Leipziger Friedhofs wurde dieser bedauerliche Zustand beseitigt. Als dann mehr und mehr jüdische Familien in Leipzig ansässig wurden und 1846 eine öffentlich anerkannte Gemeinde begründet werden konnte, diente dieser Friedhof vornehmlich der Bestattung der verstorbenen Gemeindemitglieder, bis 1861 die Gemeinde den Friedhof an der Berliner Straße errichtete. Wenige Jahre später, 1864, wurde auf dem Friedhof im Johannistal die letzte Bestattung vorgenommen. Die nunmehr notwendig gewordene Freistellung des Friedhofs geschieht unter Berücksichtigung aller dafür bestehenden religionsgesetzlichen Vorschriften. Nach dem Grundsatze, die Grabesruhe jüdischer Verstorbener in jeder Hinsicht zu schützen, werden die sterblichen Überreste auf unseren neuen Friedhof überführt, wo ihnen eine neue Beisetzung in würdiger Form bestimmt ist. G c in e i n d e mitgI i e d e r, die für die U b er f ü h r u n g der Leiche eines Anverwandten besondere Wünsche geltend machen möchten, werden ersucht, entsprechende Mitteilungen umgehend beim Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde einzureich e n. Bücher ffl. W. Kaufmann f Cl, Brühl 34/40 | es ist höchste Zettl Wenn Sie noch VOT ftCSdl-Jfasdldna nach Paläslina fahren wollen, müssen Sie nun endlich belegen! xeiseäiensi Jcainsu, 16, Tel 10/ 22. GOtteSdienSte vom 6. bis 12. August. Gemeindesynagoge. Freitag, 6. 8., Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 7. 8., Morgengebet Q Uhr, Nachmittagsgebet 20,05 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 20,36 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ei Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag, 6. 8., Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 7. 8., Morgengebet 8,30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, Ausgang 20,30 Uhr. — Wochentag: Morgens 7, abends 19. Talmud-Thora-Synagnge, Keilst;-. 1. Freitag, 6. S., abend 19 Uhr. SöMUabttitd früh o,'iö Uhr, Minc'na i7 Uhr, Ausgang 20,36 Ulli'. Wochentags früh 7 Uhr, abends 19,15 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 6. 8., Abendg. 19 Uhr. Sabbat, 7.8., Morgeng. 8,30 Uhr, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 20,36 Uhr. — Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 19,15. Personenstandsnachrichten Geburt: 6. Juli 1937 Jacob Schußheim und Frau Niehe geb. Eisenthal, Humboldtstraße 10, einen Sohn. B a r m i z w a : Sonnabend, 7. August 1937, Heinz Sellhorn, Sohn des Herrn Simon Sellhorn und Frau Hedwig geb. Tönnecke, Emilienstraße 1, in der Uemeiudesynagoge. Trauungen: Sonntag, I.August 1937, nachmittags 3 Uhr, Fräulein Susi Wagner, Fregestraße 5a, mit Herrn Heinrich Hepner, Ncrdstraße 17, in der Synagoge Ohel Jacob, Pfaffendorfer Straße 4. Todesfall: 17. Juli 193/ Frima Juffc, Menekestraße 5. Bevorstehende Veranstaltungen 5. Aug.: österr. Fuß- und Handballgäste iß Leipzig. 1 lakflah-Wicn spielt gegen Bar Kochba-Lcipzig a. d. Bar Kochba-Platz. 14./15 Aug.: Tennis-Junioren-MeisteiSchäften des Spoitbundts im Reichsbund jüd. Frontsoldaten bei „Rot-Weiß ". 15. Auf.: Snnrtfoc* Hojgjjischeii J..6uiiü", veranstaltet vom Sportverein „Schild". 23. Aue: Jüd. Kulturbund: Arien- und Llcdvcabeud. Mitwirkende: Paula Salomon-Lindberg, Julius Peissachowitsch. Am Flügel: Erna Klein. 28. Aug.; K.A. E. Gesellschafts-Abend. 29. Aug.: Leichtathletikmeisterschaften des Deutschen Makkabikreises für Junioren und Jugendliche. Aus dem Gemeindeamt Herbstlchrgang der hebräischen Sprachkurse. Mitte August 1937 beginnen die hebräischen Sprachkurse wieder. Der Unterricht wird in gleicher Weise wie bisher erteilt. Darüber hinaus werden folgende neue Kurse eingerichtet: a) Anfängerkurs für Kinder von 8—10 Jahren, b) Aiifängerkurs für Erwachsene. Die Bedingungen für die Zulassung zum Unterricht ändern sich jedoch. Es gelten künftig folgende T e i! n a h m e b ed i rtgungeu: 1. Der Herbstlchrgang der hebräischen Sprachkurse dauert von Mitte August bis Ende Dezember 1937. 2. Das Hörergeld für den Herbstlchrgang ist im voraus an die Kasse des Sozialamtes zu entrichten (Postscheckkonto Leipzig Nr. 33 590). 3. Das Hörergeld für den Herbstlehrgang beträgt in der Regel RM. 12,--. Angehörige der Jugend Bunde und Schüler bis zu 18 Jahren zahlen gegen Vorlegung des Bundes- oder Schülerausweises nur RM. 8,—. In Ausbildung begriffene mittellose Chaluzim und Erwerbslose zahlen gegen Vorlegung des entsprechenden Ausweises RM. 4,—. Das Hörergeld für Schüler der jüdischen Schulen kann auf Wunsch in Monatsraten von je RM. 2,— von der Schulkasse zusammen mit dem Schulgeld eingezogen werden. Ermäßigungen des Hörergeldes können nur in ganz besonderen Ausnahmefällen auf Grund ausführlich begründeten, an das Sozialamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig gerichteten Gesuches zugestanden werden. 4. Für den Herbstlehrgang werden neue Hörerkarten ausgestellt. Die alten Karten verlieren damit ihre Gültigkeit. Fliese Hörerkarten werden erst nach Eingang des Hörcrgcldes den Hörern durch die Post zugestellt. 5. Die Te ilnahme an den Kursen ist nur gegen Vorzeigung der Hörer karte zulässig. 6. Sämtliche Hörer müssen sich für den Herbstlehrgang schriftlich beim Sozialamt, Humboldtstraße 13, oder mündlich an der Kasse des Sozialamtes neu anmelden. Die Überweisung oder Einzahlung des Hörergeldes gilt als Anmeldung. 7. Die Anmeldefrist für den Herbstlehrgang läufl bis lO.August 1937. Sport vom Sonntag Qeneralappell der Leichtathleten war das Thema des Sonptagsj Mitteldeutsche Meisterschaften auf dem Bar Kochba-Platz, interne Wettkämpfe in Thekla. Bar Kochba ließ seine Kampfmannschaftcn gegen das stattliche Aufgebot des Dresdener Bar Kochba autmarschieren. Da die anderen Auswärtigen abgesagt hatten, kamen manchmal recht kleine Felder zustande, um so hmier wai jedoch der Kampf um den Sieg in jeder einzelnen Konkurrenz. Wirklich überlegen waren nur einige Jugendliche in ihren Jahrgängen. Holzer (vier Siege), Braun (sechs Siege) und Frankel (drei Siege) werden die Farben des Bar Kochba Leipzig auch bei den Reichsmeisteischaften erfolgreich vertreten können. Die Ergebnisse: Männer: 100 in: Kauber 11,8; 400 m: Sternheim 57,4; 800 in: Stisson 2:16,8; 3000 m: Jaffe 11:09,6; Hochsprung: Wasserlauf 1,54 m; Weitsprung: Weinbein (Dresden) 6,09 m; Kugelstoß: Wasserlauf 10,62 m; Speerwurf: Nebeuzahl 39,18 m: Diskuswurf: Wasserlauf 28,59 in. Frauen: 100 in: Sachscnhaus 14,7; Hochsprung: I eldmann 1,34 in; Weitsprung: Feldmann 4,19 in (im Stechen 4,29 m); Kugelstoli: Krämer 7,50 m; Speerwurf: Weinberg (Dresden) 25,04 m; Diskuswurf: Rosenfeld 25,10 in. — Männliche Jugend 1919/20: 100 in: Hölzer 12,5; 800 m: Rabinowitsch 2:17,9; liochspruug: Hol/er I, 38 m; Weitsprung: Holzer 5,24 in; Kugelstoß: Eckstein (Dresden) II, 50 in; Speerwurf: Holzer 30,83 m; Diskuswurf: Goldhammer (Dresden) 25,75 m. — Männliche Jugend 1921/22: In sämtlichen Konkurrenzen Sieger Braun-Leip/ig (100 m: 12,5; Hochsprung: 1,48 m; Weitsprung: 5,72 in; Kugelstoß: 10,51 m; Speerwurf: 38,36 tn; Diskuswurf; 30 m). — Weibliche Jugend: 100 in: Rosenfeld 14,6; Kugelstoß: Krämer 7,58 m; Speerwurf: Roscnfeld 22,52 m. — Knabe« 1923 24: 100 in: Frankel 13; 800 in: Frankel 2:28,7; Weitsprung: Frinkel 4,76 m. — Knaben 1925 und später: d0 m: Liptscher (Dresden) 7,8; Weitsprung: Liptscher (Dresden) 4.08 m; Ballwxitwurf: Koppold 46,18 m. — Mädchen 1923 24: Sämtliche Konkurrenzen ge' wann Bronja Fuchs-Leipzig (100 m: 15; Hochsprung: 1,24 m; Weitsprung: 4,07 in; Kugelstoß: 6,95 in). — Mädchen 1925 und später: