Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 29 (16.7.1937)
- Date
- 1937-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄSTINA TREUKAND-57EU6 ZÜK BERATUNG DEUTSCHER JUDEN G.M.B.H. BERLIN W. 35, POTSDAMER STRASSE 28 Berlin, im Juli 1937 Unterstützungen und Geldgeschenke aus dem Auslande. 1. Wie wurden Unterstutzungen aus dem Ausland bisher gezahlt? Unterstützungszahlungcn aus dem Ausland an in Deutschland wohnhafte Personen erfolgten bisher — soweit nidit unmittelbar Devisen übersandt wurden - im wesentlichen in sogenannter Registermark, die bei einer großen Zahl ausländischer Banken gekault werden und deren Auszahlung an in Deutschland wohnhafte Bedachte nach Einholung einer Genehmigung der Reichshank bis zur Höhe von RM 200.— monatlich erfolgen kann. 2. Wie können Juden im Ausland zukunftig Unterstützungen und Geldgeschenke an Juden in Deutschland überweisen? Es ist nunmehr gestattet worden, daß von jüdischen Spendern im Ausland zu Gunsten jüdischer Empfänger in Deutschland Haavaramark verwendet werden darf. Haavaramark ist diejenige Mark, die von jüdischen Auswanderungswilligcn mit Genehmigung der Devisenstellen in die in Deutschland geführten Transfersonderkonten der Trust & Transfer Office „Haavara" Ltd., Tel-Aviv, eingezahlt und von dieser unter unserer Mitwirkung transferiert wird. Die Haavaramark wird hei allen denjenigen ausländischen Banken zu erhalten sein, die Registermark zu Unterstützungszwecken verkaufen, und zwar zum gleichen Kurs wie die Registermark. Sollten ihre ausländischen Freunde Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Haavaramark haben, so bitten wir, uns oder eine unserer folgenden ausländischen Verbindungen zu benachrichtigen: In England: „Intria" International Trade & InvestmentAgencyLtd., 90 Queen Str., London E.C.4 in Holland: Dr. Max Jacusiel, 39, Roemer Vissher Straat, Amsterdam in Frankreich: Dr. C. Hirsch, 3, Place de la Madelcine, Paris VIII inU. S. A.: Mr. M. Schlesinger, 120, Broadway, Room 2504, New York City. 3. Aus welchem Grunde liegt die Verwendung von Haavaramark zu Unterstützungszwecken im Interesse eines jeden Juden? Die von dem ausländischen Spender« für die Haavaramark gezahlten Devisen kommen in vollem Umfang der Auswanderung von Juden aus Deutschland zugute. Durch Verwendung von Haavaramark für Unterstützungszwecke wird also die Auswanderung von Juden aus Deutschland gefördert. Dabei kann die Haavaramark bei den ausländischen Banken, die Registermark abgeben, zürn gleichen Kurs wie die Registermark erworben werden Das für die Durchführung der Haavaramark-Spenden vorgesehene Verfahren ermöglicht eine schnellere Auszahlung an den Begünstigten als bisher, da die Einzelgenehmigung der Reichsbank hierbei in Fortfall kommt.