Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-07-09 · 28 (9.7.1937) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
28 (9.7.1937)
Date
1937-07-09
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4876568-5968814-5990768--6429-4882549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

0; JuH 193? Denkt an die jüdischen Handwerker! Adressen vermittelt die Geschäftsstelle: Max Singer, Uhrmacher, Plauensche Straße 2, Telefon 27327 l^.iv. . . dein Luzerner Kongreß von 1935, kann Kuppin mit berechtigtem Stolz auf das zurückblicken, was inzwischen erreicht worden ist. Als Leiter der Kolonisationsabteilung hat Ruppin die Erkenntnis, daß unsere besten Mensehen nicht einer Rentabilitätsrechnung folgen wollen, sondern einer Fahne, daß sie in freier Selbstverwaltung ein neues Lehen beginnen wollen, in die Tat umgesetzt, indem er, vielen Widerständen zum Trotz, die Form der Kwtizah zum Sieg geführt hat. Aber er ist darüber nie zum Ideologen geworden, niemals hat er sieh zum Propheten von Parteiprogrammen gemacht. Lr war und ist ein Mann der Tatsachen, ein Praktiker und Kalkulator, aber einer, der es versteht, mit dem größten Aktivum zu kalkulieren, das sein Volk besitzt: mit dem menschlichen Herzen. Werner Cahnmann. Die heilige Schrift. Neu ins Deutsche übertragen. (Auf Veranlassung der Jüdischen Gemeinde Berlin herausgegeben von Harry Tor- CZVner unter Mitarbeit von Llias Auerbach, Emil Hendl. Cohn, Max DieUemann, Julius Oalliner, Sally Qans, Menno Jacob, Emil Lew, Ludwig Lew, Seligmann Pick s.a., Georg Salzberger, Hermann Schreiber, Cäsar Seligmann, Max Wiener.) Ausgabe in einem Bande. Frankfurt a. M. 1937 (J. Kauffmann Verlag). Schneller, als gehofft werden konnte, ist die einbändige Ausgabe der sogenannten Berliner Übertragung der Bibel der vielbändigen gefolgt. Die Verwendung von Dünndruckpapier hat es ermöglicht, dieses Werk mit seinen nahezu 1900 Seilen in eine so handliche Form zu bringen, ohne daß die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit geringste Einbuße erfahren hätten. Die Neuausgabe bedeutet aber auch sachlich einen Fortschritt gegenüber der vierbändigen. Die Gedanken, mit denen wir in unseren Blättern die jeweils erschienenen einzelnen Teile dieser Übertragung (wie übrigens auch die erst bis zu den „Preisungeu" gediehene Übertragung von Buber- Rosenzweig) begleiteten, sollten auf die Grenzen hinweisen, die der Benutzung einer deutschen Übertragung der Bibel gesetzt sind. Line dieser Grenzen bildet auch die wissenschaftliche Schwierigkeit, der die Übersetzung der Bibel gegenübersteht. Jede Übersetzung aus einer Sprache in eine andere bleibt schließlich mehr oder weniger Versuch; keine in dem Maße wie die dei Bibel. Um Deutung des Sinnes der Bibel mühte sich schon die forschende Erklärung vor 2000 Jahren. Zahlreiche Wörter waren schon damals dein Sprachgebrauch Verlorengegangen. Ls zeugt von der klaren Erkenntnis seiner Verantwortung, daß der Herausgeber von vornherein das „Unfertige aller Arbeit an der Bibel" eingestand. Demgemäß ist die einbändige Ausgabe nicht mehr eine unveränderte, sondern eine sorgfältig überarbeitete Neuauflage. An vielen Stellen ist Torczyner von der ersten Fassung abgewichen, Weil er inzwischen Dunkelheiten aufgehellt hat, die zu klären vorher ihm noch nicht gelungen war. So geht diese. Neuausgabc über die erste hinaus und verdient auch aus diesem Grunde ihre eigene Wertung. Das aber veranlaßt uns, den schon früher ausgesprochenen Wunsch zu wiederholen, daß Torczyner und seine Mitarbeiter möglichst im Zusammenhange über die Grundlagen ihrer Übersetzung und einzelne Ergebnisse ihrer Forschung berichten. Eine kürzlich in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissensehaft des Judentums" erschienene kurze Abhandlung von Torczyner bestärkt uns in diesem Wunsche; sie zeigt, wie auch jetzt schon wieder neue Erkenntnisse einzelne Stellen geklärt haben; sie zeigt aber weiterhin, wie wichtig es ist. daß die Erwägungen mitgeteilt werden, die bei umstrittenen Stucken zur Prägung der gewählten Ausdrucke geführt haben. - Jedenfalls darf nochmals festgestellt werden, daß ein bedeutendes Werk vollendet worden ist. Gustav Cohn. Fin neues Heft der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Das neue Heft der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland bringt einen Aufsatz von Prof. Dr. Isniar Elbogen, .Judenrecht als wissenschaftliche Disziplin", in dem er sich mit den in den „Proccediugs of the American Acadeiny for Jewish Research'' veröffentlichten Untersuchungen von Prof. Guido Kisch über Judenrecht befaßt. Lr weist darauf hin, dal? Kisch zwischen dem aus jüdischen Rechtequellen fließenden jüdischen Recht und dem von Fürsten, Ländern und Städten für Juden erlassenen Judenrecht unterscheidet. Als besonders lehrreich bezeichnet der Verfasser die Untersuchungen über das ludenrecht der mittelalterlichen deutschen Rechtsbücher. — „Die geistigen Strömungen des 18. Jahrhunderts und das Judcnproblcm" behandelt Sebna Stern-1 äubler; Dr. Max Dienemann schildert die Zusammensetzung, Entwicklung und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden Elsaß-Lothringens in diu Jahren 1871—1918. Tin Aufsatz von Oswald Lassall v ist einem Vorgänger Meyer Anischel Rothschilds, dem überhofagenten Feidel David, gewidmet, Max Prcudenthal berichtet von einer „Heiligen Genossenschaff der Beschneider",-die im 17. und 18. Jahrhundert in Fürth bestand. Berthold Roseuthal teilt Briefe von Mannheimer Juden aus den Jahren 1695—1697 mit. Miszellen und Besprechungen schließen das lieft ab. Zur Eröffnung der Ludwig-Tietz-Lehrwerkstätte in Jagur. Reichs Vertretung der Juden in Deutschland. 1937. - Anlälllich der Eröffnung der Ludwig-Tietz'Lehrwerkstätte in Jagur hat die Reichsverti etung der Juden in Deutschland eine Fest Schrift herausgegeben, deren Aufsätze zum Teil dem Werke gewidmet sind, das durch die Eröffnung der Lehranstalt neuen Auftrieb erfahren hat, zum Teil dem Gedächtnis des Mannes, dessen Namen die Ausbildungsstätte trägt Der Präsident dei Reichsvertretunj; Rabbiner Dr. Leo Baeck hat in der 1933 für Ludwig Tietz gehaltenen Giabrede, die der Festschrift als Einleitung vorangestellt ist, den Verstorbenen als einen Menschen gewürdigt, der, über allem Kleinen und Gewöhnlichen stehend, seine gütige Hilfsbereitschaft jedem ohne Rücksicht auf Oruppepzugehörlgkeit gewährte. Der geschäftsführende Vorsitzende des Präsidialausschusses der Reichsvertretung, Ministerialrat a. I). Dr. Otto Hirsch, weist darauf hin, daß die Ludwig-Tietz-Lehrwerkstätte als eine Qemeinschaftsteistung ihr Juden in Deutschland errichtet worden ist: unter Führung der Reicnsvertretung der Juden in Deutschland haben die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alija, der Jüdische Central-Verein. der Hilfsverein der Juden in Deutschland und die Berliner Jüdische Gemeinde gemeinschaftlich die Grundlage geschaffen, die dem Bureau for the Settlement of German Jews bei der Jewish Agencv und der Hitachdut Olej Germania die Durchführung ihrer Pläne ermöglichten. Uber Berufsausbildung in Palästina schreibt Dr. Max Kreutzberger, über „Drei Jahre Jugend-Alija'', Chanoch Reinhold, über die Grenzen und Möglichkeiten der Ausbildung in Lehrwerkstätten, Poidi Kuh. Ludwig Tietz zum Gedächtnis sind die Aufsätze von Eva Stern, Rudi Baer, Dr. Georg Lubinski und Dr. Friedrich Brodnitz gewidmet, der den Kanipt um die Schaffung der erweiterten Jewish Agencv insbesondere in Deutschland und die Rolle schildert, die Ludwig Tietz hierbei gespielt hat. Fin Bildnis von Ludwig Tiet/ und Bilder aus der neuen Schule sind dem Heft beigegeben. Künstlerhilfc-Kalender im 4. Jahrgang. Die Künstlerhilfc der Berliner Jüdischen Gemeinde bereitet die Herausgabe ihres Kalenders für das Jahr 5698 (1937 38) vor. Dei Kalender, der jetzt im vierten Jahrgang erscheint, soll wiederum ein getreues Bild vom Schaffen jüdischer Künstler vermitteln. Die Bilder und Texte stammen von rund dreißig jüdischen bildenden Künstlern und Dichtern. Die redaktionelle Arbeit haben Prof. Dr. Landsberger, Dr. Max Osborn und Dr. Hermann Schildberger übernommen. Der Kalender wird im Verlage Joseph Jastrow erscheinen und auf feinem Kunstdruckpapier hergestellt werden, so daß die vielen wertvollen Drucke besonders schön herauskommen. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) I ine so glatte Niederlage von 3:0 hätte Mitteldeutschland im FußbaU-Vorscnlußrundenspiel um den Makkabipokal gegen Südwestdeutschland nicht hinzunehmen brauchen, wenn sein Sturm nur in etwa seinem Namen Lhre gemacht hätte. Wieviel klare Chancen boten sich ihm da vor allem in der großen Drangpcriode dei zweiten Halbzeit, als die Gäste nach ihrer bis dahin verdienten ">■()■ Führung sichtlich nachließen, abe.....sogar ein '3-Meter-Schuß vor dem leeren Kasten ging hoch darüber. Die Südwestdeutsehen, auf die man sieh so sehr freute, waren auch keine Offenbarung, aber ihr Spiel war klarer und zweckmäßiger aufgebaut, so daß ihr Sieg, wenn auch nicht in dieser Höhe, berechtigt war. Die Besten der Einheimischen waren Secinsky in der Verteidigung und der Chemnitzer Lichtwitz als Läufer, bei den Gästen überragt immer noch der Mittelläufer Herseh mit seinen herrlichen weiten Flügelvorlagen. Vor diesem äußerst fair durchgeführten Kampfe standen sich zwei Jugendmannschaften des „B.K." im Handball gegenüber, den die FtiHoaller hoch mit 8:2 gewannen, allerdings muß den Unterlegenen das Fehlen ihrer Besten zugute gehalten werden, die sich in Hainburg am gleichen läge neue Leichtathletiklorbeeren errangen. Dort gewannen alle drei entsandten Kurzstieckler in der jeweiligen Altersstufe ihre lOU-Mctcr, Sieradzki benötigte 12 Sek., Braun brauchte 12,2 Sek. und Hölzer durchlief sie in 12,1 Sek. Sternheim holte sich noch den 400-m-Sieg, und diese vier schafften auch 4 x100 m- Staffel, Braun siegte noch im Weitsprung mit 5,82 m und kam sog " in der Seniorenkonkurrenz mit einem o,l5 m-Sprung hinter Wasserlauf mit 6.42 m auf den 3. Platz, w elche Stelle Holzer auch mit seinem 1,13 tu-i lochsprung erreichte. Div beste Leistung des Tages vollbrachte bei dieser Veranstaltung der auch hier sehr geschätzte Blank 1, Hannover, der mit 1,79 in einen* noticn deutschen Makkabi- Hochspiungrekord aufstellte, sein Bruder erzielte mit seinem 6,81 m- Weitsprung eine neue Jahresbestleistung. Morgen werden wir Gelegenheit haben, diese Gebrüder Blank auch hier auf dem „B. K."-Platz zu bewundern, allerdings nicht in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.