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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-07-09 · 28 (9.7.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
28 (9.7.1937)
Date
1937-07-09
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 GEMEIN DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIO 9. luli 1937 Was heißt denn Zeit! Was heißt denn in dem Krümel Menschenleben, wenn man erst von Maß und Gewicht zu reden beginni, lang oder kurz! Wir prst machen es schön oder arm, leer oder üppig, gesegnet oder dumpf. Freundschaft jetzt, eben jetzt sollten wir mit dem Leben schließen und das Unsichere segnen, das uns zwingt, es mit Leidenschaft .™ im« zu reiße;. Uäw uivuia von uem zu vertun, nichts, denn morgen geht es von uns, mit einem kleinen armen AU.--u: i t —. n "i l. Manchmal sagen wir: „. . . ich werde dich nie vergessen". Die mit ihrem Leben Freundschaft auf eine kurze Dauer gc schlössen haben, sprechen ebenso: ich werde dich nie vergessen, aber nicht erst, wenn du mir fern sein wirst, sondern jetzt, jet7t. solange du mein bist, mein Leben bist und ich dich' erfüllen kann und zum Se^pn machen. Ich wi<] üidi nie vergessen, wenn di< anderen sich und dich bejammern. Ich bin sehr glücklich mit dh, well du i......... den leisen leuchten Schleier des Abschieds in deinen hellen Augen hast. Vielleicht nur darum. Schaffung von Lesebüchern für jüdische Schulen. Die Schulabteilung der Reichs Vertretung der Juden in Deutschland hat bereits seit geraumer Zeit die Vorarbeiten für die Schaffung von Lesebüchern für jüdische Schuler. in die Hand genommen. Durch Erlaß des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 24. April 1936 (Aktenzeichen Ella Nr. 664, Elle, M) ist das Einverständnis mit der Schaffung eines besonderen jüdischen Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr ausgesprochen worden. Gleichzeitig sind die jüdischen Schulen von der Verpflichtung zur Einführung des staatlichen Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr befreit worden. Auf Grund eines Entwurfes der Herren Emanuel bin Gorion, Tel Awiw, und Dr. Siegfried Braun, Köln, der von zahlreichen Schulen und Finzelpersönlichkeiten begutachtet worden ist, isl ein Lesebuch fertiggestellt worden, an dem, zusammen mit Dr. Leschnitzer und Julius Stern von der Schulabteilung der Reichsvertretung und einem der Verfasser des zugrundeliegenden Entwurfs, Dr. Braun, mitgewirkt haben: Dr. Epstein - Frankfurt/Main, Dr. Esther Frank- Köln, Dr. Gutmann-Würzburg, Dr. Loewenberg-Hamburg, Schulleiterin Schiratzki - Berlin und Dr. M. Spanier - Berlin. Nunmehr ist durch einen weitereu Erlaß vom 25. Mai 19J7 (Aktenzeichen: Ella 1337/37) die Grundlage für die Inangriffnahme der Vorarbeiten für die Schaffung von Lesebüchern für das 2., 3. und 4. Schuljahr gegeben worden. T)cr Erlaß an die Schulleitung der Reichsvertretung hat folgenden Wortlaut: „Gegen die Schaffung besonderer Lesebücher für das 2., 3. und 4. Schuljahr jüdischer Schulen habe ich keine Bedenken. Ich ersuche Sie, die Lesebücher mit Ihrem Antrage entsprechend vorzulegen. Den jüdischen Volksschulen ist die Einführung der neuen Lesebücher für das 2., 3. und 4. Schuljahr (Runderlaß vom 20. Mai 1936 — Ella 1054/36 — (RMinAintsblDtschWiss. 1936, 5. 278) und vom 26. Februar 1937 — Ella 626 — RMinAmtsbl- DtschWiss. 1937, S. 122) freizustellen." Demnach sind die jüdischen Schulen von der Verpflichtung zur Einführung der neuen staatlichen Lesebücher befreit. Mit dem Erscheinen des Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr ist nach den großen Ferien zu rechnen. Der Abschluß der Vorarbeiten für die Einführung jüdischer Lesebücher darf aufs wärmste begrüßt werden. Die Namen der Herausgeber und Mitarbeiter lassen erwarten, daß diese Lehrmittel in jeder Hinsicht ihrer Aufgabe entsprechen werden; darüber wird eine Äußerung erst erfolgen können, wenn sie vorliegen, ja wenn sie erprobt sein werden. Immerhin ist es ein bedeutsamer Schritt für die Entwicklung unserer jüdischen Schulen, daß der Unterricht sich an jüdische Lesebücher anlehnen kann. Jüdische Zeitschau Basis der Reichsvertretung erweitert. Die Verhandlungen zwischen Reichsvertretung und Jüdischer Gemeinde zu Berlin über eine Änderung der Struktur und des Aufgahenkreises der Rcichsveiiretung haben zu einer vollen Einigung geführt. Die Ergebnisse dieser Verhandlungen kommen in den Beschlüssen zum Ausdruck, die von dem Rat der Reichsvertretung in einer am 7. Juli unter dem Vorsitz des Präsidenten der Reichsvertretung, Dr. Leo Baeck, abgehaltenen sehr bedeutsamen Sitzung einstimmig gefaßt worden sind. Gleichzeitig wird die Basis der Reichsvertretung dadurch erweitert, daß die Zahl der Vertreter der Organisationen im Rat durch einen Vertreter der Staatszionistischen Organisation und der Unabhängigen Orthodoxie vermehrt wird. Ehrung Dr. Magnes' anläßlich seines 60. Geburtstages. Der Präsident der Hebräischen Universität in Jerusalem und frühere Kanzler, Prof. Dr. Judah Leib Magnes, wurde am 5. Juli 60 Jahre alt. Aus diesem Anlaß haben ihm die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität, darunter eine Reihe hei vorragender Gelehrter, die seit dem Jahre 1933 aus Deutschland ausgewandert sind, ein Sammelwerk überreicht, das in Aufsätzen und wissenschaftlichen Abhandlungen die von der Universität auf dem Gebiete der Förderung der hebräischen Kultur sowie auf den Gebieten der Medizin .— speziell der Krebsforschung —, der Naturwissenschaften, der Landwirtschaft usw. bisher geleistete Arbeit und noch zu bewältigende Probleme widerspiegelt. Bemerkenswert ist, daß sämtliche Aufsätze in hebräischer Sprache abgefaßt sind. Judah Leib Magnes wurde im Jahre 1877 in Sau Francisco geboren. Schon in jungen Jahren wurde er Rabbiner am Tempel Emanu-El in New York. Fr interessierte sich früh für Fragen der jüdischen Erziehung und wurde Mitbegründer des Jüdischen Erziehungsamtes. 1910 bis 1912 war er Vorsitzender des Exekutivkomitees der New Yorker Kehilla. Bei seinem zweiten Palästinabesuch im Jahre 1912 faßte er den Plan der Gründung einer hebräischen Universität. 1923 übersiedelte er nach Jerusalem. Als die Universität 1Q25 durch Lord Balfour eröffnet wurde, wurde Magnes ihr Kanzler. 1935 wurde er /um Präsidenten der Universität, um deren Entwicklung und Finanzierung er sich sehr verdient gemacht hat, ernannt. (JTA.) Die 4. Weltkonferenz für religiös-liberales Judentum. An der 4. Weltkonferenz des Verbandes für rel.-Iib. Judentum (World Union for Progressive Judaism) nahmen 80 Delegierte aus England, Amerika, Deutschland, Frankreich, Holland, Schweden, Danzig und Brii.-Indien teil. Der engl. Delegation gehören u. a. die ehrenamtl. Generalsekretärin des Weltverbandes Lily Montague, Rabbiner Dr. Israel Mattuck, E. Türk und Rabbiner Leslie Edgar, der amerikanische Rabbi Dubin aus Los Angeles, Rabbi H. B. Franklin aus Long Beach, Rabbi F. M. isserman aus St. Louis und Rabbi J. Roach aus Louisville an. Unter den führenden Persönlichkeiten aus Deutschland sind zu nennen die Rabbiner Cäsar Seligmann, Dr. Dienemann, Dr. Vogelstein und Dr. Salzberger, der Vorsitzende der Vereinigung für religiös-liberales Judentum Rechtsanwalt Heinrich Stern, der Vertreter der religiös-liberalen Jugend Heinz Kellermaun und George Goetz. In der Sitzung des Governing Body, die am Freitag der Konferenz voranging, wurden innerorganisatorische Fragen des Weltverbandes erörtert. Das Komitee für die Frage der Autorität im Religiösen beriet unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. Max Dieneinann-Offenbach Probleme der Autorität und der Tradition und beschloß, dem Weltverband die Einsetzung eines Komitees bekannter führender Persönlichkeiten vorzuschlagen, das Richtlinien zu dieser Frage formulieren soll. Es wurde darauf hingewiesen, daß diese Probleme von besonderer Dringlichkeit sind angesichts der großen Zahl von Juden, die sich heute dem Judentum wieder zuwenden und von ihren geistlichen Führern klare Anweisungen über die Beachtung traditionellen Brauchtums fordern. Bei den Freitagabend-Gottesdiensten in den liberalen Synagogen von Amsterdam und Den Haag sprachen die Rabbiner Dr. L. J. Mehler und Dr. I. I. Mattuck, beim Sonnabend-Vuiiuiitags-Gottesdienst Rabb. Dr. Salzberger, Frankfurt a. M. Amtliche Bekanntmachungen Kleiderstelle in Not! Die Kleiderstelle benötigt dringend Herren-, Damen- und Kindergarderobe aller Art, sowie Wäsche und Schuhwerk. Wir richten daher an unsere Gemeindemitglieder die herzliche Bitte, alles irgendwie Entbehrliche für unsere bedürftigen Glaubensgenossen zur Verfügung zu steilen. Es wird höflichst darum ersucht, nur solche Sachen zu spenden, die noch gebrauchsfähig und in sauberem Zustande sind. Die Kleidungsstücke werden auf Wunsch abgeholt Meldungen erbitten wir an das Wohlfahrtsamt, Leipzig C1, Walter Blümel-Straße 10, Tel. 213 82. W o h! f s h r t S s rn t der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Verbilligter oder freier Zutritt zum Besuche der Gemeindesynagoge an den hohen Feiertagen. wird nur gewährt, wenn dies durch die Vermögens- und EinkoniineusVerhältnisse begründet ist. In allen Fällen ist ein schriftliches Gesuch, dessen Nachprüfung durch unser Wohlfahrtsamt vorbehalten bleibt, bis spätestens zum 1. August 1937 bei uns einzureichen. Leipzig, den 5. Juli 1937. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeiude zu Leipzig. Gottesdienste vom h>. bis 22. juii Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst und üottesdienst zu Tisch oh'b'aw. Freitag, 16. 7. 1937, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 17. 7., Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 20,45 Uhr, Abendgebet 21,15 Uhr. Sonntag, 18. 7., MorgengeBet 7 Uhr, Nathmittagsgebet 13 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chahn-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, 16. 7., Abendgebet 19,15 Uhr. Sonnabend, 17. 7., Morgengebet 8,30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, Ausgang 21,15 Uhr. — Wochentag: Morgens 7, abends 19Uhr.

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