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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-05-14 · 20 (14.5.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
20 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 14. Mai 1937 Aus sächsischen Gemeinden Zwickau i. S. Die letzte Kulturveranstaltung der Gemeinde fand in Form eines Liederabends statt, zu dem der Bariton des Ensembles „Der bunte Karren", Leipzig, Herr Santo Sonini-Sonnuhmri Wonnen »••■""c. bv&liiiuMy uuernanm nerr Dr. S. Rabinowitz, Leipzig, der such einführende Wort»* «prach und jcdcjfl Lied vi«c erläuternde Einführung vorausschickte. Der Gesangsabend war eingeteilt in die Gruppen: Die jüdische Meiodie, Lieder deutscher Juden, Bcrufslieder, Arm und reich, Scherz und Spott. Herrn Dr. Rabiuowitz gelang es, charakteristische und wenig bekannte jiddische Lieder aufzuspüren, in Sätze zu bringen und besonders gut einzuführen. Die Veranstaltung wurde besonders beifällig aufgenommen. Die beiden Vortragenden ergänzten sich auf glücklichste — ein genußreicher Abend. Unsere Gemeinde Eugen Maas 80 Jahre alt. Am 15. Mai vollendet der verdienstvolle Geschäftsführer der Wohltätigkeitsansta'.ten in der Nordstraße, Herr Eugen Maas, sein 80. Lebensjahr. Gerne nehmen wir diesen seinen Jubeltag zum Anlaß, um dem in seiner Bescheidenheit jede Anerkennung und jedes Lob abwehrenden Manne auch au dieser Stelle den Dank zum Ausdruck zu bringen, der ihm für die opferfreudige und in selbstlosester Hingabe geübte Betreuung der Einrichtungen des Wohltätigkeitsvereins gebührt. Seit mehr als 30 Jahren ist sein Name mit diesen Einrichtungen aufs engste verknüpft. In dem laugen Zeitraum wechselten wohl mehrfach die Vorsitzenden; die Zahl der Persönlichkeiten, die vom Beginne her gemeinsam mit ihm in der Leitung des Vereins tätig waten, ist immer kleiner geworden: Lugen Maas war gleichsam der ruhende Pol, mit dein Werden und Wachsen des Vereins und seiner Einrichtungen vertraut wie kein anderer. In seiner, des Schatzmeisters, Hand liefen alle Läden der Geschäftsführung zusammen, ob es sich um die Speiseanstalt, das Altersheim, den Kinderhort oder das Alfons Jaeobson-Heim in Dürrenberg handelte. Nur zum Besten dieser Einrichtungen: seiner peinlich korrekten Erledigung der Arbeiten, insbesondere der wirtschaftlichen Angelegenheiten, seiner Umsicht und kein persönliches Opfer scheuenden Tatkraft ist es zu danken, daß der Verein seine Einrichtungen durch alle Fährnisse der Jahrzehnte hindurch intakt halten konnte. Nun hat sich Eugen Maas entschlossen, mit Rücksicht auf sein Alter und die mancherlei Beschwerden, die es mit sich bringt, aus seinem Amte im Wohltätigkeitsvei ein auszuscheiden. Der Dank, den seine Leistimg verdient, läßt sich nicht in Worte fassen. Aber Menschen von so schlichter Gesinnung wie Herr Maas finden in der Arbeit selbst und im Gedeihen des Werkes ihre Befriedigung. Darum auch hat Herr Maas sich jegliche Ehrung verbeten, obwohl sie hier ganz besonders am Platze gewesen wäre. Wir möchten ihm an dieser Stelle wünschen, daß er sich im Bewußtsein restlos erfüllter Pflicht an der Seite seiner Gattin noch viele Jahre der Ruhe seines Alters erfreuen möge. Zur Vorführuni« des Hatikwsb Films. Der mit Spannung erwartete f ilm „Hatikwah" rollte sich in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Kulturbund-Theater ab. Der Film, unter der Devise „Dokumente einer Hoffnung" zusammengestellt, macht sich zur Aufgabe, Rechenschaft anzulegen über das, was in Palästina in den letzten lahrzchuteu geleistet worden ist: dieser Aufbau »;ü allein durch die giu&cii ireiwiiiigen Spenden des jüdischen Volkes im Keren Kajemeth und im Keren najeasod möglich. Längst zur Erinnerung verblaßte Tage werden wieder zur Gegenwart: die ersten Siedler von Chedera (um die Jahrhundertwende), die Bauarbeiter, in den Dünen bei Jaffa, die Entwicklung des Lmek, dei Aufbau der Städte, die Grundsteinlegung zur Universität auf dem Skopus, die beispiellose Entwicklung von Tel Awiw: dies alles spricht in wirksamer Eindringlichkeit zu dem Beschauer, wenn immer wieder das Bild des Palästina von heute gezeigt wird, wo wir den neuen jüdischen Menschen auf seinem alten Boden leben und arbeiten sehen. — Voran ging „Das neue Palästina", ein Werbefilm für den Schekel, mit der wirksamen Aufforderung, sieh der Pflicht, zum Aufbau Palästinas beizutragen, bewußt zu werden. — Ein Chor „Dill-Dan", den bündische Jugend bot, und Rezitationen jüdischer Gedichte durch Herrn Kuninsky (Berlin) leiteten den Abend ein, werbende Worte des Vorsitzenden der Zionistischen Ortsgruppe. Herrn Dr. Lehrfteund. der auf die Notwendigkeit hinwies, gerade in diesen lagen den Kampf um ungehemmte Einwanderung nach Ercz Israel zu führen, folgten dem Film. „Hatikwah" und „Tcchesnkna" beschlossen den Abend. Amtliche Bekanntmachungen Verschickung von erholungsbedürftigen Kindern! Wir weisen darauf hin, daß es uns in diesem Jahre mit Rücksicht auf unsere knappen Mittel nicht möglich sein wird, allen /ur Anmeldung gelangenden Kindern zu einer Erholung zu verhelfen. Wir konnten deshalb nur die allerdringlichsten Fälle berücksichtigen. Ein Teil der Kinder, die nicht zur Verschickung gelangen können, weiden in unserer M i Ic h kolon i e, in der Zeit vom 5. Juli hi* ö. August 1037, Aufnahme finden. Leipzig, den 11. Mai 1037. Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste vom 21. bis 27. Mai. Gemeindesynagoge. Freitag, 21. Mai, Abendgebet IQ Uhr. Sonn abend, 22. Mai, Morgengebet 0 Uhr, Nachmittagsgebet 20,25 Uhr anschließend i »•"•/ertr™ .\L^..JKv'u«.i iü.jy unr. — uottesdienst an Werktagen in der Lz-Chaiin-Synagoge. E'-Chsfe! Synagoge, GUg-ovhiu-öu. Freitag, 21. Mai, Abendgebet 10,15 Uhr. Sonnabend, 22. Mai, Morgengebet 8,30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Lrkläruug von Rabb. Dr.Ochs, Ausgang 20,50 Uhr. Wochentag: Morgen 7, Abend IQ Uhr. Talmud-Tnora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 21. 5., abends IQ-30 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 17 Uhr, Ausgang 20,59 Uhr. Wochentags früh 7 Uhr, abends IQ.30 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 21. Mai, Abendg- 1»,J0 Uhr. Sabbat, 22. Mai, Morgen*. S,3ü Uhr, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 20,5') Uhr. — Wochentags: Morgeng. 7, Abeiidg. 10,30 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 20. April 1037 Salomon Berliner und Frau Anna Marie Dorothea geb. Hirschfeld, Jägerstralk 5, einen Sohn „Rolf Michael". 21. April 1037 Moses Heim und Trau Rosa geb. Marnierstcin, Köuig- Johann-Straße L eine Tochter „Marion Beatrice". B a r m i z w a : Sonnabend, den 22. Mai 193/, Siegbert Haß, Sohn des Herrn Moses Haß und Trau Martha geb. Goldberger, Keilstr. 0 ptr., in de: Talmud Thora-Synagoge, Keilstraße 4. Trauungen: Sonntag, 23. Mai 1037, nachm. 4 Uhr, Fräulein Rosa Feldmaun, Kailstraße 20, mit Herrn Adolf Nadelreich, Breslau, in der Wohnung Karlstrafk 20. Sonntag, 23. Mai 1037, nachm. 5 Uhr, Fräulein Bertha Ostreger, Marienstraße 25, mit Herrn Zalko Lawcnda, Olbernhau, in der Wohnung Nordstraße 23 bei Hirschhorn. Todesfälle: 4. Mai 1037 Jacob Ober, Ritterstraße 7. 1. Mai 1037 Salomon Grünspan, Gothaer Str. 18. 5. Mai 1037 Adolf Goldfaden, Keilstr. 18. 0. Mai 1037 David Hacker, Sedanstr. 6Ith 8. Mai 1037 Jette lacohsohn, Döbeln. Aus dem Gemeindeamt Aus der Jacob Plaut'schen Stiftung sind Zinsen au jüdische Verwandte zu verteilen. Als verwandt sind solche Personen anzusehen, die von dem Ehepaar Herz-Cusel Plaut, geboren in Reichensachsen und der Frau Caroline Plaut geb. Btech in ehe lieber direkter Linie abstammen. Meldungen sind bis zum- 15. Juni 1037 zu richten an das Kuratorium der Jacob Plnuf-Stiftuug, Berlin C2, Roscnstiulie 2/4. Jüdisches Lehrhaus Leipzig In der am 17. Mai beginnenden Woche finden mit Ausnahme des Montags sämtliche Kurse des Lehrhauacs zu> gewohnten Zeit in der Schule und im Sozialamt statt. Die Pf i n gstf e r i e n beeinträchtigen also Jeu Lehrhausbetrieb n i c b t.! ediglich Montag fallen fciertagshalber die Lehrkurse aus. Lehrgang Dr. Jacobsohrs findet Dienstag, den 18. Mai 103/, 20,30 Uhr in der Schule, Gustav-Adolf-Straße 7, seine Fortsetzung. Bevorstehende Veranstaltungen 26. Mai: Sonderkonzert des Kulturbundes: Collegiuni musicum. 3. Juni: Jüdischer Kulturbund: Gastspiel des Hamburger Kulturhundtheaters „Bunbury". Neue Bücher Die vierte Auflage des' Philo-Lexikons, Handbuch des jüdischen Wissens, Berlin-Amsterdam 11037| (Philo-Vei lag). In fast automatischer Folge sieht sich der Philo-Verlag veranlaßt, sein Philo-Lexikon in neuen Auflagen erscheinen zu lassen. Die erste Ausgabe lag im November 1031 vor. Bereits im März IQ35 mußte das lb. bis 21. Tausend, im Dezember 1035 das 22. bis 20. Tausend und Ende März dieses Jahres das 27. bis 31. Tausend gedruckt werden. Allein diese Tatsache zeigt, daß das Handbuch zu einem unentbehrlichen Bestandteil aller an jüdischen Dingen hiteressierten Menschen und Institutionen geworden ist. — Die 4. Auflage enthalt 32 Spalten, nahezu KHK) Druckzeilen mehr Text und damit etwa 500 neue Stichworte und Namen. Die Tabellen und Abbildungen wurden 11111 ca. 50 vermehrt. Die Karte Palästinas \vurde völlig neu bearbeitet und im Vierfarbendruck hergestellt. Sammelstichworte wurden um der Übersichtlichkeit"willen in tabellarische Form gebracht. Tabellen wurden neu aufgenommen, so: „Die größten jüdischen Gemeinden in Deutschland", „die größten jüdischen Gemeinden in der Welt", „Dozenten der Universität" Jerusalem". Fine große Anzahl neuer Städte und Länder und mehrere 100 neue Nanieu wurden eingefügt. Dazu kam eine Überprüfung sämtlicher statistischer Angaben, die Einfügung zahlreicher treuer Tageodaten, wo bi*" her nur Jahresdaten gegeben waren, und selbstverständlich die l~r gänzungen, die sich aus der Entwicklung der verflossenen drei Jahre ergeben haben. Der Verlag scheut sich in diesem Zusammcnl' auch nicht, zu gestehen, daß in diesen drei Jahren Erfahrungen ge'

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