Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 18 (30.4.1937)
- Date
- 1937-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4876568-5968814-5990755--6361-4882491- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LE1PZIQ 30. April 1 bender" (1913—1932), ein Halbmonatsblatt, das über seine eigentliche Bestimmung »1« VereirtSOrgan hinaus auch die Vorgänge innerhalb der Qemeinde verzeichnete; die Mitteilungen der Wohltätigkeitsvereine „Linas Hazcdek" und „Rasche Hilfe'1 (1920-1924), die sich ähnliche Ziele stellten; eine wichtige Aufgabe erfüllte die von der Zionistischen rVte««r!«ppc hCrÄMiatgsLeue „Leipziger Jüdische Zeitung" (1919—1930). die Hie HMforndRiftw gemeinde politischer fragen in den Vordergrund stellte, und neuen der die gleichzeitig erscheinenden anderen Blätter „Leipziger Israelitisches Fa milicn b la tt" und „leipziger jüdische Wochen sc Ii au" (1928—1933) keine eigentliche Funktion erfüllen konnten. Nennen möchten wir noch eine Zeitung, die nur für einen engen Kreis bestimmt war, und deshailb nur wenigen bekannt sein dürfte: „Talmud Thora", Organ für die Schüler der Tal- Jüdische Zeitschau Die Schowuaus-Aktion des Keren Hatorah. ludern wir auf die auch dieses Jahr wieder in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands stattfindende Schowuaus-Aktion d« Keren Hatorah in Deutschland hinweisen, möchten wir dieselbe unseren Lesern zur wärmsten Unterstützung empfehlen. Durch seine, seit 14 Jahren in Deutschland geleistete Arbeit für unsere Jugend, ist der Keren Hatorah zu einem beachtenswerten Faktor in allen Tragen der Jugenderziehung geworden. Ls liegt ein tiefer Sinn darin, wenn eine solche Organisation am Tage des Festes der Lehre sich an alle Juden ii» Deutschland mit der Bitte um Unterstützung wendet und kaum ein anderes Fest des Jahres ist so sehr geeignet, durch die Tat den Willen zur Erhaltung der Tradition zu bekunden wie gerade das Schowuausfest. Linige Angaben aus der Arbeit des Keren Hatorah dürften interessieren: Keren Hatorah hat im Jahre 1936 durch seine Subvention dafür gesorgt, dal! 403 Jugendliche sich teils vor, teils nach der Berufsausbildung dem Studium der Lehre widmen konnten. Die Beschäftigung mit der Tradition und der Geschichte unseres Volkes gibt der lugend den sittlichen Halt und die charakterlich^ Stärke, die ja Vorbedingungen sind dafür, daß sich diese Jugend, die auswandern wird, auch draußen! als Jude bewährt. Nur wenige Litern sind heute in der Lage, die materiellen Opfer zu bringen, die eine solche Ausbildung erfordern. In all diesen Fällen hat der Keren Hatorah eingegriffen und durch seine Subvention den Eltern diese grolle Sorge abgenommen. Die seit Jahren segensreich wirkenden Schulen des Kcicii Hatorah konnten erhalten werden, eine neue Schule wurde gegründet. Die drei Keren Hatorah-Heime für Jugendliche im Altei von 14—1b Jahren waren voll besetzt und trotz aller Schwierigkeiten konnte den Jungens eine kräftige und gesunde Verpflegung fegeben werden. Die Fürsorge für den Religionsunterricht in lehrerlosen Gemeinden erfordert immer größere Mittel. Durch Abwanderung ist so manche Gemeinde heute nicht mehr in der Lage, sich einen Lehrer zu halten,, sollen deshalb Hie Kinder ohne Religionsunterricht, ohne jede Kenntnis des Judentums aufwachsen? Es ist ein Ehrenzeugnis für die Juden Deutschlands, daß es dem Keren Hatorah gelang, seine Einnahmen um 25o/U zu steigern, die er ausschließlich in Deutschland aufbringt und auch ausschließlich für jüdische Institutionen in Deutschland und für die Jugend unserer Gemeinden in Deutschland verausgabt. Möge es der Schowuaus-Aktion des Keren Hatorah gelingen, die Mitte! aufzubringen, die erforderlich sind, um dieses segenspendende große Werk ungeschmälert fortzusetzen. Unsere Gemeinde Zum neuesten Palästina-Film „Hatikwah". Am 10. Mai wird der in Berlin und anderen Orten mit größtem Interesse aufgenommene neueste Palästina-Film „Hatikwah" vor den Juden i:: Leipzig laufen. Einige Auszüge aus den Presseberichten sollen die Vorführung vorbereiten: Die C.V.-Zeitung schreibt: ...Den Lands«.liufisbiidern aus der Zeit, da Palästina Wüste war, werden Aufnahmen au«; dem Emek und anderen Teilen des Landes, die durch jüdische Arbeit zu blühenden Gärten und Feldern geworden sind, gegenübergestellt. Wo einst kahle unwirtliche Fläche war, erheben sich jetzt die Häuser der von Juden gegründeten und erweiterten Städte wie Tel-Awiw, Ilaifa und Jerusalem. Wichtige Momente aus der palästinensischen Geschichte, wie z. B. die Einweihung der Universität, sind im Bilde festgehalten Zahlreiche Einzeiaufnahmen von Fabriken, Siedlungen. Dörfern und Städten sollen einen Einblick in das Werden und gegenwärtige Treiben im Lande vermitteln. Der Schild schreibt: ... Wir sahen die Siedlungen aus malerischen Zeltlagern emporwachsen zu anheimelnden Dörfern, verfolgten den mühseligen Bau der Verkehrsadern, die zäh durchgeführte Lösung der schwierigen Bewässerungsfrage, die Einführung des Traktors. Mit einem Gefühl des Stolzes sieht der Blick des jüdischen Frontsoldaten ein hartes, mit kräftiger Faust zupackendes, in der heimatlichen Scholle verwurzeltes gesundes Oeschlecht, dessen Beispiel uns in unserer Forderung nach landwirtschaftlicher jüdischer Siedlung bekräftigt. Du- Jod. Hundseliau schreibt: ... Dieser Film wird gewiß nicht verfehlen, den Mut all derer, die ihn gesehen haben, zu stärken. Wir sehen aus ihm, wie fast unüberwindlich erscheinende Hindernisse die indische Arbeit Jvuiioch nicht unmöglich machten, und wie im Kampf mit den Gewalten der Natur und anderen Faktoren dennoch das jüdische Aufbauwerk Ununterbrochen i'oi ('schritt. mud Tauroli-Schuie, Leipzig. Sie erschien seit 1901; im ersten Jahrfl gang in: Steindruckverfahren, im zweiten, gedruckt, unter dem TitelH Talmud Thora-Zeitung, Herausgegeben von Schülern der TalnmÄ Thora Leipzig (Beiträge u.a. von: Louis Tumpowskv, Curt Kit jjfl Hnn« I ehKcriuanti Spit*, j. utsenutz). Alle diese Organe sinjj ein Beweis für die Einsrhatzun« H«r jüdischen Piesse bei oei Juden m i eipzig. Ludwig Philippson stellte nach 25jährigem Bestehen seiner Zeitung fest, daß das Ergebnis seiner Mühen befriedigend sei, zumal wenn er berücksichtigte ,daß „bekanntlich unsere Glaubensgenosse!: in der Jetztzeit nicht allzu viel, und namentlich nicht was im Interesse ihres Glaubens und Stammes erscheint, lesen". Die Zeile» haben sich gewandelt: Juden lesen heute. Dank der Entfaltung der jüdischen Presse. Photoamateure treffen sich. Treffstunden im Monat Mai: Sonn tag, den 2. und 23. Mai, jeweils pünktlich 11 Uhr im Palastcate. Unser Kurs hat begonnen! Auskunft hierüber erteilt bereitwillige der zuständige Heu während der Treifstundeu. Amtliche Bekanntmachungen Vereinsverartstaltungen. Gemäß einer Mitteilung des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde in Deutschland gilt für Vereinsveranstaltungen folgendes: I. Sämtliche Tanzveranstaltungen müssen durch die Reichskulturkammer Berlin genehmigt sein. Die Vereine werden darauf hingewiesen, daß nach einer Erklärung der Reichskulturkammer hei Anhäufung von Veranstaltungen keine Genehmigung mehr erteilt wird. II. Vereinsveranstaltungen, die lediglich dem Zwecke der Geseiligkeit dienen und nur ein oder zwei künstlerische Einlagen haben, können von allen Vereinsmitgliedern und Personen, die ihre Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft nachweisen, besucht werden. Vereinsveranstaltungen dagegen, die ein. überwiegend künstlerisches Programm bieten, bei denen also die Künstler nicht nur als Einlage zu Tanz- oder Unterhaltungsmusik auftreten, dürfen lt. behördlicher Anordnung nur von Vereinsmitgliedern, Kulturbundmitglie dem oder Reichsverbands-Mitgliedern besucht werden. Zu diesen Vereins Veranstaltungen haben also nur Zutritt: a) Personen, die direkte Vereinsmitglieder sind und eine Vereinsmitgliedskarte vorweisen können, j b) Personen, die eine Kulturhund-Mitgliedskarte aus Leipzig odu einem anderen jüdischen Kulturbund aufweisen können, c) Personen, die eine gültige Reichsverbandskarte vorweisen können. III. Alle Veranstaltungen müssen außerdem wie bisher dem Polizeipräsidium gemeldet werden. j Leipzig, den 23. April 1937. Der Vorstand der israelitischen Reiigior.sgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste vom 7. bis 13. Mai. Gemeindesynagoge. Freitag. 7. Mai, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend. 8. Mai, .Morgengebet 9 Uhr, lugoidgotiesdienst lo,\o Uhr mit Predigt, Nachmittagsgebet 20,03 Uhr, anschließend Lehrvortraij, Abendgebet 20,33 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez- Chaim-Synagoge. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Str. Freitag, 7. Mai, Abendgebet 19,30 Uhr. Sonnabend, 8. Mai, Morgengebet 8,30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anschließend Schulchan-Arueh-Erklärung von Rabb. Dr.Ochs, Ausgang 20,33 Uhr. — Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 19 Uk Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 7. Mai, abends 19,30 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 17 Uhr, Ausgang 20,33 Um. Wochentags früh 7 Uhr, abends!9,!5 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfatfendorfer Str. 4. Freitag, den 7. Mai. Abendg. 19,30 Uhr. Sabbat, den 8. Mai, Morgeng. 8,30 Uhr, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 20,33 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7, Abendg. 19,30. Personenstandsnachrichten Geburt: 9. April 1937 Samuel Knoblauch und Frau Irma geb. Nasielski, Jakobstraße 2111., einen Sohn „Fred Harald". B a r m i z. w a : Sonnabend, S. Mai 1937, Peter Biberfeld, Sohn des Herrn Kurl Biberfeld und Frau Minna geb. Peysei, Springerstraße 33, Ü der Qemeindesynagoge. Sonnabend, 8. Mai 1937, Franz Mohr, Sohn des Herrn Ernst Mohr und Frau Bertha geb. Scheyer, Wangerooger Weg 21, in eki Qemeindesynagoge. Jüdische Schulen. Das Schulgeld für den Monat Mai 1937 ist bis zum 7. 5. 37. an die Schulkasse zu zahlen. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß Kinder, für die noch Rückstände aus dem abgelaufenen Schuljahre bestehen, am 7. Mai 1937 ohne nochmalige Benachrichtigung vom Unterricht in der Realschule'ausgeschlossen werden Leipzig, den 30. April 1937 Der Vorstand der Israel. Reügionsgemeinde zu Leipzig e. 'v