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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-04-09 · 15 (9.4.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
15 (9.4.1937)
Date
1937-04-09
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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9. April 1937 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 I für x/vwpfinä&Lcfoe, Füße I i Damen-Binde-Schuhe extra beaueme Form-n>|t Geienkjtutze und Gjmmifleck, In schwär* und braun jL«d«r . . Groß« 36 43 d«rs«lhe In Laekl«d«r 7.90 Bevorstehende Veranstaltungen 10. April: Wohltätigkeits-Künstlerfest unter Protektorat eines Ehrenausschusses. 12 April: Z. O. G. Vortrag Dr. Blumberg: „Die Bedeutung der i- Rassenhygiene für das jüdische Volk". 18 April: K.A E.: Koiu-Gajisp.: Ännelies Molnar Julius Peissachowitsch. 15. Mai: K.A. E.: Veranstaltung. 29. Mai: Verein poln. Kauflcute u. Gewerbetreibender e.V.: Kultur- und Gesellschaftsabend zugunsten bedürftiger Schulkinder. Jüdisches Lehrhaus Leipzig BeKinn der Lehrgänge des Sommerhalbjahre« 1937. Die Lehrgänge des Sommerhalbjahres 1937 können aus technischen Gründen erst in der am 19. April 1937 beginnenden Woche anfangen. Sprachkursteilnehmer des Winterhalbjahres 1936 37. Die Teilnehmer der Sprachlehrgänge, die sichbereits während des Wintersemesters für die Sommerkurse eingeschrieben haben, müssen wie alle anderen Teilnehmer noch im Laufe dieser Woche das Hörergeld bezahlen, damit sie ohne Verzögerung von Anfang an an den Sommerkursen teilnehmen können. Französische Lehrgänge. Der Lehrgang C (Mittel-Fortgeschrittene) wird auf Dienstag und Lehrgang D (Fortgeschrittene) auf Montag verlegt. Lehrgang Dr. Jacobsohn. Der Lehrgang des Herrn Dr. Jacobsohn, der im Winterhalbjahr unterbrochen werden mußte, findet seine Fortsetzung. Der nächste Kuisabcnd findet Dienstag, den 13. April 1937, 20'/, Uhr in der Schule, Gustav-Adolf-Str. 7, slatt. Zum Besuch des Kursus genügen die im vorigen Winterhalbjahr für diesen Lehrgang ausgegebenen Hörerkarten. Neue Bücher Emanuel Worllk: Der Fahncnrciter von Prag. Kulturroman aus dem Prager jüdischen Zunft'.eben. Bearbeitet von Alfred Grotte. Berlin (Brandussche Verlagsbuchhandlung). So mancher hat schon in Prag in der Aihtettscbul vor der großeil Fahne gestanden, die die Fleischerzunft von Ferdinand III. erhalten hatte, als Dank für die mutige Verteidigung der steinernen Brücke im Kampf gegen die Schweden. Da hört man den Fremdenführer v<m Zünften erzählen; aber man kann sich kein lebendiges Bild machen. Ei-ianuel Worlik, der Verfasser des Buches, ist einer der ktzten Meister. Er kennt noch das Leben der Zunftzeit, an das uns die alten Prager Gassen noch heute so lebhaft erinnern. Es tntrollt vor uns ein Leben: Josef, der Held des Ruches, verliert sehr "üii seinen Vater. Li muri sich seinen Lebensunterhalt verdienen, kommt zu einem Fleischer in die Lehre. Alle lernen den gewandten "nd tüchtigen Jungen lieben. Sein Meister fördert ihn. Josef lernt Tochter de.-. Vorstehers der Judenzunft kennen. Der Vater verbietet die Zusammenkünfte. Lr erreicht,, daß Josef heimatlos die Gemeinde verlassen muß. — Nach langer Wanderung kommt er in Prags Nähe. Bei der Krönungsfeierlichkeit braucht man einen jungen Mann, der von der Fahnenspitze herab drei Ton«»«» an* h»» knnic» süscriagt.- ICtiuci cikiart sich dazu bereit, denn Hie Fahnf ist in m hnrh( und die Sache kann das Leben kosten. Man verspricht dein Mutigen das Bürgerrecht. Da erklärt sich Josef bereit, den Fahnenritt zu wagen. Er Desteht und wird später ein geachteter Meister. Wir erleben eir. mutiges, erfolgreiches Menschenleben und erhalten einen packenden Einblick in die Zeit. Unbewußt bleibt eine Fülle von Einzelheiten vom Brauchtum und kulturellen Leben der Prager Juden jener Zeit in unserem Gedächtnis: wir freuen uns an der Geschichte und lernen: in einem. ch. c. Salman Schneur, Noah Pandre. Ein Roman. Berlin 1937 (Brandussche Verlagsbuchhandlung). Es ist sicher: wenn wir von „Ostjuden" sprechen, unterscheiden wir zu wenig. Wir achten nicht auf die großen Unterschiede, die innerhalb der uns einheitlich erscheinenden Miüionenmasse von Juden bestehen, die zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer in großen und kleinen Städten und Städtchen wohnen. Wir denken an dunkle Kaftanträger, an Bärte und Schläfenlocken, an die ärmliche Betriebsamkeit des Winkelhandels und an die blassen Gesichter von lernenden Jeschiwa-Bachurim. Allmählich nur hat sich unser Blick geschärft für den Gegensatz zwischen einem chassidischen Rebbe aus Galizien, der „Gott in Freude dient" und einem litauischen Talmudisten, für den jede Auflockerung der Strenge eine Sünde gegen Uberlieferung ist. Wenn die Rede ist von den Judeugasacu des Ostens, so verbindet sich unsere Vorstellung sogleich mit dem Bild von lichtlosen Wohnungen, schmutzigen Hinterhöfen, hungernden Kindern. Erst vor kurzem haben uns die l.ebenserinnerungen von Shmarja Levin einen Blick aufgetan in die ganz andere russisch-jüdische Welt an der Beresina, in das Leben der kleinstädtischen und dörflichen Juden, der Holzfäller und Holzhändler aus dem östlichen Grenzgebiet des ehemaligen zaristischen Ansiedlungsrayons. Der russisch-jüdische Schriftsteller Salman Schneur in seinem Roman „Noah Pandre", der vor kurzem in guter deutscher Obersetzung herausgekommen ist, erweitert diesen Blick und fügt ihm eine neue Farbigkcit bei. Für viele Juden unseres Kulturkreises wird die Bekanntschaft mit dem Helden von Schliems Geschichte erstaunlich sein. Dieser Noah Pandre, Schlächtersgesell und Fuhrmann, ist ein Held recht nach dem Herzen des Volkes. Kein engbrüstiger Stubenhocker, kein vergrübelter Lerner, kein armseliger Hausicrhändler ist er, sondern ein baumstarker, gutherziger Kerl, der überall anpackt, ein neuer Simson, der die Jugend begeistert, dem die Mädels nachschauen und dessen Kraft sich nicht brechen läßt. Es stehen Berichte von Wölfen und Pferden. Schilderungen von sommerlichen waidern und winterlichen Straßen, von Flüssen und Teichen in diesem Buch, die wie aus der Kindheit einer Literatur heraufgeholt zu sein scheinen. Es ist nichts Differenziertes oder schwer Begreifbares in allem, was geschieht und was erzählt wird, alles ist klar und einfach wie in einer Legende. Es ist eine Legende aus einer versunkenen Welt. Es ist nicht nur an dem, daß der Doppeladler des Zaren mitsamt seinem despotischen Repräsentanten aus den Amtszimmern des Städtchens Schklow wie so vieler anderer Städtchen jenes Himmelsstrichs verschwunden ist — mit ihm ist auch das russische Judentum, dieses starke, lebenskräftige, selbstverständliche Judentum in einer riesenhaften Umwälzung, die sich wie eine turmhohe Flutwelle über die breiten Ebenen des Ostens hinwälzte, untergegangen. Wenn die "Wasser eines Tages versickert sein werden, was wird dann als überlebender Rest und neuer Beginn vor unseren Augen auftauchen? Niemand von uns Heutigen kann irgend etwas, was gültig wäre, darüber aussagen. Es bleibt uns nichts übrig, als uns mit dem geretteten Büd zu begnügen. Werner Cahnmann. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Die |ugend-Handbal!spiele des „Bar Kuchba" gegen den Berliner „Bar Kochba-Hakoah" beweisen, daß man sich dort von dem allein richtigen Gedanken leiten läßt, die Jugend spielerisch mehr heranzuholen, um sich dadurch einen starken Nachwuchs für die I. Mannschaften zu sichern. Von dem Können der Berliner hätte sich mancher aus einer Herrenelf eine Scheibe abschneiden können, man merkte diesen Jungens vor allem an. daß sie das besitzen, was den Hiesigen allein fehlt, Spielerfahrung, und daß sie balltechnisch NACH MASS Sakko Anzüge in bester, nach MaStarif I» entlohnter Schneiderarbeit. Die Barzahlungs-Preite: I a rz itO :cjrr \\J\j.m u. IOO." VIW" BAMBERGER & HERTZ Die zuverlässigen Kleiderlachleute

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