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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-03-05 · 10 (5.3.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
10 (5.3.1937)
Date
1937-03-05
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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5. Mirz 1937 0EME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSÜEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 —aoBna agna KaaaaaamMM CBZ xsrx ß 1Ö8Y C/T Sonnabend, den 13. Ittän 1937, 20.30 Wir Im Kulturbund-Ihealer, Zaudiaer Strabe 22 1937 i- Jahre Hilfsverein Ist. Gewerbetreibender e V. * 1 -- _ . | ■ uipr n^C ^| I inh««ir«,AM *-J p -»-.-l — ^- I CIvl viCvj s^vy jciin igCn DCSlCIlCilb unter MUnlrkung namhafter Künstler Kein Mitglied des Xllfsveretns, kein freund jtidbdi-sozialen Schaffens, darf bei dieser Jeler fehlen Eintrittskarten sind in der Geschäftsstelle, Brühl 46/48 sowie bei den Vorstandsmitgliedern zu haben ^ninwmrll) an UK.r.mn um EgSBBOKBai «nun unmi ijrfTua ■ttaaaMaCBEBB! OEPM '«"■'iiutwiwm^ Die glückliche Oeburt einer gesunden Tochter zeigen Hocherfreut an Leipzig, den 27. Februar 1937 Martin Grün u. Fran Promenadenstr. 9, z. Zt. Dittrichring 20 a. Hilda grh. Herzberg Anläßlich der Barmizwah unseres Sonne« <md uns in so großem Maße Glückwünsche und Aufmerksamkeiten erwiesen worden, daß es uns nui auf diesem Wege möglich ist, unseren herzlichsten und aufrichtigsten (>ank auszusprechen. Waldstr. Ha Zuhnarrt 2>f. JfailWiui Und jTQÜ Chüriviie g«"b- Mislowitzer. Itlarku«« Glaaer Irma Glaaer geb. Moses Vermählte Grimma Leipzig rufen zu erlangen. — Seit Mitte des Jahres 1936 bestehen zwei Vorlehreklassen mit Halbtagsunterricht iri Tischlerei und Schlosserei. Diese werden ab Ostern 1937 als volltägige Lehrwerkstätten geführt; für die Aufnahme ist gleichfalls eine gute, vorher nachgewiesene Eignung zu diesem Beruf Voraussetzung. Die Ausbildung soll drei Jahre dauern. — Es besteht ferner eine Berufsvorlehre für Gärtner, die halbtägige praktische Arbeit, gärtnerischen Fachunterricht und Unterricht in jüdischen Elementartächern (Palästinakunde, jüdische Geschichte und Literatur) umfaßt. Auf einem der israelitischen Religionsgemeinde gehörigen Gelände wurden im Jahre 1936/ 1937 ca. 15 Jungen und Mädel in der Gärtnerei vorgeschult. Sie sind jetzt so weit, daß sie eine gute Vorbildung für spczialgärtne rische Berufe oder für den Übergang in die landwirtschaftliche Hachscharah haben. Diese Gärtnervorlchrc wird auch im kommenden Jahr wieder etwa 20 Teilnehmer aufnehmen können, da an. eine Erweiterung des bisherigen Geländes gedacht ist. — Für Mädchen besteht seit Mitte 1936 eine Haushaltschule, deren Ziel es ist, jungen, schulentlassenen Mädchen die Möglichkeit zur intensiven Erlernung der Hauswirtschaft zu geben. Die Ausbildung umfaßt folgende Tücher: Kochen, Backen, Hausarbeit, Flicken, Stopfen, Nähen neuer Wäsche, Waschen, Bügeln, Nahrungsmittellehre, Erziehungslehre, häusliche Buchführung, reiigionskundliche Einführung in die jüdische Haushaitführung, judische Geschichte und Palästinakundc. Die Schule gibt auch Gelegenheit zur praktischen Betätigung im Kindergärten, eine Möglichkeit die von £!!r~ '»!••"•••-:ir::v.'~. rite - '■■ »oitte ......u pädagogischen ikuci i»n?gensctiüi Lk iui' /mvenüett wollen, sehr begrüßt wird Über die geschilderten Einrichtungen hinaus geht selbstverstäftd •icii u,i> Bestrebet) wm Litern und Kindern, soweit mogln Ii, noch einzelne Lehrstellen im Handwerk zu besetzen, doch wird dieser Raum von Jahr zu jähr enger. Eine Reihe Jugendlicher zieht auch die Ausbildung an anderen Orten vor, besonders soweit es sich schon um 16jährige handelt. Bathe Chaluz (Wohnheime) in den verschiedenen größeren Städten Deutschlands geben die Möglichkeit zur verbilligten Lebensführung und sachgemäßen Betreuung während dei Ausbildung. Ein großer Teil zionistischer, bündischer Jugend kommt zur sogenannten „Mittleren-Hachscharali", der Ausbildung für die 15—17 jährigen insbesondere auf in jüdischen Händen befindlichen Lehrgurern. Ein Teil jüdischer Mädchen zieht Haushaltschulen an anderer. Orten mit Internat vor. Die Eröffnung eines eigenen Lehrlingsheims, das auswärtigen Gemeindemitgliedern Gelegenheit zur Unterbringung ihrer in Leipzig in der Lehre befindlichen Kinder gäbe, wurde bishei immer angestrebt, konnte aber bis heute nicht realisiert werden. "— Endlich ist für zionistisch orientierte Kinder zwischen 15—17 Jahren noch der Weg zur jugendalijah offen, die in den letzten Jahren mehr als 100 Kinder;uis Nach lang, m, mit großer Qeduld ertragenem Leiden, verschied heute unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Adele verw. Haipern geb Sachsmann Leipzig, d.?8 IL 37 In tiefster TraJer im Namen aller Hinterbliebenen Max Haipern Leipzig zur praktischen zweijährigen Ausbildung in Palästina aufgenommen hat. Wenn Lehrwerkstätten und Kursausbildungen auch kein vollgültiger Ersatz für eine richtige Lehre sein können, weil ihnen eine gewisse Wirklichkeitsnähe fehlt, so sind doch die jüdischen Stellen au der Arbeit, diese Ausbilduugsmögiichkeiten für die jüdische jugend so zu gestalten, daß die darin erworbenen Kenntnisse den im Auslande an gut vorgebildete Handwerker gestellten Anforderungen durchaus genügen. Es kann an dieser Stelle deshalb Eltern und Kindern gesagt werden, daß sie trotz Mangels an Lehrstellen nicht zu verzweifeln brauchen. Die verantwortlichen jüdischen Stellen sind sich ihrci Aufgabe voll bewußt und werden alles tun, um unserer Jugend den Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen. An olle Eltern und Jugenderzieher wendet sich ein Aufruf des Noar Agudati, Bund agudistisch-chaluzischer Jugend (Runde«leitiing Frankfurt a M,, Schwanenstr. 12), dem wir folgende wesentlichen Stücke entnehmen: Wenn heute der entschiedene Wille und die berechtigte Absicht zur Berufsausbildung besteht, so gilt es heute mehr denn je, unserer Jugend die Werte zu vermitteln, die ihr Rückhalt im Leben zu geben vermögen. Sie muß lernen, ihre Stellung in der Welt und ihre Pflichten gegen Mensch und G'tt zu erkennen. Lernen, ihren Platz richtig zu sehen im jüdischen Volk. Lernen, die Aufgabe des jüdischen Volkes auf dieser Welt zu begreifen. Lernen, den Sinn des jüdischen Landes und der Hingabe für seinen Aufbau zu erkennen. Die Institutionen des Noar Agudati basieren auf dipser Erkennt p.is.!n den Jahr*" «er Hachschars r'jrh;;;;!* w'mrfnntt — det ^vi sttgen und fachkeheu Aushtidimg tn icathiw», öct Chinnuch, Mittlcren-Hacbschara, Lehrwerkstätte, Maucnenseniinar und Hausbaltschule wird diese wichtige und grundlegende Arbeit geleistet. Bildung des Charakters, Schulung des Geistes, Erwerb der pra^-"^»«. tischen Berufskcnutnisse, Ertüchtigung für die Gesamtheitsaufgabe sind die Erziehungsziele unserer Hachscharot und Institutionen. Gemeinschaft der Jugendlichen und erzieherische Arbeit an ihnen wirken zusammen, um unseren Menschen den Weg in ein persönliches Berufsleben und in die jüdische Gesellschaft in Erez Jisrael zugleich zu weisen. Der Noar Agudati fordert die Eltern und Erzieher der Jugend auf, die Schulentlassenen ihm anzuvertrauen. Die Institutionen des Noar Agudati stehen der re!igiö?cn jüdischen Jugend Deutschlands offen. Die Arbeit für die Thora und die Verwirklichung der Thora in Erez Jisrael sollen dem Leben des jungen Juden wieder neuen Sinn und ihm selbst gesteigertes Selbstbewußtsein geben. Die Freude am Lernen und die Freude an der Arbeit werden ihm neue Kraft und seelischen Halt verleihen Eltern! Denkt an die Zukunft eurer Kinder! Gebt ihnen den allein durch Lehre und Tradition gewährleisteten jüdischen Rückhalt! Schickt eure Kinder zu uns! IVUc Aiis&ralu*: Ihre a Hi- A Hgejjge n 1

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