Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 10 (5.3.1937)
- Date
- 1937-03-05
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DtK ISRAELITISCHEN REL1QIONSQEMEINDE ZU LEIPZIG 5. März 1937 ■ I Jüdische Winterhilfe Postscheckkonto Nr. 20516 (Israel. Rcligiotisgemeinde, Abt. Winterhilfe). Letzter AnpAll zur Mobilisierung aller Kräfte im Dienste der Jüdischen Winterhilfe. Durch 5 Monate haben wir das große Werk zur Linderung der Not unserer bedürftigen Glaubensgenossen geführt. Das Bewußtsein erfüllter sittlicher Pflicht darf uns aber nicht ermüden lassen; es muß uns vielmehr Ansporn sein zu steter Hilfsbereitschaft. Wir rufen daher heute nochmals alle verfügbaren Kräfte auf den Plan und appellieren an die Opferbereltschaft und das Gemeinschaftsgefühl aller unserer Gemeindemitglieder. Es steht uns noch ein Monat größter Anforderungen bevor, und wir erwarten, daß unsere beiden letzten Sammlungen: Pfundsammlung, Sonntag, den 7. März und Eintopfsammlung, Sonntag, den 14. März ein voller Erfolg werden. Denket daran, daß das Pessach-Fest vor der Türe steht und helfet uns, unseren Betreuten das Fest zu bereiten. Jüdische Winterhilfe. An all« jüdisch«'11 Schüler und Schülerinnen die Ostern die Schule verlassen, Wendet sieh ein Aufruf des Hcchaluz, Deutscher Landesverband, Abt. Mittleren-Hachschara (Berlin W15, Meineckestr, 10) und der Jüdischen Jugendhilfe E.V., Trägerin der jugendafljah (Benlh-Charlottenburgj Kantstr. 15$). Dieser Aufruf führt den jungen Menschen folgende Erwägungen vor Augen, die „für das Land unserer FntscheiHiin^en, für Palästina, Sprech*«''** Gewiß ist der W e g n a c h P a I ii s t i n a nicht der leichteste. Für Palästina ist ein Leben der körperlichen Arbeit, das Eindringen in die hebräische Sprache, in die Kultur unseres Volke» notwendig Unsere Heimat können wir nur dann neu aufbauen, wenn wir mit bewußtem Bekenntnis /um jüdischem Volke Arbeiter und Mauern werden, wenn wir die Berufe ergreifen, welche die Grundlagen einer gesunden Gesellschaft bilden, und die uns so fest im Lande verwUrteln, daß fremde Mächte uns unmöglich mehr daraus verdrängen können. Auch in Deutschland fanden die Juden eine aufstrebende Wirtschaft, die sie aufnahm, und an deren Entwicklung sie teilhatten. Viele Länder in Ubersee stehen heute auf der Stufe der Entwicklung, auf der Deutschland vor 125 Jahren stand, als man den Juden die Bürgerrechte gab. Aber so wie das deutsche Volk sich zu einer Nation entwickelte, welche volksfremde Teite :*.:.!".! VVtli, SO WCTuCU dltctl lill'SC VOiKCX CU2«»i viiv Kiiik;\.ii ausstoneu. die fremder Abstammung sind. Wir haben in Deutsehland erlebt, daß diese Entwicklung unabhängig ist von der BereHndtaft der Jwffct?, Sic" zü assimilieren. Was sie auch aufgegeben haben von ihrem Voiksbcwuinseiu, ihrer eigenen Kultur, ihrem Selbsthestimmungsrecht, es ist ihnen doch nicht gelungen, gan/ mit dem anderen Volkskörper zu verschmelzen. In Palästina kämpfen Menschen unserer Bewegung um die Existenz des jüdischen Jischuw. Aber dieser Kampf gilt nicht nur der verhältnismäßig kleinen Zahl von Juden in Palästina, er gilt dem ganzen jüdischen Volk auch uns. Ls geht um das ein/ige Land, das Juden aus eigener Kraft autbaueu, und in welchem sie ihre Fähigkeiten zu voller Leistung entfalten können. Ls wird dort der ürund gelegt für ein menSchenWftfdtgCS Leben »Mine innere um! aiitiere Unterdrückung. Sucht nicht nur einen Unterschlupf! Sucht ein sinnvolles I eben, in dem ihr nicht nur für eure Existenz arbeitet, sondern für die Uesamtheit wirkt. Das Bewußtsein, für das gesamte in der üolah leidende Volk einen Ausweg zu eröffnen, gibt unserem Leben den Sinn, an einem großen Werk mitschaften zu können. Landwirtschaft und Handwerk sind die Grundlagen unseres Aufbaus in Palästina. Wir Juden, die wir jahrzehntelang nicht körperlich gearbeitet haben, müssen uns erst langsam an die körperliche Anstrengung gewöhnen und uns gründlich für das Leben in Erez Israel vorbereiten. Diese Voi bereitungszeit stellt an euch so große Anfordei uugeu, daß der Einzelne ihnen nicht gewachsen wäre. Nm gemeinsames Arbeiteil und Lernen weckt die Energie, bis zum Ziele durchzuhalten. Im Kameradschaftsehen wird die Erziehung .vollendet werden, die Menschen zu engem Zusammenleben befähigf Der Weg nach Palästina ist nicht allen offen; aber die, die sieh zu einem Leben körperlicher Arbeit entschieden haben, können ihn gehen. Die Vorbereitung hier ist eine Probe für euch. Viele fühlen sich vorher zu schwach wenige, die ''rchc z-____*• trind senwach geblieben; >wiv.!iat doch uas Selbstbewußtsein und die Kraft mit den Anstrengungen, die man auf sieh nimmt Wir wollen euch die Vorbereitung für das Leben in Palästina ermöglichen. Durchdenkt die Entscheidung, die ihr heute zu fällen habt! Sie ist bedeutsam für euch, für alle Juden, für die kommenden Generationen. Das Schicksal unseres Landes und unserer (iemeinschaft liegt in eurer Hand. Beratet euch mit uns über alles, was euch zweifelhaft erscheint. Wir wollenmit euch sprechen, wir wollen euch zur Seite stehen nach den (irundsätzen unserer Bewegung, getragen von dem Willen, euch den Weg zu fruchtbarer Arbeit in ein freies, erfülltes Leben ZU bahnen. Unsere Gemeinde Ephraim-Carlebach-Hain. Nachstehend geben wir die Namen der weiteren Zeichner für den Fphraim-Carlcbach-Hain bekannt. Und danken auf diesem Wege. Weitere Bekanntmachungen erfolgui demnächst. A. Czaczkes, J. Affenkraut, Gertrud Cohn, S. Rimalowcr, Ch. Gräber, M. Stcniliciin, Wasserlauf, I. Schußheim, K. Baltermann. I.W. Singer, O. Ebel, R. Katzmann, S. Maschak, N. Siegclberg, Wwe. Rappaport, Mampel, Hof mann, Schklauiewitz, H. (ilückin, Hallemanu, Silberlustj Peckel, Kahane, L. I elber, M. Rath, Lederberger, Gailenberg, M. Weiser, Dora Dodeles, J. Kalter, A. Buchsbauin, S. Rettenberg, N. Horn, Ch. Buchaster, B. Krill, S. Rachwalski, A. Holzer, M. Kommen!, N. Ritwo; Klughaupt, Jaffe, Kurzmantel, Hoffmann; Türth, Weil, Berliner, Blauner, Schächter, Ostrotzky, Prof. Dr. Lew, Beilin, Merkel, Tänzer, Salomon, Suhl, Tumpowsky, Suhl, H. Ehreukranz, Silbcrm, Dr. Rabinowitz, Tänzer, tugendhaft, Hoffmann, Pfeffer, Straßburg, E. Lempart, A. Lichter, Klara Ritter. M. Mamaes, Dr. Chamizcr, L. Silbermann, I). Dormann, Dr. Stern, M.Bild, J.Messing, Ch. Rosen, L. Buchsbauin, A. Schönbrodt, H. Kaufteil, A. Goldfinger, H. Rosenblum, Ch. Zimmer, Wischnitzer, R.Gewürz, Katzmann, Sclman Marek, R. Kollender, S. Unger, R. Gittler, O. Dollingcr, M. Grün, Kornreich, O. /iminermann, Jerret, R. Bieder, ZN. Goldstein, M. Klein, Alex. Schächter, M. Heinick, Zucker, E. Diamant, A. Stein, Platner, I. Schuldenfrei, S. Faynu, llilsenratli, Drechsler, Muskatblatt, H. Süßkind, E. Multer, Sieg. Hecht, Frau M. Menkes, H. Engelmann, Feniger, Oppenheim, Katz, Nadelreich, Haber, Baron, Tenenbaum, Littauer, Freimann, Dzialiner, Katz, Krämer, Hainmerstein, Nathan, Fuchs, Eva Goldmann, Markicwitsc!t. Beck, Mansbach, Proschansky, Liebes, Frau Recht. Baum, Feiner, PziaiOzia*ky, A. Beer, Petruschka, Süßmann, Fischleber, Klein, Eidinger, Schapira, Juffe. Frau Dr. Feinstein, Abiselt FräukeJ, Fanny Sigall, Sal. Erlbaum, Frau Zunser, Regina Lchrfreund, Frau Safran. Amtliche Bekanntmachungen Gesuche um Unterstützungen zu Pessach! Auch in diesem Jahre gewährt der M o a u s - C h i t i m - A u s - schuß Unterstützungen zu Pessach. Gesuche von Bedürftigen sind nur schriftlich unter Angabe der Zahl der Familienmitglieder bis spätestens 10. März W37 an Herrn M. Tager, Leipzig, Eutritzscher Str. 19, einzureichen. Persönliche Übergabe verbeten. Nachträgliche Meldungen werden keinesfalls berücksichtigt.!': v. : r vi b » »omier s d stau! aus xa mii & a in jjr m aent. daß d ii r c Ii die Einreichung des Gesuches keinerlei Anspruch auf Berücksichtigung entsteht. I tipzig, den 23. hebruar 1937!;•..!:. ..],.. JUM»wlK Pessachspeisung in unserer Küche! Einzelpersonen, die von dei rend der Pessachtage in der Küche des Israelitischen Wohltätigkeitsvei eins essen wollen, können sich bis zum 10. März 1937 im Büro der Winterhilfe, Waltei-Blümel-Sti. 10, Hof, in der Zeit von 9 bis 10 Uhr melden. Wir machen darauf aufmerksam, daß für jede Portion von den Teilnehmern 20 Pfg. zu zahlen sind und durch die Anmeldung keinerlei Anspruch auf Teilnahme entsteht. Leipzig, 20. Februar UH7 Jüdische Winterhilfe. Schließungszeiten fUr unsere Friedhöfe. Unsere Friedhöfe werden im Monat März für den öffentlichen Verkehr zu folgenden Zeiter. geschlossen. Von Sonntag bis einschl. Donnerstag um 6 Uhr nachmittags, am Freitag, 5. März, um 5 Uhr nachmittags, am Freitag, 12. März, um 5'/i Uhr nachmittags, am Freitag, 19. März und 2b. März, um 51/., Uhr nachmittags. Leipzig, den 22. Februar 1937. Dpi Vorstand" der israelitischen Religionsgemeuide zu Leipzig.