Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 7 (12.2.1937)
- Date
- 1937-02-12
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12. Februar 1937 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSüEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 UAMnC HAI fc. k_ m_ tv Ritterstraße 23/29 Telefon 15831 Ausführung aller Bankgeschäfte i Wenn demgegenüber, so fuhr Dr. Traub fort, die völlige Haltlosigkeit de» von den Arabern vorgebrachten Materials offensichtlich war, so müsse doch davor gewarnt werden, daraus auf die endgültige Urteilsbildung der Royal Comuiission allzu weitgehende Schlüsse zu ziehen. Das Urteil der Kommission werde bestimmt werden vom Interesse des Landes, so wie die Engländer das Interesse verstehen. Bei der politischen Auseinandersetzung, die in den kommenden Monaten vor der öffentlichen Meinung der Welt zu iiihren sein wird, dürfe man auch die politischen Zusammenhänge mit der Außenwelt nicht verkennen. Man dürfe bei der Beurteilung der englischen Politik nicht vergessen, daß England jetzt eine vorher als unmöglich angesehene außenpolitische Entwicklung durchmacht und daß die festere Haltung Englands in den letzten zwei Wonaten der Unruhen durch die Erkenntnis beding) war, daß ein /weites Abcssinien untragbar wäre. Was die Politik gegenüber den Arabern betreffe, so seien diesen Begriffe wie Parität und Nichtdominieren-wollen fremd. Der Gewaltpolitik der Araber in Palästina, erklärte Dr. Traub unter starkem Beifall, müssen wir unsere eigene Machtpolitik gegenüberstellen. Im Endeffekt werden wir zu einer Verständigung mit den Arabern nur gelangen, wenn wir in ihren Augen als die Stärkeren und nicht als die Schwachen erscheinen weiden. Der Redner setzte sodann auseinander, daß für unsere Chancen in der kommenden politischen Auseinandersetzung die Tatsache ausschlaggebend bleibe, daß die Voraussetzungen, die seinerzeit zur Proklamierung der Balfour-Deklaration geführt haben, i. J. 1937 in verstärktem Maße gegeben sind. Unser Recht auf Palästina stütze sich auf unsere historische Verbundenheit mit dem Lande, auf die in zwanzigjähriger Arbeit bewiesene Fähigkeit, Palästina aufzubauen und auf die Heimatlosigkeit und zunehmende Entwurzelung der Juden in den meisten Ländern der Erde. Vergegenwärtige man sich die Lage der Juden in Osteuropa, insbesondere in Polen und in RiimSnten und erkennt Uli ailCII MIMIII in Frankreich, in England und selbst in der Neuen Welt aufleuchten, dann wisse man, daß es sich hier um ein internationales Problem handelt, dessen Lösung nicht nur uns, sondern auch der nichtjüdischen Welt obliegt. Es gelte für den kommenden politischen Kampf, nicht nur die materiellen, sondern auch die moralischen, geistigen und politischen Kräfte des Judentums in der ganzen Welt zusammenzufassen. Letzten Endes werde es nicht von England oder r»< ti r.dercn Volke, sondern "■ M3 geiOHi auiiangeii, od wir diesen Kampf bestehen werden. Diese mit starkem Beifall der den Battenberg-Theateroaa) bis auf den letzten Platz, füllenden Zuhörerschaft aufgenommenen \nsprachen wurden durch Chöre, dargeboten von Angehörigen der verschiedenen hivendbünde, geleitet von Kurt O ol d m a n n-Haboiil. U IUI iT-i r I r nsote „iltivli [Jtilll^ll Iii der Kundgebung bildete ein eindringlicher Mahnruf des Herin Dr. Ludwig Lehr freund, angesichts der groben Aufgaben, die /n bewältigen sind, dem Kernt llajessod die materiellen Kräfte zu gewähren, mit denen allein das Aufbauwerk gesichert und fortgeführt werden kann. Mit den stehend gesungenen 11Vinnen der „I latikwah" und „Techasaknah" schloß die ungemein eindrucksvolle Kt iiI.vi.lMiiir [UgC Amtliche Bekanntmachungen Barmizwa-Vorbercitung. Zur Barmizwa-Vorb Zur Barmizwa-Vorbereituny weide:: :.eiie:::. de: Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom I. Okiober 1921 bis 28. Februar 1023 geborenen Knaben beginnt Ulc> üi1, i v i i; i i i i 7lj ^v u\n ixiiut'vii *-"»-^'"---» der Lehrgang am 1. März 1937. Nur wer daran teilgenommen hat, wini ai« Barmizws in der Qemcindcsynagogc zugelassen. Anmeldungen bis 28 i ebruar 1937 im Gemeindeamt, Walter- Blttmel-Straße 10 I. Von der leihiahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 2. Februar 1937. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeimle ZU Leipzig. II t.Sati '; mcde-ileuheUen [| Rituelle Konsum-Margarine. Der Kreis der zum Bezüge von Konsum-Margarine Berechtigten ist gemäß Runderlaß des Reichs- und Preußischen Arbeitsministers vom 28. November 1936 (Ministerialblatt des Reichs- und Preuß. Ministerium des Jnnern 1936, Nr. 51) ausgedehnt auf Personen, deren Lohn und sonstiges Einkommen sich in der Nähe des doppelten Richtsatzes der öffentlichen Fürsorge hält, ihre Ehefrauen und unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder. Familien mit zwei und dre- Kindern sind hierbei bevorzugt zu berücksichtigen. Ferner erhalten Scheine Anstalten der öffentlichen und der freien Wohlfahrtspflege für die in ihnen in geschlossener Fürsorge untergebrachten Personen, bei denen die obigen Voraussetzungen für den Erhalt des Margarinebezugsscheines erfüllt sind. Zu den begünstigten Personen gehören auch die auf Grund des Reichsjugcndwohlfahrtsgesetzes in Anstalten untergebrachten Fürsorgezöglinge. Unter die Bestimmungen fallen auch eine Reihe von Wohlfahrtsanstalten und jüdischen Privatpersonen, die bisher auf die Margarine- Be/ugsscheine keinen Anspruch erhoben haben. Diese sind jetzt in die Lage versetzt, die auch rituell hergestellte Konsum-Margarine (Vi/clla, Flcrst.-Firma Baum, Elberfeld und Pflanzenkonsum, Herst. Mohr (Segelbaum), Altona) zu dem verbilligten Preise voif RM. 0,03 je Pfund zu erhalten. Darüber hinaus werden für Unbemittelte Rcichsverbilligungsscheine für Speisefette ausgegeben, durch die eine weitere VerbiTligung von RM. 0,25 je Pfund eintritt. Leipzig, den 1. Februar 1937. ' Der Vorstand dei israelitischen, Reiigionsgemeinde zu Leipzig. Sprechzeiten der Steuerabteihing. Es macht sich notwendig, darauf hinzuweisen, daß unsere Steuerabteilung für den Publikumsverkehr nur von 9 bis 12,30 Uhr geöffnet ist. Außerhalb dieser Zeit können keine Auskünfte und Abfertigungen erfolgen. Leipzig, den 3. Februar 1937. Der Vorstand der israelitischen Reiigionsgemeinde zu Leipzig.' Kassenstunden des Gemeindeamtes. Es wird darauf hingewiesen, daß die Kassenstunden des Gemeindeamtes nur von 9'-/.»—13 Uhr hegen. Außerhalb dieser Zf»t ist es völlig unmöglich, irgendwelche Barzahlungen in Empfang zu nehmen oder zu leisten. Leipzig, den 2. Februar 1937. Der Vorstand der :.?rr.'.'!l!:r;h"*! P'-'t'dnnsfrcmrindr zu l einzio;. Gottesdienste Gemeindesynagogc. Sabbatgoticsdicnsi. Freitag, 12. Februar, Abendgebet 17' , Uhr. Sonnabend. 13. Februar. Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 17,35 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 18,06 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chahri-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 19. Febr., Abendgebet 17a./i Uhr, mit Predigt. Sonnabend, 20. Februar, Morgengebet 9 Uhr, fugendgottesdienst 15'/i Uhr mit Predigt, Nachmittagsgebet 17*/., Uhr,' anschließend Lehrvortrag,' Abendgebet IO.IO WIN . Gottesdienst au Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Gcmcindesynagogc. t lottesdicnst an l'urim: Mittwoch, 24. Febr., Abendgebet 17; , Uhr,-Donnerstag, 25. ("ebruar, Morgengebet 7 Uhr. Gottcsdicuät au Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge, Utto-Scbill-Str. Freitag, 12.1 ebruar, Abendgebet 17,20 Uhr, anschließend Schrifterklärung von Rabb. Dr Ochs. Sonnabend, 13. Februar, Morgengebet S,30 Uhr, Minehoh 16,30 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Erklärung von Rabb. Dr. Ochs, Ausgang 18,06 Uhr. Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 17,15 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, 19. Februar, Abendgebet 17,20 Uhr, anschließend Schrifterklärung von Rabb. Dr. Ochs.