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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-02-12 · 7 (12.2.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
7 (12.2.1937)
Date
1937-02-12
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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12. Februar 1937 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Die Barmizwah unseres Sohnes Erwin findet, s.G.w., am 20. Febr. in der Gemeindesynagogp Gottschedsti. statt. Wir würden uns sehr freuen, unsere Freunde und Bekannte 7wic<-(.»" n jmjj 'J,,, In unicici wunnung, Waidsir IIa hpnrüHor.!;=-r.c... /.annarzt Ur. II an*» llartwichu.Frau Charlotte geb. Mislowitzer. Zu der s.G.w., Sonnabend, den 20. Februar 1937, vorm. 9 Uhr in der Tiktiner - Synagoge, Brühl 71, stattfindenden IT12JQ ihres Sohnes Bero und zu dern darauffolgenden Kiddusch in der Wohnung, ReichsstraBe 14, Tr. AIII, beehren sich ergehenst einzuladen. Herz Wiwobnia und Frau. rur die zahlreichen Giückwünsi he u. Aulnieiksamkeiltn die uns anläßlich der Barmizwah unseres Gideon zuteil wurden, sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank aus. Leipzig C 1, im Febr. 1937 Wilhelm Nemann und Frau Hanna Christianstraße 15 II geb. Jacob__ W'ißenfels, Zeitzer str. 26 Trauung: s. G. w. Heinz Mire llailnall Mire, geb. Forschirm Vermählte Leipzig, Walte>-Blü"ie!-Str. 13 Sonntag, den 21. Februar, 3 Uhr mittags in der Synagoge, Keilstraße 4 politische Aktion Episode, eine Verhandlung des Dogen mit Portual, die Abravanel auf Wunsch des Dogen unterstützte. Thoradiensl verklärte den Lebensabend des vielgeprüften Mannes, der den neuesten Forschungen zufolge am 25. November 1503 zu Venedig entschlief und ZU Padua neben R. Jehuda Minz beigesetzt wurde (s. Carl Gebhardt, Uegesteu /in Lebeiisgesehichte Leone Ehreos, S. 55). Was von der ehrfurchtgebietenden (iestalt Don Jizehak Abravanels sich bis heute am tiefsten in das Gedächtnis unserer ' iemeinschaft eingeprägt hat, ist eingefalit und gehoben durch den großen geschichtlichen Rahmen. Neuere jüdisch-wissenschaftliche Forschung hat aber auch ein reiches Gedankengut aus der Umhüllung der schwer zugänglichen Sprache seiner Schriften zutage gefördert, das uns nicht mehr verlorengehen kann. Alfred Mömböri. Von Dr. Lutz Weltmann. Alfred Mombert wurde am 0. Februar Od Jahre alt. Wir entnehmen einer eingehenden Würdigung des Dichters die nachstehenden Abschnitte. Die Schriftleitung. Er ist ein großer Einsamer, dieser Fünfundsechzigjährige, der einstmals Rechtsanwalt in seiner Vaterstadt Karlsruhe gewesen ist, der Freund Liliencrons und Moeller van den Brucks, Richard Dehtnels, der an seineu Vortragsabenden dem Publikum Verse des noch Unbekannten vorlas und den Gereiften vor seinem Tode zu seinem legitimen Nachfolger erklärte, und Leopold Zieglers, der 1931 in seinen „Fünfundzwanzig Sätzen vom Deutschen Staat" den „Aeon vor Syrakus" darin mit dem Hohenstaufenkaiser Friedrich II. auf Sizilien verglich, daß er ..mit der Völkcrnwttei Remiramis das er- .~^i'.ra-i.tTTT»ic.v'i:>.iiivii' '•■"•!. ein Jahl nach dem Erscheinen lies letzten Bandes von Zolas Roman-Reihe „Die Rougon-Macquart", dem Standardwerk des Naturalismus, ist Aifred Momberts erste Dichtimg „Tag und Nacht" erschienen. Worin lag das Neue, das Entscheidende? Ein zweiundzwanzigjähriger Jude hatte es unternommen, die Welt noch einmal als Schöpfung zu gestalten, die man nur noch als Stoff zu scheu gewohnt war. Auch Zolas Net/augenkunst hatte Juden angezogen, und die Besten von ihnen gaben wie ihr ■Meister ihre Zustandsschilderungcn des Verfalls als Warner, aber eist bei Monibert ward der poeta wieder zum piopheta, ward die Dichtkunst selbst zur prophetischen Äußerung. Mit nach innen gc wandtem Auge sah er auf die Jahrtausende der Weltgeschichte, "iß er in phantastischen Visionen Erdteile zusammen, in heiliger Käserei bejahte er das Chaos der Zeit als die Geburtswehen eines neuen Weltzeitalters, kündet er ahnungsvoll den Weltkrieg (das Gedichtwerk „Der Held der Erde" ist auch eine- Weltkriegsdichtung) Und verschloß seine Augen nicht vor dem Schlamm der Nachkriegszeit, über der, wie er hoffte, Aigla als Friedensgöttin schweben ■ ■ : ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ Zionistenf In I^cspzm vom l». — £1. Februar 1937 Freitag, dm 19. Februar 2030, in der Turnhalle, Oustav-Adolf-Straße 7 üneg Kchabbath der Jugend: Es sprechen: S Friedmann, K. GolJmann, Dr. N. Mnuchin, Dr. Walter Q r o S, Berlin, meinekesir. tu Sonnahmd, den 20. Februar Vorm., in der Ez Chaim-Synag., Otto-Schill-Str. («cmeinKRiuvr Gottesdienttt: Predigt: Rabbiner Dr. Ochs, Leipzig, Fregestr. 30 Sonnabend, den 20. Feb'uar 17oo, jn der Turnhalle, Oustav-Adolf - Straße 7 Öf'entl. Kundgebung: „Dem Gedächtnis Achad Haaras" Es spricht: Dr. Joachim PRINZ, Berlin, Meinekestr. 10 Sonnabend, den?0. Februar 20™, im Kulturbundsaal, Tauchaer Straße 32 Feierliche Kundgebung anläßt der Eröffnung der hebr. Sprachkmse der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig Begrüßung durch den Gemeindevorstand und die Zionist. Vereinigung für Deutschland (R. A. Benno COHN, Berlin) Meinekestr. 10 Sprecher: Dr. S. KALEKO, Berlin, Meinekestr. '0 Rahb. Dr. Joachim PRINZ, Berlin, Meinekestr. 10 Chöre der Traub-Veranstaltung Sonntag, den 21. Februar 1030, im Kulturbundsaal, Tauchaer Straße 32 Interne Tagung: (Nur f.Mitgl. d. Zionistischen Organisation) Dr. SCHLOSSBERO: „Palästinapolitik 1937" Rerlin, Meinekestr. 10 Dr. Joachim PRINZ: ..Zionismus in Deutschland — Zionismus in der jüdischen Welt". Freitag Abe^d und Sünnabend Nachmittag: Eintritt frei. Sonnabend Abend und Sonntag: Unkostenbeitrag je 0.30 Pfg. ■ wurde, als Gnadenspenderin eingesetzt, die verwandelte Dämoncnrichteriu. Und der (icist, der als oberste Gottheit über dieser Welt herrschen soll, in der Alexanders Asienzug ehegestern gewesen ist und Zeppeline den Himmel Griechenlands zieren, in der Kanonen Gestirne verteuern und Nelson das l ührer-Täter-ldeal unserer Zeit ist, unterliegt immer aufs neue und ersteht immer wieder auf. Die Welt des Dichters Mombert hat ihre Bausteine nicht am der Wirklichkeit genommen, sondern ■«« dem Wrttsf.-.fj eines Srdi nes den r.lt. r. Völlers .Gesichte».ajiK s •;::--; «i-\..i ■ LVüd'rtiüj» pinähKjj' die "Vö»"der biblischen, noch unjiidisüicn Vorzeit ins in die Lildz-tat ieichen, wollen ans l ieht. Die Ankunft des Messias ist eine jüdische Erwartung, auch wenn Momberts Messias Züge von Nietzsches Obermenschen trägt und den Schatten von Georges Leibvci gottung wirft. Seine typische Sprache erinnert au den ParallellSmus der Versglieder, wie sie der biblischen Poetik eignet: „Vollendet ist die Zeit in meinem Herzen . . . und brausend ist der Gesang aller Säuger der Welt." Ein dichterischer Riese, dessen Ffiße auf dem Boden Heidelbergs stehen und dessen Haupt in die Höhen des ilitnalaya ragt, verspürt er elementar die aufgerührte Welt, greift er in die Tiefen seines Unterbewußtseins, . . . und da wirbeln Erinnerungen auf, die, auch wenn ef nicht im gedanklichen Zusammenhang der Fall ist, auf sein Judentum zu beziehen sinnvoller ist als seine gelegentlichen Verherrlichungen Salomos oder Elias. Da ruft er den Messias mit den Worten an' „Ich steige wie ein.-.! jener steigen wird, der die Welt verklärt", da weiß er um die „Jahrtausende der Völker" und um die „Jahrtausende der Leiden-', welche die „Sphäre des Geistes" einleiten wer denkt da nicht an die Wüstenwanderung, die der Ver- Jetzt kommt Purim: om 25.Febr. ^gj^ j i

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