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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-01-15 · 3 (15.1.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
3 (15.1.1937)
Date
1937-01-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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15. Janaar 1Q37 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seile 3 jBflsrte Ereignis!!*fr;r~ ffHH[ l: ■ SanBüIieriä.30.Januar.Z0,s JÜJCi^I! 4W!I!ilü1 ■ aiiiA« 1^1^!«—Tt!^! TisiüT ■■■ ■ uiinm ■ "J|a •■■ »fclf/frlg Ralturbiind - Theater Karten 2—, 3.—, 4.— u. 5. RM. bei Manelis, Zellner, Preismann, Kaufmann, Willner, Klein Rosentalgaccj t Garderobezwang RM. — .30 — Zutritt nur gegen Kulturbund- oder R-Karte der Änz.-Verw., Mainstr. 16 ) Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen erfreut an Leipzig S3 Sulamith Oesterreicher geb. Neumann Kronprimstr. 12 Hans OeMtrrreiclier David Bienenstock Peppi Bienenstock geb. Wühl Vermählte Jüdische Zeitschau Vom Preußischen Landesverband. Das mit Hilfe des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden wiederbesetzte Rabbinat in Bonn ist vor kurzem /um Bezirksrabbinat für eine größere Anzahl der in der Nahe liegenden Gemeinden ausgestaltet worden. Aus diesem Anlaß fand unter Vorsitz von Dr. Samuel-B;inn eine Zusammenkunft von Vertretern der Bezirksgemeinden in Bonn statt, an der etwa 50 Personen ans den verschiedenen Gemeinden teilnahmen. Der Dezernent des Preußischen Landesverbandes judischer Gemeinden. Rabbiner Dr. Julius Galliner-Berlin, berichtete über Tätigkeit und Aufgaben des Preußischen Landesverbandes. Er legte dar, dar! der Landesverband sich nicht nur auf seine Hauptaufgabe, den Lastcuausgleich /wischen den kleinen und größeren Geineinden durchzuführen, beschränkt habe, sondern darüber hinaus vor allem auch bestrebt gewesen sei, die seelische Not der Menschen in den kleinen Gemeinden nach Möglichkeit zu lindern. Dieses Bestreben sei der Hauptanlaß zu dem erheblichen Ausbau der Be/irksrabbiuate gewesen. Der Landesverband wolle die vorhandenen Rahhinatc erhalten, sie aber gleichzeitig zu Bezirksrabbinaten ausgestalten, damit t'eder Jude auch in der kleinsten Gemeinde die seelische und geistige Jetreuimg durch einen Pabbinei erfahre. Der Bezirksrabbiner sei zu gleich auch der berufene Vermittler zwischen den Menschen der kleinen Gemeinden und den zentralen judischen Organisationen bei allen Fragen der Berufsausbildung, Umschichtung und Auswanderung. Der Referent wies dann weiter darauf hin, daß der Landesverband auch dmch seine sonstigen Einrichtungen, wie das immer reicher ausgestaltete Gemeindeblatt oder die '3000 Bände umfassende Wanderbucherei, sowie durch die von ihm veranstalteten Kuiturfahrtcn .lafiu sorge, daß der Jude in der kleinen Gemeinde den lebendigen Zu- Sammenhang mit seiner Gemeinschaft nicht verliere und die .notwendige geistige Anregung erhalte. Die Sorge für den Religionsunterricht hege dem Laudesverband selbstverständlich besonders am Herzen, überhaupt die gesamten Fragen des jüdischen Schulwesens. Der Verband habe durch Schaffung von Bezirkslehrerstellen dafür ge¬ Kind unterrichtlich versorgt Lehrerbilfür einen sorgt, daß grundsatzlich wird. Er habe außerdem durch Gründling der Jüdischen dungsanstalt in Berlin die wichtige Aufgabe übernommen, stetigen, modern ausgebildeten um! hochwertigen iüdischi nachwuchs zu sorgen. Vor etwa einem Halbjahr hätten Absolventen nach Prüfung vor einer staatlichen PrfifHttßsk ii Lcnrerdie ersten ' * rxi ::»: ',^inn :::rsr Anstalt verlassen. So könne »uf allen Gebieten da» Bemühen n<-> Landesverbandes festgestellt werden, den besonderen und ständig wachsenden Erfordernissen gerecht zu werden Rabbiner Dr. Seligsohn-Bonn hob in seiner Ansprache besonders hervor, daß der Landesverband, obwohl er durch seine große finanzielle Hilfe eine starre Zentralisation hätte fordern können, gerade den entgegengesetzten Weg gegangen sei, indem er die Autonomie der Gemeinden in der Gestaltung ihrer Verhältnisse unberührt ließ und im Gegenteil gerade wünschte, daß jede Gemeinde sich in religiöser Beziehung völlig frei entwickle und ihrem Wunsche entsprechend handle. So komme der Bezirksrabbiner zu den Gemeinden nicht als der Beamte des I andesverbandes sondern als i h r Rabbiner, der alle ihre Sorgen mitzutragen und nach Kräften zu erleichtern bereit sei. Bezirksrabbmer und Gemeinden werden für diese Gestaltung der Hinge dein Landesverband stets Dank wissen. Oberlandesgerichtsrat i. R. Dr. I ranken, der Beauftragte des Preußischen Landesverbandes für die V ermögensverwaltung in den Kleingemeinden der Rheinprovinz, brachte einige Fragen diese-. Spezialgebiets zur Sprache und wies besonders auf die Notwendigkeit hin, daß die Gemeinden die Rechtsverhältnisse hinsichtlich ihres Grundbesitzes klären. Der Sachbearbeiter des Landesverbandes Max Birnbaum-Berlin machte einige Mitteilungen über die vom Verband neue geschaffene Möglichkeit einer Friedhofs Versicherung sowie über die Arbeit der Meldestelle für Binnen- und Auswanderung. Anschließend wurde eine Reihe von Sonderverhandhingen mit den Vertretern einzelner Gemeinden geführt. Die Juden in den nordischen Ländern. Der Stockholmer Obcrrabbiner Dr. Markus Ehrenpreis ist zu kurzem Aufenthalt in Wien eingetroffen. Er machte dem Wiener JTA.-Vertreter folgende Mit- Fur das aufrichtige Mitempfinden anläßlich des Heimganges unserer teuren Entschlaferen Dorn verw. Irfchtsteiii danken wir allen aufs herzlichste. Leipzig, d. 12. Jan. 1937 Snringerstraße 22 liosa Vainchel geb. Lichtstein im Namen aller Hinterbliebenen Sportverein Schild, Leipzig mr Das sportliche Ereignis mm Morgen Sonntag <n. januar) Handball -Jreffen Schild Leipzig gegen s3df KOChbd Leipzig Beginn 14 Uhr auf dem Schild-Sportplatz, Endhaltestelle Linie 1 Eintrittspreise: Kinder und Erwerbslose 20, Erwachsene 40 Rpf. NonosrommsticKerel Knopflöcher Elnz. jüd. farhqesrhäft ielpzhjs. lanntnbern, Brandvorweikstr. 18, Tal. 31271 teilungen über die Lage der Juden in den nordischen Ländern: Die Juden der nordischen Länder Schweden, Dänemark und Norwegen sind in den letzten Jahren zu einem lebendigen und aktiven Faktor des Weltjudentums geworden. Diese Aktivität äußert sich in der Gründung von jüdischen Jugendorganisationen, in der Schaffung v >n zionistischen Verbänden, in dem entstehen einer besonderen jüdischen Presse und schließlich in dem Zusammenschluß aller Rabbiner der nordischen Länder. Unter 'meinem Vorsitz winde vor einem Jahre der erste Rabbinerkongreß der nordischen Länder abgehalten, der nächste soll in einigen Tagen in Kopenhagen zusammentreten. Die materielle Lage der Juden des Nordens ist zufriedenstellend. In allen diesen Ländern genießen die Juden volle und tatsächliche wirtschaftliche und politisch«- Gleichberechtigung. Der Einfluß politischer Judenfeindschaft macht sich kaum bemerkbar. In Finnland gibt es ein von der jüdischen Gemeinde erhaltenes und von der Regierung unterstütztes jüdisches Gymnasium. Kopenhagen besitzt eine eigene jüdische Volksschule und die von mir geleitete Religionsschule in Stockholm w ird von 300 Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren besucht. Ohne Zeugnis dieser RHigionssrnttlc worden jüdische Schülei nicht Abitur -<<• den höheren Schulen zugelassen. Im judischen Gemeindehaus in Stockholm konzentriert sich das gesellschaftliche und ""•tionsl-jfidiache Lehe:; der Jugend; seit über zehn Jahren ist dort ein hebräischer Kino tätig. Die Regierungen aller drei Lander verhalten sich den Juden gegenüber sehr wohlwollend. Als Oberrabbiner von Schw eden hatte ich oft Gelegenheit, beim König vorzusprechen. Dr. Ehrenpreis, der seinerzeit in Anerkennung seiner literarischen und wissenschaftlichen Leistungen den Professortitel erhielt, teilte dem J1A.-Vertreter noch mit, daß er zurzeit an einer Reihe von Monographien von Moses bis Herzl arbeite, die unter dem Titel „Erbauer Israels" zusammengefaßt werden sollen; der erste Band dieses Werkes ist schon vor längerer Zeit auch in deutscher Obersetzung unter dem Titel „Propheten und Gottesmäuner" erschienen. Der letzte Band soll eine großangelegte Arbeit über Herz! umfassen, zu der Dr. Ehr'!';)! eis jetzt in Wien neues Material sammelt. Schließlich erwähnte Dr. Ehrenpreis den erhebenden Augenblick, den er vor kurzem im Stockholmer Konzerthaus erlebte, als der König von Schweden dem jüdischen Gelehrten Prof. Locwi den Nobelpreis überreichte. (JTA.) Unsere Gemeinde Haussarnmlum* und Fintnpfspende. Am letzten Sonntag, diu 10. Januar 1937, hatten sich eine außerordentlich große Anzahl von Helfern für die Haussammlung und die Eintopfspende zur Verfügung gestellt, unter anderem waren in großer Anzahl in der Gemeinde amtlich und ehrenamtlich tätige Damen und Herren zur Stelle. Selbst die Herren Gemeinderaboiner mit ihren Frauen hatten es sich nicht nehmen lassen, für das große und edle Hilfswerk tätig zu sein. Das guie Resuitat der Sonntagssammlung hat bewiesen, daß die s. Z. gegebene Anregung, einen größeren Kreis für die Sammeltätigkeit einzusetzen, auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Allen Helfern und Helferinnen sowie den edlen Spendern gebührt aufrichtiger Dank. Lei-

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