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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-01-15 · 3 (15.1.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
3 (15.1.1937)
Date
1937-01-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 15. Januar 1937 Jüdische Winterhilfe Postscheckkonto Nr. 20516 (Israel. Religic.insgemeinde, Abt. Winterhilfe). Xie Tuuliuit iUunenuue aanni allen, die sich mit Eifer bei der Haussammlung am 10. Januar d. J. in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Dank auch den Spendern, die uns durch ihre Gaben den Stund setzten, ein Weiteres zur Linderung uef N&t unter unseren bedürftigen Glaubensgenossen in diesem Winter zu tun. Unseren Dank verbinden wir mit der dringenden Bitte, in der. Opferbereitschaft nicht zu erlahmen und auch weiterhin nach bestem Können unser Werk zu unterstützen. Schuhbesohl ung. Anträge auf Schuhbesohlung sind schriftlich unter Angabe der Anzahl und Art der zu besohlenden Schuhe (Herren-, Damen- oder Kinder-) an die Jüdische Winterhilfe, Walter-Blümel Str. 10, zu richten. Die Bearbeitung erfolgt nach der Reihenfolge des eingangs. Es wird dringend gebeten, die Vorladungszeiten pünktlich einzuhalten, da bei Versäumnis eine nochmalige Berücksichtigung keinesfalls erfolgen kann. Kohien schein-Ausgabe. Mittwoch, den 20. Januar 1937 in der Ausgabe stelle Brühl 47, Hof Gruppe 1 und 5—10 von 9.30 bis 12.30 Uhr Gruppe 2 bis 4 von 2.30 bis 4.30 Uhr. Einlaß nicht vor 9.15 Uhr und vor 215 Uhr. der macht es sich notwendig, bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß es immer noch eine Anzahl Glaubensgenossen gibt, die nicht das notwendige Verständnis dafür aufbringen, wie mau die Sammler und Sammlerinnen in ihrer Arbeit unterstützt und ihre Tätigkeit durch würdiges Verhalten ihnen gegenüber und Entgegenkommen erleichtert. Ist es doch wiederholt vorgekommen, daß man es nicht einmal für notwendig gehalten hat, die Wohnungstür ZU offnen, sondern man glaubte, daß es genügt, wenu mau .-mc!i duicli einen winzigen Schlitz im Oberfenster der Korridortür zeigt und die Wünsche der Einlaßbegehrenden anhört. Wir wollen hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um derartige unliebsame Vorfälle ein für alle Male aus/umerzen, da sonst die Leiter der Jüdischen Winterhilfe sich vor der bitteren Notwendigkeit sehen müßten, die Namen dieser Glaubensgenossen bekanntzugeben. Esjott. Hebräische Sprachkurse. Um den Stundenplan für den Unterricht, der bereits begonnen hat, endgültig festzulegen, können Anmeldungen für die bestehenden Kluse nur noch bis Donnerstag, den 21. Januar 1937 entgegengenommen werden. Auf vielfache Anregung sollen bei genügender Beteiligung Nachmittagskurse für Kinder von 6 Jahren ab eingerichtet werden. Wir bitten um umgehende Anmeldung. Interessenten, die sich bereits auf unsere Notizen in Nr. 40 und 42 des Gemcindcblattes gemeldet haben, werden gebeten, sich nunmehr einzuschreiben. Anmeldung und Auskunft: Im Büro der Hebr.Sprachkurse: Jugendheim, Elsterstr. 7 I r., Mo., Mi., Do. von IQ—20'/2 Uhr. Anmeldef..rr-.M?2rc sind ferner /:: hnr.rn im >".*!:;:..•-: ' in uer buchhandhmg M. w. Kaufmann, Brühl 8. Teilnehmergebühr: Für Erwachsene RM. 3.—, für Jugendliche bis 18 Jahre RM. 2.—, für Erwerbslose bzw. deren Kinder sind Ermäßigungen vorgesehen. Mitteilung des C. V.-S y n d i k a t s. Geschäfte müssen den Inhabernamen tragen. Nach der Reiehsgewerbeordnung ist an der Außenseite oder am Eingang eines Ladens, einer Gast- oder Schankwirtschaft der Familienname des Inhabers mit mindestens einem ausf;eschricbenen Vornamen anzubringen. Das Sächsische Ministerium ür Wirtschaft und Arbeit hat die Polizeibehörde« angewiesen, für eine genaue Einhaltung dieser Vorschrift Sorge zu tragen, besonders dann, wenn an dem Namen des Inhabers seine Rassezugehörigkeit zu erkennen ist. Jüdische Wehrpflichtige. Über die Vorschriften für die jüdischen Wehrpflichtigen, d. h. für diejenigen männlichen Juden deutscher Staatsangehörigkeit, die in dem betreffenden Jahre das 18. Lebensjahr erreichen und diejenigen, die das 45. Lebensjahr vollendet haben (für diese bis zum 31. 3. des nächsten Jahres, in dem sie das 15. Lebensjahr vollenden), bestehen vielfach Unklarheiten über die Vorschriften des Melde- und Paßwesens. Zweckmäßigerweise wenden Sich die Wehl Pflichtigen zur Auskunfterteilung an den Jüdischen C>ntralverein e. V., Landesverband Mitteldeutschland, Humboldtstr. 4. Agudoh (Ortsgruppe, A. j. J. O., und Esra - P. A. J.) Leipzig. Uber „Ercz Jisroci int Licht», alljüdischer Forschung" sprach Herr Rabb. Dr. Merzbach-Darmstadt. Er wies in grundsätzlicher Weise an einigen Beispielen nach, wie allgemeine und halachischc Fragen, die Erez Jisroci betreffen, im altjüdischen Schrifttum behandelt und in ihren letzten, zeitgemäßen Verzweigungen gerade an« jenem. Schrifttum heraus geinst werden. So hängt das wirkliche Besitzrecht des Bodens von dem Bestand einer Urkunde ab. die über den vy'ti-Iisci um /Leuen unu voruoergehemten besitzer unbedingte Gültigkeit ... sich t*agt| und i&\ C» bi» /in uicsMamscnen Zeit, i nenn liegt aber auch eine unabweisbare Verantwortung jedes Einzelnen au „seinem Boden" im heiligen Land. Das Kiiaim-Verbot, ehemals vom Synhedrion streng gehütet, gab ihm das Recht, den Acker zu enteignen. Wenn unter einein solchen Aspekt gttlicher Weisung das c:., .:,.„».,,, i i i . ■ I >M tt l\1 * ,,]liui.n in i Bodenkultur" weit heraus aus den üblichen Belangen einer fachgemäßen Feldwirtschaft. Die Frage der Sprache: aschkenasisch oder sephardisch findet eine tiefgehende Beleuchtung durch den Nachweis, daß die jüdischen Stämme wesentliche Verschiedenheiten aufwiesen und sicherlich heute noch besitzen, nicht zuletzt im sog. Nussach, der Form und Wahl der Gebete. So ergibt sich die Pflicht zur Festhaltung am Leschaun hakaudesch, der Sprache der Heiligkeit, der Vorfahren, während die „Vei kelussprache" in Erez Jisroel abgesehen von geschichtlicher Berechtigung der Zweckmäßigkeit Rechnung tragend für sich zu werten ist. Ganz entlegene Probleme wie die Regelung des Durchgangs auf engem Weg, die Verbringung der Bodenerzeugnisse vom flachen Land in die Stadt, die Verwaltung öffentlicher Gelder, aber auch einschneidende Erörterungen, wie z. B. der Beschäftigung fremder Arbeiter oder der Ausfuhi von Erzeugnissen aus dem Lande selbst werden im altjüdischen Schrifttum nach halachischen und ethischen Grundsätzen entschieden. Immer und überall aber ist es die Heiligkeit des „Landes" und die Heiligung unseres Lebens, die in Finklang zu bringen sind, um so Moschi ich den Weg zu bereiten. —Im Bevorstehende Veranstaltungen 16. Jan.: Verein poln. Kaufleute und Gewerbetreibender, Leipzig: Kultur- und Gesellschaftsabend. IQ. Jan.: Wiederholung der Feier der jüdischen Schulen. 23. Jan.- Oemeindeabend: Dr. Eloesser, „Heinrich Heines Rückkehr zum Judentum". 25. Jan.: Jüdischer Kulturbund: „Mensehen in Weiß", Schauspiel von Sidney Kingsley (als erste Februarveranstaltung auf Januar-Marke). 28. Jan. Meyerstein: Tanz-Reunion. 13. Febr.: Meyerstein: Kabarettabend. 15. Febr.: Jiniischer Kulturbund: Lieder- und Duettabend von Susanne Loewcnstein und Wilhelm Guttmann, am Flügel: Erua Klein Amtliche Bekanntmachungen. Bitte der Kleiderstelle. Das Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde benötigt für Seine" Kleiderstelle dringend getragene Kcrrcnsachcn. Wir bitten, nur brauchbare und saubere Kleidungsstücke zur Verfügung zu stellen. Die Sammler der Winterhilfe sind angewiesen und bereit, Spenden an den Sanimlungstagen anzunehmen und bei uns abzugeben. Im übrigen erbitten wir Meldungen an das Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde, telefonisch unter Nr. 21382 oder schriftlich Walter-Blümel-Str. 10. Leipzig, den 12. Januar 1937. Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. i_i iUSVliCii Die Geflügelgroßhandlung Bernhard Berliner, Leipzig C 1, GerberstrrRe l'\ ist auf pfeenen Wnnsrh;.<u .» \ufsicnt unseres Ge meinderabbinats iiuagcsuiieuen. Leipzig, den 11. Januar 1937. Dei Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Schließungszciten für den neuen Friedhof. Unse>- Friedhof an der Delitzscher Landstraße wird in der Zeit vom 22. Januar 1937 an bis auf weiteres für den öffentlichen Verkehr um 4 Uhr nachmittag! geschlossen. Leipzig, den 11. Januar 1937. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aufsicht zu Pessach. Kölonialwarengeschäfte, die zu Pessach 193b nicht unter Aufsicht des üemeinderabbinats gestanden haben, aber zu Pessach 1937 Auf sieht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 22. Januar 1937 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Spätere Anmeldungen werden keinesfalls mehr berücksichtigt. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt wird, wird dem Antragsteller bekanntgegeben. Nur diejenigen Firmen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht stehenden Ge schatte, das am 12. Februar 1937 in unserem Gemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis zum 22. Januar 1937 einen entsprechenden Antrag gestellt haben und denen unser Rabbiuat die Aufsicht erteilt. ' « I einzig, den s, Dezember 1936. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.

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