Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 51/52 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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18. Dezember 1936 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REL1GIONSGEME1NDE ZU LEIPZIG Seite 5 Sonnabend, den 26. Dez, 20 Uhr (2. Weihnachtsfeiertag) Küii!»tlerhauB.N!^!Schp!atz2 Gr, SesßüscSnfts-fiiJsn« in. Tanz Eintritt RM. 1.- und!.50 Keine H - Ausweis nötig Veranstalter W Mcycrcicir. I I JJ ts gibt noch ■ Reisekreditbriefe nach Palästina Alle Fahrten nach Übersee Anch innerhalb Deutschland und ins \ europäische Ausland — (Wintersport) " alles durch j für Dezember 1936 u.Januar 1937 Reisedienst für jüdische Touristik und Auswanderung J (f. Febr. u. März bereits mehrfach überzeichnet) Zeitschriftenverlag Elsa Goldfreund, Leipzig C 1, Hainstraße 16, Fernsprecher 167 22 Tatsache seiner Adoption, ferner verschiedene Rechtsfragen. Auch im vergangenen Jahre vermittelte die Zentrale Adoptionen ins Ausland. Aus Deutschland erfolgten ebenfalls wieder Elternmelduhgcn. An dieser Stelle sei betont, dal! die jüdischen Adoptionsvermittlungsstellen im Reich und die Zentrale mit sorgfältigen Ermittlungen zur Verfügung stehen. Bei der Erörterung der Kassenverhältnisse wurde dankbar der Beiträge und Spenden von Organisationen und I reundcii des Kinderschutzes gedacht, aber auch mit Bedauert] festgestellt, daß viele Gemeinden und Vereine die Kinder- und Mutterschutzrlu ii des j. F. ii. stützen. Die Zentrale kann ihre übei das ganze Weich und darüber hinaus sich erstreckenden Aufgaben nur erfüllen, wenn ihrer Arbeit überall Verständnis und Förderung zuteil wird. Unsere Gemeinde Ausstellung von Lchrlingsarbeitcn. Die Ausstellung von Lehrlingsarbeitcn findet vom 18.—20. Dezember 1l).M> in den Räumen des Sozialamtes, Humboidtstr. 1J, an folgenden Tagen statt und ist für die Besichtigung geöffnet: Freitag, den 18. Dezember 1936, von 11—15 Uhr Sonnabend, den 19. Dezember 1936, von 11—13 Uhr und 16 -18 Uhr, Sonntag, den 20. Dezember 1936, von 10—14 Uhr. Am Sonntag, den 20. Dezember 1936, abends 20 Uhr, findet im Ausstellungssaale, Humboldtstr. 13, die Prämiierung der besten Arbeiten statt. Zur Besichtigung der Ausstellung sind alle Gemeindemitglieder herzlich eingeladen. Der Vorstand des Israel. Kindergartens möchte nicht ve säumen, auf diesem Wpge allen Spendern der vielen Tombola-Gcwinnc zu danken. Du ch die allgemein große Gebefreudigkei! war der Erfolg des Testes zugunsten des Isr. Kindergartens sehr zufriedenstellend. Die Aiija des Hechalu/. bei der letzten Schedule. Von den 1105 Zertifikaten, die nach Deutschland kamen, erhielt der Heeiialu/ insgesamt SSn Zertifikate. Auf diese Zertifikate sind 1177 Chawerim zur Alijan gekommen. Davon 2üv) Chawerim und QQ Chaweroth aus der 'Auslandshachscharah und 482 Chawerim und iSi Chaweroth aus der Inlandshachsciiarah. Die Bünde waren bei der Alijah in folgender Stärke beteiligt: rlahouim 350, Makkabi lla/air 74, Werkleute 24, Haschomer lla/air 28, B. Z. V.-Junggruppe« IS Chawerim. Die übrigen ' Chawerim und Chaweroth waren nicht bündisch organisiert, sondern waren allein Chawerim des Hechalu/. Die Aiijaii verteilte sich in folgender Starke auf die drei KibDUzgrunne!!: Kibbuz rl&iiicoeliai.1 7fjp, Chcwci ilakwuzöth HO, Kibbuz Ar/i 60, Werkleute-Kibbuz Junggxdppen-Kibbüz in Jawnccl 18, d. h, ca. 85»o der Alijah des. Hecnatuz ist in den Kibbu/ «esr.wreii, «-:;*-'- ' sich ■••»•■»«• KöÜtiöüt ' ' j»•'•:! '.irii Lc::, die auch bis jetzt schon deutsche Alijah aufgenommen haben, hat, soweit wir bis jetzt davon Mitteilung erhielten, der Kibbuz Arzi deutsche Alijah in EH Scheiner und Schaar Häamakim. iler Kibbuz Hameuchad in Kfar Qileadi und llerzlia, der Chawer Kwuzoth in Kfar llamakkabi aufgenommen. Von dem Bezirk Leipzig sind ca. 50 Chawerim mit der letzten Schedule zur Alijah gegangen, davon gehörten 10 Chawerim dem Habouitu, 0 dem Makkabi Hazair bzw. Chug Hamakkabi. Die übrigen waren nicht weiter bündisch organisiert, sondern gehörten allein dem Hechaluz an. Chanukkahfeier der Zionistischen Vereinigung. Das Geschehen lür die nädule Ausgabe des (jemeindeblatles können Sie Ihre Anzeigen aufgeben am: Donnerstag 24. 12. von 9—12.30 Uhr Montag 28.12 von 8.30—6.30 Uhr Montag Dienstag Mittwoch von 9 — 1 Uhi- und 3—6 Uhr Anzeigen-Verwaltung, Halnsfr. ift - Teiefss 167 22 der läge verändert das Gewohnte: aus dei täuschenden Festesfreude vergangener Jahre wurde eine Feier ganz anderer Haltung, die ihre innere Wärine nicht aus der Unruhe des Taumels, sondern aus der ernsten W inde der Besinnung gewann. Die Form wandelt sieh und die Sinndeutung. Neues Lebcnsgefühi bedeutet auch neue Schau lies Vergangenen. Aufgewachsen in einer Zeit, die das Festhalten am Überkommenen mit zielgerichtetem Eigentum zu verknüpfen bestrebt ist, bemühen sich die jungen Wortführer des geistigen Lebens, der Tradition Sinn und R ich t kraft abzugewinnen für eine aufrechte Lebensgestaltung. Im /eichen solcher Neudeutung — die vielleicht sehr oft hart am Rande der bewußten U m d e u t u ii g ist - standen auch die zündenden Worte Rabb. Dr. Nu Ii bau ms, die den Mittelpunkt der Feier bildeten. Sinn und AnlaB jüdischer Festesfreude ZU klären war ihr Inhalt. Aus zwei Strömen fließt der jüdischen Qeschlchte das Bedürfnis der Leier: aus der Erfüllung einer Sehnsucht, die das religiöse oder volkllche Dasein auf einen Höhepunkt führt, und aus der Tatsache des „( i e s p r ä c Ii s". das die Auseinandersetzung zweie: Nationen oder Kulturen symbolisiert. Die Makkabäerzeit war der Abschluß des „Gesprächs" zwischen Judentum und Griechentum. Auf zwei Bali nen vollzog sich dieser Zusammenstoß zweier großer Geistcsfcstungen: auf der assimilatorischen des Philo, der Rrhofl auf den Olymp du griechischen Welt gestiegen war und „von oben aus'1 das Judentum — bzw. das, was er von ihm für dieser Hohe „würdig" hielt anzugleichen unternahm; und andererseits auf der gleich zu gleich gestellten Bahn, die Juda Makkabi beschritt. Der erste Weg führt zur Auflösung des Judentums. Lin wahres Gespräch aber kann nur von der Plattform eines festgefügten Eigeuseins aus erfolgen. Die Chanukkahfeier der Zionistischen Vereinigung bot dem überfüllten Saal ein prächtiges jüdisches Programm. Oberkantor Wilkomirski entzündete die Lichter und stimmte das Moaus 7\\r .-in. Mascha B e n j a 1 Lieder und Male vor die kleinen l.ir\l Hri. Mwi,:. .1 I tv I IUI t a. I ' ' . ... M..I l*t 1 ^JfMTfflMimMlMMIii I ii.....ii iilcmcn Stimme verkörpert jiuuis^ClIC dfe K" er-ten nstlertti dl ■.III .11 I» M ^'V.'IL........*»•'.--» „w*>w. »»• '.-.ciTc Vertrautheit mit dem Textmilieu sehr zugute kommen. Friedwald traf mit seinem „Masehke" nat :h sofort wieder mitten ins Publikumherz. Nach Abschluß der Leier kam eine Palästinareise zur Verlosung, die von dein Glücksrad so geschickt gelenkt wurde, daß sie der Mutter eines bereits tu trez weilenden Jungen in den Schoß fiel. e. Peisunalnachricht. Nach kurzem Leiden ist dei frühere Synagogenwart unserer Gemeinde. Herr Josef Z w i e r c y c k y, in Engelsdorf bei Leipzig, wo er im Ruhestande lebte, verstorben. Den meisten Besuchern der I leim i n, 1<-. vn ago^t i^i der Verstorbene aus seiner fast '25jährigen Tätigkeit, die er allezeit rührig und Heißig ausgeübt hat, noch in Erinnerung. HANDELSBANK IWRIA E.e.m.b.H, Ritterstraße 23/29 Telefon 15831 Ausführung aller Bankgeschä H ■ kW