Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 51/52 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIG1ÜNSÜEMEINDE ZU LEIPZIG 18. Dezember 1936 Judische Winterhilfe Postscheckkonto Nr. 20516 (Israei. Religionsgemeinde, Abt. Winterhilfe). An Alle, die es angeht. Wir setzen voraus, daß Siejjvor Schluß des Kalenderjahres alle dringenden Angelegenheiten ordnen. Vergessen Sie bitte nicht, daß der Dezember-Beitrag für die Judische Winterhilfe mit zu den dringendsten gehört und überweisen Sie ihn bitte umgehend. Jüdische Winterhilfe. Lebensmittel - Ausgabe. Mittwoch, den 23. Dezember 1936 Gruppe 1 u n d Gruppe 5 ... von 9.30 —12.30 Uhr Gruppe 2 bis Gruppe 4 . . . von 2.30— 4.30 Uhr in der Ausgabestelle. Rriilil 47, Hof, Einlaß frühestens 9.1'S und 2,15 Uhr. SehuhbeKolilmig. Antrüge für SchuhheMohliiiiir «.iml schriftlich an die Jüdische Winterhilfe zu richten. Die Bearbeitung der Antrüge erfolgt in der Reihenfolge de» F.ingangs. Wir bitten daher tun iiürkiriigeii abzuMehen. Wenn diese drei Möglichkeiten versagen, so können sieh diejenigen, die nun Unterhalt des Jugendlichen wahrend seiner Ausbildungszeit verpflichtet sind, noch auf andere Weise helfen. Unterhaltsverpflichtet in diesem Sinne sind nicht mir die Litern oder (irolieltern, sondern auch Pflege- und Stiefeltern, Geschwister und sonstige Verwandte oder Verschwägerte. Gehören den Unterhaltspflichtigen gewisse Auslandswerte, so können sie diese mit Genehmigung der Devisenstelle verwerten und dürfen, wenn sie die Hälfte des Erlöses an die Reichsbank abliefern, die andere Hälfte bis /ur Höhe von 200. KM. monatlich für die Ausbildungskosten verwenden. Solche Weite sind ausländische Wertpapiere, die In Deutschland nicht gehandelt weiden, und 1 remdwihrungsversicherungen bei ausländischen Gesellschaften. I iir die Unterhaltsverpflichteten gibt es aber schließlich auch noch eine Art „privaten Verrechnungsverkehrs", Es handelt sich dabei um die Verrechnung mit Zahlungen, die aus ähnlichen Gründen in Devisen nach Deutschland hercinf HcU«»!». .Mitunter erhalten Inländer vom Ausland her freiwillig - also ohne gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung — Untcrstüt/ungs/ahlungen. Auslandern, die in Deutschland studieren, fließen vom Ausland her ihre Studiengelder ZU. Ermittelt der Unterhaltsverpflichtete solche Fälle, so kann ihm genehmigt werden, daß er bis zur Höhe von 200.— PM. monatlich auf sechs Monate derartige Devisenzahlungen mit seinen eigenen Zahlungen an den im Ausland auszubildenden Verwandten verrechnet i -i.V.!-. rt»rf für diese Verrechnung — von Ausnahmebewiiügungen LlLl!ir->rur»' UtCht tut' KMfö Uli' i\«r 1-11« i tii.it k / Ügi'iiu«iCi; v. i v. T W.Tden, sonurrn der amtliche Berliner Kurs «in R*ächsmark. Eine IcUte, praktisch allerdings wohl nicht sehr bedeutsame Möglichkeit besteht für junge Kaufleute, die ihre berufliche oder sprachliche Fortbildung im Ausland suchen. Deutschen Exporteuren, auch wenn sie nur im Transithandel exportieren, kann von ihren freien Ausfuhrerlösen bis zu 200. - PM. monatlich freigegeben weilten, um damit einen eigenen Angestellten im Ausland ausbilden zu iassen oder einen Familienangehörigen des Inhabers, der später in der Firma tätig werden soll. Die Genehmigung hängt allerdings von der Befürwortung der Handelskammer ab. Jüdische Kriegsopfer. In den Kreisen der deutschen Judcuhcit ist es noch nicht in hinlänglichem Maße bekannt geworden, daß der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten eine sehr umfassende Tätigkeit auf dem Gebiet des Schutzes der lebenden Kriegsopfer vor/unehmen hat. Durch die Umwilzung sind auch die jüdischen Kriegsopfer aus der allgemeinen Kriegsopferorganisation und den Kricgcrverbäuden ausgegliedert. Der Peichsbuud jüdischer Frontsoldaten war daher gezwungen, Kriegsopferdezernate in der Bundesleitung, den Landesverbänden und den Ortsgruppen einzurichten. Kameraden, die auf dem Gebiet des Kriegsopferrrchts besonders geschult wurden, wurden als Leiter dieser Dezernate eingesetzt. Diese Tätigkeit wurde auch von behördlicher Seite dadurch anerkannt, daß der Peichsai bcitsniinister die Beauftragten des Reichsbundes judischer Frontsoldaten zur Vertretung "'"'"'".ri: •!:-.;•;_SJV,H1\, VU1 ucn versorcfungsgencliten und Versorgungsbehörden zugelassen hat, eine Maßnahme, die für die jüdischen Kriegsopfer von ungeheuerer Wichtigkeit ist. /war gibt es in der gesamten Knegsopferversorgiing keinen Arkrparagraphen; jedoch erfordern Anträge und persönliche Vertretung vor den zuständigen Stellen eine besonders eingehende Kenntnis der gesamten Materie und vollste Hingabe an die Sache selbst. Aber nicht allein die Vertretung vor den amtlichen Versorgungsstellen und die Bewilligung von Renten und sonstigen Hinterblichcnenbezügen bilden die Aufgabe der Kriegsopferversorgung des Reichsbundes, sondern auch die berufliche und seelische Betreuung der Kriegsopfer und ihrer Angehörigen ist für den Peichsbuud eine ganz besondere Notwendigkeit. Hier wird eine sehr wertvolle Arbeit ff»11«• I 1 .Ii. .1. (Tcc'Hnti'ii Imli'titnm /nmit*' l/ntinnt „--------, --- ----- ^(HUIHÜ j*.*.^........ .~ ............ In ganz Deutschland werden so etwa 10000 Fälle jüdischer Kriegsopfer betreut, und zwar kommen Kriegsbeschädigte, Kriegereltern, Kriegerwitwen und Kriegerwaisen in Frage. Welch ungeheueres Leid drückt sich in diesen Zahlen aus! Es ist selbstverständlich, daß die innerjüdische Einstellung hierbei keine Polle spielt und daß auch Kameraden, die auf Grund ihrer ausländischen Staatsangehörigkeit in der österreichischen oder einer anderen verbündeten Armee gekämpft haben, mit derselben Gewissenhaftigkeit beraten w erden wie die Kameraden deutscher Reichsangehörigkeit. Leider besteht die größte Anzahl der Kriegsopfer aus Menschen, die sich in wirtschaftlich sehr schwieriger läge befinden. Fs ist Pflicht jedes Glaubensgenossen, ganz gleich, ob er Frontsoldat war oder nicht, dieser Not steuern zu helfen. Durch zusätzliche Spenden versuchen die Kriegsopferabteilungen der Ortsgruppen den Kriegsopfern, die sich in Not befinden, ihr Los zu erleichtern. J e d e r J n d e m u 15 so viel (i e m e i u s e h a f t s g e f ü h 1 a u f b r i u g e u, daß er diese Tätigkeit unterstützt, einm a 1 durch laufende Beiträge z u r Kriegsop f e r a bt e i I ii n g des P e i e Ii s b u n d e s jüdischer Frontsoldaten, ei ii zweites Mal a her a u c h d u r C Ii S 0 n d e r s p e n - d e n. A n j e «I e n J u d e n e i g e h t d ■ h t r der P u f, d a s Kriegsop I e r w e r k des P e i c h s b u n des j ii d i s c h e r Frontsoldaten zu unterstützen. Spenden sind auf das Postscheckkonto der Ortsgruppe Leipzig 0639 des P e i c h s b u ii d e s j ü d. Frontsoldaten vorzun e Ii m e n. K. S. Jüdische Zeitschau Die Zentrale für jüdische Pflegestellen und Adoptionsvermittlung, Kinder- und Mutterschutz des Jüdischen Frauenbundes e. V. in Wuppertal-Elberfeld hatte im November in Elberfeld ihre Vorstandssftzung in Anwesenheit von Vertretern des Vorstandes des j. F. B., lies Rabbiner- und des Lehrerverbandes, der Rcichsvertretung und der Zeiitralwohlfahrtsstellc, der Anstaltsleiter, der Isi nburger Heimkommission, der Sammelvornunulschaft und des Berliner und einiger rheinischer Wohlfahrtsämter. Zu Beginn wurden dem verewigten Vorstandsmitglied Bertha Pappenheim durch die Vorsitzende und die Herren Rabbiner Dr. Eschelbacher und Dr. Neumark warme Worte des Gedeukens gewidmet. Frau Samuel gab einen Oberblick über die zehnjährige PTlegestclienarbeit der Zentrale. Nach den Erfahrungen und Beobachtungen der Nachgehenden Fürsorge werden bei normalen Kindern noch immer privat«; Pflegestel'en hi obwohl auch AusiuinTunterbftngung bei der Zentrale eine wesentliche Polle spielt. An den Bericht schloß sich eine lebhafte Aussprache an. In den (iroßgeineinden besteht die Tendenz zu vermehrter Unterbringung in Familienpflege; es wurde der Zentrale aufgegeben, mehr als bisher Pflegestellen in größeren Städten zu ermitteln. Die Nachforschungen nach den noch m nichtiüdischer Pflege befindlichen Kindern und ihre Unterbringung in jüdischer Umgebung soll weiter durchgeführt werden. Zur Trage der Unterbringung leicht schwachsinniger Kinder wurde vorgeschlagen, eines der vorhandenen Normalheime als Aufnahme- und Prüfungsstation zu benutzen. Die Notwendigkeit der Forderung von Hüfsschtiiklas.-««.n in den .großen aber auch in den kleineren Oemeinden w urde betont. Schulentlassenen Mädchen aus kleinen Orten soll der Besuch einer Haushaltungsschuie ermöglicht werden. Es wurde dann über die Schwierigkeit der Vermittlung von Adoptionen ins Ausland gespro chen, die durch die Einwanderungsfrage sowie das Risiko des Mißlingens bei so weiter Entfernung hervorgerufen werden. Erfreuliche Mitteilungen konnten über im Auslände untergebrachte Pflege- und Adoptivkinder gemacht werden. Diskutiert wurde ferner die Frage nach dem Zeitpunkt der Aufklärung eines Adoptivkindes über die (■eneral- Agentur Wolf Stadlberg GiottMehedgtr. SO Telefon >7 i lO Aut» -Versicherung sof. Deckung bei Antragstellung Privat-Krankenkassen Aiie «»eschäftsu. Privat - Versicherungen Kauch waren -Versicherungen einschließlich Transport und Veredlung Beute Iteterenzen