Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 51/52 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 18. Dezenter 1936 Gefunden. Bei der Chanukkahfcicr der Zionistischen Vereinigung Leipzig am 9. ds. Mts. sind ein Paar lederne Damenhandschuhe und ein Danientchal liegengeblieben. Die Vcrliererin wird gebeten, die Sachen in littferem Büro, Keilstraße 4, in Empfang zu nehmen. Das jüdische Schulfest. Das Fest der jüdischen Schulen, das schon seit Wochen allenthalben seine Schatten vorauswarf, ist mit ^r~"c..i Gcuräfitfe AB uns vuiubcigciauschi. wonigeiungen in jeder kleinsten Linzelln-ii, Uütei leidenschaftlicher Anteilnahme des überfüllten Hauses, rollte da ein Stück jüdischen Lebens ab, erfüllt von einer vitalen Kraft, die in ihrer strmulanten Steigerung des Lebensgefühls etwas Beglückendes nane. Denn — um das Symptomatische eines solchen Geschehnisses vorwegzunehmen — eine so überwältigende Demonstration jüdischen Gemeinschaftssinnes, die im ersten Anlauf alle Lauheit und Skepsis hinwegspült, die alles, was den Einzelnen an bangen Sorgen bedrücken mag, frisch in den Wind schlägt mit dem unwiderstehlichen und unwiderlegbaren Beweis: Wir sind da! — das ist etwas, was uns in unserer jüdischen Situation bitter not tut. Hiermit die Bedeutung der jüdischen Schule als die zentrale Kraftquelle unseres Volkseins aufzuzeigen, war wohl des Schweißet; der Edlen wert. — Wenn Direktor Dr. Weikcrsheimci in seiner Begrüßungsansprache die Aufgabe der jüdischen Schule umriß in der Schattung einer Synthese zwischen Judentum und Welt, in der Heranziehung von Menschen, die in ihrem jüdischen Bezirk ebenso zu Hause sind wie in den weiten Hallen der Weltkulturen, so gab der Ablauf der Stunden wohlgeratene Beweise dafür, mit welchem Ernst die Schule an diese Aufgabe herantritt. Was dieser Jugend frisch-r.iffender Geist speicherte an Wissen und Können, hier ward es gelöst im Spie! und mit jener Wärme und Freudigkeit vor uns ausgebreitet, wie sie jugendlichen Protagonisten eigen ist. Zwei biblische Szenen um Jirmijahu den Propheten standen im Mittelpunkt des Abends; hebräisch die eine, in leidenschaftlicher Pathetik geballt, in festspielhafter Breite sich lagernd die andere,;n der Jas blendende Szenarium dei giuiien Oper, ein Rausch von» Farben, Tönen und Bewegungen, den Rahmen gibt für die steil sich steigernde Wucht eines vielfach geteilten Monoimmrnstickerel RnopCHfther WgL |M. r«N|iS!hlft Igjpzhjt. TaggeaBera, Brand vor werkstr. 18, fat 38271 Ib. Januar: Verein poln. Kaufleute und Gewerbetreibender, Leipzig: IZ..W... fl—-.»-..»..**...!____i Amtliche Bekanntmachungen. Aufsicht zu Pessach. Kolonialwarengeschäfte, die zu Pessach 1936 nicht unter Aufsicht des (iemeinderabbinats gestanden haben, aber zu Pessach 1937 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 22. Januar 1937 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Spätere Anmeldungen werden keinesfalls mehr berücksichtigt. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt wird, wird dem Antragsteller bekanntgegeben. Nur diejenigen Firmen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht stehenden Geschäfte, das am 12. Februar 1937 in unserem Gemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis zum 22. Januar 1937 einen entsprechenden Antrag gestellt haben und denen unser Rabbiiial die Aufsicht erteilt. Leipzig, den 8. Dezember 1936. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeiude zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagogc. Sabbatgottesdienst: Freitag, 18. Dezember, Abendgebet 16,15 Uhr. Sonnabend, 19. Dezember, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16,25 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 16,55 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 25. Dezember, Abendgebet 16,15 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 26. De/ember, Zum Gedenken an Rabbiner Hr. tphratm Carlebadi s. H. Cphraittl'Carlebadl'Xaln der UraeUttsdien Keüglonsgemelnde Ceipzlg Jeder Saum kostet Ml 6—. Einzahlungen können erfolgen mit der Angabe „für den Fphraim-Carlebach-Hain'-; 1. an die Gemeindekasse, Walter-Blümel-Str. 10 I, werktäglich v. 9—1 Uhr. bei dem Bankhaus Kroch jr. Kommanditgesellschaft a. A., Goethestr 2. 2. aut das Postscheckkonto der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig bei der Handelsbank lwria, e. G. m. b. H., Ritterstraße 23- 29, Nr. 50533 Leipzig. bei der Commerz- und Privathank A.-G., Filiale Leipzig, Tröndünring 5, 3. auf die Konten der Gemeinde bei der Stadt- und Qirobank Leipzig, Schillerstraße 4. Sprechchors. In allerlei Gestalt erscheint die Musik: Gesang hebräischer Lieder eines imposanten Mädchenchors, ein veritables Orchester spieit exakt uno verständnisvoll eine Kindersymphonie, und die Mundharmonika, Sonst ein Wchsal fürs musikalische Ohr, erscheint in Vielfalt gebändigt zu rhythmisch-sinnvollem Tun und schmettert jüdische Weisen. Märchenhaft bunt die Welt der Kleinen: betörende Pracht wabert um die Königin von Saba, da sie auszieht, dem König Salomo harte Rätselnüsse in die Weisheitszähne zu schieben — das wimmelt nur so von Sklaven und Haremsdamen, das spielt und tanzt und singt, das sechsjährige Gekribbel, daß einem das Her/ aufgeht. Neben einer ernsten Szene aus dem brennenden Kibbu/ steht ein Singspiel voll ureciiier Komik, behende kraftvolle Knrn*>r stellen sich, turnend zur Schau und ordnen sich zur lichtertragenden Pyramide, zur Meuoiah dci uuskliiigeüdcu Chanukkahwoche. Reibungslos und ohne Fehl zieht alles vorüber: wie sie spret n% tt in 11 i ir *';*!.'!': -W tC Sttt |I\Os?J« i 11 ii L^CDCH linti Ii. ihm i \\ t\ .f't C sich selbst spielen — das alies sitz!, der Kontakt 2wischeil Bühne und Haus reißt nie ab, und die Diszipliniertheit der mitwirkenden Massen hält auch das beängstigend sich drängende Publikum im Banne guter Gesittung. Den Versuch aber, sich auch nur annähernd die Summe der Arbeit aller Beteiligten vorzustellen, gibt man bald als aussichtslos auf. Kein Name sei genannt, keine Zensur erteilt - was hier geschah, war beste Gemeinschaftsarbeit, war großes (icineinschaftserlebnis: Wollen, Können, Arbeit, Leben — jüdisches, jüdisches Leben! Dr. K. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Winter 1936/37. Der Lehrgang Spanisch für Fortgeschrittene beginnt erst im Januar, da noch nicht genügend Meldungen vorliegen. Interessenten werden gebeten, innerhalb der nächsten zwei Wochen sich noch anzumelden. Während der Schulferien — von Dienstag, den 22. Dezember bis einschließlich 7. Januar — fallen sämtliche Lehrhaus- 1ctt r s c aus« Bevorstehende Veranstaltungen 26. Dezbr.: Meyerstein: Gesellschaftsabend. 11 [iu7hr ■ f ii'«<>ll«.rlT>fK- ••.»< I fntrrh...... ... Jl. LFtZUr.. U'.i'.llstlluil.' i«»»v* V_/ »lt\.1 I lUltUllt'.->n «*i 12. Januar: Jüdischer Kulturbund: Ciastspiel des Reiseorchesters der Jüd. Kulturbünde in Deutschland unter Leitung von Herrn Generalmusikdirektor Prof. Julius Prüwer. Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16,25 Uhr, anschließend Lehrvortrag. Abendgebet 16.59 Uhr. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 1. Januar, Abendgebet 16,30 Uhr. Sonnabend. 2. Januar, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16,30 Uhr, Abendgebet 17,04 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße. Freitag, 18. Dezember, Abendgebet 16,15 Uhr, anschließend Schrifterklärung von Rabbiner Dr. Ochs. Sonnabend, 19. Dezember, Morgengebet 8,30 Uhr, Minchoh 16 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Erklärung von Rabbiner Dr. Orhsj Ausgang 10,55 Uht. Wochentag: Morgens 7 Uhr. abends 16.30 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straßc Freitag, 25. Dezember, Abendgebet 16,15 Uhr, anschließend Schrifterklärimg von Rabbiner Dr. Ocn9, Sonnabend, 2fi.-Dezember, Mnfjjeflfrehet 8.30 Uhr. \v.n- ^!.v>!i 16 Uiii,~an8eUJier)eny Schulcturf-Atoch-Erkkirtiiig vom Rabbiner Dr. Ochs. Ausgang 16,59 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 16,30 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, t$, Dezbr., abends 16,15 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 1() Uhr, Ausgang 16,55 Uhr. - Wochentags früh 7,15 Uhr, abends 16,15 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 25. Dezbr., abends 16,15 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 16,59 Uhr. — Wochentags; früh 7,15 Uhr, abends iö,i5 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 18. Dezember, Abendg. 16,15 Uhr, anschl. Lehrvortrag des Herrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, den 19 Dezember, Morgeng. 8,30 Uhr, Minchag. 16 Uhr, Abendg. 16,55 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7,15 Uhr, Abendg. 16,15 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 25. Dezember, Abendg. 16,15 Uhr, anschl. Lelirvortrag des Herrn Rabb Rogosnitzki. Sabbat, 26. Dezember, Morgeng. 8,30 Uhr, M nchag. 16 Uhr, Abendg. 16",59 Uhr. Wuininiags früh 7,15 Uhr, abends io.ta Uhr. Personenstandsnachrichten Oeburten? 2S. November 1936 Emil rrltz Grau und Praii Fiitda Qrete g« »» Krell Waldstraße 47, eine Tochter „Ottilie Hella". 1. Dezember 1936 Moses Galanty recte Klap'holz und Frau Race geh Grunbaum, Berliner Straße 15 II, eine Tochter ,,Gcnia".