Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 50 (11.12.1936)
- Date
- 1936-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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11. Dezember 1936 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEME1NDE ZU LF1PZIG Seite 5 HANDELSBANK SVVRSA e.g. m. b.h, Pitterstraße 23/29 Telefon 15831 Ausführung aller Bankgeschäfte Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, II. Dezbr., abends 16,15 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 16 Uhr. Ausgang 16,53 Uhr. Sonntag 5.Tag Ctiuiukkah, abends 16,15 Uhr wird RerrOberkantor Schneider die Chanukkahlichtcr anzünden. Wochentags früh 7,15 Uhr, abends 10,15 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 1. Freitag, 18. Dezbr., abends 1().I5 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 16,55 Uhr. — Wochentags früh 7,15 Uhr, abends!b,15 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4 Freitag, 11. Dezember, Abendg, 16,15 Uhr, anseht. Lehrvortrag iles Herrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, 12. Dezember, Morgeng. §,3fl Uhr, Minchag. 16 Uhr, Abendg. 10,53 Uhr. Wochentags früh 7,15 Uhr, abends 16,15 Uhr. Synagoge „Ohe! Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 18. Dezember, Abendg. 16,15 Uhr, anschl. Lehrvortrag des Herrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, den IM. Dezember, Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. 16 Uhr, Abendg. 16,55 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7,15 Uhr, Abendg. 16,15 Uhr. Personenstandsnachrichten O e b u-r t e n: 18. November 1936 Jakob Schwarzmann und Frau Mindia geb. Brechncr. Färberstraße 16, einen Sohn „David Israel". 22. November i')Jfo I ritz Seelenfreund und Frau Oertrud geb. Marcus, Borkumer Weg 7a, eine Tochter ,,Yvonne". Todesfälle: 1. Dezember 1936 Peppi Rubinstein, Schkeuditzer Straße 26 2. Dezember 1936 Ahv.sch Kaincr, Gohllsei Straße 26. f» Dezember 1936 Heinrich Hübner, Jahnstraße 4. 7. Dezember 1936 Laura Oppenheim, Nordstraße 50. Aus dem Gemeindeamt Zusammensetzung der Gemeindevertretung. In Ergänzung unserer Notiz in Nr. 49 des Gemeindeblattes wird mitgeteilt, daß von der orthodoxen Fraktion auch Herr Jakob Badt an allen Vorstandssitzungen teilnimmt und Stimmrecht in allen religiöse Belange betreffenden Fragen hat. ' Erschwerungen der Einwanderung nach Südamerika. Dei Hilfs ^^^fi'iM der luden :->< Deutschland mit: .... mi iiii Ü .......:! sind ui ietztef"'Ze?T~Tn STehfereti t:i;cr- Iseeischen Ländern gewisse Erschwerungen der Einwanderung eingeführt worden, da naturgemäß besonders die südamerikanischen Staaten die Einwanden»»;*; < ■■•'ii'.rii-.'r '. '■.....au.-. :^>-.üiien bctUrch tcn.;;«.;..! handelt es sich vor allein um folgende Mäßnahmen: 1. Brasilien, über das zum Teil irreführende Nachrichten in der Presse erschienen sind, hat bisher keine Änderung des Einwanderungsgesetzes eingeführt, wohl aber die Kontrolle wesentlich verschärft und die Visierung von Pässen für Staatenlose und zwar sowohl für Touristenreisen wie für Geschäftsreisen und für die Einwanderung — eingestellt. Die Verschärfung der Kontrollt gilt sowohl für Touristen wie für die Einwanderung auf Chamaden (Anforderungatchreiben von in Brasilien ansässigen Personen). Was die Touristeneinwanderung angeht, so wird das Datum der Einreise und die Dauer dos Aufenthaltes genau überwacht. Bei der Einwanderung auf Chamaden ist in letzter Zeit die Kontrolle ebenfalls strenger ge staltet worden, wobei aufgedeckt wurde, daß mit den sogenannten Landarbeiter-Chamaden, d. h. Anforderungsschreiben für landwirtschaftliche Arbeitskräfte, grober Mißbrauch getrieben wurde. Fs wurde festgestellt, daß diese Chamaden /um Teil gewerbsmäßig vermittelt und an Personen verkauft wurden, die keineswegs Laudarbeiter waren. Einigen dieser Personen wurde die Landung verweigert und in der brasilianischen Presse hat der Vorfall zu erregten Erörterungen Anlaß gegeben. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland kann vor der Verwendung solcher Chamaden nur dringend warnen. 2. In Argentinien ist durch ein neues Dekret die Kontrolle ebenfalls wesentlich verschärft worden. Die argentinischen Konsuln im Auslande dürfen Pässe nicht visieren, ohne vorher geprüft /" haben daß die persönlichen Eigenschaften und sonstigen Umstände des Einwanderers wirklich so sind, wie in seinen Papieren angegeben ist. Die Einwanderung aller Personen, die eine Gefahr für die phy- . b. H j. *i jK2. U a ort ii er & €o.£. Internationale Spedition Ruf 331608 Hamburg 1 Ruf 331609 B u r ch a r d s t r a ß e 24 Gütertransport — Umzüge n. Eutopa n. Ubersee zu festen Sätzca von Haus zu Haus — Sammelverkehr n. Palästina Vertragsspeditear des Palästina-Amtes Antragen auch Reisedienst Leipzig, Hainstr. 16. Tel. 16722 sische oder moralische Gesundheit der Bevölkerung bilden oder gegen die verfassungsmäßigen argentinischen Einrichtungen konspirieren könnten ist verboten. Es muH besonders hervorgehoben werden, daß die verschärfte Kontrolle sich auch auf die Einreise von Touristen bezieht, bzw. auf die Passagiere erster Klasse. Das neue Dickret, das noch eine Reihe technischer Einzelheiten enthält, tritt am 1. Januar 1937 in Kraft, wobei alle entgegengesetzten gesetzlichen Bestimmungen für ungültig erklärt werden. Schon jetzt ist eine gewisse dilatorische Behandlung von Llainaden (Anforderuugsschreiben in Argentinien ausässigei Personen zugunsten einwandernder Verwandten) seitens der Behörden festzustellen. Diese dilatorische Behandlung tritt allerdings nicht ein, soweit es sich um I lämäden zugunsten der allernächsten Verwandten handelt, sondern nur bei etwas entfernteren Verwandten. 3. Endlich entsprechen die Pressemeldungen, wonach die Royal Mail Lines alle Passagebüros und Agenten dahin instruiert haben, daß Paraguay die Einwanderung von Juden ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit und Kiasse gesperrt iiat, ieider den Tatsachen. Selbst Personen, deren Passe für Paraguay schon visiert sind, müssen dringend vor der Einwanderung gewarnt werden. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Winter 1936/37. Abänderungen des Lehrplanes. Lehrgang lu (Dr. Luft) beginnt künftighin Mittwochs nicht erst 21 Uhr, sondern bereits 20 Uhr und findet wie angesagt in der Sehlde, (iustav-Adolf-Str. 7, statt. — Lehrgang 24b (Sturm, Spanisch für Fortgeschrittene) findet künftig Donnerstags, 20 Uhr^Jn dtfjjcjjuje, Oustav-Adolf-Str ~, statt. Am D i «. ■■ s i i y, "ti Pin i b'. ue z e in her. f »11 e n S ä m t lieh'.' Lehrgänge des Lelirbaitsts mit Rücksicht auf da* ^ch»'- SüsC Uet-ju«ÜKsfe^^--*t<4nj»i;u "a t» s: -- ~" " Anmeldungen. Ls wird nochmals darauf hingewiesen, daß Neuan meidungen /" den Kursen des Lehrhausps immci .: :: ■ Rommen »mku (Gemeindeamt, Waiter-Biumel-Str. 10, I von V bis 13 Uhr). Neue Bücher. Bruno Walter: Gustav Mahler. Herbert Reichner Verlag. Wien- Leipzig—Zürich 1936. In derselben Reihe, in der im Herbert Reichner-Verlag Paul Stefans Toscanini- und Bruno Walter-Biographie vorliegen, erscheint nun, zur 25. Wiederkehr von Mahlen Todestag, Bruno Walters Werk. Er selbst charakterisiert es mit den Worten: Was ich mit Mahler erlebte, wie ich ihn sehe. Kein Berufenerer hätte gefunden werden können, die Darstellung dieser Künstlerpersönlichkeit zu übernehmen. Denn ist sie auch keine Biographie im üblichen Sinne, die ein Leben in all seinen Stationen und Begegnungen mit Umwelt und Menschen ergreift, so gibt sie dafür etwas ganz Seltenes und Einmaliges: die Persönlichkeit Mahlers wird uns vermittelt tftirch Augen, Ohr und Her/ eines congenialen Menschen, der ihm Jünger und Freund war, Kämpfer für sein Werk, und der die Fähigkeit besitzt, ihr bis ins Tiefste ihres schöpferischen Wesens nachzuspüren. So formt sich hier in lebendigster Eindringlichkeit das Bild dieses dämonischen Menschen und leidenschaftlichen Künstlers. Walter läßt uns die Jahre gemeinsamer Arbeit miterleben, beschwört die glanzvolle Epoche der Wiener Hofoper herauf, die „ein Fest" war, „das zehn Jahre dauerte", gibt uns Einblick in das (ieheimms der vollendeten [ntiJipreCaHon fremden Werkes durch den Dirigenten Mahler, der Durchdringung von Musik und dramatischem Geschehen durch den gefeierten Opernleiter und zeigt schließlich am schöpferischen Schaffen Maliters die Entwicklung des Menschen und