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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-11-13 · 46 (13.11.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
46 (13.11.1936)
Date
1936-11-13
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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13. November 1936 * Seite 3 Der Bunte Karren r?r Sonnabend, den 14. November lOlfi!m Kulturbund -Theater, 20.30 Uhr Einmalige und letzte Wiederholung des neuen erfolgreichen Programms . 1 Ein westöstliches Potpourri jüdisch. Üumors | tl ßll t.ß A II 30 IJjir | Fricdwald (Fred Waldi Ha« .WShr«.. F„co~,M« ~ C!5rs ArSStda^. C. .. C«L Kuii.-ivau. Ii Aul allen Plätzen RM. l.SO (einschl. Gard. u. Progr) Kulturbundmitgl. haben freien ■ Zutritt. Kulturbund oder R.-Ausweise erforderlich. Abendkasse geöffnet ab 18.30 Uhr Berlin — im Siegfried Lewy Paula Lewy geb. Silber Vermählte Marcheschwan 5697 Miedal bei Tiherjas — Leipzie Frei «Uli llllll Mitarbeiter ist dort wie hier storhenen jugendführet gleich wachgeblieben. Um dieser Verbundenheit Ausdruck zu verleihen, haben sich Juden in Deutschland und Juden aus Deutschland zusammengeschlossen und für die jüdische Jugend eine Handwerkerschule in Palästina auf den Namen von Ludwig Tjetz gegründet. Durch Zusammenarbeit großer jüdischer Organisationen der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, des Jüdischen Central-Vcreins, des Hilfsvereins der luden in Deutschland, des Council for German Jewry, des Central Bureau for the Settlement of German Jews, der Hitachduth Olej (iermania, der Arbeitsgemeinschaft für Kinderlind Jugend-Alijah — und durch die Initiative einzelner Persönlichkeiten —- vor allem Dr. Kreut/bergers, des geschäftsführenden Leiters der Hitachduth Olej (iermania — konnte dieses Werk in Jagur ins Leben gerufen werden. Sechzig Jugendliche aus Deutschland werden in den nächsten Wochen durch die „Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend- Alijah" nach Palästina gebracht werden, um in die neuerbaute Schule einzuziehen. Diese 60 lugendlichen werden drei Jahre laug eine fachmännische handwerkliche Berufsausbildung absolvieren. Sie werden nicht nur gute Schlosser, Schmiede und Tischlei werden, sie werden auch zwischen palästinensischen Bauern leben, sich jüdisches Wissen aneignen, sieh mit dem Landleben verbinden. Für unsere Jugend, die zum Handwerk drängt, stellt die Ludwig Tictz-Schule in Jagur eine fast einzigartige Ausbildungsmöglichkeit dar; tür Palästina, wo Fachkräfte so dringend gebraucht werden, ist sie eine wichtige und wegweisende Bereicherung. Die Mandatsregierung hat vor kurzem diese Schule als AusbOdungsstätte anerkannt, die Zertifikate sind bewilligt, die Aliiah ist in Vorbereitung. Durch Zusammenschluß* jüdischer Organisationen, durch Selbsthilfe der jüdischen Gemeinschaft wurde der jugend- Alijaii ein neuer Weg erschlossen: Die Handwerker-Lehrstätte bei Jagur — Ludwig Tietz zum Gedenken. Eva Stern (Aus dem Informationsdienst uei Arbeitsgemeinschaft für Kinderlind Jugend-Alijah: Alijath hanoar Nr. 4.) Bilder aus dem Leben im Kibbuz. In der von der Bundesleitung des Habouini Noar Chaluzi herausgegebenen Samnielsclirift „Habinjan" veröffentlicht Jaakow Simon, Uivaih-C4- __________ebenso h bejjdttf—wi«. «mkueftsv atf—g eqwgHMWfr"T» »tett u.s dem Leben im Kibbuz. Es liegt*iffffl nicht so sehr daran, Ideologisches zu geben, als vielmehr die Eindrücke eines;!:::;r; r, ChWki/ der nsrh rrfnT MM :-h f~ ilvr. Kibbuz einlebt) Wiederzugeben und i>mz Uiimittflbw ".'irker. zu lassen Die Seri? vou Bildern behandelt Landschaft und Arbeit, Naiuicr»cheinungcn und persönliche I ebensgestaltung. Mit Freundlicher Genehmigung der Bundesleitung sind wir in der Lage, einige Stücke, die im besonderen das Gemeinschaftsleben betreffen, wiederzugeben. Die Schnltleitung. eigentliche innere Umstellung, die das Leben im Laude crist neben all den vielen Schwierigkeiten in der Akklimatisierung, der Arbeit usw. — die Umstellung auf ein Leben ohne Zeiteinschnittc in der Zukunft. Liu Leben ohne Erwartung. Ein Lehen ohne entscheidende Veränderungen, die noch vor uns liegen. Und das ist eigentlich das erstemal in unserem Leben. Als kleine Kinder leuchtete uns die Schule entgegen — in der Schule jedes Jahl die f enen, die neue höhere Klasse und als Ganzes die Beendung der Schule und der „Fintritt ins Leben". Auf der Hachscharah richteten wir uns auf das Ziel Alija aus. Und dann sind wir zur Alija wirklich gegangen. Jetzt sind wir hier. Sind im Lande. KibbUZ. Auf was walten wir? Auf was hin richten wir Es gibt eigentlich zwei Antworten, die eine ist: auf gar und auf kleine Dinge. Auf gar nichts: Darin besteht gerade im Tiefsten unser Arbeiterwerden, unsere Alija wurzelung, daß wir nun auf keine große entscheidende mehr warten. Daß wir angekommen sind. Zll Hause sind. Iis ist schwer für uns, so ohne Erwartung, ohne neues Entscheidendes in der Zukunft zu leben. Aber es ist letztlich der Weg zur Verwurzelung. — Und auf dei anderen Seite warten wir jetzt nur noch auf Palästina — Südafrika l Nord- — Mittel- — Südamerika : und überallhin zu Originalpreisen * Refsedieiittt £ für Jüdische Touristik nnd Auswanderaag * Zeitschriftcnverlag Elsa Goldfreund * Leipzig Ci, Hainstraße 16, Telefon 167 22 I E. Gtoertner & €o* £ > in. b. H. I J. tü* Internationale Spedition Ruf 331608 Hamburg 1 Ruf 331609 Burchardstraße24 Güteru. Möbeltransporte f. Inu. Ausland — zu fixen Übernahmen von Haus zu Haus - Spezialverkchr nach Palästina. Anfragen a. d. Reisedienst Leipzig, Hainstr. 16, Tel. 16722 menschlichen Hoffnungen und Pläne (und das ist ein anderes Warten, als das auf die Alija) — und auf Kleines: auf den Schabbatfa die W oche über. Auf die Ernte. Auf die Beendung der Arbeit, die wir gerade tun. Aul die Feste. Schallen wir uns mit dem Verzicht auf Warten, auf große Veränderungen aus — aus dein ruhelosen, unsteten Galuthleben, und ein in das Leben der Verwurzelung, schalten wir uns mit dem ganz großen Warten ein in die Kette der politischmenschlichen Bewegung, der wir angehören, so dringen wir gerade mit den Kleinigkeiten des tagtäglichen ganz, kleinen Wartens auf Arbeitsschluß, auf den Schabbath, auf die Feste, auf die Ernte ».Iii in den Kreislauf des Lebens der Landwirtschaft und in den Rhythmus des arbeitenden Lebens. — Aber gerade das, Wartung großer Veränderungen, das Leben ohne ist manchmal schwerer als die Eingewöhnung in die Arbeit selbst * das Leben ohne Er- ZeiL, ist schwer. Von Zeit ZU Zeit — gewöhnlich etwa alle zehn bis vierzehn Tage einmal, jetzt in diesen unruhigen Tagen fast gar nicht — ist „Ssichat Hakibbuz". Fast immer dreht es sich um die Fragen der Wirtschaft und der Arbeit. Berichte der Wirtschafts- und Recliuungsleitung werden erstattet, die Lage auf dem Arbeitsmarkt, die Verteilung der Arbeit im Meschek, ( ragen der Wohnung, Fragen cin- ^-^i^-,11fi-v^"'-^!"rV'-it«rii,'ir1''L'Ji i'' 1. den__Kihhuz usw. usw. werden be- „wiftSchaflliche1' 1 ragen im Gegensatz zu „gesellschaftlichen" geht, sondern in denen auch fast immer ein großer Teil der gesellschaftlichen und menschlichen Prnhl«*matfk rl?«? Lebens im Kollektiv — ......•-.*. IViiMMZZ ,„»»».^ I i f. *... * Die fordert. Sind im uns aus? i i i c 111 > — vielleicht unsere Ver- Veränderuag 1 *..m•** m« \it£ö ouüciB vot'i konkreten, inewi wirtschaftlichen i acrcstrap':*n des Lebens — diese Ssichoth halten in gewöhnlichen Zeiten die stärkste Beteiligung. Liu großer Teil der Chawerim kommt, und viele beteiligen sich an der Aussprache. Allerdings, die Vorstellung, daß man in einer Ssichah alle Chawerim des Kibbuz, oder wenigstens fast alle, zusammenbringt — ist eine Illusion des neuen Oleh. — liegen halb zehn beginnt das Chadar Haocbel sich allmählich zu leeren, wenn nicht eine besonders anziehende, im Leben des Kibbu/. sensationelle Besprechung auf der Tagesordnung steht. Der Vorsitzende steht in einem ununterbrochenen Kampf mit denen, die schon gehen. Überhaupt der Vorsitzende hat es sehr schwer. Die Ssichoth hier sind anders als man es etwa in Deutschland gewöhnt ist. Nicht nur wegen der erstaunlichen Temperamentsausbrüche in kleinen Fragen. Nicht nur, weil immer mehrere Chawerim gleichzeitig und durcheinander sprechen. Sondern hauptsächlich, weil die ganze Ssichah in eine summende, unruhige, unkonzentrierte Atmosphäre getaucht ist. Fs ist unmöglich, sich dagegen zu wehren oder das abzustellen. Das gehört dazu, mau kann nichts machen. * Neben diesen Ssichoth Hakibbuz gibt es dann noch — wenn man niese unrichtige und schiefe Finteilung in „kulturelles" und „wirtschaftliches" Leben mitmachen will — die eigentlich auf das Gebiet der Tarbuth gehörenden Ssichoth. Sie finden selten als „Ssichoth Hakihhuz" statt, <5ftei dadurch auch einen weniger das ganz Große: auf die Verwirklichung unserer politischen und mäßigen Charakter. Es gibt einen Chug Politi kleinere;; Chugitn. Sic bekommen öffentlichen" und mehr arbeitses gab Ansätze zu

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