Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 46 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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% Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 13 November 1936 einem Cliug Sifruti (Literarischer Chug) und zu einem Chtlg Tanach. Ansalze. Denn (Jas ist das entscheidende Merkmal all dieser Chugim, wie überhaupt des kulturellen Lebens, soweit es sieh eben in organici«rfMii Fnrnmn 'iKcnifW* A Hrr»-« * 'hi'n n-i+iirlir-h \roti Ji.'cn IpT. %mt\ »...• i Uiiu&u -----i- - -.....—n--------- —--------- ..... —---■- ^.. Wochen, in denen keinerlei kulturelles Leben möglich war — gehört eine ungeheure Kraft der H a t m a d a h , des Durchhaltens, des Nicht-nur-Anfangens, sondern auch Weitermachens dazu, so einem Chug zu lange;;; Leben zu verheilen. Und diese Kiuii des Dm».!! hsltcns f?hM ^c 'c* schwer sspen würnm Sicherlich, alle Menschen sind sein, sehr müde von der Arbeit. Alle Menschen haben auch ein privates Leben und sind nicht immer bereit zu einer Hingabe an Ssichoth, Chugim, Kurse. Sicherlieh fehlt auch ein Mensch, der alle diese Dinge konzentriert und von allen Chawerim wirklich anerkannt wird, wie cs der Maskir oder der Maskir Hameschek wird. Aber das alles genügt nicht, um diese Erscheinung zu erklären, daß man Chugim beginnt und immer wieder beginnt — und sie nach zwei bis drei Malen nicht weitermacht. Und nicht etwa mit Menschen, die nicht daran interessiert sind. Es gibt viele, viele Menschen im Kibbuz, die an keinem Cliug teilnehmen und auch sicherlich nie teilnehme:: werden. Um sie geht es hier nicht. (Auch das wäre ein Kapitel und eine Aufgabe für sich: vielleicht einmal alle Menschen, den ganzen Kibbuz zum Mitleben, zum Wachsein zu bringen. Aber das ist wahrscheinlich unmöglich). Es geht um Menschen, die alle wollen, die alle an dem Chug interessiert sind — und trotzdem versandet der Chug nach ein, zwei Wochen... * Eines der wichtigsten Zentren des Kibbuz ist die M i k 1 a - chath, der Brauseraum. Nicht nur, weil es nach der Arbeit unerläßlich notwendig ist, und auch zu den schönsten Minuten des Tages gehört, sich unter die Dusche zu stellen und Schweiß, Schmutz, und Müdigkeit von sich abzuspülen. Sondern die Miklachath ist tatsächlich eines der Zentren der Begegnung zwischen den Chawerim, des Gedankenaustausches, der Nachrichten, der kleineren. Ausstellung zu besuchen. Sie weiden dort eine reiche Auswahl praktischer und preiswerter Geschenk- und Gebrauchsartikel vorfinden, die sich zu geschmackvollen Geschenken zu Chanukka und anderen Gelegenheiten bestens eignen xi^rjimittnnrc ict immer fü** ein gemütliches Beisammensein bei Tee und Kaffee gesorgt. Die Ausstellung dauert vom Ib.-22. November und ist geöffnet: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 4—7 Uhr, Sonn- ■ >- K lllir KttR>»rrff>tn t?* r*«-e \ iifctplliin>T vnrm'tHrrc rro^ffti.H- > i i < . ■ ■ > i ii.' - w ... . . --... . _ . -Ii1i - ..rimir^f , i n umi..^^ ^r"""r! Mittwoch und Sonntag von 11—1 Uhr. Wir bitten alle Mitglieder unserer Uemeinde, diese Veranstaltung durch regen z.uspriicn zu fördern. Zum Abschiede des Herrn Dr. Soloweetschik. In diesen Tagen verabschiedete sich der wegen seines in vielfältiger Wirksamkeit bewährten Gemeinsinnes weit über den Kreis seiner Patientenschaft hinaus geschätzte und vci einte Dr. Soloweetschik mit seiner Familie von dem engeren Kreis seiner Freunde, um sich künftighin in Palästina zu betätigen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Blick wiederum auf die große Fülle segensreicher Arbeit gelenkt, mit der der Scheidende in vielen Jahren den reichen Schatz seiner medizinischen und hygienischen, wie seiner erzieherischen Begabungen in den Dienst unserer Gemeinde gestellt hat. Wohl Hunderte von üenieiudeniitglicdern erinnern sich gerne der vielen Anregungen, die sie in den von Dr. Soloweetschik geleiteten Kursen über Wohnungs- und Ernährungshygiene, erste Hilfe bei Unglücksfällen u. a. empfangen haben. Auf Anregung des Wohlfahrtsamtes unserer Gemeinde, in dessen Ausschuß Dr. S. rege und wertvolle Mitarbeitet geleistet hat, führte er auch mehrfach Vorbereitungskurse für häusliche Krankenpflege durch. In all diesen Kursen trat eine besondere Begabung dieses weitblickenden Arztes in Erscheinung, Laien zu fcssclü und Einfluß auf eine hvgienische Lebenshaltung bei ihnen zu gewinnen. Diese Fähigkeit, Mensehen au sich zu ziehen und zu heben, hatte er in früheren Jahren in einer von ihm selber geschaffenen und unter großen persönlichen Opfern an Zeit und au Geld durchgeführten Ein- Jüdischer Kulturbund (Nur für Mitglieder) Donnerstag, d. 21. Nov. 193G pktl. 20.1S Uhr Im Kulfurbundtheater (Baftenbenctheafer) C i, Tauchaer Straße 32, Garderobeschluß 20 Uhr und Rudolf Lewy fdiubertabend des Leipziger Mendelssohn-Zrio unter Mitwirkg. v. Alfred Schlesinger Trio B-dur, Op. 99 und Forellen quintetl Up. 114 harmlosen, alltäglichen Gespräche (man kann natürlich auch sagen „Klatsch''). Ein anderes, würdigeres, Zentrum ist natürlich das Chadar Haochel. eine bescheidene Brutstätte des Klatsches für einen kleineren Kreis ist die Küche — aber am meisten erfahren, am meisten lachen, am meisten sprechen und hören tut man in der Miklachath. Während das Wasser über den Körper rieselt, wählend du dich ausziehst, einseifst, anziehst, rasierst, abtrocknest strömt eine Fülle von Neuigkeiten und Nachrichten auf dich ein. Über den Chawer, die Chawerah, die politische Lage, die Wirtschaft, die Arbeit. Uber das kulturelle Leben, Pläne, Sitzungen, Streitigkeiten. In der Miklachath wird beraten und entschieden, sie ist eine der Börsen des kibbuzischen Lebens ... Unsere Gemeinde Berichtigung. Herr Dr. Joachim Prinz legt Wert auf die Feststellung, daß ei in seinem Vortrage „Jüdische Geschichtsauffassung^' nicht etwa wie es in dem Bericht des Qememdeblattes hieß Saul „die Ziegen" seines Vaters suchen ließ, sondern daß er sich an den Blbcltcxt ^ehalten und irn Finklancf d:unit von den Es,'!',m'',, ü*1sprocheu habe. KhuierhcMchenkunci des nilfsvereins Surtiel. Gewerbetreibender. .»»-•»Gerne und*ltfrt-warmer puiprwortunff geben wir uacii-LciiciiJwin Rute des i iii".'.etet!ü- Israeli luu'WR ile^veiiiciicibciuici Raum: Auch in diesem Jahre will der Hilfsvcrcin isr. Uswerbe&cibcuder versuchen, sein seit Jahren aufgebautes \\ erk der hekleidiuig armer Kinder durchzuführen. Der Hilfsvcrcin hat seit etwa 20 Jahren alljährlich, zuletzt fast Q00 Kinder von Kopf bis Fuß mit neuen Sachen, wie Wäsche, Kleider, Schuhe usw. ausgerüstet. Um auch in diesem Jahre den notwendigen Bedarf anschaffen zu können, bedarf der Verein der tatkräftigen Unterstützung seiner Freunde und Qönner, ja der weitesten Kreise derer, die noch in der glücklichen Lage sind, ein so bedeutsames Werk zu fördern. Der Hilfsverein bittet daher um reichliche Gaben. Besonders erwünscht sind ihm Spenden an Geld; doch werden auch Stoffe oder Schuhe oder neue Sachen jeder Art dankbar entgegengenommen. Da es sich um arme Kinder handelt, darf keine Hand verschlossen bleiben. — Die Geschäftsstelle des Hilfsvereins (Brühl 46 48) ist täglich von 0 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags geöffnet. Postscheckkonto Nr. 52005. Auch werden die Gegenstände auf Wunsch und telefonischen Anruf Nr. 18430 abgeholt Anmeldungen der Fitem oder Erziehungspflichtigen werden jetzt entgegengenommen; die auszufüllenden Anttagsvordrucke sind in der Geschäftsstelle des Hilfsvereins zu entnehmen. Handarbeitsverkauf des Schwesternbundea der Leipzig-Loge. Die Ausstellung und der Verkauf von Handarbeiten jüdischer Frauen des Mittelstandes findet auch in diesem Jahre wieder in den Räumen der Oesellschaft der Freunde, Humbokltstr. 1 ptr. statt. Durch die zentrale Läse ist allen Gemeuidernitjrltedern Gelegenheit gegeben, die krfi'/.vi:CH"*ZcitiBEQiir* id»"ifttftvf," der-jugend "crrrc -feste -jti»- zu gehen und sie gegenüber der Verfldthung des .. T. . .. v. ::•!,". r-..c.".tt.. .!... ,11, richtung von Abendheimen für die erwerbstätige jüdische Jugend bewiesen. Gerne werden sich auch die Geuieindcuiitglicdcr, die dr>nif,'y an diesen immer lebendigen, mit nützlicher Belehrung und Hinweisen auf die Werte der Kunst reich ausgestatteten Abenden teilgenommen haben, an diese Einrichtung erinnern. Manches Saatkorn, das Dr. Soloweetschik in Geist und Gemüt zahlreicher Genieindemitglieder gestreut hat, ist aufgegangen und wird dankbare Erinnerung au sein Leipziger Wirken sichern. Auch an dieser Stelle sei der Wunsch ausgesprochen, daß ihm vergönnt sei, auch in Ercz Israel seine segensreiche Wirksamkeit zu entfalten, die ihm und seiner Familie persönliche Befriedigung, den anderen Förderung und Anregung bringen möge. Elternabend des Esra-P. A. J. Nui in einiger Zusammenarbeit von Eltern, Bund und Schule kann die schwierige Aufgabe der Jugenderziehung heutzutage geleistet werden. Um „seinen Eltern" und den Lehrern der Jüdischen Schule einen Einblick in seine Arbeit zu verschaffen, halle det Esra-P. A. J. Leipzig zu einem Elternabend »vt-l'ii It'ii iIit -im vi-rivimriMitMi *snmi-i Kl >ni 1 im li ht'HTl 111 fll Saale dt'*; o — *-» .......- - r»—e> - •' - '- - -....... ..... ' j nixviiuiiivn Jugendheims stattfand. — Nach einigen einleitenden Chorliedern berichtete /un"ieh«t H Biberfeld über die Arbeit des Rundes Fs <d!t in einem v dischc Anschauung griffe* ■!• iü „azicnenr Ahn; kann erat dann tu Wahrheit \ou einem in 'wußten Jlic)enniin~spi AhciK \e\i\n ca»nttht bemi'Be»■»"»>" •>•• .!;•!:;•:: hled-it. . sondern sich im praktischen lim auswirkt. Und nur dann hat eine jüdische Gemeinschaft die Garantie auf Bestand, wenn alle ihre Glieder Bich der Forderung zum vollen Einsatz für die jüdische Idee, der Thorah unterwerfen, und entfaltet diese wiederum die ihr allein innewohnende Kraft der Bildung und Erhaltung eines Klall Jisrael. Die Kibbuzim des Noar Aguda in Ercz-Jisrael haben die hohe Aufgabe, Kristallisationszentren des Klail Jisrael zu weiden. Dem Esra-P. A. J., der seine Chawerim und Chaweroth zu festen Gliedern dieser Kibbuzim erziehen will, ist damit Weg und Ziel seiner Arbeit gegeben. — Aus dein Bund führt der Weg in die Jcschiwa, das Belli Chkinuch oder die Mittleren-I lachschara des Noar Aglldati. Letztere sind neuartige Schöpfungen des N. A., in denen neben den Fächern der Jeschiwa auch Iwrith, Gegenwartskunde, Englisch U. a. gelehrt wird bzw. handwerkliche Arbeit einen Teil des Taget in Anspruch nimmt. In Frankfurt a. M. befinden sich drei solcher Bäte Chinnuch, von insgesamt 1JO Chawerim besucht, im Sommer wurde auch in Berlin eines eröffnet. Erst nach I—2jährigem Besuch eines derartigen Instituts kommen die Chawerim auf eine der Haehscharahstellen des N. A. in Siegburg, Halberstadt, Frankfurt a. M., Anzeigen- und RedaktionssthluB für Nr. 47, infolge rfes tjesetzliriien Feiertans am Dienstan 17. November.