Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 43 (23.10.1936)
- Date
- 1936-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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23. Oktober 1936 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIO Seite 3 f^OlJ^llfjIgj^Oroß^^ Wir iiitten zum Tanz! wammm I L Hot., 20 I hr ■ AI* h I Alf «II Ar Wr»nT. rtrti**»lMi/\n A Ftirl.«*U \Y/ Matisrctom »Air VW « •■■ ■«- J t...« t M «»V » MM-kllf ui.nup> Ii v Günther Lange Edith Lange geb. Glückin Vermählte Leipzig Berlin Buenos Aires ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooqooooeoooooooooooooooooö seinen verewigten Vorgänger Dr. Carlebach, tlen Gründer und Erhalter, den Leiter, Lehrer und Freund der Schule zu würdigen. Sein Schulwerk, dem er ja seine besten Kräfte gewidmet, hat er im wahren Geiste des alten traditionellen Judentums erstehen lassen, er hat es aufgefaßt als eine Institution, in der religiöses Wissen und allgemeine Bildung in harmonischer Einigung sich finden sollen. Den Schülern, denen er in inniger Liebe zugetan war, obliegt d e heilige Pflicht, dieses Erbe, das Erbe ihres Lehren», auch in religiöser Reinheit zu erhalten, uns allen aber, die wir mitbestimmen am geistigen Sciittksül der Schule, wird es eine Selbstverständlichkeit bleiben, in diesem (leiste an der Schule weiter/ubauen. Sn Seine; pcitöuitclicn Struktur, was Dr. carlebach s. A. als Mensch, als Gestalter, als künstlerisch Schaffender war, schilderte Prof. Dr. Menzel in bewegter, formvollendeter Rede Fr war eine Persönlichkeit; das war der Tenor dessen, was er zu sagen hatte, eine Persönlichkeit, die unvergeßlich bleiben wird. Herr |affe sprach für die Voikssschuie; auch ihr hat das Wirken Carlebachs gegolten, auch ihr Gedeihen war ihm am Herzen gelegen. In ihr erkannte er eine unentbehrliche Grundlage jüdischer Jugenderziehung. Im Namen der Vereinigung der Direktoren der höheren jüdischen Schulen in Deutschland ergriff ais letzter Redner Direktor Dr. Elias-Frankfurt, ein ehemaliger Lehrer unserer Schule, das Wort zu einein Nachruf, der eine warme persönliche Note trug. Er schilderte den allzu früh Dahingegangenen in seinen Kämpfen mit den Ideen und Menschen, die seinem werdenden Werke sich entgegcnstelrteu. Er zeichnete in bewegten Linien den ruhelosen Kämp fer, den ein tragisches Schicksal fern von seiner einstigen Wirkungsstätte, von der Bühne des Lebens so jäh abgerufen. Die Teier klang in den erschütternden Versen des , . . niole rachamim aus. von Herrn Oberkantor Wilkomirski angestimmt, und verhallte in den ernsten wehmutsvoiien Tönen des Adosehem tno odom, dessen ans Herz greifende Wirkung Herr Paul Niederland durch seinen Solovortrag künstlerisch vertiefte. Es war eine Feier, die in ihrer ernsten Schlichtheit und m ihrer akademisch-künstlerischen Grundhaltung den Hauch einer Lebenstragik erfühlen ließ, die sich vor unseren Augen vollzogen hat. Prof. Dr. Levi. Trauerfeier in der Ez - Chaim - Synagoge. In der Ez- Chaim-Synagoge herrschte tiefste Trauerstimnuing. Die Mitglieder des Rabbinats, des Qemeindevorstandes, derl Gemeindevertretung und die Vertreter der Organisationen sind an der Spitze weitester Ge- »»«•iuuekreiss erscmcncu, um üem im heiligen Lande dahingegangenen Rabbiner Dr. Ephraim Carlebach eine Stunde des Gedenkens zu widmen. Die ungeheuere Teilnahm* ...Kreis der ri—rt»»" ~ ... ...-.-t:.- M«>r * cfin^ p« »«..f» liC.iifi»': shrungj-'Cüc-iiar Vwcwigrc gcBoSi............................................. Nach dein Minchagebet sangen Herr Oberkantor Wilkomirski und der Synagogenchor das ergreifende Socharti loch von Lewandowski. Hamich bestieg Qemeinuerabbiner Dr. Och: die Kanzel, um die Verdienste des in die Ewigkeit Berufenen zu würdigen. Es sei ihm tiefstes Herzensbedürfnis, so erklärte Dr. Ochs, Dr. Ephraim Carlebach an derjenigen Stätte, an der er lange Jahre hindurch gewirkt, noch einmal aufs herzlichste zu danken für alles das, was er für die Gemeinde getan. In der Begründung der Ez- Chaim-Synagoge und der Schule habe sich Dr. Carlebach Meihendp Denkmäler in der Gemeinde geschaffen. Ganz besonders die Schule sei das ureigenste Werk des Dahingegangenen gewesen, denn er habe sich in seiner Eigenschaft als Rabbinei gesagt, daß das Judentum nur bestehen könne, wenn man die Jugend in seiner Lehre erziehe. Mit stärkster Hingebung habe der Verewigte Getneindearbeit und Schulaufbau betrieben, und jeder Gemeindeangehörige, jeder Lehrer und Schüler, an deren Schicksal ei aufs tiefste teilgenommen hat, wisse ihm beiden Dank hierfür. Auch im Lande der Väter habe er in treuer Verbundenheit mit seiner Leipziger Oeineinde gelebt und noch am Rosch Haschono habe er dieser Verbundenheit in einem eingehenden Briefe, in dem er sich nach allen Einzelheiten in der Gemeinde erkundigt habe, in beredten Worten Ausdruck gegeben. Das Andenken dieses Gerechten werde in der Gemeinde fortleben. Nach dein Gesänge des Hascheni mo odom gab Rabbiner Dr. David Carlebach, Köln, in tiefster Ergriffenheit der Trauer Ausdruck, die weiteste Kreise der Gemeinde und darüber hinaus a ■ Ihre Reisen durch ■ U Reisedienst für jüdische Touristik und Auswanderung ■ ■ Zeitschriftenverlag Elsa Goldfireund « ■ Leipzig Cl — Hainstraße 16 — Fernsprecher 16722 ■ mm I der Judenheit erfülle. In Erez Israel, zu dem er sich in heißer Liebe hingezogen gefühlt habe, habe der Verewigte ein Begräbnis in Tel Awiw erfahren, das von der Trauer eines ganzen Landes um einen Großen gesprochen habe. Jeder in der Gemeinde Leipzig, vom Rabbiner und Talmudgelehrten bis zum letzten Gemeindcinitglied wisse, was die Gemeinde an Ephraim Carlebach als Seelsorger, Prediger von hinreißendem Schwung, Lehrer und Wohltäter verloren habe. „Es war in seinen Händen Treue bis die Sonne unterging", Treue zu Judentum und zu seiner Gemeinde. Kein Hilfsbedürftiger habe vergeblich an seiner Tür gepocht. Israel dauert um einen (iroßen. \f f\f < i i ■ ' \ I t I I i ■ I i f 1 1 . ■ i I i . . ' .- I •»»!*» .. , . ,r ,~ . . 1...... (' U , .... 1 ..... i .- UM ■ I ■ ■! ^wt#It!KK! "•'"**[--» - ' ''***•(-» *■''' *' *''''' •««.•imiitwi »* i ftkomirSKl das Fl mole rachamim. Das Mariwgebet beschloß die Feier. S. Tagung des Hechaluz in Leipzig. (Auszug aus einem Bericht der ITA.) Vom 10. bis 13. Oktober fand in Leipzig eine sachsische Landestagung des Hechaluz statt. Am ersten Tage des Treffens wurde in einem Referat eine Analyse der wirtschaftlichen und rechtlichen Situation der Juden in der Welt gegeben und der chaluzische Zionismus gegenüber anderen Lösungsversuchen der Judenfrage abgegrenzt. Die Auswanderung in die nicht-palästinensischen Länder wurde in ihrem sozialen Wert trotz ihrer wirtschaftlichen und politischen Unbeständigkeit anerkannt. Die Durchdringung jeder Auswanderung mit national jüdischen Gedanken wurde als der alleinige Versuch einer Lösung betrachtet, um die Auswanderer in den nichtpalästinensischen Ländern vor der Assimilation zu bewahren. Unfruchtbare Kolonisationsversuche. bei denen jüdisches Nationalkapital und jüdische Werte verbraucht werden, seien eine Schwächung des nationalen Kapitals für Palastina und damit eine v erkiciucriuig ue» palästinensischen Lebensraumes. Abraham Taischisch (En Charod) sprach über die wirtschaftlichen Möglichkeiten Palästinas und über das englisch-jüdischarabische Verhältnis. Die Sicherheit und Kräftigung des jüdischen Wirtschaftssektors während der Unruhen, die erhöhte Selbstversorgung, die bessere Verteilung des Arbeitsmarktes, die Teilnahme an den Regierungsarbeiten, die Initiative der Regierung für neue Straßenbauten, der Beginn der Hule- Kolonisation unter Beteiligung der 1CA. und vieles andere hätten bewiesen, daß die palästinensische Wirtschaft ihre Aufnahmefähigkeit iretfenüber 1935 ungeheuer gesteigert hat. Zum englisch-jüdischen Verhältnis erklärte der Redner, das jüdische Palästina könne als Stütze englischer Politik nur insoweit in Betracht kommen, als England nicht Forderungen stelle, :.....haUliHxen von ziomsttoluT Autonomie unvereinbar ..Dk. Zusai«uuua.,ijeu...^wischen. .Arabern und Juden in allen gemeinsamen liiteVessengebictcn und die Anknüpfung von Beziehungen zu außei palästinensischen Arabern müsse mit aller Intensität betriehen werden. Der chalu/ische Teil Paliistinas sei gestärkt aus den Unruhen hervorgegangen. Dr. Georg Josephthal gab den Rechenschaftsbericht über die Situation des Hechaluz im Rahmen der Judenheit Deutschlands. Über die Stellung des Hechaluz im Rahmen der Zionistischen Organisation sagte er, daß die gemeinsame zionistische Anschauung und die Zusammenarbeit in der Erziehung der jüdischen Jugend in Deutschland zum national jüdischen Gedankengut nicht über die Tatsache hinwegtäuschen dürfe, daß der Hechaluz sich eigene Etziehungsformen zur Bildung eines eigenen Menschentypus erhalten müsse. Die Erziehungsarbeit innerhalb des Hechaluz könne nur durch Chahtzlm geschehen. In der inneren Arbeit des Hechaluz sei neben einer wachsenden Konsolidierung der Hachschara nach der Alija der letzten zwei Monate, die 117b Menschen des deutschen Hechaluz ins Land brachte, eine besondere Situation in den Snifim entstanden. Die Chawerim, die heute neu in die Snifim kommen, kämen jenseits aller konjunkturellen Erwägungen und II T ± Spezialgeschäft für alle Mode-Neuheiten: ,/V M Spitzen, Bänder, Gürtel, Kleider-Oarniiurcn PetefSStfaße 5 Blumen, Knöpfe, Agraffen, Kurzwaren