Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-10-23 · 43 (23.10.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
43 (23.10.1936)
Date
1936-10-23
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4876568-5968812-5985769--6122-4882279
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 23. Oktober 1936 steilen ein besonders wertvolles Element dar. Das Schwergewicht sei in den nächsten Monaten auf die gesellschaftliche und geistige Arbeit in den Snifim und auf die Erfassung neuer Chawerim zu legen. Zur Frage der HsetaeharahrAibtii referierten Hans.Stciuberg und Schura O s c h e r o w i t s c Ii, zur Frage der Mittlen n- Hachscharah Seiita Josephthal. Die ländlichen Kibbuzim, JP C"^tc:: sie, Iwiwu* «ich su\vuiii in arbeitsmäßiger wie in gesfllächaftlii Ii« " Hwwrfa v«l| bejvährt Ja diu ■MuÜaMiieii oaiue emamz könne die Arbeil im wesentlichen als konsolidiert angesehen werden. Die Mittleren-Hachscharah könne erst dann ihre erzieherischen, duluzischen und sozialpolitischen Punktionen im Rahmen des Judentums in Deutschland ei füllen, wenn es ihr gelinge, jährlich etwa 2000 Schulentlassene aufzunehmen. Ernst Bauer befaßte sich mit der Kulturarbeit in den Snifim und erklarte das neue Arheitsprogiäüiiii des Merkas Hechaluz, das sich in seinem ersten Teil mit der Analyse der Judenfrage und ihren Lösimgsversuchcn beschäftigt. Jüdische Zeitschau < Heim des jüdischen Frauenbundes in Wyk auf Föhr. Fim-m an die Kuratoriumsmitgliedcr des Heims in Wyk auf Höhr ergangenen Bericht entnehmen wir folgende Ausführungen: Der Ansturm auf die Plätze für die Sommermonate setzte schon sehr früh ein, so daß bereits Mitte Mai eine Belegung von über 60 Kindern zu verzeichnen war Während der Ferien mußten noch einige Räume hinzugemietet werden. Die ständige Feststellung lies I leiinarztes über den sinkenden Gesundheitszustand insbesondere der von den Gemeinden verschickten Kinder konnte keine Revision erfahren, in gleichem IVthße wie die Verschickung durch ilie Gemeinden abnimmt, steigen die | mittwodi, den 28. Oktober 1936, 20" Wir \ Vortrag frin7 ■ des Herrn Dr. Joachim J I lllmff Berlin stand ein Festgottesdienst in der Gemeindesynagoge, bei dem Rabbiner Dr. Baeck, der Präsident der Reichsvertretnng der Juden in Deutschland und Vorsitzende des Allgemeinen Rabbiner Verbandes En Deutschland, die I estpredigt hielt. Ein besonderes Bild gewährte die mit Betern gefüllte Synagoge durch die Anwesenheit der Vorsteher und Vertreter sowie dci tu ihrei Anusnacnt erschienenen, in •'unmittelbarer Nähe des Jubilars sit7ertderi Rabbiner Jei öiiejisischen Uemeinden. Der Gottesdienst selber wurde durch ein schönes Zusammenwirken der Kantoren mit dem Chore zu feierlicher Stimmung gehoben, auch dei schon im Ruhestände lebende Oberkamor Raphael Hof stein wirkte, in Erinnerung an das langjährige Zusammenstehen mit dein Jubilar, beim Mussat-Gebete mit. Der Festpredigt legte Rabbiner Dr. Baeck den Satz V. B. M. 31, 12 zugrunde und führte aus, dafl das Hören und Lernen in gleicher Weise- Aufgabe des Rabbiners und der Gemeinde sei. So mußte zwischen Gemeinde und Rabbiner ein wahrhafter Bund bestehen. Hören müsse der Rabbiner, was aus der jüdischen Lehre und aus der jüdischen Gegenwart zu ihm sprießt, lernen, wie das göttliche Wort seinen Niederschlag in der Lehre gefunden hat. Hören solle die (Gemeinde, was der Rabbinei als Xüiulcr göttlichen Wortes zu ihr spreche, lernen, wie die Aufgabe des Judentums in jedem Augenblick zu erfüllen sei. In diesem Sinne habe der Jubilar in seinem heiligen Amte ein halbes Jahrhundert gewirkt, immer wieder aus dem Leben und der Lehre gehöit und gelernt, sich als ihren Mittler betrachtet und nach der Verwirklichung eines wahrhaften Bundes gestrebt, als den er das Verhältnis zwischen Gemeinde und Rabbiner immer angesehen habe. Am Abend vereinigte die erschienenen Vertreter der Gemeinden und an 1500 Geineindemitglieder ein Gcmcmdcahcud in der Syna- Sender-Veranstaltung des Jüd. Kulturbundes \ im Kulturbundtheater (Battenberg) « I „Jüdische Gesdüdüsauffassung" \ , Eintritt für Mitglieder d?« Kulturbundes frei ■ I für Inhaber von R.-Karten RM. 1.30 einschl. Abgaben ■ Anforderungen an den Hilfsfonds, der durch seine Kurzuschüsse immer noch iii beschränktem Umfang vorbeugenden Gesundheitsschutz ermöglicht. I )a der Fonds sich nur aus Beiträgen und Spenden zusammensetzt, die selbstverständlich stark zurückgegangen sind, müssen immer wieder Förderer der Arbeit gefunden werden, die einmalige oder laufende Spenden geben. Auch im letzten Frühjahr wurden einige gröllere Renovierungen in Haus I und Ii vorgenommen, sowie einige Anschaffungen gemacht. Eine Umfrage soll durchgeführt werden, die den Erfolg der Kuren bei Asthmakindern vom Bestehen lies i feims an feststellen soll. Gemeindeverbände der historischen Länder der Tschechoslowakei. Das Jahr 5697 kann für die Juden der Tschechoslowakischen Republik der Beginn einer neuen Epoche werden. Dank der verständnisvollen Förderung durch den Staatspräsidenten Dr. Eduard Benesch soll ein jahrzehntealtes Postulat der Juden Erfüllung finden. Das Gesetz über den Zusammenschluß der Kuitusgemeinden zu einem gemeinsamen Verband (Oberster Rat), ist vom Senat angenommen worden und wird im Herbst vom Abgeordnetenhaus behandelt werden. Sache der Juden wird es sein, in verständnisvoller Zusammenarbeit das Bild in das Rahmengesetz einzufügen, durch Hintansetzung ephemerer Parteivorteile den Grund zu legen zu einer organischen Entwicklung der tschechoslowakischen judenheit und zur Sicherung ihres Besrartdes. \X'.veinzelnen lieh war, scl^a&> Ct,*4tflthfIf,derXä,cateHul«!fi iui»ftlk-h'gemacht, viefes soll m kultureller und sozialer Beziehung nachgeholt werden. Möge die Epoche nicht ein kleines Geschlecht finden! Die Fallaschas in Abcssinien unterwerfen sich Italien. Die italienische Presse bringt ein offizielles Communiqul, das von dei Unterwerfung der Fallaschas, die in Abessinien in der Nähe des i ana-Sces leben, unter die Oberherrschaft Italiens berichtet. In dem Coinmiuiique heißt es: Das Oberhaupt der Fallaschas jüdischen Glaubens hat der neuen italienischen Regierung seine Loyalität erklärt und durch Schreiben an den italienischen Gouverneur Pirzio Birolo seinen Treueid geleistet. Gouverneur Birolo erklärt'' seinerseits, daß die italienische Regierung den Fallaschas nicht nur die gleiche kulturelle Freiheit wie den anderen religiösen Gemeinschaften in Italienisch-Ostafrika gewähren wurde, sondern dal) sie auch mit dein gröDten Interesse den Fortschritt dieser friedfertigen und Heißigen Minderheit verfolge. Die Führer der Fallaschas wurden mit dem italienischen Gouverneur durch Ras Telia, einem der einflußreichsten Persönlichkeiten des Bezirks, bekannt gemacht. Der Distriktsgouverneur von Qondar hat angeordnet, dal! Lebensmittel unter den armen luden des Bezirks verteilt werden. (JTA.) Aus sächsischen Gemeinden. 50 jähriges Amtsjubiläum des Gemeinderabbiner Prof. Dr. Winter, Dresden. Am 17. Oktober konnte die Dresdener Gemeinde die seltene Feier des 50jährigen Amtsjubiläums ihres Geineinderabbincrs, Professor Dr. Jakob Winter, begehen. Im Mittelpunkt der Feier goge, mit musikalischen Darbietungen, zwischen die eine Festrede des Herrn Gemeindevorsteher Le s s er, eine weitete Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. Wolf und Dankesworte des Jubilars eingeschaltet waren. Schöne Leistungen boten die Chöre der Volksschule; warme Anerkennung fanden die unter der ausgezeichneten Taktführung des Herrn Kapellmeister Wilhelm O o 1 d m a n n aufgeführten Orchesterwerke, sowie die Solovorträge der Kantoren P a g 1 i n und H a! m o s. Den Abschluß der Jubiläumsfeier bildete am Sonntagabend ein Festessen, bei dem gleichfalls in einer Reihe von Ansprachen das ein halbes Jahrhundert währende Wirken des als Mensch, als Rabbiner und als Gelehrter in gleicher Weise bedeutenden Mannes gewürdigt wurde. — Als Ehrengabe veröffentlicht die Gemeinde Rabbiner Prof. Dr. Winters Übersetzung des Sifra, die der Jubilar in den letzten Jahren fertiggestellt hat. Ein Heinrich Arnhold-Bau in Dresden eingeweiht. Zum Andenken an den im vorigen Jahr verstorbenen Generalkonsul Dr. Heinrich Arnhold hatte seine Gattin, Frau Lisa Arnhold, eine Stiftung ge macht, durch die das Dresdener jüdische Kinderliort ein eigenes heim erhalten hat, das allen Erfordernissen der modernen Hygiene entspricht. In einer Feier gedachte der Vorsitzende des GcmeiudevoiStandes, Max Lesser, des verstorbenen Generalkonsuls Dr. Arnhold und seiner Verdienste sowie der. §r**r.ert .Oer,.....Ikvi .dcc -Haus* i Arrtncrtd. Che *eb*eb.fait's durch Stiftungen ihrei Menschlichkeit ein Denkmai gesetzt uat. Unsere Gemeinde Redaktionsschluß Ist unverändert allwöchentlich Dienstag vormittag 10 Uhr. Die Schriftleitung macht erneut darauf aufmerksam. Für die Veröffentlichung von Nachrichten, die erst später eingehen, kann die Schriftleitung in keinem Falle eine Gewähr übernehmen. Aus der Uemcindesitzung vom 28. September 1936. Anstelle von 10 ausgeschiedenen Genieiiideverorctnetcn wurden neu gewählt: Frau Fanny Hepncr und die Herren Dr. Blumberg, I ellig, Holstein, Dr. KUritzkeit, Dr. Mnuchin, lJrol. Dr. Nothiiianu und Oko: die Wahl von zwei weiteren Qemeindeverordneten wurde verschoben. Die Sitzung wurde eingeleitet mit einem warm empfundenen Nachruf für den verewigten Bürgermeister von Tel Aviv Mcir Dizengoff und den Geuicindeverordneten Löwy. Bericht über die Gemeindesitzung vom 13. Oktober 1936. Herr Gemeindevorsteher eröffnet die Sitzung mit einer Begrüßung der neu eingetretenen Mitglieder der Gemeindevertretung und widmet danach dein jüngst verstorbenen ehemaligen, Qemeinderabbiner Dr. Carlebach einen tiefempfundenen Nachruf, den. d^e Versammlung stehend anhört. Es wird in die Tagesordnung eingetreten. Auf Vorschlag der orthodox-demokratischen Fraktion wird Herr Dr. Dzialowski einstimmig zum Qemeindeverordneten gewählt, die Wahl eines weiteren

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.