Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 40 (2.10.1936)
- Date
- 1936-10-02
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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2. Oktober 1936 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 £>i „Der bunte Karren ff Die jüd. Kleinkunstbühne Deutschlands Ki o Sonnabend, den 3. Okt. 1936 im Kulturbundiheat V^J M — — - taa# CS SP 15 Nummern _m /T««s—■!- — C#w i .-1 ■ uuviihci oii .1 Ci-> * W 15 Nummern Ein west-östiicher Reigen jüd. Humors! Aus dem Inhalt: Ensemble-Song — ,,A Semerei" — „Die Chassidim" — „Die Ohrfeige" (Einakter) — „Alle fahren fort" „Die Zimbel" - yUcd der Zeit'l^_____________-— Fred Wald in der neuen Type „Joss! Melder — Soli, Conference u.a.m. Karten zu RM. 2 -, 1.50, 1.- in Vorverkauf Rest. Zellner, Manelis u. a. d. Abendkasse ab 18.30 c i t Achtung Achtung | Jeder Jude hat zu dieser veranstaitg. Zutrift! j Wer keinen Kulturbundausweis hat, erhält an der Abendkasse die j neue R-KitfU (gültig im ganzen Reich vom 1. Oktober 1936_ bis.l 3ö.-Septevivber 1937) zu "dem ei mäßig en Preis von RM. 0.25 (anstatt { RM. 1.—) Die zuständige Stelle hat dem „Bantin Karren" ausnahms- | weise diese erhebliche Verbilligung ermöglicht. i Einmalige Gelegenheit! R-Karte RM. 0.2S : Sv:Ä4R^.«"k^: SesellsAatts-Mend mit £ridi Quttstadt usw. Eintrittspreis km. l.— Beaervierte iNätzc im. l..»o Keine K-Auhwelee nötig!! Statt Karten'. Leipzig Edith Glückin Günther Lan Verlobte j/S A"" z. Zt. Karlsbad Leipzig Alfred Noafeldt * w Säri Noafeldt geb. Markus Vermählte Alexänderstr. 38 Ettinger, fast 02 Jahre alt, ist als Komponist voii Liedern und Kammermusik und als Musikdramatiker bekannt geworden. Der Umschwung der Verhältnisse in Deutschland (und in der Welt) brachte auch ihn dazu, sich naher und tiefer mit den kulturellen Schöpfungen des jüdischen Volkes zu beschäftigen. Und das erste, wo/u es einen Musiker bei der Betrachtung des Judentums drängt, ist natürlich der geliebte Urtext, die Bibel, das alte Testament Et« tinger kam auf die centrale Figur im Pentateuch, auf Moses, der, als. Werkzeug Gottes, aus eiu*ui ISmuicu Menachen ein voik machte: „Er hat Lucli als Knechte aus dem Eisenschmelzofen, aus Ägypten geführt, er hat Euch, lt> Jahre in der Wüste wandeln lassen, auf daß er Euch /um Volk aufrichte." Von da rückschauend kam er rUT Wüstenwanderung, der die (Jeburt des Propheten und die ägyptischen Ereignisse vorangehen mußten. s,> gliedert sieh dieses „Lied von Moses" ganz organisch in drei Teile: erstens der Auszug aus Ägypten, zweitens in der Wüste, drittens vor dein gelohten Lande, das heißt: Die bewegende Tat — die gesetzgebende I at die Vollendung und der Tod. Der Text ist wörtlich, natürlich sehr gekürzt, in der Lutherscheii Obersetzung aus der rhora genommen. Mit dieser Tendenz, den reinen Bibeltexl zu vertonen, berührt sich Ettinger mit dem genannten Adlerschen Werke. Auch hier sollte, nach der Vorrede des Komponisten, „den suchenden Juden der Gegenwart der Bibeltext nahe gebracht werden". Dort nur eine ..biblische Szene", hin die Darstellung des grollten jüdischen Propheten. Fs ist bezeichnend, Halt jferade jüdische Komnrtw'stes Gegen wart zu den uugeauderten Worten der Bibel greifen. Die Zeit der Für die beim Heimgänge unseres teueren Entschlafenen, des Herrn Joseph Garfunkel uns in so reichem Maße bekundeten Zeichen der Anteilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Sophie Garfunkel geb. Hermelin Leipzig, den 2. Okt. 1936. namens aller Hinterbliebenen. gefühlvollen Umdichtimgen, der weicn hlirh Umsehteibungen, der biblischen Paraphrasen ist wohl endgültig vorbei. Die Musik Ettingers hatte vor allein die Aufgabe, die sich Wiederholenden Vorgänge und die einander oft ähnelnden Worte musikalisch verschiedenartig zu erlassen. Der Komponist bedient sich — in Anwendung des grollen Orchesters — oft einer, wenn auch sparsamen, Tonmalerei und einer gewissen leitinotivisclien Technik, Das jüdisch orientalische Kolorit wird durch geschickt ausgewertete jemenitische Melodien und dei durch Verwendung der ins atonale hinüherspielenden (ianztouleiter angedeutet, Besonders schön ist in dieser Art dei instrumentale Anfang des zweiten Teiles. Eine jemenitische Weise, von Flöte und Violoncello frei vorgetragen, rhythmisch sehr vielgestaltig, wird untermalt von den gleichmäßigen Schlägen der groben Trommel: die Weite der öden Wüste wird so in ihrer ganzen unheimlichen Oröße mit einfachen Mitteln iü ein paar Takten veranschaulicht. Ebenso einfach wie großartig ist die Bedrückung durch die Ägypter gezeichnet. Der ganze Chor (der Komponist verlangt sogar: Mit dem Kücken zum Publikum) singt mit geschlossenem Munde eine jemenitische Melodie. Das Werk, für 4 Soli, Chor und großes Orchester geschrieben, ist oft sehr dramatisch gehalten Von Personen ist nur Moses selbst singend eingeführt, die anderen Soli und der Chor teilen sich in die Erzählung, die Worte flottes und die anderen Personen, auch hier eine Ähnlichkeit mit dem Adlerschen Werk, der Gottes Wort immer durch den Chor singen läl'.t. Das Werk hat natürlich keinerlei Tendenz« Der Beifall für den anwesenden Komponisten war groli und ehrlich. Von den Solisten ragten I rau Sa I <> in o u - L i ii d b e r g und Hermann S c h e y (Moses) hervor. Dr. Oskar Chittinaun. Jüdische Zeitschau Jüdisches Pädagogium in Prag. Im Oktober d. J. wird in Prag vom Obersten Rai der jüdischen Kviltusgcmeinde:: Verbände ein Pädagogium zur Heranbildung jüdischer RcUgiom.lehrcr eröffnet, die auch als Lehrer des Hebräischen und der jüdischen Fächer werden wirken können, unter der Lefhin£ rlrs Herrn Dr. M. WoiUiu-Naliaitabi (früher au der „ l cchijja"-Scliulc in Leipzig und au der Universitär Halle). Die theoretisch« und praktische Ausbildung, die entsprechend den wissenschaftlichen, pädagogischen und jüdischen Forderungen der Zeit erfolgen wird, dauert in der Kegel zwei Jahre, Die Eintretenden müssen eine gute Allgemeinbildung (wenigstens fi Klassen höherer Schule) sowie verhältnismäßig gute judische Vorkenntnisse aufweisen. Die Bewerbungen sind an den Obersten Rat der jüdischen Kultusgcuieindcn-Verhäiide, Prag V, Maislova IS, zu richten und diesen ein ausführlicher Lebenslauf und Bildungsgang (mit Zeugnisabschrift) beizufügen. Die Aufnahmebedingungen werden auf Wunsch eingesandt. Unsere Gemeinde Redaktionsschluß ist unverändert allwöchentlich Dienstag vormittag 10 Uhr. Die Schriftleitung macht erneut darauf aufmerksam, i üi diu Veröffentlichung von Nachrichten, die erst später eingehen, kann die Schriftleitung in keinem Falle eine Gewähr übernehmen. Hebräische Kurse. Seit Schließung der Sprachschule vor. Dr. Woskin macht sich das Fehlen eines modernen hebräischen Unterrichts ständig stärker bemerkbar. Um diesem Mangel abzu- O a s t s p i e 1 des Berliner Kulturb.-Theaters Grosse Liebe jüdischer Kulturbund (Nur für Mitglieder) Montag, den 5. Oht. 1936, pktl. 20.15 Uhr Im Kulturbundtheafcr (Battenbertctneater) C 1, Tauchaer StraSe 32, Oarderobeschluß 20 Uhr m,t l«nny Bernstein «eh. Schaff er Herr Intendant Dr. Kurt Singer wird anläßlich des Qastspiels einige Begrüfiungsworte an nnw» Mit;rU>H»r »viiiw von Molnar